Die Karriere am Scheideweg? [SNG, MTT]

    • AlterFalter
      AlterFalter
      Bronze
      Dabei seit: 31.07.2006 Beiträge: 1.799
      Zu Beginn eine kurze Zusammenfassung meiner Pokerkarriere:
      Ich spiele seit ca. 3 Jahren Poker, angefangen habe ich wie die meisten hier auf den Micro-Limits, ein bißchen hier gedonkt ein bißchen da. Vor zwei jahren dann ein bißchen ernsthafter geworden und mit mich Strategie und Verstand nach oben gespielt. Irgendwann fiel die 1k, dann die 2k, dann die 3k Grenze der Bankroll. Von Anfang an haben mir SNG's und Turniere schon immer viel mehr Spaß gemacht als Cashgame und so ist es heute noch.
      Vor ziemlich genau 1 Jahr gings dann sehr steil bergauf... zuerst 10k in nem MTT gewonnen, kurz darauf ein Ticket für PCA 2009. Dort dann das beste Poker meines Lebens gespielt und 40k mit nach Hause genommen.
      Ich dachte, jetzt hast du das geschafft wovon du als Pokerspieler immer geträumt hast. Aber wie der Mensch nunmal ist, will er immer mehr. Es ging auch gut weiter mit einem weiteren 4k Cash im Februar diesen Jahres.

      Danach fiel ich in ein kleines "Pokerloch" und hatte überhaupt keine Lust mehr weiterzuspielen. Irgendwann war die Lust wieder da und ich war top motiviert, also ran an die Tische! Ich hab mit 60$ und 114$ SNG's weitergemacht, die Bankroll war ja locker da. (Anmerkung: meine Pokerbankroll betrug im Februar ca. 14k, der Rest liegt aufm Konto für Studium und Co). Vorher mich noch intensiv mit Strategie und Theorie befasst, ein Coaching bei Unam gebucht, um beurteilen zu lassen, ob ich auf dem richtigen Weg bin...

      So liefs dann weiter, langsam aber stetig schmolz dann die Roll durch nen schlechten Lauf auf den 114ern und MTT-Buyins ohne zählbare Erfolge auf etwa 8k (real war es noch weniger, weil ich Geld nachgelegt hab um Reload-Boni freizuspielen). Hab dann die MTT's sein gelassen und die 114er schon vorher ausgelassen. Meine "große Stärke" war schon immer, dass ich in Downswingphasen immer die "Schuld" bei mir gesucht habe, um wieder mehr Zeit in Theorie zu investieren, was doch meistens vernachlässigt wird, wenn man Erfolg hat. :)

      Vor 2 Monaten, ich war immernoch Guten Mutes, hab ich versucht mal etwas mehr zu Multitablen, vorher maximal 8 Tische gleichzeitig, um in höhere VIP-Regionen vorzustoßen. Diese Umstellung, in Verbindung mit einer leichten Änderung meines Stils, tat mir sehr gut und ich hab mich wieder rauf auf 11k Bankroll gespielt. Dabei wurde die Idee geboren, irgendwann mal Supernovaelite anzugreifen und es nach dem Studium mal ein Jahr als Pokerpro zu versuchen (genug Rücklagen hab ich ja).

      Jetzt fragt ihr euch zurecht schon die ganze Zeit, "Was will der Typ bei der Sorgenhotline?"

      Nunja, in nichtmal 2 Wochen bin ich auf 6k abgestürzt. Ich gewinne keinen Showdown mehr, egal wie weit vorne oder hinten ich liege. Nach 900 60er-SNGs hatte ich ca 2,5k Winnings, nach 1,1k 60ern hab ich ziemlich genau 0 Winnings. Auf den 38ern bin ich ebenfalls even nach 600 SNG's (Kurvenverlauf ist derseble wie bei den 60ern). Bei den 27ern bin ich ca 2k hinten.
      Der Rest ist bei erfolglosen Steps, MTTs und bei Ablenkungs-Cashgamesessions geblieben...

      Ich hab mein Selbstvertrauen verloren. Ich mach eigentlich nur noch an(falls überhaupt), um mich an den lustigen Beats zu amüsieren, die ich kassiere. Und ich merke, wie sich mein A-game verabschiedet, weil ich denke, dass es eh keinen Sinn macht, gut zu spielen...

      Das Problem dabei ist, dass ich so eine Situation zum ersten Mal erlebe. Klar, hab ich schon Downswingphasen erlebt, aber eben nicht in dieser Form. Diese Problematik macht es natürlich unmöglich es als Pokerpro zu versuchen, wenn man sich dadurch so runterziehen lässt, kann man es eigentlich gleich sein lassen.

      Aber ich will daran wachsen!

      Jetzt brauch ich Ratschläge von euch, wie ich wieder in die Spur komme...
      Wenn ihr Fragen habt: Nur zu!

      Noch eine Frage (etwas offtopic): Ich möchte über kurz oder lang gerne HORSE und 8-Game spielen, aber irgendwie gibts zu den einzelnen Disziplinen immer nur Cashgame-Strategien und nichts für SNGs/MTTs. Irgendwelche guten Bücher in der Richtung?
  • 9 Antworten
    • chihi12345
      chihi12345
      Bronze
      Dabei seit: 20.02.2008 Beiträge: 2.215
      Ich habs mir jetzt ganz durchgelesen und erstmal Glückwunsch zu dem was du bisher geschafft hast, das beeindruckt mich und macht mich ein Stück weit sehr neidisch.
      MmN solltest du nicht so "verbissen" an deinem Vorhaben festhalten, das du es in der nächsten Zeit unbedingt als Pokerpro versuchen willst.
      Ist nur ne Vermutung, aber es lief ja eigentlich alles im Rahmen bevor du den Entschluss gefasst hast, es eventuell als Pro zu versuchen.
      Verleiht dir das in irgendeiner weise Druck, regst du dich mehr über beats auf als davor, als du Pokern nur als eine art Hobby angesehen hast??

      Mich würden deine Eindrücke mal interessieren, ob vll. dort der Kern des Problemes liegt??

      Gruß
      Chihi
    • LaGuNaSeCa
      LaGuNaSeCa
      Bronze
      Dabei seit: 27.08.2006 Beiträge: 2.405
      Auch von mir natürlich erstmal herzlichen Glückwunsch zu deiner bisherigen Performance.

      Ohne dich und dein Spiel zu kennen, kann ich mir auch gut vorstellen dass du irgendwo tief in dir einen gewissen Druck hast es als Pro "zu schaffen" und an deine bisherigen Erfolge anknüpfen zu können.

      Dieser Druck - auch wenn man ihn nicht bewusst spürt, kann sich imo sehr sehr stark auf das Game auswirken, sodass man quasi garnichtmehr in der Lage ist sein A-Game zu spielen. Hinzu kommt natürlich noch die Tatsache, dass du anscheinend schon mit nem "Schreiss drauf, ich verlier doch eh"-Gefühl in die Session startest. Auch das wirkt sich natürlich nicht grad positiv aufs Game aus.

      An deiner Stelle würde ich das ganze viel viel lockerer sehen. Du hast ja anscheinend noch ne ganz solide Bankroll inklusive Rücklagen für dein "normales" Leben. Genau hier solltest du deinen großen Vorteil sehen -> du kannst absolut befreit aufspielen, ohne Druck unbedingt gewinnen zu müssen, um evtl. monatliche Cashouts bewerkstelligen zu können.

      Vielleicht hilft es dir auch, einfach mal ne Woche überhaupt nichts in Richtung Poker zu tun. (kein Spielen, keine Theorie, kein surfen auf ps.de usw) Danach gehste einfach mit neuem Elan an die Sache ran.

      viel Glück weiterhin!

      gruß
    • AlterFalter
      AlterFalter
      Bronze
      Dabei seit: 31.07.2006 Beiträge: 1.799
      Erstmal Danke für eure ehrlichen Antworten!

      Dieser Aspekt, dass ich mich zu sehr da hineinsteigern könnte, ist mir noch garnicht bewusst gewesen.
      Ich weiß auch nicht inwieweit das zutrifft oder nicht.

      Tatsache ist, dass das Vorhaben "Pro" schon immer mal wieder im Kopf herum geisterte aber ich erst in der letzten Zeit, während den Semesterferien, ein bißchen rumprobiert habe, wie es wohl sein könnte, das als Fulltimejob zu machen.
      Eigentlich glaube ich nicht, dass ich mir da selber zuviel Druck mache. Mein Studium zieh ich normal durch, ohne es schleifen zu lassen. Auch auf Cashouts bin ich in keinster Weise angewiesen momentan.
      Ich bekomme Taschengeld von meinen Eltern, um meine Ausgaben zu decken und mein Lebensstil ist nicht aufwändiger als noch vor 3 Jahren. Wenn ich mir mal was gönne, dann wird das von Amazongutscheinen bezahlt.
      Bin also weit davon entfernt auf Scared Money zu sein.

      Ich muss auch nicht auf biegen und brechen Pro werden. Mein Studium dauert auch noch ne Weile und vorher geht in dieser Richtung eh nix. Immer schön eins nach dem anderen. :)

      Abstand hat ich in meinem Alltag auch genug zum Pokern, denke ich. Nach langen Tagen in der Uni, hab ich eh keinen Nerv mehr drauf. Ganz davon abgesehn, dass ich dann auch nicht mehr 100%ig konzentriert bin und in der Verfassung grundsätzlich nicht spiele.
      Aktuell spiel ich maximal vielleicht 10h die Woche und das ist schon hoch angesetzt.

      Trotz alledem werd ich mal "in mich reinhorchen" und sehen inwieweit ihr vielleicht doch recht haben könntet...
    • fischief
      fischief
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 4.801
      Hört sich doch gut an. Musst es halt so sehen, es schaffen nur sehr wenige dauerhaft zu cashen und die Psyche ist eh das wichtigste und das stimmt bei den meisten nach ein paar Monaten oder 1/2 jahren nicht mehr dann ist halt rio. GL
    • kslate
      kslate
      Bronze
      Dabei seit: 25.12.2006 Beiträge: 1.730
      Ich musste beim lesen bestimmt 4 mal gucken ob ich in der Sorgenhotline oder Erlebnisberichte bin :D .
      Las sich wie ein Brag im Erlebnisforum.
      Mal eine Frage: Hast du vor den großen Cashes auch schon auf den Limit SNG's gespielt oder erst nachdem du über 20k gewonnen hast?
    • AlterFalter
      AlterFalter
      Bronze
      Dabei seit: 31.07.2006 Beiträge: 1.799
      Ich hab mich ganz normal mit Bankrollbuilding auf die 27er hochgespielt, als die dicken Cashes kamen.
      Dann hab ich sofort 38er und 60er dazu genommen, währenddessen aber verstärkt Handbewertungen und Theorie gelesen. Zum Schluss noch ein Coaching bei Unam gebucht, um mir von einem erfahrenen Spieler eine Meinung von außerhalb über mein Spiel einzuholen und ob ich für die 60er schon bereit bin.
    • shakin65
      shakin65
      Bronze
      Dabei seit: 17.09.2005 Beiträge: 21.597
      Original von AlterFalter
      Ich hab mich ganz normal mit Bankrollbuilding auf die 27er hochgespielt, als die dicken Cashes kamen.
      Dann hab ich sofort 38er und 60er dazu genommen, währenddessen aber verstärkt Handbewertungen und Theorie gelesen. Zum Schluss noch ein Coaching bei Unam gebucht, um mir von einem erfahrenen Spieler eine Meinung von außerhalb über mein Spiel einzuholen und ob ich für die 60er schon bereit bin.
      wenn du bis zu den 27ern regulär aufgestiegen bist, wäre ich wegen den mtt cashes nicht zwingend auf 114er aufgestiegen. und 1 coaching ist eventuell auch nicht genug um tatsächlich verlässliche rückschlüsse zu ziehen. hinzu kommt dass man im coaching meistens sehr bemüht ist, keine fehler zu machen.
      ich würde jetzt die 16er weiterspielen, bis du dein agame wieder gefunden hast. und dann kannst du dich regulär zurück arbeiten.
    • TeddyTheKiller
      TeddyTheKiller
      Bronze
      Dabei seit: 05.01.2008 Beiträge: 5.175
      Hi, ich werde wohl für das Projekt jemand anderen auswählen, aber ich würde dir halt auch raten erstmal wieder klein zu spielen und nicht nur Handbewertungen zu lesen, sondern dich aktiv damit auseinanderzusetzen.
      Was hast du btw denn im Coaching mit Manu für ne Rückmeldung gekriegt?
    • AlterFalter
      AlterFalter
      Bronze
      Dabei seit: 31.07.2006 Beiträge: 1.799
      Original von TeddyTheKiller
      Hi, ich werde wohl für das Projekt jemand anderen auswählen, aber ich würde dir halt auch raten erstmal wieder klein zu spielen und nicht nur Handbewertungen zu lesen, sondern dich aktiv damit auseinanderzusetzen.
      Was hast du btw denn im Coaching mit Manu für ne Rückmeldung gekriegt?
      Ich hab nur einmal eine Stunde Coaching bei Manu genommen, einfach um mir bestätigen zu lassen, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Das hat er dann auch so bestätigt, für tiefergehende Analyse war da keine Zeit. Ist jetzt knapp 10 Monate her.

      Momentan bin ich wieder auf dem aufsteigenden Ast und werde nächste Woche wieder auf Stars mit den 38ern+ einsteigen.
      Auf FT hab ich mir wieder Selbstvertrauen in mein Spiel geholt mit zählbaren Erfolgen (zum Teil auch upswing). Bankroll hat sich also auch leicht erholt.

      Wäre schade wenn ich nur dadurch aus der Bewerberliste rausfallen würde. :(
      Bin top motiviert und das Coaching würde mich mit Sicherheit weit nach vorne bringen. Zeit hab ich auch genug (Student).

      Werde mir deinen Vorschlag aber zu Herzen nehmen und aktiver bei den Handbewertungen sein, bisher lese ich meist nur passiv mit.

      Edit: Hab schon mehr SNG's im 30+ Bereich gespielt als ich in dem anderen thread geschrieben hab, aber zu Beginn noch ohne Trackingsoftware, daher fehlen mir da die Daten.