[BSS NL200-400]Mindsetting - Update: Das Leben nach dem Pro

    • Verum
      Verum
      Black
      Dabei seit: 07.03.2007 Beiträge: 1.309
      Moin, moin!
      Als Einleitung will ich kurz was zu mir und meinen Beweggrund bzw meine Zielabsicht dieses Threads schreiben ;)

      Zunächst also zu mir. Bin mitterweile 20 und hab gerade angefangen VWL in Kiel zu studieren. Letztes jhar Abi gemacht und eine Zwangspause beim Bund eingelegt(yippi yey Grundwehrdienst X( )
      Mittlerweile poker ich seit gut 1 1/2 Jahren und konnte mir in der Zeit zumindest etwas mehr dadurch leisten ;)

      Mein Problem ist eigentlich kurz&knapp formuliert die Tatsache, dass ich momentan einfach unzufrieden mit meinem Spiel bin und allem was damit einhergeht.
      Quasi die Fragen:
      -Poker ich nur um meine monatlichen Kosten zu decken oder will ich mehr?
      -Reicht es mir mit RB low-midstakes zu grinden für 20-30$/h?
      -Warum fällt es mir so schwer diszipliniert und geduldig zu bleiben?
      -Ist es tatsächlich so schwer Mr.Tilt unter Kontrolle zu haltten?
      (Manchmal fühl ich mich wie der Hulk. Ich spüre Mr.Tilt kommen und verwandel mich in eine Geld-Wegwerf Maschiene!)



      Also zur genaueren Ausführung:
      -Poker ich nur um meine monatlichen Kosten zu decken oder will ich mehr?
      -Reicht es mir mit RB low-midstakes zu grinden für 20-40$/h?

      Diese beiden grundlegenden Fragen sind glaub ich der Ursprung meiner Gedanken....Wie bereits gesagt hab ich gerade erst angefangen zu studieren.
      Vor dem Studium habe ich ein halbes Jahr eigentlich nur damit verbracht mich zu entspannen, Urlaub zu machen, viel Zeit mit meiner Freundin zu verbringen und natürlich auch viel zu Pokern.(Quasi das Leben eines Poker Spielers geführt ohne es eigentlich beabsichtigt zu haben-->Ich musste zwangsläufig auf Studium beginn warten!)
      Jetzt wo das Studium angefangen hat kommt immer die Frage in mir auf:
      Was würde sich denn mehr lohnen? Investiere ich meine Zeit ins Studium oder doch eher ins Pokern, kriege ich es evtl. sogar gebacken beides so unter einen Hut zu bringen, dass ich tatsächlich zufrieden bin?
      Momentan schätze ich es so ein, dass ich meine "Arbeitszeit" 50/50 einteile.
      Aber irgendwas stimmt nicht mit dem Verhältnis...sonst würd ich mir ja nicht soviele Gedanken machen :(
      Mir fällt es einfach schwer meinen Schwerpunkt zu bestimmen. Das Studium hat gerade erst angefangen und es ist alles so....fern! Klar weiss ich, was ich später damit machen KÖNNTE, aber es gibt noch gar nix handfestes.
      Im Pokern ist es genau anders rum. ich weiss, was ich jetzt damit erreichen kann bzw verdienen kann, aber es ist völlig unklar was in 1-3 Jahren damit noch möglich sein wird!

      Wie gesagt kommen pro Monat schon Summen bei rum und es reicht um eigentlich gut davon zu leben...aber reicht mir das? Ich weiss stets...Mensch hätte ich doch blos mehr gespielt. Denn hättest du jetzt noch mehr! Anstatt mich zufrieden zu geben mit dem, was ich erreicht habe, ist einfach das Verlangen nach MEHR da.


      Und da ich für mich selbst aber einfach nicht die ersten beiden Fragen beantworten kann(ohne Hilfe zumindest ;) ) versuch ich natürlich mehr aus meiner verfügbaren zeit rauszuholen...
      Also zu den Fragen:
      -Warum fällt es mir so schwer diszipliniert und geduldig zu bleiben?
      -Ist es tatsächlich so schwer Mr.Tilt unter Kontrolle zu haltten?

      Ich glaube bzw. weiss dass meine größten Winrate Killer diese beiden Punkte sind.
      bzw eigentlich sogar nur dieser eine: Die undiszipliniertheit(geiles Wort Oo) bzw. Ungeduld und den sich daraus ergebenen Tilt!

      Wenn ich mal meine letzten Monate durchblätter fällt eins auf....
      -es gibt NICHT einen Monat ohne eine Monster down session(~10stacks jeweils)
      -Ich hab verdammt viele Sessions die so um BE sind, da ich anscheinend einfach ein notorischer Losses Chaser bin(2-4k Hände und dann "nur"+- 1 Stack
      -30-40% meiner winning sessions sind dicke Winning sessions(+5-20 stacks)
      -->ich schliesse daraus, dass ich wenn ich hot runne, auch einfach mal die Gegebenheiten(Tables,Mindsetting) besser sind!

      Also wie schaffe ich es diese Monster downs rauszukriegen?
      Ich bin der meinung, dass diese Sessions eigentlich immer ähnlich geschehen:
      1. Ich kriege 4-5cooler/setups/verlorene Flips...
      2. Diese führen zum bereits erwähnten losses chasen(ja, ich habe den Artikel gelesen ;) )
      3. Welches meine spielerischen Leaks verstärkt zum Vorschein bringen und den guten alten Mr.Tilt nochmal 2-3 Stacks einbgringt.

      Mir fällt es schwer mein Game noch genauer zu analysieren. Sicherlich kann ich auch meine Winrate improven, indem ich an meinem Spiel an sich arbeite, aber ich glaube das meine mentalen Leaks/Motivations Probleme(im Sinne von WARUM spiele ich und nicht fehler Samplesize/Arbeits Aufwand) einfach mehr ptbb sind und es nicht sooo schwer sein kann diese wirklich unnötigen vermeidbaren Szenarien, die sich jetzt wirklich schon 5Monate wiederholen zu unterbinden.....


      Ich weiss es ist ein halber Roman. Ich bin jedem überaus dankbar, der sich die Mühe gemacht dies zu lesen. Und wenn er mir noch hilfreiche Anregungen/ähnliche Erfahrungen/Lüsungsansätze postet....Dann bin ich ....noch dankbarer^^

      Falls noch irgendwelche genaueren HM-Graphen, Monats Views, Tilt Session Im Detail benötigt werden, poste ich das gern.


      Ich hoffe ich konnte meine Probleme verständlich ausdrücken und rüberbringen und das nicht nur Wörter wirr-warr entstanden ist...

      Mit besten grüßen
      Verum
  • 137 Antworten
    • karoel
      karoel
      Bronze
      Dabei seit: 04.06.2006 Beiträge: 8.888
      Der Text könnte von mir sein. Vielleicht sollten wir mal einen Mental coach in Anspruch nehmen. Vielleicht kann man da sogar einen kleinen Rabatt rauschlagen.
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Moin Verum,

      ich gehe mal ohne große Umwege auf Deine Fragen ein:

      Original von Verum
      -Poker ich nur um meine monatlichen Kosten zu decken oder will ich mehr?
      -Reicht es mir mit RB low-midstakes zu grinden für 20-30$/h?
      Diese Fragen kannst Du nur für Dich allein beantworten. Du stellst hier quasi die Frage, ob Du zukünftig professionell pokern kannst und willst oder nicht und das ist so gut wie unmöglich seriös zu beantworten, wenn man Dich so rein gar nicht kennt.
      Ich würde Dir empfehlen, dass Du eine Pro und Kontra-Liste erstellst und vor allem ehrlich zu Dir selbst bist. Letzteres gilt bezüglich Deiner Spielstärke genauso wie gewisser Grundvoraussetzungen wie Geduld, Disziplin und Motivation. Du bist noch ein sehr junger Mensch und solltest Dir die Frage stellen, ob Du Dir wirklich vorstellen kannst, dauerhaft Deinen Lebensunterhalt mit Poker zu verdienen.

      Original von Verum
      -Warum fällt es mir so schwer diszipliniert und geduldig zu bleiben?
      -Ist es tatsächlich so schwer Mr.Tilt unter Kontrolle zu haltten?
      (Manchmal fühl ich mich wie der Hulk. Ich spüre Mr.Tilt kommen und verwandel mich in eine Geld-Wegwerf Maschiene!)
      I admit: I lol'ed. Ich habe Hulk noch nie Geld wegwerfen sehen, aber die Vorstellung wie er sie in eine Geld-Wegwerf Maschine schmeißt, lässt mich schmunzeln :D
      Aber back to topic. Ich habe es schon häufig an anderer Stelle geschrieben, aber Geduld und Disziplin sind einfach so unglaublich wichtig, wenn man erfolgreich pokern möchte. Folgende Empfehlungen möchte ich an dieser Stelle loswerden: Das Buch "The Poker Mindset" von Hilger/Taylor. Außerdem noch eine Hilfestellung zum Thema Tilt. Tilt MUSST Du in den Griff bekommen, daran führt kein Weg vorbei, wenn Du langfristig erfolgreich pokern willst. Schau am besten mal in die Videosektion und fang an über Deinen Tilt nachzudenken. Alternativ habe ich hier und hier noch zwei hervorragende Artikel von MiiWiin zum Thema.

      Um Dir zu verdeutlichen, wie wichtig dieses Thema ist, habe ich mal folgende kleine Milchmädchenrechnung aufgemacht:
      Nehmen wir mal an, Du verdaddelst alle 5.000 Hände einen Stack bei einer Winrate von 2BB/100. Du machst also durchschnittlich 100BB Gewinn durch Dein Spiel auf die genannte Anzahl von Händen. Exakt diesen Gewinn vertiltest Du wieder. Mit anderen Worten: Du hast 5.000 (!) Hände im Rahmen Deiner Möglichkeiten gut gespielt und wärst jetzt mit 100BB im Plus. Du bist es aber nicht, denn Du pushst pre aufgrund eines vorherigen Suckouts völlig unmotiviert mit QT. Natürlich hat der SB genau in der Hand KK und Du verlierst. Ein Fehler. Nur ein Fehler! Aber der ist dafür verantwortlich, dass Du 2 Tage umsonst gegrindet hast. Es ist natürlich Deine Zeit und Dein Geld, aber lass mich die Frage an dieser Stelle bewußt provokativ an Dich richten: Ist es das, was Du willst? Wenn ja, dann sorge durch ein verbessertes Preflopspiel dafür, dass Du zukünftig 0,12BB mehr aus Deinen Gegnern rausquetschen kannst und tilte in aller Ruhe weiter.
      Die Problematik sehe ich einfach darin, dass viele Spieler denken, dass sie Tilt mit spielerischen Möglichkeiten ausgleichen können und das ist in aller Regel ein fataler Irrtum.

      Original von Verum
      Mir fällt es einfach schwer meinen Schwerpunkt zu bestimmen. Das Studium hat gerade erst angefangen und es ist alles so....fern! Klar weiss ich, was ich später damit machen KÖNNTE, aber es gibt noch gar nix handfestes.
      Im Pokern ist es genau anders rum. ich weiss, was ich jetzt damit erreichen kann bzw verdienen kann, aber es ist völlig unklar was in 1-3 Jahren damit noch möglich sein wird!
      Manchmal sind Lösungsansätze näher als man glaubt. Ich weiß nicht, wie eng Deine Beziehung zu Deiner Freundin ist, aber wenn sie diejenige welche ist, solltest Du sie in Deine Gedankenspiele vielleicht mal einweihen. Mir hilft es sehr, wenn ich meine Freundin zu Dingen befrage und zwar auch dann, wenn sie nicht gerade eine wissenschaftliche Abhandlung über das Thema schreiben könnte. Sie rückt die Dinge häufig in ein anderes Licht, was hilfreicher sein kann, als wenn Dir ein Dir unbekannter Moderator aus einem Pokerforum versucht, Dir einen Denkanstoß zu geben.

      In diesem speziellen Fall halte ich es übrigens nicht für notwendig, dass Du Graphen, Stats etc. postest. Ich denke, hier geht es in erster Linie um grundlegende Dinge, die beantwortet bzw. erfüllt sein wollen. Wenn man zu einem Entschluss gekommen ist, kann man sich ggf. noch immer wesentlich intensiver mit seinem Spiel beschäftigen.

      Ich hoffe, ich konnte Dir tatsächlich ein paar Denkanstöße mit auf den Weg geben und wünsche Dir viel Erfolg auf Deinem Weg - wo auch immer er Dich hinführt :)

      Gruß,
      michimanni
    • Verum
      Verum
      Black
      Dabei seit: 07.03.2007 Beiträge: 1.309
      Vielen Dank schon mal für deinen doch recht langen Post manni!

      Original von Verum -Poker ich nur um meine monatlichen Kosten zu decken oder will ich mehr? -Reicht es mir mit RB low-midstakes zu grinden für 20-30$/h?
      Diese Fragen kannst Du nur für Dich allein beantworten. Du stellst hier quasi die Frage, ob Du zukünftig professionell pokern kannst und willst oder nicht und das ist so gut wie unmöglich seriös zu beantworten, wenn man Dich so rein gar nicht kennt. Ich würde Dir empfehlen, dass Du eine Pro und Kontra-Liste erstellst und vor allem ehrlich zu Dir selbst bist. Letzteres gilt bezüglich Deiner Spielstärke genauso wie gewisser Grundvoraussetzungen wie Geduld, Disziplin und Motivation. Du bist noch ein sehr junger Mensch und solltest Dir die Frage stellen, ob Du Dir wirklich vorstellen kannst, dauerhaft Deinen Lebensunterhalt mit Poker zu verdienen.


      Mein Ergebnis dieser Selbst Hinterfragung, die ich schon innerlich seit bestimmt 3-4Monaten(Studienwahl bzw. "Wie werden die nächsten Jahre aussehen?"waren der Anlass)
      Und ich selbst komme eigentlich immer zum selben Ergebnis.
      Ich weiss ich hätte mit genügend Zeit Aufwand zumindest die nötige Spielstärke um zumindest NL400-600(1k fehlt mir auch nur ansatzweise die Erfahrung dies zu beurteilen)solide und konstant zu beaten.
      ABER ich bin mir einfach auch bewusst, dass ich momentan in meinem Alter und meiner derzeitigen mentalen Verfassung einfach nicht die Vorraussetzungen bezüglich "Geduld&Disziplin" mitbringe.
      Das war auch der Grund warum ich mich für den direkten Studiumsbeginn und nicht noch ein weiteres halbes Jahr/Jahr fürs Pokern entschieden hatte.

      Ich bereue auch gar nix an der Entscheidung. Das Studium scheint bisher gut zu passen von der Materie her, aber es ist trotzdem immer noch das Verlangen im hinterkopf im Pokern voranzukommen.
      ich mein 2-5k im Schnitt im Monat sind natürlich ein doch besserer Nebenjob, als ihn je ein Student beim Kellnern verdienen könnt, vor allem mit dem Zeitaufwand und dem Spaß, aber welcher Poker Spieler gibt sich schon damit zu frieden, was er hat/ kann?



      Aber back to topic. Ich habe es schon häufig an anderer Stelle geschrieben, aber Geduld und Disziplin sind einfach so unglaublich wichtig, wenn man erfolgreich pokern möchte.


      Du sagst es ja selbst.Geduld&Disziplin sind 2 Kern Kompetenzen um wirklich dauerhaft erfolgreich zu bleiben.
      Um es als Nebenjob auszuüben bringe ich diese auch in einem anscheinend ausreichenden Umfang mit...aber eben nicht mehr!


      Außerdem noch eine Hilfestellung zum Thema Tilt. Tilt MUSST Du in den Griff bekommen, daran führt kein Weg vorbei, wenn Du langfristig erfolgreich pokern willst. Schau am besten mal in die Videosektion und fang an über Deinen Tilt nachzudenken. Alternativ habe ich hier und hier noch zwei hervorragende Artikel von MiiWiin zum Thema.

      Ich weiss, dass es eventuell schon 2-3 Monate zu spät kam, dass ich mich mit dem Thema wirklich auseinandersetze, da original in jedem der letzten 5 Monate minimum 1-2 10Stacks+ Downs mit drin sind. Die garantiert nicht nur Setups/Beats waren!
      Aber das kann ich ja leider nicht mehr ändern.
      Zumindest jetzt habe Arbeite ich endlich an dem Problem. Erkannt hatte ich es schon, aber war einfach der Meinung "es spielerisch auszugleichen X( "


      Ich hab jetzt zumindest die Artikel durchgelesen und muss sagen...Ich beachte in der Regel bereits einige dieser Maßnahmen.
      -->Tableselection: Besonders jetzt die letzten 2 Monate, seitdem ich SpadeEye habe merke ich, wie mich der Tilt wesentlich seltener Versucht zu packen!
      -->BRM: Ich spiele schon sehr konservativ eher 50-70 stacks, bis ich denn aber wieder auscash, da ich mir 400 einfach momentan nicht zutraue durch mein Mindsetting!
      -->"Warm werden": ich schaue mir in der Regel immer Poker relevante Threads an vor dem spielen.
      jedoch ist dies ausbaufähig...geb ich zu^^

      -->Aber die wirklich beste Maßnahme mich vor diesen Monster Tagen zu schützen beachte ich natürlich nicht:

      Einfach ein beschissenes Stop-Loss zu setzen und vor allem einzuhalten!

      Wie ich ja schon schrieb, besteht ein Großteil meiner Sessions aus nahezu BreakEven Sessions...Wie ich das mache? Ich gab mich NIE damit zufrieden 3-6 Stacks down zu sein. Ich chase solang bis ich auf +-1 Stack komme...
      Obv geht das natürlich manchmal schief und diese Monster Sessions entstehen, die meine BR einfach nur schrotten!

      Nun ist die Frage...Ist es profitabler ein Stop-Loss zu haben? und daraus ergibt sich: Wie komme ich in die Situation losses chasen zu müssen?/Warum habe ich das Bedürfnis danach?
      Um die erste Frage zu beantworten:
      JA, ich brauche ein Stop-Loss...Einfach weil mir der psychische Stress eines 10Stack downs es nicht Wert ist solange zu spielen um doch noch evtl BE zu kommen!

      Warum ich bisher jedenfalls nie akzeptieren konnte 3-6 stacks down zu sein?
      Ich glaube das hat einfach damit zu tun, dass ich zu häufig in diesen "Competition" Status verfalle.
      Quasi...Dieser dreckige Fisch(auch wenn es keiner ist!) hat immernoch Stacks von mir...Ich weiss ich hab eine Edge auf ihn, also spiele ich solange bis ich>ihn bin!
      Aber warum brauchte ich das? Eigentlich muss mein Selbstvertrauen groß genug sein um zu akzeptieren, dass ich wenigstens langfristig auf jedenfall besser bin und er halt jetzt 1-2Stacks von mir hat.
      --->Ich muss daran arbeiten es akzeptieren zu können auch mal Down Tage zu haben. Ansonsten schaffe ich es eh nicht nen Stop-Loss EHRLICH einzuhalten...


      Original von Verum Mir fällt es einfach schwer meinen Schwerpunkt zu bestimmen. Das Studium hat gerade erst angefangen und es ist alles so....fern! Klar weiss ich, was ich später damit machen KÖNNTE, aber es gibt noch gar nix handfestes. Im Pokern ist es genau anders rum. ich weiss, was ich jetzt damit erreichen kann bzw verdienen kann, aber es ist völlig unklar was in 1-3 Jahren damit noch möglich sein wird!

      Manchmal sind Lösungsansätze näher als man glaubt. Ich weiß nicht, wie eng Deine Beziehung zu Deiner Freundin ist, aber wenn sie diejenige welche ist, solltest Du sie in Deine Gedankenspiele vielleicht mal einweihen. Mir hilft es sehr, wenn ich meine Freundin zu Dingen befrage und zwar auch dann, wenn sie nicht gerade eine wissenschaftliche Abhandlung über das Thema schreiben könnte. Sie rückt die Dinge häufig in ein anderes Licht, was hilfreicher sein kann, als wenn Dir ein Dir unbekannter Moderator aus einem Pokerforum versucht, Dir einen Denkanstoß zu geben.


      Um ehrlich zu sein ist sie eigentlich die einzige mit 2-4 weiteren engen Freunden, die tatsächlich irgendetwas darüber wissen, dass ich Poker bzw. nen Überblick darüber hat, wann ich wieviel gewinne/verliere.
      Und du hast recht. Sie ist eine enorme mentale Stütze. Wenn ich ihr etwas übers Pokern erzähle, dann ist sie es, die auch ohne Fachwissen, bzw wahrscheinlich gerade wegen dem fehlendem Fachwissen vieles einfach mal neutral und objektiv für mich beschreibt.
      zB erzähle ich ihr mal wieder davon, wie der Typ, mal wieder ohne Sinn&Verstand nen Stack von mir kassierte! Oder das ich heute wieder 2-3Stacks down bin.
      -->Wo ich mich eigentlich selbst die ganze Zeit drüber aufregen würde kommt von ihr dann ein nüchternes: "Ist doch nicht schlimm! Langristig kriegst du das Geld doch wieder!"
      Einfach weil sie genau meine Begründungen warum ich eigentlich Poker bzw damit gewinnen kann kennt.

      Jedoch muss ich ehrlich sagen, dass ich sie nie zu sehr mit einbeziehe, weil ich einfach meinen "beruflichen" Stress nicht einfach auf sie übertragen will.
      kennt jeder sicherlich...diesen "Schutz" mechanismus oder auch "Es ist ja eigentlich nur meine Verantwortung und somit muss ich auch alleine mit dem Stress fertig werden"
      Naja....auf jedenfall ist bei jedem Gespräch bisher immer meine derzeitige Lösung als Ergebnis hervorgegangen...Studium um mich langfristig abzusichern und Pokern um unseren derzeitigen Unterhalt zu finanzieren.

      Deswegen stehen diese grundlegenden Fragen
      -Poker ich nur um meine monatlichen Kosten zu decken oder will ich mehr? -Reicht es mir mit RB low-midstakes zu grinden für 20-30$/h?

      Auch ein wenig aussen vor. Da sie momentan eben die anscheinend "beste" Lösung zu sein scheinen.
      Also geht es mir hauptsächlich darum meine momentan investierte Zeit profitabler zu gestalten...Also den Hulk in mir auszuschalten ;)



      Wow....ich habe schon wieder einen halben Roman geschrieben, indem sicherlich die Hälfte eigentlich mehr oder weniger ein innerer Monolog sind und einen Großteil der Fragen habe ich mir eigentlich beim schreiben bzw. intensivem drüber nachdenken selbst beantwortet...
      Gott es ist echt seltsam, wie es einem schon weiter bringt, indem man wirklich nur sich einiges von der Seele schreibt/spricht!

      Also vielen Dank schon mal für die Hilfe!

      Ach ja fast vergessen:
      karoel
      Der Text könnte von mir sein. Vielleicht sollten wir mal einen Mental coach in Anspruch nehmen. Vielleicht kann man da sogar einen kleinen Rabatt rauschlagen.


      Ich hab schon so manches über so ein Coaching gehört...Aber was genau passiert da? Was kann so ein Coach konkret vermitteln, dass er sein Geld wert ist?
      ich kann mir bei einem mental coaching nur ganz wenig vorstellen.
      Ist es eine Art psychater? Oder so eine Art prädiger, wie ein Reverand in ner amerikanischen Kirche? Oder etwas á la "YES, WE CAN!"?


      Mit besten Grüßen Verum ;)
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      [quote]Original von Verum
      Vielen Dank schon mal für deinen doch recht langen Post manni!
      [/QUOTE]

      Gern geschehen :)


      Original von Verum -Poker ich nur um meine monatlichen Kosten zu decken oder will ich mehr? -Reicht es mir mit RB low-midstakes zu grinden für 20-30$/h?
      Diese Fragen kannst Du nur für Dich allein beantworten. Du stellst hier quasi die Frage, ob Du zukünftig professionell pokern kannst und willst oder nicht und das ist so gut wie unmöglich seriös zu beantworten, wenn man Dich so rein gar nicht kennt. Ich würde Dir empfehlen, dass Du eine Pro und Kontra-Liste erstellst und vor allem ehrlich zu Dir selbst bist. Letzteres gilt bezüglich Deiner Spielstärke genauso wie gewisser Grundvoraussetzungen wie Geduld, Disziplin und Motivation. Du bist noch ein sehr junger Mensch und solltest Dir die Frage stellen, ob Du Dir wirklich vorstellen kannst, dauerhaft Deinen Lebensunterhalt mit Poker zu verdienen.


      Mein Ergebnis dieser Selbst Hinterfragung, die ich schon innerlich seit bestimmt 3-4Monaten(Studienwahl bzw. "Wie werden die nächsten Jahre aussehen?"waren der Anlass)
      Und ich selbst komme eigentlich immer zum selben Ergebnis.
      Ich weiss ich hätte mit genügend Zeit Aufwand zumindest die nötige Spielstärke um zumindest NL400-600(1k fehlt mir auch nur ansatzweise die Erfahrung dies zu beurteilen)solide und konstant zu beaten.
      ABER ich bin mir einfach auch bewusst, dass ich momentan in meinem Alter und meiner derzeitigen mentalen Verfassung einfach nicht die Vorraussetzungen bezüglich "Geduld&Disziplin" mitbringe.
      Das war auch der Grund warum ich mich für den direkten Studiumsbeginn und nicht noch ein weiteres halbes Jahr/Jahr fürs Pokern entschieden hatte.

      Ich bereue auch gar nix an der Entscheidung. Das Studium scheint bisher gut zu passen von der Materie her, aber es ist trotzdem immer noch das Verlangen im hinterkopf im Pokern voranzukommen.
      ich mein 2-5k im Schnitt im Monat sind natürlich ein doch besserer Nebenjob, als ihn je ein Student beim Kellnern verdienen könnt, vor allem mit dem Zeitaufwand und dem Spaß, aber welcher Poker Spieler gibt sich schon damit zu frieden, was er hat/ kann?


      Ich kann Deine Zweifel schon verstehen. Mit 2-5k im Monat lässt es sich sicherlich nicht nur als Student recht gut leben - und mehr will man immer, da bist Du keine Ausnahme.

      Du bist so ehrlich, dass Du Dir gewisse psychologische Leaks (fehlende Geduld und Disziplin) eingestehst. Dem solltest Du imo Rechnung tragen und da gibt es dann nur 2 Möglichkeiten: Entweder Du arbeitest hart daran, weil Du den unbedingten Willen hast, Pokerprofi zu werden oder Du setzt Deine Prioritäten anders und präferierst Dein Studium und betrachtest Poker weiterhin als eine Art profitablen Nebenjob. Unter allen Umständen würde ich allerdings dazu raten, Prioritäten auch tatsächlich zu setzen. Wenn Du halbherzig studierst (z.B. weil es beim Poker gerade sehr gut läuft) oder halbherzig pokerst, wird langfristig wohl kaum etwas gutes dabei herumkommen.


      --->Ich muss daran arbeiten es akzeptieren zu können auch mal Down Tage zu haben. Ansonsten schaffe ich es eh nicht nen Stop-Loss EHRLICH einzuhalten...


      Ich mag Deine Analyse zu Deinem Tilt genauso wie Dein Fazit. Vielleicht hilft Dir folgendes Gedankenspiel:
      Verdonkst Du bei einer Winrate von 2BB/100 auch nur einen einzigen Stack, benötigst Du 5k Hände, um diesen Fehler wieder zu beheben. Selbst wenn es Dir gar nicht so sehr um die Kohle geht: Frag Dich doch mal, ob Dir Deine Zeit nicht eigentlich zu wertvoll ist um solche Dummheiten zu machen. Ich spiele gern Poker, aber ich kann mir auch etwas schöneres vorstellen, als 5k Hände zu grinden, nur weil ich mich einmal dumm angestellt habe.



      Manchmal sind Lösungsansätze näher als man glaubt. Ich weiß nicht, wie eng Deine Beziehung zu Deiner Freundin ist, aber wenn sie diejenige welche ist, solltest Du sie in Deine Gedankenspiele vielleicht mal einweihen. Mir hilft es sehr, wenn ich meine Freundin zu Dingen befrage und zwar auch dann, wenn sie nicht gerade eine wissenschaftliche Abhandlung über das Thema schreiben könnte. Sie rückt die Dinge häufig in ein anderes Licht, was hilfreicher sein kann, als wenn Dir ein Dir unbekannter Moderator aus einem Pokerforum versucht, Dir einen Denkanstoß zu geben.


      Um ehrlich zu sein ist sie eigentlich die einzige mit 2-4 weiteren engen Freunden, die tatsächlich irgendetwas darüber wissen, dass ich Poker bzw. nen Überblick darüber hat, wann ich wieviel gewinne/verliere.
      Und du hast recht. Sie ist eine enorme mentale Stütze. Wenn ich ihr etwas übers Pokern erzähle, dann ist sie es, die auch ohne Fachwissen, bzw wahrscheinlich gerade wegen dem fehlendem Fachwissen vieles einfach mal neutral und objektiv für mich beschreibt.
      zB erzähle ich ihr mal wieder davon, wie der Typ, mal wieder ohne Sinn&Verstand nen Stack von mir kassierte! Oder das ich heute wieder 2-3Stacks down bin.
      -->Wo ich mich eigentlich selbst die ganze Zeit drüber aufregen würde kommt von ihr dann ein nüchternes: "Ist doch nicht schlimm! Langristig kriegst du das Geld doch wieder!"
      Einfach weil sie genau meine Begründungen warum ich eigentlich Poker bzw damit gewinnen kann kennt.

      Jedoch muss ich ehrlich sagen, dass ich sie nie zu sehr mit einbeziehe, weil ich einfach meinen "beruflichen" Stress nicht einfach auf sie übertragen will.
      kennt jeder sicherlich...diesen "Schutz" mechanismus oder auch "Es ist ja eigentlich nur meine Verantwortung und somit muss ich auch alleine mit dem Stress fertig werden"


      Ich will Dich nicht dazu überreden, Deine Freundin in etwas einzuweihen, was Du nicht willst und natürlich liegt Dein Spiel auch einzig und allein in Deiner Verantwortung. Wenn Du irgendwann aber fühlst, dass Du tatsächlich an der Weggabelung zwischen Pokerprofi und Studium bzw. Beruf stehst, wäre es vielleicht sinnvoll zu wissen, ob Deine Freundin diesen Weg mit Dir gehen will oder nicht. Ich kenne doch einige Frauen, die wohl eher die Nase rümpfen würden, wenn der Männe sich als Job Pokerprofi aussuchen würde. Ich will damit nicht sagen, dass Deine Freundin so reagieren würde. Ich würde diese Möglichkeit aber zumindest in Erwägung ziehen und evtl. spielt sie dann ja bei der Planung einer gemeinsamen Zukunft eine wichtige Rolle.


      Naja....auf jedenfall ist bei jedem Gespräch bisher immer meine derzeitige Lösung als Ergebnis hervorgegangen...Studium um mich langfristig abzusichern und Pokern um unseren derzeitigen Unterhalt zu finanzieren.

      Deswegen stehen diese grundlegenden Fragen
      -Poker ich nur um meine monatlichen Kosten zu decken oder will ich mehr? -Reicht es mir mit RB low-midstakes zu grinden für 20-30$/h?

      Auch ein wenig aussen vor. Da sie momentan eben die anscheinend "beste" Lösung zu sein scheinen.
      Also geht es mir hauptsächlich darum meine momentan investierte Zeit profitabler zu gestalten...Also den Hulk in mir auszuschalten ;)


      Wenn man einen gewissen Hang zum Tilt hat, sollte man sich einfach diesbezüglich immer wieder reflektieren. Es ist natürlich erstrebenswert "den Hulk auszuschalten", aber meist schlägt er gerade dann zu, wenn man meint, dass man ihn besiegt hat. Das ganze ist einfach ein langwieriger Prozess in dem sicherlich auch Rückschläge zu erwarten sind.


      Wow....ich habe schon wieder einen halben Roman geschrieben, indem sicherlich die Hälfte eigentlich mehr oder weniger ein innerer Monolog sind und einen Großteil der Fragen habe ich mir eigentlich beim schreiben bzw. intensivem drüber nachdenken selbst beantwortet...
      Gott es ist echt seltsam, wie es einem schon weiter bringt, indem man wirklich nur sich einiges von der Seele schreibt/spricht!


      ... und wenn Du hier reine Selbsthilfe betreibst, soll mir das auch recht sein. Es geht schließlich darum, dass Du Deine Probleme in den Griff bekommst. Wer den Stein ins Rollen bringt, ist imo irrelevant.

      Weiterhin viel Erfolg :)
    • TheLegend142
      TheLegend142
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2007 Beiträge: 2.220
      Es ist klar, dass du für dich selbst wissen musst, was du erreichen möchtest. Zum Glück bin ich erst zum Pokern gekommen, als ich schon relativ weit mit dem Studium war.

      Würde dir aber auf jeden Fall empfehlen, dass Studium durchzuziehen, auch wenn du langfristig Poker spielen möchtest.

      Eine Möglichkeit beides zu kombinieren wäre z.B. (falls das möglich im Bachelor noch möglich ist) du lässt dein Studium etwas langsamer angehen und studierst z.B. nur die Hälfte der Fächer und versuchst in diesen gute oder sehr gute Noten zu bekommen und wendest den Rest der Zeit fürs Pokern auf.

      So hast du, solltest du dein Studium beenden und normal "Arbeiten" wollen, einen guten Abschluss, auch wenn das Studium etwas länger gedauert hat. Solltest doch lieber weiter Pokern wollen, hast du trotzdem einen guten Abschluss, der auch wichtig ist fürs Selbstwertgefühl und nie schaden kann, sollte Poker irgendwann mal nicht mehr erste Wahl sein.

      Ich persönlich habe mir für einen solchen Weg entschieden und lasse mir jetzt reichlich Zeit um zu entscheiden, ob Pokern das Richtige für mich ist, oder ich doch etwas anderes will.

      Das wichtigste (für mich) ist, dass ich mich bewußt für diesen Weg entschieden habe.

      Dass heißt, selbst wenn ich broke gehen würde (davon gehe ich mal nicht aus) könnte ich im Nachhinein sagen, es war zum Zeitpunkt der Entscheidung und nach Abwägen aller bekannten Informationen, die richtige Entscheidung in diesem Moment.

      Das was ich geschrieben habe, soll dabei nur eine Anregung sein. Was du für dich willst, musst du selbst wissen, aber triff bewußt deine Entscheidung und verfolge diese!
    • Verum
      Verum
      Black
      Dabei seit: 07.03.2007 Beiträge: 1.309
      Nur als Vormerkung: Ich update mal nachher wieder. gab einige...anreize die letzten Tage mal wieder was von mir hören zu lassen^^
    • karoel
      karoel
      Bronze
      Dabei seit: 04.06.2006 Beiträge: 8.888
      bin gespannt
    • Verum
      Verum
      Black
      Dabei seit: 07.03.2007 Beiträge: 1.309
      So. Erst einmal sry, dass ich euch gestern schon heiss gemacht habe und es erst jetzt schaffe zu antworten ;) Hatte einfach zuviel zu tun und war Abends auf nem alten LK Treffen.

      Also wie gesagt ist in letzter Zeit einiges passiert. Vor allem mit meinem Spiel.
      Meine Grundeinstellung zum Pokern hat sich etwas mehr gefestigt.
      Mein wöchentlicher Rhythmus ist momentan so, dass ich 3 1/2 Tage Uni habe(incl Nachbereiten/Vorbereiten) und den Rest Freizeit und halt genug Zeit fürs Pokern dabei rumkommt.
      Für mich haben sich also die Fragen momentan zumindest erübrigt, ob ich mehr Zeit ins Spiel investieren will oder nicht. Denn solang keine Klausur Zeit bevor steht, bin ich mit meinem Pensum total zufrieden.
      Was mental eine enorme hilfe ist. Sich nicht immer fragen zu müssen, "was wäre wenn".

      Nun zum zweiten, viel wichtigeren punkt im nachhinein.
      Der Kampf gegen Mr."Hulk"Tilt.

      Leider lief mein Monat bisher echt durchwachsen. Was es leider überhaupt nicht leicht machte mich mal auf einem Limit und einem SpielStil festzulegen und konstant,diszipliniert diesen durchzuziehen.
      Soll heissen, dass ich Nach sehr gutem Start diesen Monat NL400 shottete und dort direkt >10stacks gedroppt bin mit ner mächtigen EV-Schere...Das ging denn wieder soweit, dass ich natürlich auf NL200 runter musste.
      Gesagt getan und es auch gut eingehalten.
      Allerdings lief es auch nicht besonders und die Ev-Gap wurde größer und größer. Es lief halt einfach nicht.

      Aber anstatt wie die letzten monate in einen Tilt zu verfallen, entschloss ich mich dafür endlich mal wieder wirklich über mein Spiel nachzudenken und es zu analysieren.
      Ich bin einfach dermaßen festgefahren von meinem Style her und sowas von ABC geworden, dass es einfach nur eine Frage der zeit war, wann sich die Faulheit an mir rächen würde.
      Ich mein...mit nem ABC game über 500k hands dieses Jahr kann auch der schlechteste Reg mich so langsam kennen und gut adapten, wenn er sich darauf konzentriert. Abgesehen davon ist 22/19 einfach totales Standard Game, wo natürlich auch nicht viel mehr rauszuholen ist.

      Ich begann Videos auf Leggo von grogheadflow zu schauen und auf BlueFirePoker mir ein paar Videos von Giggy anzuschauen. Während grogheads Vids mir verdeutlichten, wie man auch mit einem völlig anderem Style, als dem PS.de "standard" Tag erfolgreich zurecht kam, bremsten Giggys Vids ein wenig die looseness, die ich erreichen wollte.
      Ich habe meine Game ehrlich überdacht und es war einfach grottig.
      Ich spielte gradezu engstirnig und in der letzten Woche bin ich jetzt damit beschäftigt gewesen mal einen neuen Style auszuprobieren.
      Ich pendelte mich so auf 30/26- 28/24 ein. Was eine enorme Umstellung meines Games war. Denn schliesslich ist meine Range einfach mal um 1/3 gewachsen und meine Aggression hat sich auch fast verdoppelt.

      Es ist einfach ein komplett neuer Style und ich sah auch direkt, wie dieser Style ankam. Sehr sehr gut. Soviele Regs konnten kaum bzw. gar nicht adapten und das Spiel machte einfach wieder Spaß. Lines und auch endlich wieder Ranges durchdacht und es ging voran.
      Bis ich natürlich ordentlich auf die Fresse flog. DENN natürlich funktioniert sowas nicht ohne Hürden. Die Varianz schlug zu.
      Ein looserer style bedeutet natürlich auch mehr swings. Was einfach natürlich ist.
      Und nun kommt der wahre Erfolg.
      Ich hab es geschafft meinen typischen Tilt zu unterbinden und hab mich einfach "durchgegrindet". Es war wirklich ein gutes Gefühl nach ein paar Tagen zu sehen, dass es mich nicht beeinflusste. Egal, wie eine Session lief....ich fühlte mich immer wohl danach. Ob beats/setups oder sonst was...ich fühlte mich gut!
      Und nun stellt sich natürlich die Frage.
      -->Wie kommts, dass ein notorischer Tilter zu einem fleissigen Bienchen geworden ist, das einfach Spaß am Honig(Geld) holen hat.

      Das was ich verändert habe ist mein Verhältnis Theorie/Praxis und ich bin weg von meinem Alltags Game. Ich glaube, dass ich einfach wieder das Interesse in mir geweckt habe an meinem Spiel zu arbeiten und mich mit dem wahren EV auseinanderzusetzen und mich nicht mehr am Erfolg(den Ergebnissen) zu messen.
      Es ist ein enormer Schritt den ich da gefühlt vollzogen hab. Ich bin so heiss wie noch nie darauf zu lernen. Ich merke, was mit einem anderen Style zu holen ist und bin einfach scharf darauf, den leakfrei(er) zu bekommen!
      Ich glaube das mich diese "Neugierde" vom Tilt entfernt hat.
      Tilt entsteht im Alltagsgame. Wenn dein gewohntes "wohlfühl"game einfach nicht mehr funktioniert bzw. man durch die Varianz einfach mal nicht "funktioniert".
      Wenn man ergebnisorientiert spielt ist es selbstverständlich das einem Beats mitnehmen. Um diese Schläge wieder auszugleichen verfiel ich immer in eine Situation, wo ich einfach nur schnellst möglich das Geld wieder drin haben wollte. Ich dachte nicht nach, sodnern es sollte nur schnell,schnell,schnell gehen. Ich will ja voran kommen. Meine BR darf nicht schrumpfen...sie MUSS wachsen!!
      Aber dieses wahre Interesse am Spiel. Um im Spiel voranzukommen, meinen Skill weiter zu entwickeln brauch ich doch keine Ergebnisse! Da muss ich meinen EV steigern. Das schaffe ich nicht dadurch, dass ich mal selbst lucke. Da muss ich für arbeiten. Also können mir suckouts auch egal sein.

      Diese Gedanken haben mich wirklich "befreit". Ich spiel umso viel sorgenfreier als noch Wochen zuvor. Auch wenn es mies lief/läuft. Mein Game hat sich verbessert. Darum gehts mir. Ich merke es einfach, wie meine Einstellung sich durch dieses Abweichen von meinem Standard Spiel verändert hat.
      Es war ein wirkoich längst nötiger Prozess in mir.
      Im nachhinein war es eh einfach lächerlich, dass ich noch so gut zurecht kam mit meinem Game und meiner investierten zeit in Theorie und vor allem meinen krassen psycho-leaks.

      --> Also habe ich letzten Endes 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
      Und zwar habe ich durch das verbessern meines Spiels bzw. mit dem wieder erwecktem interesse es geschafft vom BE Player (was ich definitv war im nachhinein) zu einem wesentlich soliderem Spieler zu werden, der mit Schlägen ganz anders und meiner Meinung nach viel besser zurecht kommt.

      Ich fühl mich einfach gut. Und darum gehts. Pokern soll mir Spaß machen und es soll nicht ein Alltags-job werden, was es leider viel zu lange wieder für mich war.

      Sry, dass es evtl. so durcheinander geworden ist. Aber ich bekam wiedermal beim schreiben viele neue Gedanken, die ich grad nicht einzusortieren wusste.
      Evtl. werde ich die nächsten Tage mal meine Graphen durchgehen und diese Analysieren, was evtl drin gewesen wäre ohne diese festgefahrene Situation zuvor.Aber da bin ich mir noch nicht sicher, ob mich das dann motiviert oder demotiviert :D :D Auf jedenfall würde ich die Ergebnisse auch hier im Thread posten.
      Auf Wunsch mache ich sowas denn sowieso.

      Vielen Dank, für eure Gedanken. Interessierten mich sehr und beschäftigten mich auch sehr, wie man sieht^^

      Grüße Verum!
    • jigger1977
      jigger1977
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2009 Beiträge: 1.471
      Original von Verum
      Das was ich verändert habe ist mein Verhältnis Theorie/Praxis und ich bin weg von meinem Alltags Game. Ich glaube, dass ich einfach wieder das Interesse in mir geweckt habe an meinem Spiel zu arbeiten und mich mit dem wahren EV auseinanderzusetzen und mich nicht mehr am Erfolg(den Ergebnissen) zu messen.
      Es ist ein enormer Schritt den ich da gefühlt vollzogen hab. Ich bin so heiss wie noch nie darauf zu lernen. Ich merke, was mit einem anderen Style zu holen ist und bin einfach scharf darauf, den leakfrei(er) zu bekommen!
      Ich glaube das mich diese "Neugierde" vom Tilt entfernt hat.
      Tilt entsteht im Alltagsgame. Wenn dein gewohntes "wohlfühl"game einfach nicht mehr funktioniert bzw. man durch die Varianz einfach mal nicht "funktioniert".
      Wenn man ergebnisorientiert spielt ist es selbstverständlich das einem Beats mitnehmen. Um diese Schläge wieder auszugleichen verfiel ich immer in eine Situation, wo ich einfach nur schnellst möglich das Geld wieder drin haben wollte. Ich dachte nicht nach, sodnern es sollte nur schnell,schnell,schnell gehen. Ich will ja voran kommen. Meine BR darf nicht schrumpfen...sie MUSS wachsen!!
      Aber dieses wahre Interesse am Spiel. Um im Spiel voranzukommen, meinen Skill weiter zu entwickeln brauch ich doch keine Ergebnisse! Da muss ich meinen EV steigern. Das schaffe ich nicht dadurch, dass ich mal selbst lucke. Da muss ich für arbeiten. Also können mir suckouts auch egal sein.
      Danke für diesen Absatz!!! Bin zwar noch ein ganz, ganz kleiner Clownfish, dennoch, ich versuche von den dicken Haien zu lernen.
      LG, und viel Erfolg für dein Game. Ich wertschätze dich für deinen Erfolg!!
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Ich finde deine Entwicklung faszinierend:

      Original von Verum 1. Post
      Mir fällt es schwer mein Game noch genauer zu analysieren. Sicherlich kann ich auch meine Winrate improven, indem ich an meinem Spiel an sich arbeite, aber ...
      Original von Verum 4. Post
      Aber anstatt wie die letzten monate in einen Tilt zu verfallen, entschloss ich mich dafür endlich mal wieder wirklich über mein Spiel nachzudenken und es zu analysieren.
      ...
      Ich habe meine Game ehrlich überdacht und es war einfach grottig.
      ...
      Es ist einfach ein komplett neuer Style und ich sah auch direkt, wie dieser Style ankam. Sehr sehr gut. ... Bis ich natürlich ordentlich auf die Fresse flog.
      ...
      Ich hab es geschafft meinen typischen Tilt zu unterbinden und hab mich einfach "durchgegrindet". Es war wirklich ein gutes Gefühl nach ein paar Tagen zu sehen, dass es mich nicht beeinflusste.
      ...
      Das was ich verändert habe ist mein Verhältnis Theorie/Praxis und ich bin weg von meinem Alltags Game. Ich glaube, dass ich einfach wieder das Interesse in mir geweckt habe an meinem Spiel zu arbeiten und mich mit dem wahren EV auseinanderzusetzen ...

      Grüße Verum!
      Die Lösung hast du speziell für dich gefunden. Aber einiges verdient, für alle festgehalten zu werden:

      1.
      Du hast dich intensiv mit deinem Problem auseinandergesetzt, deine Gedanken formuliert und (hier) zur Diskussion gestellt.

      2.
      Du bist ohne Vorbehalte die Möglichkeiten durchgegangen, wo du selbst etwas ändern kannst. Du hast dir nicht vorschnell Denkverbote auferlegt. Du hast einen Ansatz gefunden, auf den du am Anfang nicht gekommen wärst.

      3.
      Du hast deine Erkenntnisse konsequent in Handlungen umgesetzt. Du hast dich auch nicht von Hindernissen davon abhalten lassen, das zu tun, was du als richtig erkannt hast. So bist du auch das Problem angegangen, das anfangs im Vordergrund stand.

      Dazu herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg!
    • Verum
      Verum
      Black
      Dabei seit: 07.03.2007 Beiträge: 1.309
      Vielen Dank für deine Worte wespetrev!
      Um ehrlich zu sein bin ich selbst ein wenig davon überrascht, wie sehr mir dieser Thread geholfen hatte und was für eine Entwicklung er in mir hervorrief!

      Um euch mal wieder auf dem laufenden zu halten:

      Ich spiel jetzt NL100-200 je nach Tagesform und bin mittlerweile wirklich voran gekommen mit meinem Spiel. Ich merke zwar, wie mich das ein oder andere mal der spewy monkey auf NL100 beeinflussen will, aber ich bin zumindest vom Spiel her wesentlich solider geworden.

      Ergebnisse beeinflussen mich wesentlich weniger, was insgesamt zu einem doch ruhigeren Gemüt geführt hat. Soll heissen, dass es mitlerweile die Ausnahme ist, dass ich "ausraste"! Und selbst dagegen kämpfe ich natürlich immer wieder an!

      Naja!
      Ansonsten hab ich mir mit "post-it" einige Regeln auf den Desktop gezogen die ich immer im Auge habe, wenn ich spiele! Quasi ein Reminder an mich selbst, was ich auf gar keinen Fall vergessen darf!
      Mir hilft es enorm um mich an den mir selbst auferlegten Regeln zu orientieren.

      Ja...Uni plätscher so vor sich her und ich hab letzte Woche dank einer Autopanne und einer Grippe nicht eine Vorlesung besucht...Schade..:(

      Naja...ich hoffe demnächst mal wieder spannenderes zu berichten. Aber wenn man auf nem gefühlten richtigen Weg ist...gibts wenig zu berichten in der Sorgenhotline...


      Grüße Verum ;)
    • jigger1977
      jigger1977
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2009 Beiträge: 1.471
      Original von Verum
      Ansonsten hab ich mir mit "post-it" einige Regeln auf den Desktop gezogen die ich immer im Auge habe, wenn ich spiele! Quasi ein Reminder an mich selbst, was ich auf gar keinen Fall vergessen darf!
      Mir hilft es enorm um mich an den mir selbst auferlegten Regeln zu orientieren.
      Wär interessant zu erfahren, was das für Regeln sind. Hast du Lust, sie uns mitzuteilen?
    • Verum
      Verum
      Black
      Dabei seit: 07.03.2007 Beiträge: 1.309
      Klar doch ;)

      Geht von grundsätzlichen Regeln, wie einem trailing stop-loss von 4 Stacks.(sobald ich vom peak meiner session 4 stacks droppe MUSS ich quitten!No matter what!)
      -nen Tableselection reminder. Also wenn ich nicht einen wahren volldepp am Tisch hab kommt der Tisch weg.
      -Nebenaktivitäten sein lassen...Filme tun echt nicht gut beim spielen!
      -Nicht in den guten alten Auto-Piloten verfallen
      -Tisch Anzahl auf idR. 6
      und und und



      Über spezifisches, was ich eigtl ständig erneure.
      Wenn ich ein Vid zB. schaue ist nebenher post-it offen und ich mach mir kleine Stichpunkte zu Dingen/Lines/Logiken(Inhalt generell) den ich dann so bei einer Session konkret im Auge behalten kann und mich quasi selbst dadran errinnere.
      -->zB. Betsizing
      Einfach Dinge worauf ich in meiner Session mal besonderen Fokus legen will, weil ich da noch dicke leaks habe.

      Naja...Klar kann man sagen...Ist alles unnötig. man könnte es sich ja auch so merken, aber mir hilft es doch weiter,d ass stets aufm Monitor im Blick zu haben und mich immer dran zu errinnern, was ich eigtl. die letzten Wochen mir vorgenommen hatte.
    • Verum
      Verum
      Black
      Dabei seit: 07.03.2007 Beiträge: 1.309
      So moin, moin!
      Mal wieder ein Update von mir!
      Es hat sich auch mal wieder einiges getan.

      Fangen wir mal an mit den ganz klaren guten Nachrichten, da diese sicherlich am wenigsten Fragen und gesuchte Antworten mit sich bringen!

      Die letzten WOchen liefen im Pokern echt gut.
      Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen heisst es ja bekanntlich...
      Bin ich wohl ein Eichhörnchen, aber es geht bergauf ;)
      Schlage das Limit endlich solider und es ist eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis ich wieder da angekommen bin, wo ich vor paar Monaten war!

      Runne zwar nach AI ev nicht sonderlich gut, aber es stört mnich nicht im geringsten!
      Habe mir jetzt auch noch nen Bluefirepoker und Leggo account besorgt und dort wird fleissig gebüffelt vor so gut wie jeder session.
      Stellt mich ideal aufs spielen ein und bringt mir echt voran das ganze.

      -->Läuft soweit!


      In meinem sozialen Umfeld läuft auch alles wunderbar!(habe ich aber auch mit nix anderem gerechnet^^)
      Also es war definitiv die beste Entscheidung für mich damals mit meiner Freundin zusammen zu ziehen und joa...ich bin super glücklich^^


      So weit so gut! Klingt ja alles richtig rosig, nicht wahr?
      Also was fehlt noch?

      RICHTIG!
      Das dicke ABER
      Wär ja auch zu schön um wirklich alles perfekt zu machen!

      Ich sag es mal ganz gerade aus. Ich werde mein Studium schmeissen.
      Warum das ganze? Vor allem als erstsemestler?

      Von Tag zu Tag und Vorlesung zu Vorlesung habe ich bemerkt wie groß mein Interesse an dem Fach ist. Ich sollte eher Desinteresse schreiben...
      Als das Gefühl überhand nahm völlig fehl am Platze zu sein vertieften sich meine Gedanken und ich kam zu diesem Entschluss.

      Eigentlich fällt es mir nicht schwer mich für irgendetwas zu motivieren, SOLANGE ich Spaß an der Sache habe und ein Ziel vor Augen habe, was mir wirklich erstrebenswert erscheint!
      Aber nach diesen 2 monaten. habe ich es nicht einmal geschafft mich wirklich zu motivieren.
      Es war einfach ein totales mieses Gefühl.

      Also forschte ich nach, ob mich denn die Aufgabenfelder nach dem Studium eigentlich wirklich interessieren. Und es war ganz klar nein!


      Jetzt bin ich gerade in einer Selbstfindungsphase, ob und ich was ich studieren soll.. Doch eher ne AUsbildung?etc etc...EIn doofes Gefühl sich nicht im klaren dadrüber zu sein, was man machen will.

      Aber ich bin doch ganz froh so schnell erkannt zuu haben, dass VWL für mich einfach nicht das richtige ist. Lieber jetzt, als nach ein paar Semestern.

      Vielen Dank fürs lesen ;)
    • jigger1977
      jigger1977
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2009 Beiträge: 1.471
      Original von Verum

      RICHTIG!
      Das dicke ABER
      Wär ja auch zu schön um wirklich alles perfekt zu machen!
      Hmmm, sei doch froh, dass du schnell bemerkt hast, was du NICHT willst. Es ist vollkommen in Ordnung, dass man manchmal nicht weiß was man machen will, aber es ist meiner Meinung nach dumm, das zu tun, wass man gar nicht machen will.

      In einem Selbstfindungsprozess ist es immer gut, sich zu hinterfragen. Gerade für dich sind vielleicht Fragen in der Art interessant:
      Wenn ich alles tun könnte, wenn alles möglich wäre, was würde ich dann gerne tun wollen?
      Wo liegen meine Stärken?
      Was mache ich gerne?
      Was erfüllt mich?
      An welche Tätigkeit muss ich denken, damit ich Freude und Energie in mir spüre?

      Vielleicht helfen dir diese Fragen weiter, aber es macht Sinn sich zu überlegen, was man will, bevor man losgeht. Wenn mans dann weiß, kann man konsequent darauf zusteuern, bis dahin kannst ruhig dein Leben genießen, also mach dich nicht selbst fertig, weil du nicht weißt was du willst, ich wusste es mit 29 noch nicht. Setz dich lieber in die Wiese neben dem Weg und genieß die Sonne :f_biggrin:

      LG
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Für mich ist es ein konsequenter und positiver Schritt, dass du dieses Studium abbrichst. Es ist doch keine Schande, wenn du dir und deiner Umgebung einen Irrtum eingestehst, zumal du im ersten Semester noch nicht viel Zeit und Geld verloren hast.

      So wie du an deine Probleme im Poker herangegangen bist, wirst du auch für deine Ausbildung einen guten Weg finden.
    • Verum
      Verum
      Black
      Dabei seit: 07.03.2007 Beiträge: 1.309
      Ok vielen Dank erstmal für die Zusprüche.
      Ich höre sie eigtl. immer, wenn ich jemanden über diesen Schritt berichte. Aber dennoch ist es irgendwie ein seltsames Gefühl für mich mir das ganze wirklich einzugestehen, dass ich vorerst einfach noch Zeit brauche um das wahre für mich zu finden...
      Mag auch einfach dadran liegen, dass ich bisher eigentlich immer alles "durchgezogen" habe, was ich angegangen bin. Also Abi, sowie sportl. und private Ziele.
      Aber mir ist einfach klar geworden, dass ich ein Studium nicht einach mal "durchziehen" will, nur weil ich mich vor nem halben Jahr dafür entschieden habe. Schliesslich will ich ja auch glücklich werden in meinem Beruf.


      Die Fragen, die du mir stellst bzw. die ich mir selber stellen soll treffen meine Gedankenfortschritte bisher ganz gut.
      Um das ganze mal zu vermitteln:

      Ich verlege mal die erste Frage nach hinten. Einfach weil sie für mich, die ist, die mit Abstand am schwersten zu beantworten ist.

      -WO liegen meine Stärken?

      -->Ich bin mir meinen Stärken und Schwächen eigtl. ganz gut bewusst. Ich will das jetzt nicht nur auf Fächer reduzieren, sondern auch ruhig mit mein Wesen betrachten.
      Ich bin ein sehr harmonie bedürftiger Mensch und bin daher auch sehr bemüht zu vermitteln. Also ich kann gut zwischen 2 Parteien vermitteln. Sowohl als externer "Erklärer", sowie als Beteiligter.
      Mir fällt es also leicht mit Menschen zu interagieren und mich deren Emotionen ...anzupassen.

      Ebenso helfe ich auch gerne Menschen. Wenn jemand mich um Hilfe bittet, bin ich der letzte der Nein sagt.
      Ich komme halt selbst nicht aus wirklich heilen Familien Verhältnissen und ich glaube, dass ich dadurch ein wenig sensibilisiert worden bin, wer WIRKLICH Hilfe bedarf und wer blos zu faul ist, Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

      -->Aus diesen beiden Erkentnissen ist mir zumindest schon mal klar, dass ich kein Sachbearbeiter werden kann, sondern es zwingend notwendig ist in meinem Beruf mit Menschen wirklich interagieren zu können!

      Ebenso bin ich ein sehr flexibler Mensch. Ich schaffe es recht schnell mich für vielerlei zu motivieren, solange es mein doch weit gefächertes Interessen Spektrum betrifft. (Aber dazu später mehr)
      Ich brauche eben eine gewisse Abwechslung in nmeinem Alltag.

      Ohne die würde ich niemals in etwas aufgehen können.

      Wenn ich es auch erstmal geschafft habe, mich für etwas motiviert zu haben lebe ich auch immer ein wenig nach der Maxime. "Ganz oder gar nicht."
      Also ich neige zu Extremen, jenachdem ob mir etwas Spaß macht oder nicht.

      Ich bin einfach ein Lustmensch.
      Mag man auch als Schwäche sehen, aber ich fühl mich ganz wohl so wie ich bin und Dinge hand habe. (Viele sehen häufig nur den "Faulen" Teil bei Bereichen, die mich weniger interessieren, aber im Gegensatz dazu stehen halt meine Interessen Gebiete!)

      Meine Schwächen hingegen sind einerseits meine Motivationslosigkeit in gewissen Dingen, welche mich halt häufig als Faul erscheinen lassen!

      Ebenso bin ich kein Perfektionist. Ich gehe zwar förmlich auf und neige halt dazu etwas solange zu machen, bis ich mir regelrecht selbst eine "Überdosis"verpasse, von dem was ich gerade tue.
      Aber ich kann nicht zu tief ins Detail gehen. Also der Drang etwas zu perfektionieren ist nicht wirklich gegeben. Ich will besser werden, wenn ich etwas kann, aber mir fällt es sehr schwer an der Perfektion zu arbeiten.

      -->Der Umkehrschluss ist halt obv. Ich behalte gerne den Überblick und bin eben ein Allrounder. Vieles überdurchschnittlich gut können, aber eben nix so richtig richtig gut!
      (War schon immer so, egal wodrin. Im Sport beispielsweise habe ich alles angekratzt, was überhaupt nur geht. Fußball,Tennis,Basketball,Golf, Tischtennis, Schwimmen und und und. Ich war auch überall immer gut drin, aber halt nie so richtig der Beste.)

      Ich bin auch kein "Macher" Handwerklich ne Null und auch nicht wirklich begabt dadrin Dinge anzupacken, die einfach gemacht werden müssen.

      Und zu guter letzt bin ich mal so überhaupt kein Natur wissenschaftler. Von Mathe und allen Bereichen, die auch nur damit in Kontakt stehen habe ich eine riesen große Ablehnung. Informatik,Physik und jetzt eben auch BWL und Verwandtes^^

      -->Die Erkentnisse zeigen mir einfach, dass ich auch in der Forschung z.B. falsch aufgehoben wäre. Wenn ich kein Macher bin und nix perfektionieren will. Was soll ich denn dann bitte erforschen ?




      Was mache ich gerne?( Ich beantworte das einfach mal mit meinen Interessen)

      Ich interessiere mich sehr stark für Sportwissenschaftliche Theorien.
      Natürlich mache ich auch selber gerne Sport, aber mich interessierten vor allen auch die gesundheitlichen Aspekte und Abläufe im Körper, die während des Trainings zB auftreten.(SportLK im Abi war eines der Fächer, die mich wirklich begeistern konnten)

      Geschichte und Politik sind Aufgabenfelder, die mich auch sehr stark interessieren. Ich bin einfach total neugierig dort Konzepte und Geschehnisse zu verstehen.

      ENglish. Ich habe kein Problem damit neue SPrachen zu erlernen und anzuwenden. Bisher kann ich leider nur English, da ich die Franzosen und ihre SPrache nicht wirklich leiden mag, habe ich mich in der Schule halt nie sonderlich dafür motivieren können.

      Aufgrund meiner Stärken kann ich meine didaktischen Fähigkeiten einfach nur ganz schlecht einschätzen. Einerseits sind sie im sozialen Bereich sehr gut, aber ich habe null erfahrung, ob ich auch gut in fachlichen Bereichen bin.
      Also ich traue mir da durchaus einiges zu, da ich halt einfach gerne zwischen Menschen vermittle.

      Hingegen sind alle Mathemathik verwandten ThemenGebiete mir ein Groll.
      Und zwar wirklich.

      Erdkunde und Deutsch/Kunst/Musik/Philosophie etc sind neutral zu bewerten. War überall durchschnittlich begabt und auch nur durchschnittlich interessiert.



      Was erfüllt mich?
      Kurz gesagt. Die Arbeit mit Menschen. Ist glaub ich bisher ganz gut klar geworden aus den Fragen zuvor.


      An welche Tätigkeit muss ich denken, damit ich Freude und Energie in mir spüre?
      Wenn ich alles tun könnte, wenn alles möglich wäre, was würde ich dann gerne tun wollen?

      Ich fasse die beiden Fragen mal zusammen. Einfach weil sie sehr ähnlich für mich zumindest sind. Denn schliesslich suche ich ja was, was ich wirklich gerne tun würde und indem ich aufgehen kann.

      Es fällt mir sehr schwer mit meinen Interessen Gebieten diese in ein einzelnes Aufgabenfeld zu drängen, was mich denn auch wirklich lange so beschäftigen wird, dass ich es geradezu liebe.
      Woran denke ich da also konkret....
      Lehrer sein hat etwas für mich. Ich habe die Oberstufe geliebt. Ich diskutierte so gerne dort in den für mich interessanten Kursen und war voller Energie in diesen Fächern.
      Jedoch weiss ich eben nicht, ob ich nicht doch ne didaktische 0 bin.
      Und diese ewige Gebundenheit an den Staat und die Schule kann ich nicht wirklich positiv einschätzen. Man macht ja doch Jahr für Jahr etwas sehr ähnliches. Man hat zwar immer neue Schüler, an die man sich anpassen muss, aber das was man da denn im nterricht prädigt ist denn doch dasselbe.


      Mein Interesse für SPorttheorie kann ich eigtl auch nur im Schulischen Bereich anwenden, da ich 1. niemals in ein Medizin Studium kommen würde uich 2. als reiner Sportwissenschaftler glaube ich zu eingeschränkte bin. Dort habe ich aber evtl. auch ein verfälschtes Bild, da meine Mutter Krankengymnastin ist(Interessant auf jedenfall!) Und mein Vater ein Insolventer Studio Besitzer, der sich jetzt auch irgendwo anders drin versucht, aber eben nix geschafft hat. -->Hat nicht mal Unterhalt gezahlt. pff!)

      Und viel mehr fällt mir jetzt auch gerade nicht ein.
      Ich habe aber auch kein gutes Bild davon, wie welcher Studiengang aussieht. Und auch Berufsfelder sind mir nicht wirklich gut bekannt.


      Also was als nächstes?
      Studienberater aufsuchen? In der Agentur für Arbeit vorbeischauen?
      Eine Auszeit nehmen?
      Wenigstens bin ich mir bewusst, dass ich unter keinem großartigen zeoitdruck stehe.
      Weder finanziell gesehen noch wegen meines alters.

      Mir fällt es schwer gerade mir weiter klar dadrüber zu werden, WAS ich will...


      Danke für eure Worte schon mal.

      Beste Grüße Verum!


      Oh je mal wieder ein Roman geworden...Sry dafür^^
    • jigger1977
      jigger1977
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2009 Beiträge: 1.471
      Ja, ist ein Roman, aber du schreibst es ja hauptsächlich für dich, um dir klar zu werden, wohin es dich zieht. Mir hat das schriftliche Formulieren auch immer sehr geholfen, bei dem klarwerden von "was man wirklich will" ist das auch durchaus hilfreich, weil sich manchmal im Geschriebenen etwas "einschleicht" was man vorher noch nicht wusste.

      Für mich hört sich das, obwohl ich dich gar nicht kenne, nach einer Coachingtätigkeit an. Musst ja nicht in einer Schule Lehrer sein, aber Menschen dorthinzubringen wo sie hinwollen, ist wirklich ein schönes Feld. Du hilfst gern, und Menschen in deiner Umgebung sind wohl ein Muss! Also helfe Menschen dabei, ihre Ziele zu erreichen, das geht durchaus im sportlichen Bereich.
      Was für eine Ausbildung brauchst du dazu? Also ich weiß nicht, wie es in Deutschland aussieht, aber in Österreich gibts eigene Coachinglehrgänge. Vom Studium her, ist es dann wahrscheinlich eine Kombination zwischen Sport und Psychologie, was man dann ja auch als Lehrertätigkeit leicht umsetzen kann, sollten sich deine Pläne ändern, oder dass du draufkommst, eigentlich gern auch mit Schülern zu arbeiten.
      Versuch mal, dich in diesem Bereich zu visualisieren, was für ein Mensch du dann bist, wie du dann lebst, welche Tätigkeit du machst, wie es sich anfühlt, jemanden zum Erfolg zu verhelfen? Wie fühlst du dich dabei? Wäre das ein Ziel, worauf es sich lohnt, hinzuarbeiten? Eine spannende Frage ist auch: wenn ich mein Ziel erreicht habe, will ich dieser Mensch sein?

      Letzlich musst du dir diese Fragen selbst beantworten, ich hoffe doch, dir mit meinen Gedanken weitergeholfen zu haben. Und eine Berufsberatung ist nie ein Fehler, mir hat mal ein Berater zu einer Entscheidung geholfen, die ich als eine der wichtigsten in meinem Leben betrachte, damals war ich 14.

      So long,
      alles Liebe!
    • Verum
      Verum
      Black
      Dabei seit: 07.03.2007 Beiträge: 1.309
      So ich bins mal wieder!^^
      Vorweg...Vielen Dank für deine Mühe dir diesen Text durchzulesen und drüber nachzudenken. Bin dir da echt dankbar!
      Konnte nur leider nicht schneller antworten, da meine Freundin Geb. hatte und ihre Geschwister im Hause waren und und und...ging halt alles drunter&drüber hier!

      Nun zum Kern....Es klingt verdammt interessant, was du da schreibst. Also nach meinen doch bescheidenen Kentnissen über Berufe/Studiengänge etc. bin ich positiv überrascht, dass es solch Felder gibt, in denen man sowas sehr gut kombinieren kann!
      Ich fühle mich sehr wohl dabei, wenn ich an so eine Tätigkeit denke.

      Beispielsweise habe ich heute mal meiner Freundin dabei geholfen für eine SportLK Klausur zu lernen und mir hat es tierisch viel Spaß gemacht...Leider ist der gewünschte Effekt noch nicht gaaanz eingetreten einfach, weil uns die Zeit fehlte(Organisation&Planung mit viel Besuch....Kann ja gar nix werden mitm lernen!) Aber ich hatte ein echt gutes Gefühl, was selten ist, ihr das wirklich gut&richtig vermitteln zu können. EInfach weil mich das Fach so begeistert. Ich bin mir sicher, dass ich dasselbe auch in Geschichte/WiPo könnte. Und das bringt irgendwie ein lächeln über meine Lippen.

      Das beste wäre in der Tat mal so eine Berufsberatung. Jedoch habe ich keine Ahnung, wo ich da an einen kompetenten Mann/Frau geraten könnte.
      Ich weiss, dass es auch solch Tests gibt, aber ist das das wahre? Gibts die Möglichkeit bei der Agentur für Arbeit?

      Naja...auf jedenfall mache ich mir so meine Gedanken, aber ich werde jetzt erstmal noch den Monat gemütlich ausklingen lassen. Einfach weg von diesem "Ich MUSS irgendwas studieren, weil andere es von mir erwarten!"(Und dadurch wahrscheinlich auch ein Teil von mir selbst!)

      Habe meiner Freundin zum Geburtstag eine Reise mit mir geschenkt. Und nein keine 0815 Reise, sondern ein Roadtrip nach London mit Musical Besuch (Sister Act, da sie ein riesen Fan davon ist!) Und zwischen stopps in den großen Städten aufm Weg.
      Und wenn alles glatt geht auch noch Sylvester in Paris beim Eifelturm!