Open Limp auf den Micros sinnvoll ?

    • berSis
      berSis
      Bronze
      Dabei seit: 28.08.2009 Beiträge: 374
      Es wird ja immer gesagt, dass open limps ziemlig fischig sind.

      Wie ist das aber mit Händen wie AJ, AT, KJ oder QJ aus den utg-Positionen ? Kann man diese guten Gewissens openlimpen (oder sogar openraisen?)?
      Immerhin wird ja recht viel gelimpt. Ich sehe ständig gelimpte Ax,Kx oder sogar Qx am showdown. Gegen diese Hände liegt man ja oft genug noch vorne.

      Da heute das Long-Hud nicht funktioniert hat, hab ich mal mein preflop Verhalten etwas geändert und mit solchen gelimpten Händen guten Erfolg erzielt.

      Die Frage bezieht sich natürlich nur auf die micros, da hier genug Spieler mit noch schlechteren Händen mitlimpen.
  • 6 Antworten
    • Matze4x4
      Matze4x4
      Bronze
      Dabei seit: 05.01.2007 Beiträge: 2.486
      Klar kann man machen, wenn du Bock hast auf...

      Limp Call/Call/Call.

      Oder Limp/Call, c/f :D

      Ohne Initiative im Multiwaypot zu spieln mit TPgK kann halt nur kacke sein...
      Ich hätte da keinen Spaß dran.
      .
    • berSis
      berSis
      Bronze
      Dabei seit: 28.08.2009 Beiträge: 374
      Mir geht es da auch nicht um den Spaß, sondern ob das profitabel ist ;)

      Man muss das auch nicht downcallen. Wenn man am flop mit KJ K 9 6 sieht, kann man ja mal betten um zu sehen, wo man steht. Bekommt man den raise, ist man wahrscheinlich geschlagen, wird nur gecallt kann man am turn weiterüberlegen. Falls einen der Gegner downcallt, ist man denke ich mit Top-Pair und J als Kicker auf den micros oft genug vorne.
    • Matze4x4
      Matze4x4
      Bronze
      Dabei seit: 05.01.2007 Beiträge: 2.486
      Original von berSis
      Mir geht es da auch nicht um den Spaß, sondern ob das profitabel ist ;)

      Man muss das auch nicht downcallen. Wenn man am flop mit KJ K 9 6 sieht, kann man ja mal betten um zu sehen, wo man steht. Bekommt man den raise, ist man wahrscheinlich geschlagen, wird nur gecallt kann man am turn weiterüberlegen. Falls einen der Gegner downcallt, ist man denke ich mit Top-Pair und J als Kicker auf den micros oft genug vorne.
      klar bist du damit oft vorne, auch gegen mehrere Gegner.

      Durch deinen PF Rais hast du erst mal mehr Geld = mehr Value.
      Du hast ausserdem die Initiative.
      Du weist wo du stehst.
      Du weist das schlechtere K PF evtl gecallt haben und dich am Flop/Turn durchcallen.
      Wenn alle PF folden, auch gut.
    • berSis
      berSis
      Bronze
      Dabei seit: 28.08.2009 Beiträge: 374
      Nur ist die Frage, ob ein KJ raise aus utg nicht etwas optimistisch ist^^
      Gegen eine 3-bet liegt man dann meistens schon hinten.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.496
      Grundsätzlich ist limpen ausser Position sehr problematisch. Die in Frage kommenden Hände sind alle Underdog gegen die vermutlichen Kartenverteilungen der Gegner und müssen dann ausser Position und mit Pech gegen einen Isolationsraise gespielt werden. Ohne Not sollte das einfach vermieden werden. Early ist ohnehin die schlechteste Position (ausser den Blinds) und die Gewinnraten sind auch mit guten Händen minimal. Falls ihr schon ein Trackerprogramm habt (z. B. Elephant), dann schaut mal nach, in welchen Positionen ihr eure Gewinne macht. Wenn man es unbedingt nötig hat, dann ist es viel besser, in späten Positionen looser zu werden als in frühen.

      Limps aus frühen Position haben noch ein anderes Problem: haben eure Gegner eine Idee, was ihr da eigentlich macht (zugegeben, wir sprechen über Micros), dann erkennen sie schnell, dass eure Limpingrange schwach ist. Ein aggressiver Spieler kann das ausnutzen, in dem er selbst mit zweitklassigen Händen isolationsraist. Er gewinnt dann oft auf dem Flop mit seiner Contibet oder hat sonst immer noch eine gute Equity gegen euch und er hat Position. Das kann euch schnell in Schwierigkeiten bringen. Das ist im Prinzip das, was ihr mit Fischen macht, nur noch aggressiver.

      Ihr braucht für Limps loose und vor allem passive Tische. Wir sprechen über mindestens 5 Spieler am Flop im Schnitt (= Players/Flop 50% und höher FR). Wenn ihr so einen Tisch habt, dann könnt ihr aber auch zwei Positionen warten und anfangen, spekulative Hände als zweites oder drittes hinterherzulimpen. Das ist die bessere Methode.

      Die in Frage kommenden Hände sind in erster Linie Pockets und suited Connectors. Bei suited Connectors ist es besonders wichtig, schon Leute vor sich in der Hand zu haben. Ihr solltet damit nicht looser als der Bronzechart werden. 65s ist der kleinste echte suited Connector, da darunter die Zahl der Straights eingeschränkt ist. Ab 4 Limpern könnt ihr dann noch etwas looser werden, wobei Pocket oder suited wichtig ist.

      Unsuited Connectoren < JT sollten wirklich erst ab 4 und mehr Limpern gespielt werden und auch da wie bei den suited Connectoren nach Qualität. Andere Karten (any suited, gapped Connectors, kleine Axs) sollten nur in late gespielt werden. Und nach vielen Limpern.
    • Qel
      Qel
      Bronze
      Dabei seit: 13.12.2008 Beiträge: 170
      Open limping ist für mich ein no go. Wenn meine Hand gut genug ist, daß ich damit ins Spiel einsteigen will, dann ist sie auch gut genug für ein raise. Oder anders gesagt: Eine Hand, die man limpt, muß stärker sein als eine Hand, die man raised, da man durch ein limp die Gegner dazu einlädt im Spiel zu beiben und dadurch dann eben eine sehr starke Hand braucht, die im Zweifelsfall gegen weit mehr Gegner bestehen muß als eine Hand, die man geraised hat, weil die Gegner gegen raise eher aussteigen.

      Ob sie stark genug ist, hängt natürlich vom Tisch ab. Wenn ich weiß, daß die Gegner gegen ein raise aus früher Position folden, dann raise ich und freu mich, wenn alle folden und mir das Geld for free geben.

      Wenn ich weiß, daß die so loose sind, daß die mit jedem Mist callen, so daß mich nahezu jeder Flop killen kann, weil da irgendwer was getroffen haben könnte, aufgrund der weiten range der Gegner, dann lasse ich es sein.

      Wenn ich weiß, daß sie nur dann callen, wenn sie eine Hand mit Potential halten, dann kann ich zwar raisen, aber muß mich darauf einstellen, daß ich vielleicht spätestens am Flop folde und damit (eventuell) unnötigerweise Geld verbraten hab, weil der Flop einfach Kacke für mich ist.

      Sollte es hinter einem noch mehr als ein raise geben, dann ist das Thema eh durch und man sollte sich zurückziehen.

      Kurz und gut: Ich open limpe nie, sondern spiele raise or fold, abhängig davon wie die Gegner am Tisch drauf sind.

      Die Sache ist ja die: Die Fische sollen diese seltsamen Hände limpen und dann dafür bluten und nicht du. ;)