Reverse Playability

    • hooverdam
      hooverdam
      Bronze
      Dabei seit: 12.11.2007 Beiträge: 59
      Servus.
      Darum gehts: Letztens auf FTP 1/2. Bisher reasonable TAG open HJ, ich calle nur 66 im BB. Flop 632 rb. cr, 3bet, cap. donk t, raise, 3bet usw. Ziemlicher Batzen - und ich habs selbstverständlich verballert. Gegen? 54s!
      Das hat mich so erstaunt, dass es mich zu der Frage brachte, ob man nicht gegen thinking TAGs - also fast immer ab einen bestimmten level - nicht mehrere Hände spielen sollte, die nicht nur eine ok playability, sondern eben auch so eine gute "reverse playability" gegen thinking TAGs haben. Bei midstakes+ mag das gang und gäbe sein, nur stellt euch den durchschnittlichen ps.de ler (z.B. mich) auf diesen lowstakes vor, wie er in seinem Kopf villain´s range durchleuchtet und ihn ganz klassisch nach FTOP unglaublich schlecht spielt, weil die angenommene range nicht stimmt.
      Weitere Beispiele wären small pockets in early positions zu raisen, oder sie zu 3betten, siehe die oink-Videos.

      Wie handhabt ihr die Abwägung der - offensichtlichen - cold Equity preflop-Nachteile vs deception value? Hier bei ps.de haben wir ja ein starkes Gewicht auf harte equity gegenüber solchen Faktoren wie deception und metagame. Zumindest bis Gold. Lockert ihr die raising-range noch weiter auf, wenn ja, wie?

      Danke schonmal für euren Hirnschmalz.
  • 6 Antworten
    • LordPC
      LordPC
      Bronze
      Dabei seit: 24.06.2007 Beiträge: 677
      ähhh....
    • Scottie
      Scottie
      Bronze
      Dabei seit: 15.05.2006 Beiträge: 1.603
      Original von LordPC
      ähhh....
      ^^
    • Kyroka
      Kyroka
      Bronze
      Dabei seit: 09.11.2006 Beiträge: 938
      Original von hooverdam
      Wie handhabt ihr die Abwägung der - offensichtlichen - cold Equity preflop-Nachteile vs deception value?
      Fold preflop, man braucht keine Deception auf 1/2, weil die durschnittlichen Gegner sich selbst decepten. Dass der Gegner da seinen Miracle-Flop trifft, heißt ja nicht, dass er die Hand richtig gespielt hat. Neben Metagame und "reverse playability" spielt da oft auch Langeweile eine Rolle ;)
    • petebull1107
      petebull1107
      Bronze
      Dabei seit: 07.05.2007 Beiträge: 1.120
      54s raise ich auch gegen manche TAGS vom CO, einfach weil ich oft die Blinds driekt oder durch die c-bet einsammele und das halt Haende sind, mit denen man sein Toppair nicht ueberspielt.

      Mit nem Set gegen ein vermeintliches Overpair wird's bei mir auch immer teuer fuer mich ;)
    • kombi
      kombi
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 9.244
      Im Grunde hast du die Antwort darauf gefunden wie man Standard ABC TAG Play exploiten kann. In deiner Hand hast du gegen einen thinking Gegner vermutlich zu viel Action gegeben. Du hast 2nd level thinking betrieben: "Welche Karten kann Villain halten?" Die nächste Stufe wäre aber "Was denkt Villain was ich für Karten halten kann?". Und da wird schnell klar, dass in deiner Range leicht die gefloppte Straight sowie ein Set liegen. Wenn Villain dir also selbst auf den teuren Streets noch Action gibt, solltest du dich fragen weshalb er das tut. Entweder er kann nicht Hand Readen oder aber er hat eine bessere Hand als du. Gegen thinking Gegner musst du daher noch eine Stufe weiterdenken und dir überlegen welche Hände du repräsentierst. Du musst sozusagen deine eigene Hand readen und in diesem Kontext die Aktionen deines Gegners werten.

      Um auf das Preflopspiel zurückzukommen. Es ist schwer diese Playability zu quantisieren. Klar rechnet niemand damit dass ein thinking TAG aus UTG auf einem 653 Flop die Straight hält, aber das heißt noch lange nicht, dass es ein gutes Play ist 74s zu raisen. Denn oft genug verfehlt man komplett, läuft gegen eine starke Hand oder trifft nur eine teure 2nd best Hand. Die paar Mal in denen man gut hittet, holt man zwar viel Value raus, aber die vielen Male in denen man den Flop verfehlt, büßt man ein. Gegen Gegner die viel ABC fit-or-fold spielen, lohnt sich ein aggressiver Style trotzdem, weil man viel FE generiert und auf Axx, Kxx Flops oft am Flop weiß wo man steht. Deshalb ist ein Style wie oink oder doughnutz ihn spielen gegen fit-or-fold Spieler genau richtig. Gegen thinking Gegner, die die Ranges besser einschätzen und am Flop auch mal floaten, rebluffen, delayen und damit 3rd level thinking betreiben, wird es schon schwieriger eine gut dosiertes Aggressionslevel zu finden.

      54s aus MP3 zu raisen ist LAG-Style, und je nachdem wie gut man ist, kann das sehr gewinnbringend sein.
    • hooverdam
      hooverdam
      Bronze
      Dabei seit: 12.11.2007 Beiträge: 59
      Ty, kombi. Exzellente, ausführliche Antwort. In diese Richtung dachte ich auch. Werde mein Spiel noch gegnerabhängiger gestalten.

      Im konkreten Fall nahm ich an, er liest mich auf X6, medium pockets oder combo-draw und möchte mich mit seinem overpair (mein read auf ihn) maximal chargen. Egal ob nun preflop aus seiner Sicht +EV oder nicht - die Hand war ja nur Stein des Gedanken-Anstosses.