ICM - Verbesserung bzgl. Position

    • DerPiP
      DerPiP
      Bronze
      Dabei seit: 13.06.2008 Beiträge: 12
      hallo,

      ich habe mir, als ich noch Platin-Status hatte, den Artikel zu den Schwächen des ICM in der SnG-Strategie-Sektion durchgelesen.
      Heute bin ich darauf zurückgekommen und habe mir bzgl. der Kritik an der fehlenden Beachtung der Position der Spieler Gedanken gemacht und möchte gerne von euch weitere Anregungen bekommen, wie man eine Verbesserung umsetzen könnte, so dass eine annähernde Quantifizierung des positionellen Nachteils möglich wäre.

      Erst einmal eine beispielhafte Situation am Tisch, die das Problem
      darstellen soll:

      Hero sitzt im SB, jeder hat als Annahme 3000 Chips, wobei SB und BB die Blinds zahlen:

      BB: 2700 + 300
      SB: 2850 + 150
      BTN: 3000
      CutOff: 3000

      Wenn man jetzt in dieser Runde davon ausgeht, dass die beiden Spieler vor Hero folden, kann man genau errechnen, welche Equity Hero hat, wenn er foldet (und der BB somit die kompletten Blinds einsackt).
      Wir gehen weiterhin davon aus, dass Hero eine konkrete Starthand hält und wir dem BB eine Calling-Range im Falle eines Pushs Heros zugeordnet haben.
      Dann können wir auch die genaue Equity für einen Push Heros mit dieser konkreten Starthand gegen diese konkrete Calling-Range des Gegners errechnen.

      JETZT ZU DEM POSITIONSPROBLEM:

      Die Kritik ist nun aber, dass in dieser Equityberechnung die kompletten 3000 Chips des aktuellen Cutoffs eingehen, obwohl dieser in der nächsten Runde den BB von 300 zahlen muss und der aktuelle Button z.B. nicht.
      Dennoch gehen beide Spieler mit 3000 Chips in die Berechnung ein.
      Dass aber die Equities vom Button und Cutoff eigentlich voneinander abweichen müssten, sollte ersichtlich sein.

      Dazu habe ich mir überlegt:

      Wenn der Spieler, der als nächstes im BB wäre, in dieser Runde schon gefoldet hat (wie es in dem Beispiel oben der aktuelle Cutoff getan hat), könnte man ihm auch direkt den BB abziehen, da er ihn auf jeden Fall in der nächsten Runde zahlen muss.
      Was dann mit dem BB geschieht, könnte man vllt durch Annahmen schätzen:

      - Wie aggressiv werden die Blinds gestealt ?
      - Wie ist die Calling-Range des neuen BB bei einem Blindsteal ?

      Daraus könnte man dann Prozentsätze ableiten, wie oft der neue BB seinen Blind abgeben muss bzw. wie oft es zu einem All-In kommt.
      Dadurch hätte man dann einen neuen Durchschnitts-Stack für diesen Spieler, der als nächstes im BB sitzt, errechnet.
      Mit diesem könnte man dann in der Equityberechnung ein realistischeres Ergebnis für die aktuelle Spielsituation erzielen.

      Das Problem daran sind natürlich die Schätzungen, die man treffen muss. Ich glaube aber, dass diese auch nicht auf das Prozent genau sein müssen. Die Tendenz, dass die Equity vom aktuellen Cutoff nicht auf Basis von 3000 Chips, sondern weniger, ermittelt werden sollte, stellt schon eine Verbesserung dar.

      Habt ihr vllt weitere Denkansätze zu diesem Problem, die eine weitere Verbesserung ermöglichen könnten ?

      danke für die Mithilfe
  • 3 Antworten
    • 00Visor
      00Visor
      Bronze
      Dabei seit: 26.11.2007 Beiträge: 14.448
      Was du allgemein entsprichst, ist einfach Future Game. Also auch zukünftige Hände in die Berechnung mit einbeziehen, was bei reinen ICM-Analysen nach Nash oder dem SnGWizard nicht gemacht werden.

      Dem CO einfach den BB abziehen, wär auf jeden Fall zuviel des guten. Ein besserer Anhaltspunkt wäre im Nash-Calculator zu schauen, wieviel Equity er durchschnittlich in der nächsten Hand verliert.

      Für eine korrekte Berechnung müsste man wie beim Schach sämtliche möglich Züge vorrausrechnen. Dies ist einerseits ein riesiger Rechenaufwand und andererseits praktisch relativ nutzlos, da man immer auf andere Gegner trifft und Berechnungen mit irgendwelchen Standardranges da einen zu großen Fehler ergeben.

      ICM Trainer und SnGWizard haben ja beide eine Future Game Funktion, die ungefähr in dieser Richtung funktionieren sollte. Ich weiß jedoch nicht, wie die jeweiligen Algorithmen vorgehen und vertraue ihnen auch nicht zu 100%.
    • DerPiP
      DerPiP
      Bronze
      Dabei seit: 13.06.2008 Beiträge: 12
      ok also den kompletten BB abzuziehen ist vllt zu viel des Guten, aber würdest du dann dem Cutoff seine 3000 Chips Equity lieber lassen oder auch dazu tendieren einen nicht so leicht bestimmbaren Betrag, der kleiner als der BB ist, abzuziehen ? Denke es ist schon so, dass die Equity tendenziell weniger als die 3000 Chips sein wird, da man als BB eigentlich sehr oft im Nachteil sein wird.

      Die Frage ist also, ob man lieber auf die eine Schätzung verzichten sollte und mit 3000 Chips besser fährt.

      lg und danke für die Antwort
    • 00Visor
      00Visor
      Bronze
      Dabei seit: 26.11.2007 Beiträge: 14.448
      Original von 00Visor
      Dem CO einfach den BB abziehen, wär auf jeden Fall zuviel des guten. Ein besserer Anhaltspunkt wäre im Nash-Calculator zu schauen, wieviel Equity er durchschnittlich in der nächsten Hand verliert.
      Man kann auch die beiden nächsten Hände nehmen, um abzuschätzen, wieviel $EV er in den Blinds verliert.