Fragen zur SSS

    • PlagQ
      PlagQ
      Bronze
      Dabei seit: 22.09.2006 Beiträge: 224
      Hi Ich befinde mich gerade in der 60tägigen Warteschleife zwischen altem Account zu -> PS Account auf, habe aber angefangen, auf einer anderen, PP definitv unterlegenen, dafür aber mit sehr übersichtlicher Software ausgestatteten Site das SSS schonmal ein wenig beim No Limit 25 auszuprobieren, da ich dort gerade ein paar $ übrig hatte. Meine erste Interpretation der SSS wich leider ein wenig von der vorgegebenen Ideallinie ab, was das Ganze dann auch extrem swingy gestaltete, bis gestern kam ich aber eigentlich immer mit mindestens einem Buy-In Gewinn pro Session aus der Sache raus. Gestern kam es dann dazu wozu es anscheinend bei Missachtung der Feinheiten kommen muss: Halbe Bankroll (500 BB) beim Hexatabling verzockt :D Zugegeben, die Session gestern hatte auch ziemlich viele Downswing Elemente, aber so krass sollte es eigentlich nicht gehen. Da ich heute Vormittag eine langweilige Vorlesung zur Fehleranalyse genutzt habe, und einige wichtige Aspekte die ich gestern falsch interpretiert hatte wohl durch erneutes Studium des Skriptes -(Ich hatte mir die SSS Artikel glücklicherweise damals als ich das Quiz gemacht hatte ausgedruckt, sonst hätte ich jetzt gar keinen Zugriff mehr darauf, was ich übrigens für sehr kontraproduktiv halte :evil: )- ausbessern konnte. Zwei Fragen werfen sich trotzdem für mich noch auf: In HoH1, woraus ich das Pokern soweit ich es bisher beherrsche gelernt habe steht das ein Continuation Bet gemacht werden kann, wenn man Preflop Aggression gezeigt hat, den Pot verfehlt hat, die Textur des Floppes einen Treffer des Gegners ebenfalls unwahrscheinlich erscheinen lässt und vor dir noch kein Einsatz getätigt wurde. Hier im Forum glaube ich aber gelesen zu haben, den ContiBet nur dann zu machen wenn alle Beteiligten (sollten ja eh nicht mehr als ein anderer sein) gechecked haben. Also ContiBet in der SSS nur bei Position auf den Gegner wenn dieser gechecked hat? 2) In der SSS steht dass man Drawing Hands letztendlich spielen soll wie Made Hands, was mich ein wenig verwirrt, da die Wahrscheinlichkeit für Straight/Flush Draws ja zwischen 33-40% tendiert, ich in fast allen Fällen nur einen Caller bekomme, was meinen Stack ja maximal verdoppelt. Dementsprechend ist dieses hyperaggressive Spielen von Draws doch nicht +ev, oder? Möglicherweise bin ich hier auch ein wenig von der Tatsache beeindruckt dass gestern nur einen von 11 Flushdraws getroffen habe, aber die Frage geistert mir schon durch den Kopf. Es ist möglicherweise dumme Fragen, aber vielleicht bekomme ich ja kluge Antworten, bevor ich heute versuchen werde beim NL10 zumindest einen Teil wieder zu bekommen :D . Gruss
  • 16 Antworten
    • cYde
      cYde
      Black
      Dabei seit: 04.12.2006 Beiträge: 12.690
      Sofern ich das noch weiß, gibts bei SSS keine contibets. Wenn du nach Tabelle raised gehst du auf dem flop eigentlich auch immer ALL-IN. Callst du nur, machst du das gleiche aber auch nur wenn du was starkes triffst. Mit dem minimalen Stack haste eigentlich keine taktische Möglichkeiten im Postflopspiel außer Push or fold ;)
    • lehrach
      lehrach
      Bronze
      Dabei seit: 29.09.2006 Beiträge: 7
      Punkt 2. Geld das du in den Pot gezahlt hast ist nicht mehr deins. Wenn du 2$ (Beispiel vopn NL10, by NL25 einfach alles *2.5) Stack hast, 50c pre-flop gebettet hast, dann ist zirka 1$ im Pot und dein Reststack ist 1.50$. Wenn du jetzt also all-in gehen würdest und gecalled wirst, riskierts du 1.50$ um 2.50$ zu gewinnen (Pot plus dem was dein Gegner zahlen muss um dich zu callen), wenn du gecalled wirst und hittest. Ist natürlich per se immer noch -Ev, wenn du damit rechnest immer gecalled zu werden. Du hast aber auch eine gewisse fold equity, die es dann, je nach Gegner, +Ev macht. Ausserdem kannst du damit rechnen das du auch mal vorne liegst gegen einen schlechteren flush draw oder ähnliches (oder gegen gar nichts, es gibt ja alles mögliche an Spielern). Wenn du gar 1$ Preflop gebettet hast ist das ganze rechnerisch eh klar (1$ riskiert um 3$ zu gewinnen...bräuchtest also nur in zirka 25% der Fälle zu hitten). Das ist zumindest mein Verständniss von dem Ganzen, vielleicht irre ich mich ja auch. :-D Spiele die SSS selber nicht mehr.
    • 69smitty
      69smitty
      Bronze
      Dabei seit: 12.06.2006 Beiträge: 613
      Punkt 2. ist definitiv falsch: Du spielst drawing hands i.d.R. nach odds and outs, und damit meistens c/c oder eben c/f. Ausnahmen gibt es natürlich, nämlich dann, wenn du einen draw mit 12 outs oder mehr hast (z.B. flushdraw + OESD, flushdraw + gutshot usw..) Erst dann spielen sich draws wie made hands, d.h. dein Ziel ist es spätestens am turn all-in zu gehen. Punkt 1.: Contibet mache ich gegen 1 Gegner fast immer (kommt natürlich auf die floptextur an und auf den gegner--> stat 'fold to cbet'), gegen 2 Gegner hin und wieder IP, aber selten. Hier gelten natürlich auch o.g. Bedingungen. Gegen mehr als 2 Gegner nie.
    • Niflerb04
      Niflerb04
      Bronze
      Dabei seit: 16.12.2006 Beiträge: 199
      Original von 69smitty Punkt 2. ist definitiv falsch: Du spielst drawing hands i.d.R. nach odds and outs, und damit meistens c/c oder eben c/f. Ausnahmen gibt es natürlich, nämlich dann, wenn du einen draw mit 12 outs oder mehr hast (z.B. flushdraw + OESD, flushdraw + gutshot usw..) Erst dann spielen sich draws wie made hands, d.h. dein Ziel ist es spätestens am turn all-in zu gehen.
      Ich verstehe das aber auch so, dass mit den starken Draws versucht wird am FLop All-In zu gehen, ausser halt wenn man OESD hat und da schon 3 :spade: liegen. :D Die starken Draws werden nur c/c gespielt, wenn man Preflop nicht geraised hat.
    • 69smitty
      69smitty
      Bronze
      Dabei seit: 12.06.2006 Beiträge: 613
      Axo, ja, bin jetzt von unraised pot ausgegangen. Wenn du der preflop-raiser bist und hast einen starken draw, dann ist dein Ziel letzten Endes auch (meistens) all-in. Wenn du gegen 2 oder mehr spielst, dann ist das Spielen von draws ja schon aus mathematischer Sicht profitabel. Spielst du gegen einen, dann erhöht sich ja dadruch die foldequity, dass, nachdem du schon preflop Stärke gezeigt hast, am flop weiter aggressiv weiterspielst. Und wenn der Gegner nicht foldet hast du immer noch die Chance deinen draw zu treffen.
    • Binarystar
      Binarystar
      Bronze
      Dabei seit: 11.09.2006 Beiträge: 932
      Original von cYde Sofern ich das noch weiß, gibts bei SSS keine contibets.
      Es gibt oft contibets bei der SSS... AK preflop raise, 1 caller Flop nicht getroffen -> contibet
    • cYde
      cYde
      Black
      Dabei seit: 04.12.2006 Beiträge: 12.690
      Sagen wir du hast 2$ Stack. Du raised preflop auf 50c und wirst gecalled, d.h der Pot ist nach dem flop mindestens 1$ groß, meistens sogar noch größer. Die Contibet müsste nun mindestens 50-60 c sein und das bei einem Reststack von 1.50$. Auf dem Turn hat man also weniger als 1$ wenn man gecalled wurde und ist damit eigentlich schon commited. Eine "contibet" macht eigentlich nur in form eines All-Ins Sinn.
    • LeoLouse
      LeoLouse
      Bronze
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 327
      Original von cYde Sagen wir du hast 2$ Stack. Du raised preflop auf 50c und wirst gecalled, d.h der Pot ist nach dem flop mindestens 1$ groß, meistens sogar noch größer. Die Contibet müsste nun mindestens 50-60 c sein und das bei einem Reststack von 1.50$. Auf dem Turn hat man also weniger als 1$ wenn man gecalled wurde und ist damit eigentlich schon commited. Eine "contibet" macht eigentlich nur in form eines All-Ins Sinn.
      Also wenn der Stack 2$ ist, spielt man i.d.R. NL10. Das Raise von uns (z.B. mit AKs) auf 0.5$ bedeutet, dass bereits 1 Limper im Pot ist. Zur Zeit sind also 0.75$ im Pot. Nehmen wir an alle folden ausser der Limper, der callt. Nun sind also 1.25$ im Pot. Am Flop finden wir ein ungefährliches Board (keine Straight und vorallem keine Flushgefahr) wieder. Wir sind in Position und der Gegner checkt zu uns. Hier würde ein All-In Sinn machen. Allerdings nicht wirklich als Contibet, sonder darum, da wir mit grosser W-keit die besser Hand als unser Gegner halten. Viele Leute unterschätzen, dass die SSS genau wie BSS situationsabhängig ist, also kann man nicht jedesmal bei einer Contibet All-In gehen! Wer so spielt, verliert auf Dauer Geld, und zwar viel. Es ist vorallem Erfahrung, die einen guten SSSler ausmacht.
    • Binarystar
      Binarystar
      Bronze
      Dabei seit: 11.09.2006 Beiträge: 932
      Original von cYde Sofern ich das noch weiß, gibts bei SSS keine contibets.
      Es gibt oft contibets bei der SSS... AK preflop raise, 1 caller Flop nicht getroffen -> contibet Gibt nicht mehr drüber zu sagen - ich spiel den ganzen Tag SSS.
    • Niflerb04
      Niflerb04
      Bronze
      Dabei seit: 16.12.2006 Beiträge: 199
      Original von LeoLouse Also wenn der Stack 2$ ist, spielt man i.d.R. NL10. Das Raise von uns (z.B. mit AKs) auf 0.5$ bedeutet, dass bereits 1 Limper im Pot ist. Zur Zeit sind also 0.75$ im Pot. Nehmen wir an alle folden ausser der Limper, der callt. Nun sind also 1.25$ im Pot. Am Flop finden wir ein ungefährliches Board (keine Straight und vorallem keine Flushgefahr) wieder. Wir sind in Position und der Gegner checkt zu uns. Hier würde ein All-In Sinn machen. Allerdings nicht wirklich als Contibet, sonder darum, da wir mit grosser W-keit die besser Hand als unser Gegner halten. Viele Leute unterschätzen, dass die SSS genau wie BSS situationsabhängig ist, also kann man nicht jedesmal bei einer Contibet All-In gehen! Wer so spielt, verliert auf Dauer Geld, und zwar viel. Es ist vorallem Erfahrung, die einen guten SSSler ausmacht.
      Ich denke, wenn man in dieser Situation All-In geht, wird man oft Geld gegen Leute verschenken, die ihr Set/2 Pair slowplayen. Ist aber nur meine Erfahrung ?(
    • cYde
      cYde
      Black
      Dabei seit: 04.12.2006 Beiträge: 12.690
      http://www.pokerstrategy.org.uk/de/strategy/32/ Das führt zu folgenden, die Shortstack Strategie bestimmenden, Faktoren: [...] 2. Durch den besonders kleinen Stack spielen Überlegungen für das Spiel in späteren Wettrunden keine Rolle. Es läuft fast immer darauf hinaus, das man Preflop oder am Flop sein ganzes Geld setzt, also All-In geht. Man vermeidet so das sehr komplexe und fehleranfällige Postflop Spiel. Wer als SSS Contibettet spielt imo falsch.
    • Binarystar
      Binarystar
      Bronze
      Dabei seit: 11.09.2006 Beiträge: 932
      Original von cYde Wer als SSS Contibettet spielt imo falsch.
      Eigentlich könnt's mir ja egal sein. Aber wenn ein SSS-Anfänger das hier liest, dann sollte er wissen, dass man in der SSS sehr wohl häufig contibets macht. Nichts für ungut: Ich nehme stark an, dass Du noch nicht intensiv zur SSS gelesen hast (Artikel und Forum) und die SSS selbst nicht spielst. Wenn das so ist, dann solltest Du Dich imho etwas zurückhalten, bevor Du Dich in solche Aussagen versteifst. Falls Du doch SSS-Spieler bist, weiß ich auch nicht... viel Glück.
    • cYde
      cYde
      Black
      Dabei seit: 04.12.2006 Beiträge: 12.690
      Ich hab am Anfang SSS gespielt und zwar nach dem Strategyguide von PS.de. Vielleicht irre ich mich ja, wäre nett wenn du mir zeigen könntest, wo etwas von contibets bei SSS steht.
    • schmeiss
      schmeiss
      Bronze
      Dabei seit: 17.07.2006 Beiträge: 1.602
      NL Bronzebereich -> Punkt 4 "Shortstack Strategie - Das Spiel nach dem Flop"
      Hast du am Flop weder eine Made Hand noch eine Drawing Hand, gelten die folgenden drei Regeln: 1. Hast du nur einen einzelnen Gegner, und macht dieser vor dir keine Bet, so machst du eine Bet von halber Potsize, also eine Bet die vom Betrag her der Hälfte des aktuellen Pots entspricht. Ist Dein Stack ebenso groß wie der Pot zu Beginn der Flop Wettrunde oder kleiner, so gehst du in dieser Situation direkt All-In. Bei dieser Bet handelt es sich um einen Bluff. Dieser spezielle Bluff wird "Continuation Bet" genannt. "Continuation Bet" deshalb, weil man mit ihr das aggressive Verhalten aus der Preflop Wettrunde fortsetzt. Man hat ja Preflop geraist und versucht so, den Pot einfach mit einem Bluff direkt zu gewinnen. Trifft man auf Widerstand, muß man die Hand natürlich aufgeben. Wird diese Continuation Bet vom Gegner geraist, so foldest du. 2. Hast du nur einen Gegner, und dieser hat vor dir gebettet, so foldest du deine Hand. 3. Hast du mehr als einen Gegner, so foldest du deine Hand gegen jede gegnerische Bet, bzw. checkst, sollte keiner der Gegner vor dir betten.
      Gruss
    • cYde
      cYde
      Black
      Dabei seit: 04.12.2006 Beiträge: 12.690
      Eben, also so gut wie immer ALL-IN. Wird hier eben contibet genannt, auch wenn ich darunter bisschen was anderes verstehe. Dann meinten wir das gleiche und habens nur anders ausgedrückt :)
    • PlagQ
      PlagQ
      Bronze
      Dabei seit: 22.09.2006 Beiträge: 224
      Ok, Danke für die Antworten auf jeden Fall. http://www.pokerstrategy.org.uk/wbb_de/thread.php?threadid=73049 In diesem tollen Dokument sind Contibets im Übrigen auch vermerkt.