Diskussion zum Thema Selbstmord

    • dye
      dye
      Bronze
      Dabei seit: 17.03.2007 Beiträge: 1.440
      Basierend auf dem Feedback in folgendem Thread (http://de.pokerstrategy.com/forum/board.php?boardid=7), in welchem lediglich der Wunsch geaeussert wurde eine Methodendiskussion zum Thema Suizid zu unterbinden, ansonsten aber groszes Interesse am Thema besteht, eroeffne ich hiermit einen neuen Thread und hoffe, dass eine Diskussion zu den Beweggruenden erlaubt ist. Es wurde wie gesagt lediglich Kritik an einer Methodendiskussion und Trolling genannt.

      Ich beziehe mich hier insbesondere auf folgenden Post:
      Nanis Selbstmord Thread bitte closen

      Original von Hadi
      [...]
      Die Geister scheiden sich da wohl - aber die Tatsache, dass dieser Thread existiert, zeigt, dass einige User ernsthafte Einwände gegen diese Diskussion haben. Die Frage, die sich uns dann stellt ist die: Wollen wir, als Online-Pokerschule, in unserem Forum eine Plattform zur Diskussion von Selbstmordmethoden bieten, selbst wenn das von einem (nicht zu vernachlässigenden) Teil unserer Community als unangebracht empfunden wird? Hier ist die klare Antwort: Nein.
      [...]

      Ich selber habe in dem Thread die Meinung vertreten, dass eine Methodendiskussion nicht wuenschenswert waere, denke aber dass das ein Thema ist was durchaus auch hier im Forum besprochen werden darf.


      Also KEINE METHODENDISKUSSION, da diese als Hilfe/Anleitung gesehen werden koennten und es auch in letzter Zeit einen kontroversen Fall gab:
      http://www.aerztezeitung.de/panorama/article/576104/selbstmord-website-sorgt-holland-aufsehen.html


      Hier ein paar interessante Fakten zum Suizid:
      http://www.frnd.de/public/data/m_fakten.php

      Hier ein relativ schockierender Fakt:

      http://www.frnd.de/public/data/m_fakten.php

      6. Die größte Gefahr des Selbstmords besteht unter jungen Männern.
      WAHR! Die Gefahr des Selbstmords ist in vielen Ländern unter Männern zwischen 18 und 24 Jahren am höchsten.
      Ich habe hier auch noch die letzten Tagebucheintraege eines Suizidalen, aber bin mir nicht sicher ob das vllt nicht etwas zu heftig ist.
  • 32 Antworten
    • Korn
      Korn
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2005 Beiträge: 12.512
      Hi ihr,

      also, dieser Thread kann ich 3 Richtungen gehen:

      1. ernsthafte Diskussion über das Thema Selbstmord (und nicht über die "coolste Methode")
      2. Krieg der Trolle gepaart mit Spam/Flames
      3. Meta-Diskussion über "Darf man über Selbstmord reden"

      Richtung 1 ist okay, und dies ist die Intention vom OP hier gewesen.
      Aktuell geht er allerdings eher in Richtung 2 und 3. Richtig 3 haben wir aber schon im Feedback Forum.

      Daher meine Bitte:
      On topic bleiben und hier über 1. (gerne im Kontext mit 3.)diskutieren. Wenn das nicht möglich ist aufgrund der aktuellen Situation dann würde ich OP vorschlagen, den Thread zu schließen und in 2 Wochen nochmal zu eröffnen.

      Alle vorherigen Beiträge im Thread habe ich entfernt weil sie entweder Spam/Flames bzw eine Reaktion auf Spam/Flames waren.
    • busfahrer09
      busfahrer09
      Bronze
      Dabei seit: 12.07.2006 Beiträge: 11.530
      wow, Korn fängt aber früh das Arbeiten an.... :f_o: :f_o:

      btw
      [x] posted after Korn
    • KotteTHC
      KotteTHC
      Global
      Dabei seit: 20.06.2007 Beiträge: 2.798
      um mal der diskussion etwas an schwung zu verleihen: ich find selbstmord doof.
    • DesertSession
      DesertSession
      Bronze
      Dabei seit: 15.08.2007 Beiträge: 839
      Original von Korn
      Richtung 1 ist okay, und dies ist die Intention vom OP hier gewesen.
      Aktuell geht er allerdings eher in Richtung 2 und 3. Richtig 3 haben wir aber schon im Feedback Forum.
      Nur mal so zur Info: der Thread im Feedback Forum ist schon ne Weile geschlossen.
    • smokinnurse
      smokinnurse
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2007 Beiträge: 14.745
      Original von Korn
      Hi ihr,

      also, dieser Thread kann ich 3 Richtungen gehen:

      1. ernsthafte Diskussion über das Thema Selbstmord (und nicht über die "coolste Methode")
      2. Krieg der Trolle gepaart mit Spam/Flames
      3. Meta-Diskussion über "Darf man über Selbstmord reden"

      Richtung 1 ist okay, und dies ist die Intention vom OP hier gewesen.
      Aktuell geht er allerdings eher in Richtung 2 und 3. Richtig 3 haben wir aber schon im Feedback Forum.

      Daher meine Bitte:
      On topic bleiben und hier über 1. diskutieren. Wenn das nicht möglich ist aufgrund der aktuellen Situation dann würde ich OP vorschlagen, den Thread zu schließen und in 2 Wochen nochmal zu eröffnen.

      Alle vorherigen Beiträge im Thread habe ich entfernt weil sie entweder Spam/Flames bzw eine Reaktion auf Spam/Flames waren.

      1) und 3) kann man nicht voneinander trennen
      daher bin ich doch einigermassen verblüfft, meinen post hier nicht mehr vorzufinden - was ist damit passiert?

      sinngemäss stand darin, dass jeder oder wenigstens viele oberhalb einer gewissen unterkomplexen abgestumpftheit sich zumindest an bestimmten punkten ihrer entwicklung mit dem eigenen tod und auch dessen mutwilliger herbeiführung beschäftigen
      warum auch nicht?
      das ist legitim und nur zu natürlich, das bedarf auch keiner krankheit oder besonders fürchterlicher lebensumstände, sondern ist eine, zugegebenermassen zugespitzte, reflektion auf die eigene existenz und deren unberechenbarkeit und unbegründbarkeit

      das heisst ja nicht, dass es nicht auch völlig unreflektierte oder depressiv/kranke oder an aussenbedingungen verzweifelte selbstmörder gibt
      von der notwendigkeit ausgeführte und versuchte/missglückte suizide voneinander zu trennen, zusätzlich ganz abgesehen, denn dazwischen liegen imo nochmal welten

      so wie der katholik den sex, fürchtet allerdings manches weltbild die beschäftigung mit der sache
      manchmal gerade weil man die eigentliche empfänglichkeit für dieserart versuchungen spürt
      oder andere lehnen das gespräch auch vehement ab, weil sie selber durch eine intensive phase der beschäftigung mit dem thema gegangen sind und ihnen (zumindest unterbewusst) klar ist, dass es keine vollständig befriedigenden antworten zu der problematik gibt
      manche wollen allerdings auch nur nicht davon reden, weil es ihnen angst macht oder sie überfordert oder sie es einfach für zu anrüchig halten

      btw
      es macht schon einen sehr grossen unterschied, ob man von 'selbstmord' oder von 'freitod' spricht
      da zeigen sich in zwei synonymen begriffen doch schon sehr unterschiedliche haltungen zu der sache

      suicide bombers mal aussen vor

      _
    • Korn
      Korn
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2005 Beiträge: 12.512
      Hi smokinnurse,

      point taken.

      In dem Fall möchte ich jeden, der zu diesem Thread etwas beitragen möchte, sachlich zu bleiben, nicht zu provozieren und sich bitte auch nicht provozieren zu lassen.
    • FlocketHocket
      FlocketHocket
      Global
      Dabei seit: 18.06.2009 Beiträge: 332
      Ich habe mich lange Zeit auch mit Selbstmordgedanken gequält und diese dies auch ab und an immernoch; insofern kann kann ich schon verstehen, dass es Menschen gibt, die das dann auch wirklich durchziehen.
      Allerdings denke ich, dass man mit dem Selbstmord auch Verwandte und Freunde mit reinzihet und diese mit der eigenen Tat belastet. Das ist für mich auf jeden Fall ein wichtiger Grund gegen Selbstmord.

      Ein weiter Grund ist dass mit dem Selbstmord eben alles vorbei ist und man nichts mehr im Leben erreichen kann von den Sachen die man noch erreichen möchte und wenn es nur Sachen sind wie den nächsten Sommer zu erleben.
    • Toerke79
      Toerke79
      Bronze
      Dabei seit: 09.06.2009 Beiträge: 6.133
      Original von FlocketHocket
      Ich habe mich lange Zeit auch mit Selbstmordgedanken gequält und diese dies auch ab und an immernoch; insofern kann kann ich schon verstehen, dass es Menschen gibt, die das dann auch wirklich durchziehen.
      Allerdings denke ich, dass man mit dem Selbstmord auch Verwandte und Freunde mit reinzihet und diese mit der eigenen Tat belastet. Das ist für mich auf jeden Fall ein wichtiger Grund gegen Selbstmord.

      Ein weiter Grund ist dass mit dem Selbstmord eben alles vorbei ist und man nichts mehr im Leben erreichen kann von den Sachen die man noch erreichen möchte und wenn es nur Sachen sind wie den nächsten Sommer zu erleben.
      #Robert
    • torytrae
      torytrae
      Bronze
      Dabei seit: 07.01.2008 Beiträge: 15.944
      http://www.focus.de/panorama/welt/tid-16207/suizid-die-lok-hochheben_aid_223170.html
    • micha1100
      micha1100
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2006 Beiträge: 1.860
      Original von FlocketHocket
      ...
      Ein weiter Grund ist dass mit dem Selbstmord eben alles vorbei ist und man nichts mehr im Leben erreichen kann von den Sachen die man noch erreichen möchte und wenn es nur Sachen sind wie den nächsten Sommer zu erleben.
      Diesbezüglich bin ich anderer Meinung. Wer tot ist, kann nichts verpassen, weil er schlicht keinerlei Empfindung dafür, daß ihm etwas entgeht oder daß er etwas nicht erreicht.
    • torytrae
      torytrae
      Bronze
      Dabei seit: 07.01.2008 Beiträge: 15.944
      Original von micha1100
      Original von FlocketHocket
      ...
      Ein weiter Grund ist dass mit dem Selbstmord eben alles vorbei ist und man nichts mehr im Leben erreichen kann von den Sachen die man noch erreichen möchte und wenn es nur Sachen sind wie den nächsten Sommer zu erleben.
      Diesbezüglich bin ich anderer Meinung. Wer tot ist, kann nichts verpassen, weil er schlicht keinerlei Empfindung dafür, daß ihm etwas entgeht oder daß er etwas nicht erreicht.
      Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun:

      a) Tot = kein weiteres Leben mehr
      b) Tot = keine Empfindungen

      a != b
    • micha1100
      micha1100
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2006 Beiträge: 1.860
      Original von torytrae
      ...
      Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun:

      a) Tot = kein weiteres Leben mehr
      b) Tot = keine Empfindungen

      a != b
      ?
      Ich bin mir nicht sicher, ob ich richtig verstehe, was du damit sagen willst. Könntest du es vielleicht näher erläutern?
    • torytrae
      torytrae
      Bronze
      Dabei seit: 07.01.2008 Beiträge: 15.944
      Klar

      Ein weiter Grund ist dass mit dem Selbstmord eben alles vorbei ist und man nichts mehr im Leben erreichen kann von den Sachen die man noch erreichen möchte und wenn es nur Sachen sind wie den nächsten Sommer zu erleben.
      Sagt aus, dass du wenn Tot = Kein Leben. Irgendwie logisch. Schluss: Du verpasst was - diese Erkenntnis wird hier als Argument gegen einen Suizid aufgeführt, also obv noch wenn man lebt. Daher ist dieser Schluss völlig richtig.

      Du antwortest darauf:

      Diesbezüglich bin ich anderer Meinung. Wer tot ist, kann nichts verpassen, weil er schlicht keinerlei Empfindung dafür, daß ihm etwas entgeht oder daß er etwas nicht erreicht.
      Was insofern nicht passt, da die Erkenntnis gegen den Suizid in lebendem Zustand getroffen wird und man daher nicht tot ist.

      Richtig ist: Wer tot ist, der lebt nicht mehr = keine Emotionen, kein Anteil am Leben - aber er verpasst das, was er nicht mehr "erleben" kann. Ärgern kann er sich darüber nicht, wenn er tot ist. Aber dieses "verpassen" kann ihn eindeutig vom Entschluss des Suizids abhalten.
    • micha1100
      micha1100
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2006 Beiträge: 1.860
      Dann sehen wir das offenbar etwas anders.

      Sicherlich, wenn ich mich auf bestimmte Sachen in der Zukunft freue, möchte ich diese nicht verpassen, aber solange ich mich auf die Zukunft freue, bin ich idR sowieso nicht selbstmordgefährdet.

      Meine Argumentation bezieht sich eher darauf, daß Suizidgefährdeten oft gesagt wird, sie sollen daran denken, was vielleicht noch Schönes in der Zukunft für sie liegen könnte. Wenn es mir aktuell schlecht geht, weiß ich, daß es vorbei ist, wenn ich tot bin, und ich weiß auch, daß mir das, was ich eventuell noch Schönes hätte erleben können, nie fehlen wird, weil ich es nicht mitbekomme, wenn ich tot bin.
      Auf die Zukunft zu verwiesen, lohnt sich bei Selbstmordkandidaten deshalb m.e. nur selten.
    • torytrae
      torytrae
      Bronze
      Dabei seit: 07.01.2008 Beiträge: 15.944
      Das ist genau der Fehler. Natürlich ist die Zukunft der einzige Weg, die Gegenwart kann es wohl offensichtlich nicht sein.

      Jemand, der nur schwarz sieht für sich, dem fehlt es an objektiver Sicht auf die Dinge. Jeder Aussenstehende weiss, dass die Zukunft auch schöne Momente hat, für jeden von uns - mal extrem konstruierte Situationen (unheilbar krank mit krassen Schmerzen aussen vor).

      Darauf nicht hinzuweisen ist ein großer Fehler - woher soll sonst jemand Lebensmut nehmen, dem es in der Gegenwart schlecht geht und der in seiner subjektiv schwarzen Sichtweise in einem Teufelskreis gefangen ist?
    • micha1100
      micha1100
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2006 Beiträge: 1.860
      Was heißt "Fehler"? Ich sage ja nicht, daß man nicht versuchen soll, Suizidgefährdete umzustimmen. In vielen Fällen wird ja der Entschluß impulsiv gefaßt, ohne wirklich nachzudenken, und ist oft auch nicht wirklich ernsthaft.
      Aber bei den Leuten, die die Situation wirklich abgewogen haben und zu der Entscheidung gekommen sind, das Leben sei für sie nicht mehr lebenswert, wird man kaum durch Hinweise auf mögliche schöne Momente im späteren Leben umstimmen können.
    • smokinnurse
      smokinnurse
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2007 Beiträge: 14.745
      Original von micha1100
      Was heißt "Fehler"? Ich sage ja nicht, daß man nicht versuchen soll, Suizidgefährdete umzustimmen. In vielen Fällen wird ja der Entschluß impulsiv gefaßt, ohne wirklich nachzudenken, und ist oft auch nicht wirklich ernsthaft.
      Aber bei den Leuten, die die Situation wirklich abgewogen haben und zu der Entscheidung gekommen sind, das Leben sei für sie nicht mehr lebenswert, wird man kaum durch Hinweise auf mögliche schöne Momente im späteren Leben umstimmen können.
      naja, ich nehme mal an, dass du noch relativ jung bist
      wenn sehr junge leute sehr ernsthaft von sachen sprechen, die (zwangsläufig) noch etwas über ihren horizont gehen, dann verweist man ja, das stimmt schon, hilfsweise immer ganz gerne auf ein pauschales später
      gemeint ist damit - faule vertröstung einmal ausgeblendet - einerseits, dass eine ganze reihe von kurzfristig sehr existentiell wirkenden problemen sich durch einfachen zeitverstreich relativ unaufwendig und unspektakulär erledigen
      andererseits hat ja das junge ding auch noch keine ahnung, was es alles so gibt in der welt, wenn erst einmal die türen aufgehen ... das muss man schon auch so sehen (allerdings hat wiederum der äussere blick keine ahnung von den druckverhältnissen, von denen das junge ding geschüttelt und gepresst wird ;-)
      aber beide aspekte rechtfertigen schon, dass man den vorübergehend lebensüberdrüssigen einfach auf eine bessere zukunft verweist
      das ist wie mit KK preflop broke gehen - manchmal trifft man auf aces (hat also nicht recht) - ok, aber viel öfter trifft man halt auf andere sachen und hat recht getan
    • toatreffnix
      toatreffnix
      Bronze
      Dabei seit: 19.10.2007 Beiträge: 657
      Das Problem sehe ich darin, wie man das einem selbstmordgefährdeten Menschen vermitteln will. Der wird meiner Einschätzung nach bei solchen Aussagen eher mit den Augen rollen oder sich denken "Was will der mir da erzählen? Der hat doch keine Ahnung."

      Dabei beziehe ich mich z.B. auf einen depressiven Menschen, der sein derzeitiges Leben hasst und vielleicht sieht, dass es zwar irgendwie weitergehen wird, mit kleinen Glücksmomenten zwischendurch, aber im Großen und Ganzen "scheiße wie immer" (salopp formuliert).

      "Es wird irgendwie weitergehen" ist womöglich genau das, was jemand nicht will, der kurz vor einem Selbstmord steht - nicht wegen des "Weitergehens", sondern wegen der Angst vor dessen Art und Weise (wie auch immer dies im speziellen Fall aussehen mag bzw. vom Betroffenen empfunden wird).

      Meine Frage wäre nun also: Wie nimmt man so jemandem diese Angst? Oder eher in torytraes Worten: Wie verschafft man ihm eine objektivere Sicht der Dinge? (Mal abgesehen von dem Verweis auf professionelle Hilfe)
      Ich weiß es nicht.
    • micha1100
      micha1100
      Bronze
      Dabei seit: 08.02.2006 Beiträge: 1.860
      Original von smokinnurse
      Original von micha1100
      Was heißt "Fehler"? Ich sage ja nicht, daß man nicht versuchen soll, Suizidgefährdete umzustimmen. In vielen Fällen wird ja der Entschluß impulsiv gefaßt, ohne wirklich nachzudenken, und ist oft auch nicht wirklich ernsthaft.
      Aber bei den Leuten, die die Situation wirklich abgewogen haben und zu der Entscheidung gekommen sind, das Leben sei für sie nicht mehr lebenswert, wird man kaum durch Hinweise auf mögliche schöne Momente im späteren Leben umstimmen können.
      naja, ich nehme mal an, dass du noch relativ jung bist
      wenn sehr junge leute sehr ernsthaft von sachen sprechen, die (zwangsläufig) noch etwas über ihren horizont gehen, dann verweist man ja, das stimmt schon, hilfsweise immer ganz gerne auf ein pauschales später
      gemeint ist damit - faule vertröstung einmal ausgeblendet - einerseits, dass eine ganze reihe von kurzfristig sehr existentiell wirkenden problemen sich durch einfachen zeitverstreich relativ unaufwendig und unspektakulär erledigen
      andererseits hat ja das junge ding auch noch keine ahnung, was es alles so gibt in der welt, wenn erst einmal die türen aufgehen ... das muss man schon auch so sehen (allerdings hat wiederum der äussere blick keine ahnung von den druckverhältnissen, von denen das junge ding geschüttelt und gepresst wird ;-)
      aber beide aspekte rechtfertigen schon, dass man den vorübergehend lebensüberdrüssigen einfach auf eine bessere zukunft verweist
      das ist wie mit KK preflop broke gehen - manchmal trifft man auf aces (hat also nicht recht) - ok, aber viel öfter trifft man halt auf andere sachen und hat recht getan
      Wie kommst du darauf, daß a) ich noch sehr jung bin und b) die Sache über meinen Horizont geht? Du solltest wirkliuch vorsichtiger mit Annahmen sein, für die du keinerlei Anhaltspunkte hast. a) stimmt auf jeden Fall nicht (bin Mitte 30) und b) wage ich auch zu bestreiten.
      Im übrigen scheinst du dir meine Posts nicht gründlich durchgelesen zu haben. Wie gesagt, wenn jemand aus einer plötzlichen Stimmung heraus suizidal wird (z.B. Jugendlicher mit Liebeskummer), mag es helfen, wenn man die Dinge in die richtige Perspektive rückt. Wer aber nach vernünftiger Reflektion zu dem Schluß kommt, daß es nicht lohnt, sich weiter durch sein Leben zu schleppen (was allerdings möglicherweise die Minderheit ist), dem wirst du kaum mit dem Hinweis auf theoretisch mögliche freudige Ereignisse in der Zukunft helfen können.

      Und dein Beispiel ist, mit allem gebotenen Respekt, Schwachsinn. Niemand, der KK hält, wird aus Angst vor Assen folden. Besseres Beispiel - angenommen, du wüßtest bei einem Turnier, daß du aller Wahrscheinlichkeit nach nur noch rags bekommen wirst. Würdest du dann das Turnier um jedem Preis spielen, bis du ausscheidest, und auf ein Wunder hoffen, oder würdest du ganz einfach aufhören? Falls du dich für ersteres entscheidest, könntest du zumindest die Leute verstehen, die in einer Situation Schluß machen?
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