Das Vergeben von Übungsaufgaben

    • vandaalen
      vandaalen
      Bronze
      Dabei seit: 06.03.2008 Beiträge: 5.348
      Hallo,

      nachdem ich gerade zum wiederholten Male das Buch "Texas Holdem Poker mit System 2" von Eike Adler auf dem Klo durcharbeiten, ist mir eine Eigenart daran aufgefallen, die ich eigenltich ziemlich gelungen finde.

      Er verteilt darin am Ende eines jeden Kapitels Übungsaufgaben.

      Als Beispiel sei hier mal der Float genannt, den er recht gut erklärt, und im Anschluss darin den Leser dazu auffordert diesen zu testen und gezielt Anweisungen gibt, wie dies am besten erfolgen kann, wie der Gegner auszusehen hat, usw.

      Natürlich nicht auf dem "Home"-Limit, sondern darunter, damit man seine BR nicht beschädigt, auf Scared-Money sitzt, und am Ende doch anders handelt, als es dieser Spielzug "vorsieht".

      Ich muss gestehen, daß ich das bis dato noch nicht getestet habe, weil ich eh auf den Micros rumdonke, deswegen ist nen Limitabstig jetzt nicht soooo klar ;) , aber ich könnte mir das ganz gut vorstellen.

      Ich glaube, daß könnte hier auch ein ziemlichen Mehrwert bringen. Mir sind nämlich manchmal die Artikel "zu abstrakt". Klar habe ich Beispielhände, klar den Equilator, klar kann ich rechnen, aber es sind doch zwei Paar Schuhe, etwas zu wissen und etwas dann auch in der richtigen SItuation zu erkennen und dann auch zu tun.

      Ihr wisste ja alle was Wahnsinn ist: Wenn man immer wieder dasselbe tut und auf ein anderes Ergebnis hofft... ;)

      In diesem Sinne
  • 7 Antworten
    • OnkelHotte
      OnkelHotte
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 18.486
      Hiho,

      sehe ich aber auch gewisse Nachteile drin, jetzt gewisse Moves extra auf Aufforderung relativ gezwungen zu machen.

      Ich meine, jeder Artikel, jedes Buch, jedes Video lehrt Dinge, die man natürlich im eigenen Spiel implementieren sollte. Ich sehe da in der gezielten Aufforderung: "Mach jetzt das oder das" keinen direkten Mehrwert.

      Viele Grüße

      Tobias
    • Xantos
      Xantos
      Bronze
      Dabei seit: 07.09.2005 Beiträge: 9.650
      Falls es dir aber um Aufgaben wie Multiple-Choice-Tests zur Abfrage der Inhalte der Artikel geht: Sowas macht absolut Sinn.
    • PokerKinski
      PokerKinski
      Bronze
      Dabei seit: 25.09.2006 Beiträge: 4.351
      Wie bei allen verschiedenen Lernmethode gibt es solche, die einem persönlich liegen und solche, die einen nicht weiterbringen. Und so denke ich schon, das es einige Spieler gibt, die von dieser "learning by doing"-Strategy profitieren können.
      Jeder muss für sich halt die richtige Methode finden, die einen am meisten voran bringt. Ich bin z.B. eher der Visuelle Typ, der sehr viel von Videos und Coachings mitnehmen kann, aber durchaus defizite in Verständnis und Umsetzung theorhetischer Abhandlungen habe.

      OPs Vorschlag wurde bereits von FullTilt in der FullTilt Pokerakademie umgesetzt. Auch wenn die meisten es wohl nur als reines Bonussystem nutzen, ist es eben so aufgebaut, das man für das Spielen bestimmter Moves Punktbelohnungen erhält. Über den inhaltlichen Aspekt sagt ich jetzt mal nix, aber diejenigen, die es mal probieren möchten, kann man es dort kostenlos testen.
    • Pokerfu
      Pokerfu
      Global
      Dabei seit: 11.02.2008 Beiträge: 7.523
      Ich find das vergeben von Übungsaufgaben toll. Könnte man nicht z.B. Lehrvideos machen die dann unterbrochen werden, wenn hero eine Entscheidung hat und der user hat verschiedene Antwortmöglichkeiten?
      Pokerzion (kein link-selber googlen) benutzt z.B. solche Tests.

      Oder der Poker IQ-test von "How good is your Poker" finde ich auch unterhaltsam und lehrreich. Wenn man dort member ist, werden immer aktuelle Hände einer großen Datenbank in diesen Test gepackt und der user darf sie dann nachspielen und bekommt Erklärungen. Leider ist die Seite so gut wie tot und es werden dor t auch anscheinend keine neuen Hände mehr eingespeist. Aber die Grundidee finde ich sehr nice. Wäre das nichts für PS.de?

      Ähnlich ist auch "What would Joe Tall do?" von DC. Mir hätte die Serie noch besser gefallen, wenn es kein gewöhnlicher Test gewesen wäre, sondern wenn die Aufgabe in einem replayer video gestellt worden wäre (ähnlich wie bei Pokerzion)

      Bald geht deepstacksuniversity an den start mit ähnlich innovativen Lehrmethoden. Also PS.de nicht stehen bleiben, sondern vorpreschen. :P
    • vandaalen
      vandaalen
      Bronze
      Dabei seit: 06.03.2008 Beiträge: 5.348
      Original von Pokerfu
      Ich find das vergeben von Übungsaufgaben toll. Könnte man nicht z.B. Lehrvideos machen die dann unterbrochen werden, wenn hero eine Entscheidung hat und der user hat verschiedene Antwortmöglichkeiten?
      Pokerzion (kein link-selber googlen) benutzt z.B. solche Tests.

      Oder der Poker IQ-test von "How good is your Poker" finde ich auch unterhaltsam und lehrreich. Wenn man dort member ist, werden immer aktuelle Hände einer großen Datenbank in diesen Test gepackt und der user darf sie dann nachspielen und bekommt Erklärungen. Leider ist die Seite so gut wie tot und es werden dor t auch anscheinend keine neuen Hände mehr eingespeist. Aber die Grundidee finde ich sehr nice. Wäre das nichts für PS.de?

      Ähnlich ist auch "What would Joe Tall do?" von DC. Mir hätte die Serie noch besser gefallen, wenn es kein gewöhnlicher Test gewesen wäre, sondern wenn die Aufgabe in einem replayer video gestellt worden wäre (ähnlich wie bei Pokerzion)

      Bald geht deepstacksuniversity an den start mit ähnlich innovativen Lehrmethoden. Also PS.de nicht stehen bleiben, sondern vorpreschen. :P
      Das sind auch sehr gute Vorschläge!

      Es ist halt oft so, daß man in einem Artikel über ein Konzept liest, aber viel zu selten in die entsprechende Situation kommt. Schon allein, weil ja nicht alles gegen jeden Gegener +EV ist.

      Vielleicht könnte man wirklich an ein Video/Artikel/Coaching anschließend Übungseinheiten im Sinne & Stile des ICM-Trainers, dessen Konzept dies ja im Grunde genommen ist, anbieten.

      Man hätte einen ähnlichen Effekt, wie es selbst live auszuprobieren, ausser daß man sich direkt seinen EV, Odds, usw anzeigen lassen kann, oder Erklärungen bekommt, warum dies oder das jetzt besser wäre.

      Mir persönlich würde sowas sehr helfen, da ich beim Lesen dazu tendiere alles nur kreuzzulesen und damt eventuell wichtige Dinge/Konzepte zu überlesen.

      Ich finde es auch z.B. ungleich anstrengender mir einen Handverlauf in Textform anzuschauen, als in einem Replayer...
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Übungsaufgabe mit "fest" definierten Ergebnissen wie z.b. die Bronzequizze haben nur einen sehr geringen langfristigen Mehrwert. Poker ist wie du wahrscheinlich schon erkannt hast ein ziemlich dynamisches Spiel.

      Als Anfänger spielt man erstmal quasi "blind" (da einem jegliche Informationen fehlen) und hier ist es sinnvoll gewisse pauschalisierte Aussagen zu treffen ala "wenn A, dann B".

      Sobald man das reine Anfängerstudium überschritten hat (und das ist meiner Meinung nach sobald man die Bronzeartikel hier durchgelesen hat) sollte ziemlich schnell die Fähigkeit trainiert werden, Informationen zu erkennen/zu verarbeiten und anzuwenden.

      D.h. wenn vorher der SHC gesagt hat wir raisen Hand XY (was ohne hinterfragen gemacht wurde), so sollte man sich in diesem Stadium schon Fragen stellen, die die entsprechende Entscheidung provozieren (z.b. wo sitzen wir, wer spielt nach uns, Stacksizes etc.)

      Die einzelnen Dynamiken können natürlich nicht alle zeitgleich erlernt werden (aus diesem Grund gibts auch noch keine guten NL Bots, da sie nicht die nötige Fähigkeit haben bestimmte Dinge miteinander zu kombinieren und Rückschlüsse zu stellen) und müssen selbstständig erlernt werden. Ab diesem Zeitpunkt halte ich halt Quiz für überflüssig und ausschweifende Diskussionen über bestimmte Hände/Situationen für produktiv.


      So jetzt wurden ja diverse Vorschläge hier getätigt ala Videoquiz/Multiple Choice etc. Das Problem dabei ist, dass es einfach ziemlich wenig bei rum kommt in meinen Augen, weil:

      1. Die Antworten bezeugen sich auf der Philosophie des Autoren

      2. Eine aus der Isolation herausgegriffene Situation vermittelt nicht die Informationslage die der Autor hat

      3. Es gibt noch nicht DIE perfekte Strategie, die man dann kopieren kann


      Mir fällt häufig auf, dass Spieler die das Anfangsstadium grade überschritten haben, versuchen irgendeinen Style zu kopieren. Man sieht ständig Threads in denen nach Stats gefragt werden und die durchschnittliche Meinung geht zu ganz ganz bestimmten Werten. Anstatt die Werte zu hinterfragen (die isoliert betrachtet total sinnlos sind), sollte sich viel lieber mit sehr intensiven Strategiediskussionen beschäftigt werden, die dann automatisch zu "guten" Werten führen.

      (also keine Diskussion in Form von einem Quiz in dem Person A sagt das ist richtig und Person B versucht herauszubekommen was Person A sagt,
      sondern eher in Form von Person A gibt einen Idee/Diskussionsansatz und B versucht mit Argumenten zu widerlegen/verstärken)


      Problematisch bei meiner Lehrphilosophie ist natürlich, dass man als User eine gewisse Strukturierung bei der Informationsaufnahme benötigt. Ich merke selber manchmal, dass manche Anfänger meinen Gedankengängen nicht richtig folgen können und abschalten.

      Diese Leute kann man natürlich durch ein Quiz und pauschalisierte Gedankengänge besser begeistern können und vielleicht auch langfristiger motivieren sich auch hinter die abstrakten Gedankengänge zu klemmen.


      Edit: Quiz/Videoquiz/Multiple Choice sind unter gewissen Bedingungen doch ganz sinnvoll, aber ich war ja mal selber Anfänger und weiss wie die durchschnittliche Denkweise ist (ich arbeite ja täglich mit Anfängern zusammen). Wenn man die Sache als Anregung und zur wirklichen Diskussion nimmt, anstatt z.b. zu sagen:" Ja wenn A sagt das AK immer 3-bet wird, dann mach ich das jetzt auch", sondern sagt:" A sagt, dass AK immer 3-bet wird, dann sollte ich das mal mit anderen Usern diskutieren."

      Ich weiss, dass der durchschnittliche User nicht im Forum aktiv ist und daher nur ein ganz ganz kleiner Teil zu zweitem Gedankengang kommt. Daher muss man grade hier im Anfängercontent in meinen Augen ziemlich zielbewusst festlegen was das Lernziel ist.
    • vandaalen
      vandaalen
      Bronze
      Dabei seit: 06.03.2008 Beiträge: 5.348
      Es ist klar, daß:

      1. nicht jede Situation im Pokerspiel nachgestellt werden kann. Ansonsten wäre Poker ja "gelöst".

      2. soetwas nicht vom eigenen Denken befreien kann.

      Aber sagen wir mal, daß Du SSS spielst. Nach einiger Zeit lernst Du ja, daß Du in LP oder den Blinds nicht nur stumpf nach SHC spielen solltest, weil Du Value liegen lässt.

      Einfach um nur Stealing- und Restealingranges zu verinnerlichen kann so einiges an Kohle in den Wind geblasen werden. Entweder muss ich die Anzahl der Tische reduzieren, weil ich öfters in Situationen kommen werde, in denen ich nicht schnell die richtige Entscheidung treffen kann, oder ich verdonke halt einen Haufen und muss eventuell sogar absteigen.

      In ersterem Fall langweile ich mich aber höchstwahrscheinlich, habe "Angste" nicht genug Rakeback/FPP/SP zu generieren um meinen Status zu halten/den Porsche zu ergrinden ;) /schneller aufsteigen zu können und in zweiterem bin ich sehr schnell frustriert und denke "ich bin sogar für SSS zu doof" (ist nicht wertend gemeint!, denn ich finde es nicht wirklich trivial, aber wer hier neu im Forum ist, der könnte den Eindruck gewinnen).

      Ich spreche da aus Erfahrung, weil ich mich im letzten Monat mal an der SSS versucht habe, bzw. manchmal Lust drauf habe und so spiele.

      Ein einfaches Durchspielen von vorher festgelegten Händen, mit anschliessender ausführlicher Bewertung, kann da sehr wohl etwas bringen.

      Ist mir klar, daß dabei erstmal für PS Value liegen bleibt, weil natürlich kein Rake produziert wird. Longterm denke ich aber, daß auch dies +EV sein kann, da ein Spieler, der die Strategie verinnerlicht hat schneller aufsteigen, bzw. sich auf seinem Limit halten kann.

      Ich habe da sogar schon ein paar konkrete Ideen, wie sowas hier integriert werden könnte. Bin aber gerade zu faul, daß niederzuschreiben, weil's nen bißchen umfangreicher ist.

      Edit: Gerade als Anfänger und etwas Fortgeschrittener spricht gar nichts dagegen, sich an die "Philosophien" verschiedener Autoren zu halten.

      Genau das wird ja hier sowieso getan. Meinem Spiel meine Note zu geben, da sind schon einige dran gescheitert (ich inklu.), weil sie es zu früh versucht haben.

      Richtig schlimm wird es nur, wenn jemand meint, weil er Negreanu in jeder High-Stakes- & WSOP-Übertragung gesehen hat, daß er direkt mal Smallball auf den Micro-MTT-SNGs spielen will, also schon mal das Prinzip nicht verstanden hat.

      Aber wenn jemand sich HoHE, auch und vorallem das Arbeitsbuch, mit Beispielen, zu Gemüte führt, wird er sicherlich nichts damit falsch machen, daß er seine Konzepte übernimmt. Ob er damit nen WCOOP-Mainevent gewinnen kann, steht mal auf einem anderen Blatt...