Frage zu Einsteiger-Strategieartikel

    • 2P4U
      2P4U
      Bronze
      Dabei seit: 07.03.2009 Beiträge: 27
      Hallo zusammen!

      Ich arbeite gerade die Startegie-Artikel zu SnG-Turnieren durch und habe da eine Frage. Und zwar geht es um Draws.

      Im Einsteiger-Artikel steht folgendes (ich kopier es mal hier rein, damit Ihr nicht bei den Strategie-Artikeln rumsuchen müsst):


      "Draws nicht spielen

      Anders sieht es aus mit so genannten Draws, unfertigen Blättern, die noch eine gute Karte am Turn oder River brauchen, um zu einem starken Blatt wie einem Flush oder einer Straße zu werden.

      Diese solltest du in der frühen Phase und auch mittleren Phase nicht spielen. Das ist etwas kontraintuitiv, doch ergibt durchaus Sinn, wenn du dir wieder in Erinnerung rufst, dass in einem Turnier ein Chip, den du verlierst, mehr wert ist als ein Chip, den du gewinnst.

      Viele Einsteiger haben ein Problem damit so etwas wie einen Flushdraw, eine Chance auf einen Flush, wegzulegen. Lauf nicht in diese Falle. Besonders in der frühen Phase eines Turniers kann es eine tödliche Entscheidung sein, eine größere Menge Chips in ein solches Blatt zu investieren, obwohl man es in einem Geldspiel ohne zu Zögern tun würde.

      Es lohnt sich deshalb nur sehr selten, mit einem Blatt, das noch kein gutes Paar oder besser ergibt, Chips zu investieren. Es gibt Ausnahmen für diese Regel, die du nach Bestehen des Quiz in der Bronzesektion kennen lernst."


      Ok, habe ich soweit verstanden.
      Jetzt sehe ich aber im Bronze-Strategie-Artikel folgendes Praxisbeispiel:


      OESD IN DER FRÜHEN PHASE
      Chipstände:
      Button (t1500)
      Hero (t1500)
      BB (t1500)
      UTG (t1500)
      UTG+1 (t1500)
      MP1 (t1500)
      MP2 (t1500)
      MP3 (t1500)
      CO (t1500)

      Preflop: Hero is SB with Q :heart: , K :heart:
      UTG calls t20, 2 folds, MP2 calls t20, 3 folds, Hero completes, BB checks.

      Flop: (t80) 5 :club: , T :club: , J :spade: (4 players)
      Hero checks, BB checks, UTG bets t60, MP2 calls t60, Hero calls t60.

      Kommentar:
      Am Flop hat Hero einen OESD mit 8 Outs. Das bedeutet, er vollendet die Straße am Turn zu 17%. Die Odds stehen also ca. 5:1. In einen Pot von t200 muss Hero t60 zahlen, also ca. 3:1.

      Allerdings kann er sich gegen 3 Gegner die A :club: und 9 :club: als Outs bis zu einem gewissen Grade nicht mehr anrechnen, da die Möglichkeit eines Flushdraws beim Gegner besteht. Aus diesem Grund könnte man noch mit 7 Outs rechnen.

      In diesem Fall würde Hero in einem von 7 Fällen die Straße am Turn vollenden. Allerdings sind die 60 Chips nur ein Bruchteil von Heros Stack und da er sicherlich noch mehr Chips gewinnen kann, sollte er hier den Einsatz mitgehen.


      Warum muss Hero hier den Einsatz mitgehen? Wenn ich es richtig verstanden habe, haben wir mit einem OESD acht Outs. Da aber bereits zwei :club: auf dem Board liegen, müssten wir doch zwei Outs discounten, nämlich A :club: und 9 :club: , richtig? Aber dann haben wir doch nur noch sechs reine Outs, die uns eine Straight ermöglichen.
      Wenn wir jetzt die Odds zum Turn berechnen kommen wir auf 47-6=41 -> 41:6=ca.7:1. Die Pot-Odds betragen aber bloß ca. 3:1. Ist das nicht -ev?
      Klar, 60 Chips sind nicht viel im Vergleich zu Heros Stack, aber auf der anderen Seite wird im Einsteiger-Artikel klar gesagt, dass in einem Turnier ein Chip, den man verliert, mehr wert ist als ein Chip, den man gewinnt. Warum also an dieser Stelle ein Risiko eingehen, anstatt auf eine bessere Situation zu warten?
      Habe ich da irgendetwas überlesen oder gar falsch verstanden? Ist das eine der o.g. Ausnahmen?

      Über Antworten würde ich mich sehr freuen!

      Gruß
      2P4U
  • 2 Antworten
    • eagle2007
      eagle2007
      Bronze
      Dabei seit: 16.11.2007 Beiträge: 23.025
      1. odds discounten heißt ja nicht, dass man sie komplett rausnehmen muss sondern nur zu einem teil. deswegen werden aus 8 outs 7 statt 6.

      2. hat hero 2 overcards..die man zwar nicht wirklich anrechnen sollte. aber mit denen man wenn man billig zum showdown kommen kann, den auch ab und zu mal gewinnen kann.

      3. kannst du dir falls du deinen draw hittest noch gute implied odds geben.

      4. ist es ein marginaler teil deines stacks und hier kommen wir wohl zum wichtigsten punkt. falls der pot schon ~200 groß wäre. und du müsstest jetzt 160 nachzahlen sieht das ganz häufig schon anders aus.


      zusammengefasst. draws sollte man sehr vorsichtig spielen und wenn man sich nicht sicher ist, ist es auch erstmal kein fehler sie nicht zu spielen. wenn man dann aber die limits aufsteigt muss man sich auch ab und zu überlegen, ob es nicht an der ein oder anderen stelle auch sinn macht einmal zu peelen etc.
    • 2P4U
      2P4U
      Bronze
      Dabei seit: 07.03.2009 Beiträge: 27
      Hallo eagle2007!

      Vielen Dank für Deine Antworten! Das mit den discounted outs war mir vorher nicht so bewusst und die Overcards habe ich tatsächlich völlig außer acht gelassen.
      Ok, so macht es natürlich durchaus Sinn mal zu peelen.

      Danke, Du hast mir sehr geholfen!

      Dann büffel ich mal weiter...
      Gruß
      2P4U