Blindbattle Re-Raising-Range

  • 17 Antworten
    • weedi
      weedi
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      Dabei seit: 11.07.2006 Beiträge: 1.794
      nein gibts nicht
    • makro1983
      makro1983
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      Dabei seit: 17.05.2008 Beiträge: 2.445
      Was sagen denn eure erfahrungswerte zu dem Thema!?
    • p00s88
      p00s88
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      Dabei seit: 08.09.2007 Beiträge: 8.947
      gegenerabhängig
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Was sagen denn deine Erfahrungswerte dazu und wie handhabst du die Situationen?
    • makro1983
      makro1983
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      Dabei seit: 17.05.2008 Beiträge: 2.445
      meine... puh ...

      ich also gegen ganz tighte spiel ich wie SHC sagt fast... AQ manchmal nen 3-Bet call...
      Pairs unter 10 geh ich auch net broke... je nach gegner das noch netmal...

      Ich denke, dass ich im Stealing teils zu tight spiele...

      ---

      folde auch alle QJs KTs KJs o.ä. bei nem 3BB Raise als SB oder BB ... evtl is da auch ein call drin!? ...

      gerade das "Re-Raisen" des Steals mach ich sehr tight... AJ+ TT+
      (denke zumindest, das es so tight ist)
    • kiljeadan333
      kiljeadan333
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      Dabei seit: 06.09.2006 Beiträge: 6.005
      sh/fr? limit? gegnertypen? history? tableflow?
    • kingbencool
      kingbencool
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      Dabei seit: 24.11.2008 Beiträge: 1.084
      wenn einer 3mal hintereinander meinen bb angreift und er n ats von über 50% hat, reraise ich any two. in den meisten fällen foldet er insta und lässt mich 2,3 orbits erstmal in ruhe.
    • makro1983
      makro1983
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      Dabei seit: 17.05.2008 Beiträge: 2.445
      Original von kiljeadan333
      sh/fr? limit? gegnertypen? history? tableflow?
      Spiele zZ NL25 FR ...
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Also generell solltest du dir die Videoserie "Crushing NL50" anschauen. Ich hab da maßgeblich dran mitgewirkt und vieles von dem was ich hier erzähle wird dort erläutert.

      Zur Blindspielsache kurz:

      Wenn du einen Blind angreifst, dann musst du einen Grund dafür haben.

      i) es gibt Spieler die greifen die Blinds, wenn sie oft genug folden (knapp 66+%) quasi mit Anytwo an. Das hat folgenden Grund:

      Wenn wir 3BB Preflop openraisen, dann riskieren wir 3 um 1.5 zu gewinnen.

      1.5:3 = 0.5:1 = 1/1.5 = 66%

      Bei 4 BB openraises 1.5:4 = 0.375:1 = 72%


      Je öfter die Blinds also folden, desto profitabler kannst du sie angreifen.

      ii) Ich persönlich steale nicht anytwo aus den Blinds, sondern Hände die gegen mögliche Callingranges (die Leute callen viel lieber als das sie 3-betten) gut spielbar sind. z.b. lässt sich eine Hand wie K2s Postflop wesentlich besser spielen als eine Hand wie 72o.

      iii) Wie reagiere ich auf Steals? Wir können folden, raisen oder 3-betten. Der Punkt ist das wir OOP spielen müssen, wenn wir Geld in die Hand investieren. (ausser der SB eröffnet, dazu aber später mehr)

      In NL gibt es drei grundlegende Konzepte die über Gewinn und Verlust entscheiden.

      a) Skill

      b) Position

      c) Kartenstärke


      Nehmen wir mal ein einfaches Beispiel: Spieler XYZ raised 40 - 50% am Button und wir sitzen im BB.

      1. Wir halten AQ und wissen das dieser Spieler auf eine 3-Bet niemals schlechtere Hände called und niemals schlechtere Hände 4-bettet.

      Da wir gegen eine 40%+ Range WEIT vorne sind und mit AQ ein starkes Toppair floppen können und ein Spieler der soviel auf 3-Bets folded auch wahrscheinlich keinen hohen Skill hat (möglicherweise aber immer noch mehr als wir) können wir hier callen.

      2. Wir halten wieder AQ und der Gegner called sehr viel schlechtere Hände (KQ, QJ, T9s, 66, AJ, Ats etc.) auf unsere 3-Bets. -> wir haben einen super Spot für eine VALUE 3-Bet, weil der Gegner ja schlechtere Hände called

      3. Wir halten A6o und der Gegner openraised seine 40% und folded wiederum fast alles auf eine 3-Bet. Hier kann man auch mal eine Bluff 3-Bet machen.

      Dazu ein kleines Rechenbeispiel:

      Der Gegner openraised 3-BB und wir 3-betten auf 10BB. Der Pot ist vor unserer 3-Bet 4.5BB groß und wir risikieren 9.

      EV (3-Bet ohne Berücksichtigung unserer Handequity) = x * 4.5BB - (1-x)*9BB

      In x% der Fälle gewinnen wir 4.5BB und in 1-x der Fälle verlieren wir 9BB.

      Wenn wir diese Gleichung nach 0 auflösen, dann können wir bestimmen wie häufig der Stealer mindestens folden muss, um unsere 3-Bet +EV zu machen.

      x*4.5 - (9 - 9*x) = 0
      x*4.5 - 9 + 9*x = 0
      x*13.5 = 9
      x = 66%

      Wenn der openraiser also mehr als 66% seiner openraises folded auf unsere 3-Bet, dann machen wir sofort Gewinn.

      Natürlich muss man noch diverse Faktoren wie Postflopspiel falls es doch mal weitergeht in Betracht ziehen und deswegen sollte man hier vor allem mit Händen 3-betten als Bluff die im Notfall immer noch etwas Equity haben. (A6o hat z.b. gegen JJ immernoch 30% Equity Preflop)

      => Bevor ich 3-bette, calle oder folde, überleg ich mir erstmal was ich mit meiner Hand gegen meinen Gegner erreichen will

      Ich kann

      i) eine Value 3-Bet machen (mit der Erwartung das der Gegner schlechtere Hände called oder 4-bettet)

      ii) eine Bluff 3-Bet machen (mit der Erwartung das der Gegner bessere Hände folded)

      iii) callen, wenn meine Hand zu schwach für eine Value 3-Bet ist und zu stark für eine Bluff 3-Bet (hier bitte unbedingt vorher erwähntes beachten)

      iv) folden, wenn ich von den 3 genannten Punkten gar nix machen kann
    • EvaPoker
      EvaPoker
      Bronze
      Dabei seit: 08.09.2008 Beiträge: 2.518
      Hi Ghostmaster, danke für deine antwort.
      Vllt kannst du noch erklären wann man auf eine 3bet callen kann, wenn wir stealen und 3betet werden. Was kann man gegen 6%, was gegen 12% callen? Wir werden ja in position sein.
      Was ist wenn wir 26% vom CO und 38% vom BTN stealen und 3bets von 22+, 56s+, Axs erwarten können?
    • EvaPoker
      EvaPoker
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      Dabei seit: 08.09.2008 Beiträge: 2.518
      any ideas?
    • Moky2006
      Moky2006
      Bronze
      Dabei seit: 04.12.2007 Beiträge: 1.141
      Original von EvaPoker
      Was ist wenn wir 26% vom CO und 38% vom BTN stealen und 3bets von 22+, 56s+, Axs erwarten können?
      lade dir doch mal pokerstove herunter und spiel ein bisschen mit den gegnerischen ranges herum und pass deine ranges dem erwartungswert an, dann bekommst du einen ganz guten eindruck, welche hände du gegen bestimmte 3bet ranges weiterspielen kannst.
      Das bringt auf jeden fall mehr, als anweisungen entgegenzunehmen, über die man sich keine gedanken macht.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Die meisten Ranges die 3-bettet werden kann man nicht einfach in eine % Zahl packen und dann "blind" dagegen spielen.

      Nehmen wir als Beispiel mal eine BTN 3-Bet Range von 9%. Der Equilator sagt uns:

      88+,ATs+,KTs+,QJs,AJo+,KQo

      Die Wirklichkeit wird uns eine Range präsentieren, die wahrscheinlich ganz anders strukturiert ist und die ganzen mittelstarken Hände (gegen die keine schlechteren Hände callen) nicht beinhaltet (im Idealfall natürlich) und sich eher in starke und sehr schwache Hände polarisiert.

      Generell würde ich davon abraten 3-Bets OOP zu callen. Es ist sehr schwer die richtige Entscheidung mit marginalen Händen wie QJs, T9s, 88 etc. OOP zu treffen Postflop.

      Entscheidend bei einem Call einer 3-Bet (z.b. du openraised am BU und SB 3-bettet) ist natürlich primär die Staffelung seiner Range und die Größe der effektiven Stacks.

      100BB deep kannst du keine Hände die Implied Odds benötigen defenden (22 oder 89s), da dir diese fehlen.

      So wie kommen wir jetzt zu einer Entscheidung ob wir callen oder nicht. Recht simpel eigentlich:

      Wir überlegen uns wie sich die Hände der gegnerischen Range Postflop gegen unsere Hand verhalten. Beispielsweise openraisen wir 99. Der Gegner 3-bettet

      a) KQ, ATs+, AJ, TT+ -> egal was passiert. Trifft der Gegner sind wir dominated, Treffen wir und der Gegner nicht dann hat er meistens immer noch 6 Outs (ausser wir treffen das Set)

      b) 78s+, 66+, A2s+, 33+, T9s+ -> die Range lässt uns Postflop sehr viel angenehmer weiterspielen, da wir plötzlich nicht mehr so dominated werden und viel häufiger die beste Hand haben werden.
    • EvaPoker
      EvaPoker
      Bronze
      Dabei seit: 08.09.2008 Beiträge: 2.518
      Original von Moky2006
      Original von EvaPoker
      Was ist wenn wir 26% vom CO und 38% vom BTN stealen und 3bets von 22+, 56s+, Axs erwarten können?
      lade dir doch mal pokerstove herunter und spiel ein bisschen mit den gegnerischen ranges herum und pass deine ranges dem erwartungswert an, dann bekommst du einen ganz guten eindruck, welche hände du gegen bestimmte 3bet ranges weiterspielen kannst.
      Das bringt auf jeden fall mehr, als anweisungen entgegenzunehmen, über die man sich keine gedanken macht.
      das ist mir nicht ganz klar, soll ich dann schauen ob ich über 50% habe? das sind doch nur preflop werte. je nach flop verändert sich unsere equty. Ausserdem haben manche Hände bessere playability, man kann also nicht strikt nach EQ gehen.


      @Ghostmaster: also ist Domination ein entscheidender Faktor, was ist noch zu beachten?
    • EvaPoker
      EvaPoker
      Bronze
      Dabei seit: 08.09.2008 Beiträge: 2.518
      ich bumpe es mal ganz unverschämt: soll ich nun schauen ob ich gegen gegnerische Range 50% habe wenn ich 3bets calle?

      zb wenn er 22+, A2s+, AJ, KQ, 87s (15%) 3betet, (denke ist eine vernünftige Range für einen regular, da wir selbst auch 30-40% stealen), dann kann ich mit 77, AJs, AQo callen? Das erscheint mir doch als zu tight, was ist mit AJo, KQ ?
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Der entscheidende Faktor ist nicht Domination, sondern SD Value und Postflopplayability.

      Nehmen wir mal deine Range dort:

      Mit 77 kannst du hier callen, da du gegen 22 - 66, A2 - A7, 87s deutlich vorne bist
      Gegen die Overcards flippst
      und gegen ein paar Pairs halt hinten bist.


      Auch mit AJ und KQ kannst du gegen die Range callen, da er ja wesentlich schlechtere Asse 3-bettet und auch hände wie QJ oder JT 3-bettet.

      Gegen viele andere unpaired Hände aus seiner Range bist du vorne mit AJ
      Gegen die Pairs flippst du mit AJ
      Gegen ein JJ+ hast du mit AJ immernoch grob 30% Equity


      Es ist hier halt aber EXTREM wichtig, dass du Postflop richtig spielst. Du kannst nicht mit KQ auf eine 3-Bet defenden, wenn du auf einem J94r Board auf die Cbet foldest oder mit AK auf dem T24 Board foldest oder mit 77 auf dem T24r Board foldest.
    • EvaPoker
      EvaPoker
      Bronze
      Dabei seit: 08.09.2008 Beiträge: 2.518
      BalugaWhale schreibt in seinem Buch Easy Game : "If you are ever unsure about whether or not your hand is god enough to defend, ust compare its equity to the weaker hands in your opponents range."
      Das verstehe ich nicht ganz, wir spielen doch gegen die gesamte Range und nicht nur gegen die unterste?