frage zu EV/EQ

    • moneymekka
      moneymekka
      Bronze
      Dabei seit: 28.06.2007 Beiträge: 566
      in harringtons cashgame reihe lese ich im buch 1 die letzte übungsaufgabe


      FR , 5$/10$, 9 spieler (SB/BB + A bis G, A=UTG/G=button)

      hero B: TdTh openraist auf 35$
      spieler D (tight): callt
      spieler G (TAG): callt
      BB (loose): callt

      flop Ts9c8d
      BB checkt
      hero bet pot 145$
      spieler D callt
      spieler G raist auf 750$

      jetzt fängt harrington an zu grübeln:
      er errechnet sich eine gewinnchance von 52% gegen über spieler G aus, indem er die wahrscheinlichkeiten für die einzelnen handtypen von spieler G mit der gewinnwahrscheinlichkeit gegen diese multipliziert.
      er nennt eine handtypenmischung aus 60% made straights, 15% drawinghands, 20% sets und 5% bluffs.

      beispielsweise traut er spieler G in 60% der fälle eine made straight zu, mit der er für hero eine gewinnwahrscheinlichkeit von 30% anrechnet (er discounted outs, da er glaubt, spieler D hätte beispielsweise mit 2pair gecallt).
      multipliziert ergibt das eine 18% gewinnchance.

      da ich hier gelernt habe in ranges zu denken kam mir diese rechnung recht umständlich vor.
      wenn ich nämlich den equilator anschmeiße und einfach die konkreten hände eintippe komme ich ebenfalls auf 52%
      aber der equilator unterscheidet ja nicht, welche handtypen villain mit welcher wahrscheinlichkeit hält und es nimmt imo auch viel zu viel zeit in anspruch das beim online gaming durchzuführen.

      ist es also für berechnungen jetzt erheblich, sich die wahrscheinlichkeiten der verschiedenen handtypen zu überlegen um mit dem korrekten move zu antworten?
  • 6 Antworten
    • Mc8
      Mc8
      Bronze
      Dabei seit: 24.01.2008 Beiträge: 7.697
      HoCg ist zwar ein gut geschriebenes Buch aber mMn absolut nix für online Poker.

      Und wenn du quasi die "Nutz" geflophast dann brauchst dir keine Wahrscheinlichkeiten möglicher Handtypen --> Topset,broke und fertig
    • YoBaByYo
      YoBaByYo
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2007 Beiträge: 1.040
      Naja der Equilator berücksichtigt schon Wwahrscheinlichkeiten, wie sie Harrington hier angibt. Konkret bedeutet das:

      Made Straights sind QJ und 67. Es gibt 32 Handkombinationen von QJ und 67.
      Sets gibt es nur 6 Handkombinationen, da du ja schon ein Set hälst.

      Das heißt, wenn du ihm zB als Range nur Sets und Made Straights gibst, ist die Wahrscheinlichkeit, dass V ein Set hält 6/38 = 16% und die Wahrscheinlichkeit einer Made Straight ist 32/38 = 84%.

      Das wird vom Equilator sehr wohl bedacht. Die Wahrscheinlichkeit für eine Straight ist in meinem Beispiel jetzt aber ~5 mal so groß.

      Wenn wir dem Gegner jetzt 67s, QJo, QJs, 88, 99 geben, haben wir 20 Handkombinationen Made Straight und 6 Handkombinationen Set, und schon haben wir in etwa die Werte von Harrington.

      So ganz sinnlos sind die Wahrscheinlichkeiten verschiedener Handtypen jetzt also nicht gewählt.

      In der Praxis ist es natürlich ziemlich simpel. Set am Flop = broke.

      MFG Marc
    • Binadas
      Binadas
      Bronze
      Dabei seit: 11.07.2008 Beiträge: 403
      naja das sind unterschiedliche "Arten von Wahrscheinlichkeiten"
      Was der equi beruecksichtigt ist die zahl der kartenkombinationen, also pure kombinatorik.
      Was Harrington imho zusaetzlich meint (ist auch ein vergleichbares bespiel in HoH1)
      ist die wahrscheinlichkeit mit der der Gegner die konkrete aktion durchfuert, also zB

      Zu 70% wird er den raise hier nur mit der straight machen,
      zu 20% seh ich ihn das hier mit nem 2p tun
      und zu 10% ist das pure air.

      also weniger die "kartenkombinatorik" sonder eher
      "wie oft wird er hier das idiot end druebershippen?"

      Diese Wahrscheinlichkeiten beruecksichtig der equilator natuerlich nicht,
      lassen sich aber "simulieren" indem man im equi wenn man zB glaubt das v den raise
      nur sehr selten mit dem idiot end machen wir man zB nur 67s und nicht 67o in die range gibt
      (oder nur wenige 2p usw.)

      So hab ich das jedenfalls immer gelesen, ist natuerlich viel zu umstaendlich beim online-game
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      Original von Mc8
      HoCg ist zwar ein gut geschriebenes Buch aber mMn absolut nix für online Poker.
      Und wenn du quasi die "Nutz" geflophast dann brauchst dir keine Wahrscheinlichkeiten möglicher Handtypen --> Topset,broke und fertig
      habe seine Bücher in letzter Zeit auch sehr intensiv studiert, viel gelernt dabei und gerade seine Beispiele wo er verschiedene Floptexturen analysiert haben mir viel gebracht.
      Außerdem hat er doch sehr häufig Beispiele aus dem Onlinepoker drin (wobei ich jedesmal schmunzeln muss, wenn bei ihm NL400- NL1k medium stakes sind...)

      Wieso meinst du denn sein Buch sei nichts für online Poker? :s_confused:
      Würde mich wirklich sehr interessieren, da ich es halt für das beste Buch halte was ich bisher kenne und mich weitgehend daran halte!
      (nur sein Mixen nach dem Sekundenzeiger habe ich noch nicht übernommen, das ist mir derzeit noch zu anstrengend ;) )
    • Mc8
      Mc8
      Bronze
      Dabei seit: 24.01.2008 Beiträge: 7.697
      Original von Scooop
      Wieso meinst du denn sein Buch sei nichts für online Poker? :s_confused:
      Würde mich wirklich sehr interessieren, da ich es halt für das beste Buch halte was ich bisher kenne und mich weitgehend daran halte!
      sich sind die Prinzipen alle korrekt die Harrington in seinem Buch beschreibt, allerdings geht darin hauptsächlich um Situationen in tougheren Games mit guten Gegner, mit denen man viel History und Reads sammelt. Wenn man auf nl1k nur einen Tisch spielt treffen seine konzepte auch voll und ganz zu. Nur nicht auf den Micros oder Midstakes wo der Playerpool einfach viel zu groß ist und man sich sehr oft in schlechten partien wiederfindet in denen man einfach nur Valuepoker spielen sollte. Viele die HoCg lesen interpretieren diese Konzepte die Harry da beschreibt falsch und fangen an bspw auf nl25 TPGK am Turn gegen Unknown zu check/callen als pf und flopaggressor nur weil Harry schreibt dass er mit TP einen kleinen Potspielen will und darum check/called for Potcontrol. Das mag stimmen wenn du mit einem sehr guten Spieler spielst jedoch sind Unknowns auf nl25 meißt keine guten Spieler.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Während des Spiels lassen sich solche Rechnungen sowieso kaum durchführen und man sollte durch Analysen im Vorfeld halt schon erarbeitet haben wieviel % Equity man in bestimmten Spots hat.

      Ich persönlich nutze das rechnen in Handkombinationen manchmal im Livegame, wenn ich die Equityanalyse nicht genau weiss. Wie du es im Endeffekt machst bleibt wohl dir überlassen.