[Update]Tumor im Kopf - *1 Jahr danach*

    • AgentSix
      AgentSix
      Bronze
      Dabei seit: 19.05.2006 Beiträge: 3.296
      Tja,

      ich fange am besten ganz von vorne an.

      Alles fing vorletzte Woche am Mittwoch an, als ich meine Mutter zum Arzt fuhr. An diesem Mittwoch hatte ich blitzartige Kopfschmerzen, als ob mir jemand ein Sttromkabel an den Kopf halten würde. Ich ging ein wenig shoppen, aber die Kopfschmerzen waren doch unangenehmer als gedacht. Der darauf folgende Donnerstag und der darauf folgende Freitag wurden zur Qual. Ich konnte mich nicht mehr Konzentrieren, war müde und schlapp auf der Arbeit. Am Samstag mußte ich meinen Kater wieder in die Tierklinik fahren, da dieser an Harnsteinen leidet, ich hatte ihn erst Freitagmittags abgeholt. Er mußte dort bleiben und ich fuhr wieder heim. Auf der Heimfahrt hatte ich so starke Kopfschmerzen, das mit jedem Pulsschlag stärker wurde. Ich dachte mein Schädel würde explodieren. Der Schmerz drückte auch auf die Augen. Ich kroch über die Autobahn um ja heim zu kommen. Daheim angekommen ging ich direkt ins KKH. Aber ich wurde abgespeißt. Ich solle mir Migränetabletten holen, dann würd e mir besser gehen. Nunja, leck mich am Arsch dachte ich und legte mich schlafen. M Abend war es immer noch nicht besser. Ich rief meinen besten Kumpel an, es war bereits 22 Uhr. Dieser fuhr mich wieder ins KKH und erneut wurde ich abgewiesen. Ich solle das machen was mir bereits mittags gesagt wurde. Dann bekam ich noch eine Spritze und wir fuhren wieder heim. Dort mußte ich erstmal kübeln - es sollte die ganze Nacht so weiter gehen. Am Sonntag morgen hatte ich die besagten Migränetabletten, aber es wurde verdammt nochmal nicht besser, kein Stück.
      Der Notdienst wurde gerufen und dann ging alles ganz schnell. Mir wurde ein Tropf angehängt und über die möglichen Ursachen gefachsimpelt. Ich hatte einen Schädel anhängen und jedesmal mit dem Pulsschlag ging es auf die Augen. Ich kam ins Klinikum Darmstadt/Eberstadt. Dort wurde mir Nervenwasser entnommen, es wurde ein MRT und eine Kernspintomographie gemacht. Von alle dem bekam ich wenig mit, ich war zu sehr mit Schmerzmitteln zugedröhnt. Dann die Schockdiagnose: Ich habe einen 2x2cm großen Tumor im Hirn der das alles verursachte. Mittlerweile drückte mir der Tumor auf den Sehnerv. Ich konnte mein linkes Auges nicht mehr nach links bewegen, es war höchste Zeit und ich sollte noch am Sonntag operiert werden. Ich wurde weiter in die Uniklinik Frankfurt verlegt und dann doch erst am Montagmorgen operiert. Das ganze wurde durch die Nase entfernt und es ging alles glatt.
      Die Hauptdiagnose lautet: Eingeblutetes intra- und supraselläres Makroadenom der Hypophyse
      Durch diesen Tumor habe ich auch eine Hormon- und Wachstumsstörung erlitten. Meine Nase, Lippen, Augenbauen und vor allem die Hände sind sehr groß dadurch geworden. Über all die Jahre wuchs der Tumor und dadurch auch ebend das andere.
      Nach der OP war ich 1 Nacht auf der Intensiv und einen auf der Überwachungsstation mit jeweils EKG, Blutdruckmessgerät und dem ganzem Scheiss. Mein auf der Intensiv war ein Verwirrter alter Mann. Wenn der nicht stundenlang geschnarcht hat, dann hat er stundenlang geredet. Wirres Zeug ohne Zusammenhang. Ins Bett hat er auch geschissen, da war richtig was geboten. Auf der Überwachsungsstation hatte ich ihn direkt wieder mit auf der Bude. Das waren die 2 schlimmsten Nächte in meinem bisherigen Leben. Die normale Station war OK, wo ich bis heute morgen lag. Das essen war gut, das Personal freundlich.
      Der Tumor war gutartig, kann aber jederzeit wieder kommen. Ich werde bis an mein Lebensende mit Untersuchungen und anderem Zeug zu rechnen haben und hoffe natürlich sowas nie wieder zu erleben. Nachher geh es noch zum Doc wegen weitere Krankschreibung. Ich denke 1 Monat wird es wohl noch sein.


      Danke fürs lesen

      Six


      e/
      12.9.10

      Mittlerweile ist es jetzt genau auf den Tag 1 Jahr her. Es gab viele Untersuchungen, viele Gespräche und harte Worte. Durch diesen Tumor kann mein Körper keine Hormone mehr produzieren.
      Ich muß mir diese selbst zufügen. Sei es durch auftragen von Gel, Tabletten oder Spritzen. Ein paar Hormone sind im Keller und 1 Hormon fehlt mir ganz, das Wachstumshormon. Warum man als Erwachsener noch Wachstumshormone braucht, kann man hier nachlesen. Durch die Spritzen nehme ich das zu mir, jeden Tag um 22 Uhr abends. Ich habe einen Pass, wo ich berechtigt bin, diese Spritzen im Handgepäck bei mir zu haben, falls ich mal in Urlaub fliege. Ich nutze Einwegspritzen und kein Stick. Diesen müßte man immer kühlen, ein großer Nachteil. Ansonsten gehe ich normal arbeiten und mir geht es auch soweit gut.
      Ein dank geht an meine Familie, meinen Arbeitskollegen und meinen Frunden, die mich in dieser schweren Zeit unterstützt haben

      Danke
  • 135 Antworten