ADS/ADHS + Poker = - EV

    • raiseupslow
      raiseupslow
      Bronze
      Dabei seit: 04.06.2007 Beiträge: 461
      Hallo zusammen,

      zur Einführung ein kurzer Wiki - Eintrag:

      Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), die auch als Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom oder Hyperkinetische Störung (HKS) bezeichnet wird, ist eine bereits im Kindesalter beginnende psychische Störung, die sich durch Probleme mit der Aufmerksamkeit sowie Impulsivität und häufig auch Hyperaktivität auszeichnet. Etwa drei bis zehn Prozent aller Kinder zeigen Symptome im Sinne einer ADHS. Jungen sind deutlich häufiger betroffen als Mädchen.[1] Die Symptome können mit unterschiedlicher Ausprägung bis in das Erwachsenenalter hinein fortbestehen.

      Ok, wissen wir ja alle drüber Bescheid, aber wie kann das einen Poker-Spieler beeinflussen, insbesondere während des Spiels?

      Das verstärkte Empfinden von Glück, Freude und Zuversicht, wird auf eine verstärkte Ausschüttung von Dopamin zurückgeführt. Verantwortlich dafür ist ein Belohnungssystem, das wir auch selbst stimulieren können. Dieses Belohnungssystem besteht aus verschiedenen Bestandteilen (Hierbei kann man ebenso das Glücksgefühl kurz nach dem Gewinn eines größeren Betrages beim Pokern aufführen).

      Wissenschaftler konnten belegen, dass sich bei ADHS Störungen am Dopaminrezeptor und auch am Dopamin-Transporter-Gen finden, so dass Dopamin in bestimmten Hirnarealen nicht ausreichend vorliegt, bzw. zu schnell abgebaut wird.

      Betroffene neigen gemäß einer Studie häufig zu Alkohol - , Nikotin -, Drogenmißbrauch - und auch Glücksspiel (Außer Drogen (fällt berufsbedingt
      flach), sind bei mir alle anderen Probleme einschlägig).

      Das würde bedeuten, dass für einen Poker - Spieler mit einer vorliegenden ADHS - Erkrankung die Jagd nach dem nächsten "Schuss", sprich der Ausschüttung von Dopamin eine andere Bedeutung bekommt.

      Nicht nur das der Verlust einer Hand einen selbst ein Stück weiter vom "nächsten Stück Zucker" bringt, sondern auch die Tatsache das man auf der Jagd danach Entscheidungen mit einem - EV trifft, beeinflussen das eigene Spiel nachträglich negativ.

      Neben einem relativ schlechten Bezug zu Geld konnte ich in meinem Spiel feststellen, dass es mir nie um den Betrag x ging, welchen ich gerade in einer Session verloren hatte. Vielmehr stand im Vordergrund, dass ich selbst versagt hatte. Mit dieser Situation muss jeder Spieler leben können, aber beim ADSler hat dies wieder einen anderen Hintergrund:

      Betroffenen im Erwachsenenalter berichten im Rahmen ihrer Behandlung oft von einem permanenten Gefühl der Unzufriedenheit, ähnlich einer leichten Depression. Auch können aufgrund der verschlechterten Halbwertszeit des Dopamins Erfolgserlebnisse nicht so lang genossen werden.

      Auch eine schnellere Tilt - Anfälligkeit ist meiner Ansicht nach auf so etwas zurückzuführen. Bin gerade dabei mich diesbezüglich behandeln zu lassen (natürlich nicht aufgrund meines Pokerspiels, ADHS löst wie bereits oben erwähnt noch ganz andere negative Entwicklungen aus).

      Könnte jetzt noch weiter schreiben und einige Sachen aufführen, aber ich denke die Kernaussage sollte erkennbar sein. Würde mich über ein Feed-Back freuen.
  • 4 Antworten
    • kiusaku
      kiusaku
      Einsteiger
      Dabei seit: 28.07.2011 Beiträge: 2
      :s_evil:
    • kiusaku
      kiusaku
      Einsteiger
      Dabei seit: 28.07.2011 Beiträge: 2
      :f_cool:
    • NobirDooh
      NobirDooh
      Global
      Dabei seit: 04.08.2011 Beiträge: 17
      Scheiß drauf ob ADHS oder nicht! Wenn du merkst, dass du ein Problem mit dem Spielen hast, dann solltest du dir ernsthaft Gednaken darüber machen und es quitten.

      Zum Thema ADHS:
      Ich dachte auch lange Zeit, dass ich ADHS habe und ich habe in diversen Klinikaufenthalten auch viele Leute kennengelernt die das ebensfalls dachten oder auch diagnostoziert bekommen haben, manche davon haben dagegen Medis bekommen andere nicht. Wichtig ist, dass du/ich und jeder andere auch auf sein Leben besser klarkommt, deshalb kann ich nur dazu raten sich Hilfe bei Fachleuten zu holen, das bedeutet zum Neurologen und zum Psychologen bzw. zur Suchtberatungstelle je nachdem wo das Hauptproplem liegt.
      Und dann heißt es an sich abreiten...ob mit oder ohne Medis, aber dank der Hilfe von außen mal mit einer neuen Sichtweise auf sich selbst.

      Ich kann OP nur dazu beglückwünschen sich professionelle Hilfe geholt zu haben.
    • av3cbo0m
      av3cbo0m
      Bronze
      Dabei seit: 27.10.2007 Beiträge: 1.770
      bin auch adhs "opfer"
      das ding ist ich werde mit keiner medizin der welt so der grinder werden, dafür kann ich diverse andere sachen eindeutig besser als andere.
      mittlerweile sehe ich das ganze nicht mehr als krankheit sondern als persönlichkeits merkmal.

      und ganz im ernst, der dopamin mangel ensteht hauptsächlich dadurch dass du dich durch sachen quälst die dich eigentlich zu tode langweilen ;)