Krankengeld & Lohn [expert Rat needed!]

    • RondellBeene
      RondellBeene
      Bronze
      Dabei seit: 15.07.2007 Beiträge: 2.319
      Moin,

      ich suche jemanden, der mir mit kompetentem Rat weiterhelfen kann. Vielleicht ist hier ja jemand so nett =)

      1. Es heißt, man bekommt Krankengeld 70% vom Brutto, aber höchstens 90% vom Netto. Wie sieht das bei Geringverdienern aus, wo Brutto = Netto ist?

      2. Angenommen, ein Arbeitnehmer hat ab der 7. Krankheitswoche, wo Anspruch auf Krankengeld bestand, weiterhin Lohn vom Arbeitgeber erhalten. Nun sagt die Krankenkasse, man könne entweder den Lohn dem Arbeitgeber zurückzahlen und für die Zeit Krankengeld erhalten (wäre -EV, oder?), oder eine sog. "Abtretungserklärung" unterschreiben, wodurch das Krankengeld dem Arbeitgeber zukommen würde (+EV?) - was wäre die bessere Lösung? Muss man was davon machen, oder kann man das ganze dann auch einfach "sein lassen", sich mit dem erhaltenen Lohn zufrieden geben... oder kann der Arbeitgeber dann irgendwelche Ansprüche geltend machen?

      3. Was, wenn man außerdem nie irgendwelche Lohnabrechnungen, Arbeitsverträge etc. gesehen hat und der Lohn einem immer bar ausgezahlt wurde? Und man außerdem noch bis heute auf Vertrag, Kündigung, Einkommensnachweis, Arbeitsbescheinigung etc. wartet....

      Wäre echt nett, wenn mir das jemand beantworten könnte, vor allem Punkt 1 und 2.

      Gruß,

      RondellBeene
  • 5 Antworten
    • DocBru
      DocBru
      Bronze
      Dabei seit: 11.08.2007 Beiträge: 904
      Original von RondellBeene
      1. Es heißt, man bekommt Krankengeld 70% vom Brutto, aber höchstens 90% vom Netto. Wie sieht das bei Geringverdienern aus, wo Brutto = Netto ist?

      2. Angenommen, ein Arbeitnehmer hat ab der 7. Krankheitswoche, wo Anspruch auf Krankengeld bestand, weiterhin Lohn vom Arbeitgeber erhalten. Nun sagt die Krankenkasse, man könne entweder den Lohn dem Arbeitgeber zurückzahlen und für die Zeit Krankengeld erhalten (wäre -EV, oder?), oder eine sog. "Abtretungserklärung" unterschreiben, wodurch das Krankengeld dem Arbeitgeber zukommen würde (+EV?) - was wäre die bessere Lösung? Muss man was davon machen, oder kann man das ganze dann auch einfach "sein lassen", sich mit dem erhaltenen Lohn zufrieden geben... oder kann der Arbeitgeber dann irgendwelche Ansprüche geltend machen?
      1. Ist ja nicht so schwer auszurechnen.
      Wenn Brutto = Netto, dann können die 70% vom Brutto nie mehr als 90% vom Netto sein, d.h. du kriegst 70% vom Brutto.

      2. Am sichersten wäre es wohl den Lohn dem Arbeitgeber zurückzuzahlen. Im prinzip hat der dir wohl irrtümlich Lohn gezahlt und merken das wahrscheinlich acuh irgendwann.
    • andy188
      andy188
      Global
      Dabei seit: 13.10.2008 Beiträge: 216
      Original von DocBru
      Original von RondellBeene
      1. Es heißt, man bekommt Krankengeld 70% vom Brutto, aber höchstens 90% vom Netto. Wie sieht das bei Geringverdienern aus, wo Brutto = Netto ist?

      2. Angenommen, ein Arbeitnehmer hat ab der 7. Krankheitswoche, wo Anspruch auf Krankengeld bestand, weiterhin Lohn vom Arbeitgeber erhalten. Nun sagt die Krankenkasse, man könne entweder den Lohn dem Arbeitgeber zurückzahlen und für die Zeit Krankengeld erhalten (wäre -EV, oder?), oder eine sog. "Abtretungserklärung" unterschreiben, wodurch das Krankengeld dem Arbeitgeber zukommen würde (+EV?) - was wäre die bessere Lösung? Muss man was davon machen, oder kann man das ganze dann auch einfach "sein lassen", sich mit dem erhaltenen Lohn zufrieden geben... oder kann der Arbeitgeber dann irgendwelche Ansprüche geltend machen?
      1. Ist ja nicht so schwer auszurechnen.
      Wenn Brutto = Netto, dann können die 70% vom Brutto nie mehr als 90% vom Netto sein, d.h. du kriegst 70% vom Brutto.

      2. Am sichersten wäre es wohl den Lohn dem Arbeitgeber zurückzuzahlen. Im prinzip hat der dir wohl irrtümlich Lohn gezahlt und merken das wahrscheinlich acuh irgendwann.
      zu 1: Wie schon gesagt, es ist gesetzlich so geregelt, dass man den geringeren Wert bekommt ... entweder 70% vom brutto oder 90% von Netto.

      Zu 2: Vor allem in der Besteuerung wird es nachher interessant, dass das Krankengeld steuerfrei ist und nur unter dem Progressionsvorbehalt §32b EStG fällt. Wenn du noch eine passende Krankentagegeldversicherung abgeschlossen hast, wirst du mit dem Krankengeld und dem Geld der Versicherung dein Netto absichern können ... und das steuerfrei!!!!
    • RondellBeene
      RondellBeene
      Bronze
      Dabei seit: 15.07.2007 Beiträge: 2.319
      Okay, danke schonmal.

      Zu 1. Mir ging es eher darum, herauszufinden, ob die Summe als Brutto (was sie ja ist) oder als netto (was sie ja auch ist) angesehen wird. Aber wenn generell die geringere Summe gezahlt wird, erübrigt sich das ja.

      Zu 2. Ich zahle eh keine Steuern, da zu geringes Einkommen. Und eine Krankentagegeldversicherung habe ich nicht (nicht, dass ich wüsste - meine Eltern haben das früher alles mit der KV geregelt, werde mich da nochmal informieren, glaube aber nicht).
      Was wäre denn dann aber besser? Den Lohn dem AG zurückzugeben und das (geringere) Krankengeld zu kassieren doch nicht, oder? Option 2 wäre ja, das Krankengeld an den Arbeitgeber abzutreten. Das hört sich irgendwie sinnvoller an.
    • andy188
      andy188
      Global
      Dabei seit: 13.10.2008 Beiträge: 216
      Original von RondellBeene
      Okay, danke schonmal.

      Zu 1. Mir ging es eher darum, herauszufinden, ob die Summe als Brutto (was sie ja ist) oder als netto (was sie ja auch ist) angesehen wird. Aber wenn generell die geringere Summe gezahlt wird, erübrigt sich das ja.

      Zu 2. Ich zahle eh keine Steuern, da zu geringes Einkommen. Und eine Krankentagegeldversicherung habe ich nicht (nicht, dass ich wüsste - meine Eltern haben das früher alles mit der KV geregelt, werde mich da nochmal informieren, glaube aber nicht).
      Was wäre denn dann aber besser? Den Lohn dem AG zurückzugeben und das (geringere) Krankengeld zu kassieren doch nicht, oder? Option 2 wäre ja, das Krankengeld an den Arbeitgeber abzutreten. Das hört sich irgendwie sinnvoller an.
      Ich denke mal, dass dein AG sich noch bei dir melden wird, da die Lohnbuchaltung nicht korrekt ist. Solange du deinen "Gelben" abgegeben hast, würde ich nichts machen ...
    • RondellBeene
      RondellBeene
      Bronze
      Dabei seit: 15.07.2007 Beiträge: 2.319
      Original von andy188
      Original von RondellBeene
      Okay, danke schonmal.

      Zu 1. Mir ging es eher darum, herauszufinden, ob die Summe als Brutto (was sie ja ist) oder als netto (was sie ja auch ist) angesehen wird. Aber wenn generell die geringere Summe gezahlt wird, erübrigt sich das ja.

      Zu 2. Ich zahle eh keine Steuern, da zu geringes Einkommen. Und eine Krankentagegeldversicherung habe ich nicht (nicht, dass ich wüsste - meine Eltern haben das früher alles mit der KV geregelt, werde mich da nochmal informieren, glaube aber nicht).
      Was wäre denn dann aber besser? Den Lohn dem AG zurückzugeben und das (geringere) Krankengeld zu kassieren doch nicht, oder? Option 2 wäre ja, das Krankengeld an den Arbeitgeber abzutreten. Das hört sich irgendwie sinnvoller an.
      Ich denke mal, dass dein AG sich noch bei dir melden wird, da die Lohnbuchaltung nicht korrekt ist. Solange du deinen "Gelben" abgegeben hast, würde ich nichts machen ...
      Hihi, ja, die Lohnbuchhaltung :D Das Problem ist, dass mein (Ex!)Chef in Sachen Organisation, Verwaltung, Buchhaltung, Schriftverkehr etc.... naja, sagen wir mal, minimalst chaotisch und ein klein wenig demotiviert arbeitet... ;) Verträge, Kündigungen, Lohnabrechnungen gibt es da nur mündlich, schon seit... naja, seit ich den Laden kenne.

      Naja, das Ding ist ja, dass die Kasse jetzt auch dahinter her ist, den Fall abzuarbeiten und sie mich schon vor die Wahl gestellt haben (siehe 2.). Ich habe es mir mal durchgerechnet und fahre besser, wenn ich den gezahlten Lohn behalte und dafür das Krankengeld an meinen Ex-AG übergebe. Werde dann wohl diese Abtretungserklärung unterschreiben.