Reklamtion Adidas Fussballschuh

    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.190
      Die längere Vorgeschichte:

      Ich hab das Top- Fußballschuhmodell von Adidas bei Sport2000 gekauft (Regulärer Preis: 170€). Nach ca. 5 Monaten ist der linke Schuh ohne Fremdeinwirkung über die komplette Seite aufgerissen, ich bin mir keiner Schuld bewusst.

      Darauf reklamiere ich bei Sport2000, die Schuhe werden zu Adidas geschickt. Nach einigen Wochen (ich hab mir in der Zwischenzeit wieder neue Schuhe besorgen müssen um kicken zu können) kam das Paket retour mit einem Schreiben von Adidas, dass der vorliegende Schadensfall nicht unter Gewährleistung fällt. Begründung: Durch meine individuelle Bewegungsweise kams zu einer Überbeanspruchung des Materials... wtf?!

      Ich mache meinen Unmut über diese Entscheidung beim Chef von Sport2000 Luft, der kontaktiert daraufhin telefonisch Adidas – kein Erfolg. Ich bekomme von Sport2000 eine Kulanzlösung angeboten: Die nächsten Schuhe die ich kaufe bekomme ich zum halben Preis (ein faires Angebot, Sport2000 sind ja im Prinzip die Hände gebunden).

      Daraufhin kontaktiere ich Adidas persönlich, und erhoffe mir auch seitens des Herstellers eine Kulanzlösung. Ich schreibe denen, dass ich das Studium "Sportgerätetechnik" abgeschlossen habe und daher Ahnung von der Verarbeitung von Sportartikel/schuhen habe. Ausserdem wurden an meiner Person schon etliche Lauf- bzw. Bewegungsanalysen durchgeführt worden, und keine attestierte mir ein ungewöhnliches Bewegungsmuster bzw. punktuelle Überbelastungen in Vorfußbereich. Meine Erwartungen auf eine posiutive Rückmeldung sind gross...

      Stattdessen bekommen ich aber mehr als 1 Woche später einen 3- Zeiler retour , dass sie ihre Entscheidung nicht revidieren. Dabei gehen sie in keinster Weise auf meinen Brief ein, sondern wollen mir mitteilen, dass die Entscheidung schon gefallen ist, und ich das akzeptieren muss...


      Nun zur eigentlichen Frage bzw. meinen Wissenstand: Die Gewährleistung läuft 6 Monate ab dem Kaufdatum. In dieser Zeit müsste Adidas nachweisen, dass der Schaden durch unsachgemäße Nutzung entstanden ist. Nach 6 Monaten erfolgt die Beweislastumkehr, ab dann müsste ich nachweisen, dass der Materialfehler auch schon beim Kauf vorhanden war.

      Wenn das soweit stimmt:

      .) Genügt es, wenn Adidas einen lapidaren Brief schreibt, in dem mir eine unsachgemäße Benutzung durch eine individuelle Bewegungsweise vorgeworfen wird (ohne Messergebnisse, statistische Daten etc.?). Gilt das als Beweis?

      .) Welche rechtlichen Möglichkeiten habe ich, um gegen diese Entscheidung anzukämpfen?

      .) Im Extremfall: Welche Chancen hätte ich vor Gericht?


      Mir geht’s dabei nicht um die 170€, sondern ums Prinzip. Wenn von Seiten Adidas geschrieben wird, dass „Fairness oberstes Gebot“ ist, find ich´s lächerlich dass sie mir die Schuhe nicht einfach rückerstatten.

      Es kann doch nicht sein, dass man als Hersteller eine Reklamation innerhalb der Gewährleistungsfrist abschmettern kann, indem man einen Standardbrief schreibt, der eine individuelle Bewegungsweise attestiert – nur nach Besichtigung der kaputten Schuhe und ohne mich zu kennen oder untersucht zu haben…
  • 21 Antworten
    • oleole12345
      oleole12345
      Bronze
      Dabei seit: 24.11.2006 Beiträge: 241
      bei meinen predator steht auf sonem zettel dabei, dass der schuh an der seite aufreissen kann, denk also nicht das du da große chancen hast irgendwas zu erreichen...aber kein plan wie das genau aussieht, vllt ist der schuh bei dir ja auch woanders kaputt gegangen!
    • Blinzler
      Blinzler
      Bronze
      Dabei seit: 04.03.2005 Beiträge: 7.456
      es war früher (eventuell immer noch) absolut gängige praxis bei einigen leuten die ich kenn die schuhe vor ablauf der gewährfrist mit nem messer aufzuschneiden und neue zu kriegen. denke mal, dass deswegen da reagiert wurde vom hersteller.
    • Tandor1973
      Tandor1973
      Black
      Dabei seit: 25.04.2007 Beiträge: 3.987
      Die Gewährleistung muss dir nicht Adidas geben sondern der Händler.

      Kann der dir nicht beweisen das du den Schaden verursacht hast muss er dir die Dinger umtauschen oder reparieren. Gegenüber Adidas hast du nur Rechte im Rahmen von deren Garantiebedingungen wenn es die bei solchen Schuhen gibt.

      Wie die konkreten Erfolgsaussichten aussehen kann ich dir nicht sagen, aber Ansprechpartner ist auf jeden Fall der Händler.
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.190
      naja, ob die schuhe tatsächlich aufgerissen sind oder mit einem messer bearbeitet wurden sollte man schon erkennen können.
      aber stimmt schon, ein wenig skeptisch kann adidas ja sein.
      die beweislast liegt aber dennoch bei ihnen! adidas muss nachweisen, dass der schaden/materialfehler beim zeitpunkt des kaufs noch nicht vorhanden war.

      bei den schuhen die ich gekauft hab (F50 + TRX FG) war kein infozettelschen dabei, dass die schuh eaufreissen könnten. und bei einem spitzenmodell sollte man rechnen dürfen, dass sie nicht bereits nach 100 betriebsstunden entsorgt werden müssen.
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.190
      Original von Tandor1973
      Die Gewährleistung muss dir nicht Adidas geben sondern der Händler.

      Kann der dir nicht beweisen das du den Schaden verursacht hast muss er dir die Dinger umtauschen oder reparieren. Gegenüber Adidas hast du nur Rechte im Rahmen von deren Garantiebedingungen wenn es die bei solchen Schuhen gibt.

      Wie die konkreten Erfolgsaussichten aussehen kann ich dir nicht sagen, aber Ansprechpartner ist auf jeden Fall der Händler.
      jop, das hab ich im nachhinein auch in erfahrung gebracht.

      könnte es ein problem sein, dass ich sein angebot (nächste fussballschuhe zum halben preis) bereits angenommen hab? gilt das so als art "aussergerichtliche einigung"? :f_frown:
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.190
      push

      noch irgendwelche ratschläge bzw. erfahrungen mit dem adidas- kundenservice?

      dann geb ich auch schon ruh ;)
    • marc0506
      marc0506
      Bronze
      Dabei seit: 03.02.2006 Beiträge: 8.241
      alter, du hast den schuh 5 monate gespielt...
      was erwartest du denn??
      wenn er dir in den ersten paar wochen kaputt geht, ok. aber nach 5 monaten regelmässiger nutzung (die unterstelle ich dir einmal, wenn du so einen guten schuh kaufst wirst du ihn auch brauchen/nutzen) sind sportschuhe (insbesondere fussballschuhe) halt nun mal hart abgerockt... klar, wenn du glück hast hält er länger, finde es jetzt aber net sooo ungewöhnlich....
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.190
      die gewährleistung ist aber nu nmal 6 monate... generell gilt bei fußballschuhen eine lebensdauer von einer saison oder einem Jahr. dies wurde auch in einer unabhängigen studie von stiftung warentest im heft 6/2004 bestätigt.

      hochgerechnet wurden die schuhe aber nur 100h genutzt. und das ist bei einem schuh dieser preisklasse eindeutig zu wenig...
    • Razorlight87
      Razorlight87
      Black
      Dabei seit: 29.01.2006 Beiträge: 7.902
      Original von marc0506
      alter, du hast den schuh 5 monate gespielt...
      was erwartest du denn??
      wenn er dir in den ersten paar wochen kaputt geht, ok. aber nach 5 monaten regelmässiger nutzung (die unterstelle ich dir einmal, wenn du so einen guten schuh kaufst wirst du ihn auch brauchen/nutzen) sind sportschuhe (insbesondere fussballschuhe) halt nun mal hart abgerockt... klar, wenn du glück hast hält er länger, finde es jetzt aber net sooo ungewöhnlich....
      Das habe ich mir beim Lesen auch gedacht.
      Aber ich kann deinen Ärger schon gut nachvollziehen. Die Schuhe sind schweineteuer und die Verarbeitung dagegen oftmals mies. Bei den Predator sind mir regelmäßig beim rechten Fuß vorne links der Schuh eingerissen und der Dreck hat sich nach 3-4 Monaten darunter gesammelt. Vor ein paar Jahren wars noch kein Problem - zum Händler gegangen, er hat sie eingeschickt und dann gabs ein paar neue. Seit 2-3 Jahren ist das laut dem Händler (und der ist super kulant normal) jedoch von Seiten Adidas nicht mehr so leicht möglich, und man kann die Schuhe nur nochmal ankleben. Nach 1-2 mal benutzen hat man dann das selbe Problem wieder.

      Der Test von der Stiftung Warentest beweist imo leider auch reichlich wenig, da es ein Unterschied ist, ob du 6 Monate auf nem Hartplatz, Kunst- (die sich ja auch je nach Verarbeitung stark voneinander unterscheiden) oder Naturrasen spielst. Dazu trainieren manche 6 mal die Woche, die anderen ein mal.

      Bin jetzt auf die Adipure umgestiegen. Top Verarbeitung und billiger. Die Predator sind irgendwo nur noch Abzocke.
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.190
      am meisten ärgert es mich, wie das adidas-kundeservice auf meine reklamation reagiert.
      ein standardbrief über "ungewöhnlich hohen abrieb der noppen", der nur durch "individuelle bewegungsweise mit überstraoazierung des material" entstanden sein kann, blabla
      tolle ferndiagnose.

      ich spiele seit je her mit adidas-schuhen, und jedes modell hat > 1 saison durchgehalten. oftmals hat sich zwar die naht nach einigen monaten etwas gelöst und dreck hat sich angesammelt (wie du beschrieben hast), dadurch wurde der schuh aber nicht unbrauchbar.

      absolut klar, dass ein vollprofi den schuh mehr strapaziert als ein hobby-spieler. ich bin aber kein profi, und demnach müsste ein profi-schuhmodell länger als 5 monate halten ;)
    • marc0506
      marc0506
      Bronze
      Dabei seit: 03.02.2006 Beiträge: 8.241
      was erwartest du denn von nem kundenservice?
      die bekommen einen 5 monate alten, abgerockten schuh geschickt...
      habe während dem studium in nem sportgeschäft gejobbt. was die leute reklamieren ist echt der hammer. ein sportschuh kann nach 5 monaten regelmässiger nutzung kaputt gehen. das ist nun mal einfach so! wenn du glück hast hält er natürlich länger.
      kauf dir nen neuen, am besten nächstes mal ein günstigeres modell, dann tut's nicht so weh, wenn er hinüber ist.
    • hendr1k
      hendr1k
      Bronze
      Dabei seit: 15.01.2007 Beiträge: 6.169
      Ich hab auf meine Fußballschuhe immer 1 Jahr Garantie.

      Sind sie vorher kaputt, bekomme ich das Geld wieder oder Neue.

      Zahlt der Händler, der wird die Schuhe dann wohl zurück schicken, mir aber uach egal.
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.190
      Original von marc0506
      ein sportschuh kann nach 5 monaten regelmässiger nutzung kaputt gehen. das ist nun mal einfach so!
      jop, das kann er. aber solang der schaden innerhalb der gewährleistungsfrist von 6 monaten entstanden ist, ist davon auszugehen, dass der fehler bereits zum zeitpunkt des kaufs vorhanden war (rechtlich gesehen). und dass genau das nicht der fall ist, hat innerhalb der gewährleistung der hersteller bzw. händler nachzuweisen.

      nach 6 monaten erfolgt die beweislastumkehr, dh ich muss nachweisen dass der fehler bereits beim kauf vorhanden war.
      die gewährleistung ist zum schutz des kunden, da sich die wenigsten einen sachverständigen wegen einem paar schuhe leisten werden.

      adidas muss also nachweisen, dass der schaden beim kauf noch nicht vorhanden war. und dabei reichts nicht, dass sie einen 0815-brief ausschicken. ;(
    • Robert0BlankO
      Robert0BlankO
      Bronze
      Dabei seit: 25.03.2007 Beiträge: 4.753
      wenn jemand 5 Monate damit auf Kunstrasen spielt ist es kein Wunder das er kaputt geht, weder du kannst nen Beweis erbringen noch der Händler also würd ich das Angebot annehmen. Hatte früher auch immer Adidas oder Nike und jeder Schuh is nach ner Saison kaputt gewesen obwohl ich ausschließlich auf Naturrasen gespielt hab, seit diesem Jahr hab ich Nomis und bin voll zufrieden, bessere Passform, robusteres, stabileres und qualitativ hochwertigeres Leder.

      http://www.shopnomis-de.com Seite ist atm down weil sie aktualisiert wird
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.190
      man könnte schon nachweisen, auf welchem untergrund der schuh benutzt wurde. es gibt garantiert statistische werte für den durchschnittlichen abrieb auf den verschiedenen belägen. adidas stellt mit sicherheit untersuchungen in die richtung an.

      und wenn ich anstatt des lapidaren briefs eine schlüssige erklärung bekomme (der durchschnittliche abrieb ist X, der abrieb ihrer noppen ist y, y>x, etc.) akzeptiere ich die auch. vl bin ich ja echt ein krüppel und alle fussballschuhe gehen bei mir in die knie... :D

      E: die nomis werd ich mir mal anschaun
    • yogiii
      yogiii
      Bronze
      Dabei seit: 01.09.2006 Beiträge: 2.791
      wieso ist der Händler der Ansprechpartner?
      der Handel ist weder Erfüllungs- noch Verrichtungsgehilfe des Herstellers und ihn trifft auch keine Kontrollfunktion?!

      möchte jetzt ungern im Skript nachschauen, aber das war u. a. Thema in meiner Zivilrecht II Klausur im letzten Semester
    • feinheit
      feinheit
      Bronze
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 4.190
      bitte klär mich in der hinsicht auf, ich besitz da leider eh nur halbwissen über 4 ecken!

      ich dachte mein vertragpartner ist alleine der händler, und der wiederum kann sich an den hersteller wenden.
      ich bin den händler eigentlich umgangen (er hat mir ja bereits eine kulanzlösung angeboten) und möchte nun direkt von hersteller eine entschädigung. ob das so klug ist bin ich mir ohnehin nicht im klaren...
    • yogiii
      yogiii
      Bronze
      Dabei seit: 01.09.2006 Beiträge: 2.791
      Original von feinheit
      ich dachte mein vertragpartner ist alleine der händler, und der wiederum kann sich an den hersteller wenden
      genau solche endlosen Klage-Regress-Wellen sind nicht gewollt.
      Ich guck nachher mal was ich noch finde



      /edit:
      Warum kommt eine vertragliche Haftung des Handels für
      fehlerhafte Produkte in aller Regel nicht in Betracht?
      Relevante Informationen für die Beantwortung der Frage:
      1. Den Handel trifft kein Verschulden
      2. Der Handel hat keinen Einfluss auf den betrieblichen Produktionsprozess
      3. Der Hersteller bringt das fehlerhafte Produkt in den Verkehr, nicht der Handel
      4. Hersteller nicht Erfüllungsgehilfe des Händlers
      5. Keine allgemeine Untersuchungspflicht des Handels auf die Fehlerhaftigkeit eines
      Produktes
      6. Der Hersteller ist nicht Verrichtungsgehilfe des Handels
      Mögliche Haftungsansprüche gegen den Händler
      1. Vertragliche Ansprüche wegen Pflichtverletzung
      a. Pflicht zur Kontrolle nicht gegeben – Funktionswidrig
      b. Hersteller nicht Erfüllungsgehilfe des Handels
      2. Deliktische Ansprüche wegen Verschulden
      a. Auch hier: keine Untersuchungspflicht
      b. Für Fremdverschulden: Hersteller nicht Verrichtungsgehilfe
      i. Kein Mitarbeiter mit persönlicher Abhängigkeit
      3. Vertragliche Ansprüche wegen Garantie
      a. Folgen: unbedingte Bereitschaft und das Versprechen weitreichende Folgen
      für das Fehlen einer Eigenschaft in Kauf zu nehmen
      b. Marketingaussagen und Werbebotschaften sind keine verbindl
      c. Widerspruch: Nutzungsinteresse <> Integritätsinteresse
      d. Würde einer Gefährdungshaftung gleich kommen
      e. Handel produziert nicht und bringt nicht in Verkehr
      f. Zur damaligen Zeit nicht erkennbare Fehler in der PRod. zu haften
      Ø Handel falscher Adressat
      Ø Schuldrechtsmodernisierung: Gewährleistungsansprüche (<> Garantie)
      Regresskonstruktion
      - Folge = Klagewelle
      - AGB gewährleistet Recht des Stärkeren durch Haftungsausschluss
      - Tragen des Insolvenzrisiko des folgenden Vorlieferanten
      - Regelmäßig würde der falsche getroffen werden

      das habe ich auf die schnelle in digitaler Form von der damaligen Klausurvorbereitung noch gefunden
    • yogiii
      yogiii
      Bronze
      Dabei seit: 01.09.2006 Beiträge: 2.791
      noch was besseres aus unserem Uni-Forum

      Haftung des Handels bei fehlerhaften Produkten

      3 Haftungsgrundlagen:
      ● vertraglichen Ansprüchen aus Pflichtverletzungen bei Verschulden gem. BGB
      §280 Abs.1
      ● deliktische Ansprüche gem. BGB §§823ff bei Verschulden
      ● vertragliche Ansprüche die verschuldensunabhängig ist, durch Übernahme einer
      Garantie

      Vertragliche Ansprüche:
      ● Haftung aus vertraglichen Ansprüchen wegen Pflichtverletzung
      Scheitert, weil der Handel keine Untersuchungspflich hat. Es reicht eine
      oberflächliche Kontrolle.
      ● Haftung wegen Fremdverschulden des Produzenten gem. BGB §278
      (Erfüllungsgehilfe)
      Scheitert, da der Hersteller kein Erfüllungsgehilfe des Handels ist

      Deliktische Ansprüche:
      ● Prüfpflicht im Sinne des BGB §823 in Verbindung mit dem BGB §276
      Scheitert, weil der Handel keine Untersuchungspflicht hat.
      ● Haftung für den Verrichtungsgehilfen gem. BGB §831
      Scheitert, da der Hersteller kein Verrichtungsgehilfe des Handels ist.
      Verschuldensunabhängige Vertragliche Ansprüche
      ● Haftung wegen der Übernahme einer Garantie

      Garantie: Unbedingte Bereitschaft, die Gewähr für das Vorhandensein einer
      Eigenschaft zu übernehmen und zwar verbunden mit der weitreichenden
      Versprechung, für alle Folgen auch schadensrechtlich einzustehen.
      Allgemeine Werbebotschaften oder produktspezifische Marketingaussagen sind
      keine Garantieversprechen.

      Eine Produkthaftung des Herstellers kommt somit regelmäßig nicht in Betracht


      Bewertung der Nichthaftung des Handels
      1) Eine Haftung des Handels wäre funktionswidrig
      Nicht der Handel sondern der Produzent bringt eine Ware in den Verkehr. Eine Haftung des Handels würde daher den falschen treffen.

      2) Prinzipielle Rechtsbedenken gegen die Haftung des Händlers
      Um eine Händlerhaftung zu begründen müsste er verschuldensunabhängig
      immer haften. Auch bei z.B. Konstruktionsfehlern. Das würde die Trennung
      zwischen Verschuldens- und Gefährdungshaftung aufheben. Da eine Haftung
      ohne Verschulden und ohne Kontrolle über das eigentliche Produkt vorläge.

      3) Haftung durch großzügige Auslegung einer Garantiehaftung
      Das würde das Prinzip der Trennung von „Nutzungsinteresse
      (Äquivalenzinteresse)“ und „Integritätsinteresse (Sicherheitsinteresse)“
      bedeuten

      Der Handel muss die vertragliche Gewährleistung befriedigen und ist damit für
      das Nutzungsinteresse zuständig.
      Der Produzent muss die deliktische Haftung für dein Produkt übernehmen und
      ist damit für das Integritätsinteresse zuständig.

      4) Händler müsste sich sich ihr Geld jeweils durch Regress bei ihrem jeweiligen
      Großhändler zurück holen
      Bei Verbrauchsgütern besteht ein Anspruch des Händlers auf Rückerstattung der
      Kosten gegen den Produzenten bei Inanspruchnahme der Gewährleistung durch seine Kunden. (seit 10.01.2002)
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