HU: Adaption gegen superlighte 3-better Preflop

    • OnkelHotte
      OnkelHotte
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 18.443
      Hi Leute, eine Frage:

      Hab gestern auf einer "Crapseite" 30/60 HU gegen nen Typen gespielt, den man wohl als Reg bezeichnet, weil er auf Gegner an den Tischen wartet. Note: Es gibt kein Cap dort im HU.

      Seine Strat war wohl darauf ausgelegt, im BB SUPERviel zu 3 betten, offenbar ging er davon aus, dass die Gegner im average darauf zu weak reagieren.

      Er hat das wirklich krass gemacht, bestimmt 6 von 10 Hände im BB 3 bettet (Am SD hab ich einmal 74o gesehen). Außerdem wurde für mich auch recht schnell klar, dass er SD-Hände nur called, da ich mehrmals Ax (A3o,A4o) gesehen habe, wenn er nur gecalled hat im BB. Alles Valuemäßige hat er auch 3 bettet (z.B AJ, AQ, AK) Ich muss zugeben, dass ich dagegen fast noch nie gespielt habe und nicht ganz sicher war, was die beste Adaption ist.
      Postflop war er nicht dumm.
      Contibet Flop hat er fast immer gemacht, am Turn dann eine für mich nicht genau ausmachbare Mischung aus Valuebets, Bluffbets, C/C mit SD-Value oder auch mal C/F (meistens dann, wenn das Board bricked ist).
      Außerdem war er recht passiv. Hat auf Gegenwehr meist nur runtercalled, sogar Top Pair auf Raise Flop einmal. Außerdem glaube ich auch, dass er Gears switched und schon weniger 3 bettet, wenn mehr 4 bets kommen.

      Meine Adaption dagegen war:
      - Preflop was tighter raisen, etwas mehr folden.
      Normalerweise raise ich so ~85% Preflop:
      22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J2s+, T2s+, 92s+, 82s+, 72s+, 62s+, 52s+, 43s, A2o+, K2o+, Q2o+, J2o+, T2o+, 95o+, 85o+, 75o+, 64o+, 54o

      Ich bin dann einfach so auf 78% zurückgegangen: 22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J2s+, T2s+, 92s+, 82s+, 73s+, 63s+, 52s+, 43s, A2o+, K2o+, Q2o+, J4o+, T5o+, 95o+, 85o+, 75o+, 65o

      Hab aber eigentlich keine Ahnung, ob das überhaupt gut ist? Soll man dem nur wegen der looseness öfter den Button schenken?

      - Preflop unpolarisiert for Value 4 betten:
      Ich hab dann eine Range in etwa so einfach 4 bettet: 33+, A2s+, K9s+, Q9s+, J9s+, T9s, A2o+, KTo+, QJo

      Ich hatte Anyace drin besonders wegen dem Read, dass er Postflop eher passiv ist (wenig blufft) und da er meist Non-SD Hände 3 bettet.

      Meine Fragen: Was haltet ihr davon? Wie adapted ihr gegen sowas?

      Weitere Frage: Bin hier oft unsicher, wie man verfahren soll, wenn man hittet.

      Beispiel Hero 95s raise, er 3 bettet. Flop J94
      Raise Flop? Raise Turn gute Karten?
      Oft gings dann so raise Flop, Turn 6, er C/C, River K check Hero bets, villain Call KTo.

      oder Hero Q3s raise, Villain 3 bets, Flop 348
      Raise Flop? Calldown? Er war wie gesagt Postflop eher passiv.

      Danke für den Rat aller HU-Experten :-)
  • 7 Antworten
    • Nani74
      Nani74
      Black
      Dabei seit: 15.12.2005 Beiträge: 12.416
      Rein gefühlsmäßig ohne mathematische Grundlage, spiele ich preflop etwas tighter. Aber bluffe häufiger am Turn und River mit BLuffraises, weil er selber da oft nichts/wenig hat und am showdown nicht zeigen will dass er crap preflop 3bettet. Das funktioniert natürlich unr in erster Instanz bis er gemerkt hat dass ich gemerkt habe dass er crap 3bettet also oft genug zum showdown gegangen ist. dann adapte ich auf seine adaption, die unterschiedlich ausfallen kann. aber das ist ja nicht mehr das thema hier.
    • frib
      frib
      Bronze
      Dabei seit: 26.08.2006 Beiträge: 3.268
      Das Problem kenn ich.. ;)

      Allerdings habe ich bisher noch nie einen derart passiven Gegner postflop gehabt, wenn er schon pf so rumgeballert hat.

      Außerdem scheint dein Gegner ja auch nicht dumm gewesen zu sein, d.h. er ballert nicht einfach weiter rum, egal was du machst (hat Nani ja schon angesprochen), d.h. man kann wohl erstmal sagen, wie man anfangs drauf reagieren sollte.


      Ich spiele z.Z. gegne solche Typen 3 Adapts (natürlich auch kombinierbar):
      1. Limpen preflop. 1. Ist dann der Pot am Flop kleiner als nach seiner 3Bet und 2. adapten viele Gegner gegen sowas einfach unglaublich schlecht

      2. Viel Cappen. Hast du ja selbst schon geschrieben.

      3. Postflop Bluffen. Gerade gegen solche Ranges hat man halt viel FE, weil die viele Boards verfehlen. Wenn du noch weißt, dass er Ax oft nur callt, umso besser, weil er dann ja ne polarisertere Range hat
    • gendeLic
      gendeLic
      Black
      Dabei seit: 06.07.2006 Beiträge: 743
      Original von OnkelHotte
      Meine Adaption dagegen war:
      - Preflop was tighter raisen, etwas mehr folden.
      Normalerweise raise ich so ~85% Preflop:
      22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J2s+, T2s+, 92s+, 82s+, 72s+, 62s+, 52s+, 43s, A2o+, K2o+, Q2o+, J2o+, T2o+, 95o+, 85o+, 75o+, 64o+, 54o

      Ich bin dann einfach so auf 78% zurückgegangen: 22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J2s+, T2s+, 92s+, 82s+, 73s+, 63s+, 52s+, 43s, A2o+, K2o+, Q2o+, J4o+, T5o+, 95o+, 85o+, 75o+, 65o

      Hab aber eigentlich keine Ahnung, ob das überhaupt gut ist? Soll man dem nur wegen der looseness öfter den Button schenken?
      Ich denke nicht, dass es gut ist gegen den von dir beschriebenen Gegnertypen am Button(SB) tighter zu werden.

      Aus folgenden Gründen, denn egal welche Hand er 3betet wir sind IP, egal welche Hand er 3betet wir haben super odds, weiters verbleibt er auf Gegenwehr passiv so wie du das zumindest beschreibtst können wir nahe zu perfekt postflop gegen ihn spielen. Ich weiß zwar nich wie durchsichtig seine Range ist bzw. im Laufe der Hand noch deutlicher wird, aber allein die Tatsache das er passiv bleibt würde mir reichen, die ohne hin schon nicht so loose range nicht noch kleiner zu machen.

      Hm, ich bin mir nicht sicher wie relevant die Sachen wirklich sind, aber für die anderen Fragen sind meiner Meinung nach zuviel Faktoren außer Acht gelassen worden. Denn was macht er mit den Händen die er nicht 3betet oder mit den Händen die er zwar 3beten, aber gegen die du gecappt hast? Folded er noch viel preflop, von den Händen die er nicht 3betet(fällt imho noch zu SB OPEN range von uns hinein), falls er die alle callt wieviel davon kommt flop turn weg? Wie verhält sich das gleiche mit den Händen die er nur gegen deinen CAP callt? Letztere Frage würde ich auch für meine CAP-Range in Betracht ziehen da er ja es ja für deine Range egal was drinnen ist ja FE geben muss, wenn er passiv ist und A high/SD hands manchmal nur callt am Flop.

      Original von OnkelHotte
      Beispiel Hero 95s raise, er 3 bettet. Flop J94
      Raise Flop? Raise Turn gute Karten?
      Oft gings dann so raise Flop, Turn 6, er C/C, River K check Hero bets, villain Call KTo.

      oder Hero Q3s raise, Villain 3 bets, Flop 348
      Raise Flop? Calldown? Er war wie gesagt Postflop eher passiv.
      1) Raise Flop? Raise Turn? Hängt denk ich davon, ab wie er sich postflop mit seiner 3bet range verhält. Heißt passiv er barrelt den Turn nicht 100% mit seiner 3bet range? Falls nicht mit was nicht? Falls schon würd ich eigentlich meist zum Turn delayen, mit Sachen die du vorhast zu raisen.

      2) Davon ausgegangen das wir auf Gegenwehr leichtes Spiel haben. Wäre es mal interessant wie loose(reicht J3 bis K high vs. Q3+???, falls er mit K high überhaupt zu 100% geht) er zum SD gehen muss damit wir einen Raise und 2 valuebets gegen seine 3bet-Range haben.
      Ich denke eine Analyse in die andere Richtung, also wie loose wir zum SD gehen können gibt es in den Strategyartikel. Bin mir nicht sicher, ob die andere Seite so genau unter die Lupe genommen wurde.


      @frib ich habe das mit dem Limpen noch nie ausprobiert, aber mich würde interessieren wie sich dein "game plan" ändert, wenn du die Strategie anwendest? Spielst du dann auch limp/3bet oder was limpst du nicht und CAPst du dann? Limpst du dann alles oder genauso viel wie du open raisen würdest oder gar weniger? Ich habe da noch nie ein ordentliches Konzept gesehen oder zumindest "vorbegründet" und ich denk auch postflop ändert sich da einiges. Ich mein klar hängt auch viel davon ab, wieviel der Gegner dann gegen deine limps raised, aber ich denke ich würde mich mit Limpen die meiste Zeit selbst ausspielen und nicht ich denn Gegner o0
      Ich weiß es gibt denk ich genau 1 Video, wo DeathDonkey die Strategie anwendet, aber mir kam es dort sehr undurchsichtig vor.
    • schiep
      schiep
      Black
      Dabei seit: 11.04.2006 Beiträge: 13.601
      Normalerweise finde ich gegen notorische 3better die Adaption, Preflop etwas tighter zu werden und evtl. mit completen anfangen(aber nur wenn du es halbwegs beherrschst, gutes completen ist sehr tough, ich habe mich selbst nie damit beschaeftigt), gut.

      Dein Gegner hat aber das Leak, dass er es anscheinend gut findet, SD-Haende wie A5o nur zu callen und Semitrash zu 3betten.
      Gegen diesen Gegner wuerde ich vielleicht nur eine ganz kleine Spur tighter werden und nicht completen. Ich wuerde loose heruntercallen und sehr viele Flops (als Bluff) raisen, eben aufgrund seiner leicht polarisierten 3-Bet Range, wobei du natuerlich auch recht haeufig zum Turn delayen solltest, damit dein Flopcall nicht allzu schwach wird. Trotzdem widerspreche ich damit gendelic ein wenig, da ich ja eher geneigt bin, sehr oft direkt am Flop Action zu geben - ist einfach meiner Meinung nach guenstiger/einfacher, wenn man dauernd bluffen will. Einfacher deshalb, weil villain anscheinend kein stetiger Turnbetter ist, nachdem er Preflop ge3bettet hat, sondern viele Checks eingebaut hat. Wenn man glaubt, man kann ihn gut ownen, weil man in etwa weiß, was er bei welchen Boardtexturen am Turn checkt, kann man sich natuerlich in das Levelspiel einlassen und sehr turnlastig spielen.
      Dann halt schauen, wie er adaptet, ob er dann anfaengt, A7o type hands doch zu 3betten und/oder gegen deine Moves gegenmovt. Wenn er naemlich nicht tut, wird er schon ziemlich geownt
    • OnkelHotte
      OnkelHotte
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 18.443
      @Gendelic: Danke für die Antwort. Ich hab die ganzen Infos auf deine Fragen leider nicht gehabt. Session war ja nicht lang, ich hab halt gesehen:

      - >50% Preflop 3bet
      - Hände wie 74o dabei
      - A high Hände 2 mal am SD gesehen und nur gecalled
      - Gefühlt recht niedrige turnbetfrequenz
      - Relativ passiv: TP auf Raise Flop nur Calldown und TP T Kicker Hit am River nur C/C

      @Schiep: Danke für die Tipps!
    • notgambling
      notgambling
      Black
      Dabei seit: 05.09.2006 Beiträge: 856
      Es kommt auf den Gegner an wie man adapten soll. Muss man ausprobieren. Manche spielen schelchter wenn anfängt zu limpen.
      Sonst würde ich eher anfangen ligher zu 4betten. Auf deine hände würde ich midlepair eher am turn raisen, kommt auf den kicker an und bottompair würde ich eher am flop raisen. Wenn er den turn zu wenig ballert, dann raise ich alles direkt am flop jedes pair, jeden draw.
      Ist nicht immer einfach sowas aus der Ferne zu sagen, kommt immer auf den gameflow, den Gegner, wer das Momentum hat usw.
    • OnkelHotte
      OnkelHotte
      Black
      Dabei seit: 16.01.2005 Beiträge: 18.443
      Original von notgambling
      Ist nicht immer einfach sowas aus der Ferne zu sagen, kommt immer auf den gameflow, den Gegner, wer das Momentum hat usw.
      Naja, das Momentum hatte er und den Gegner + Gameflow habe ich ja bereits geschrieben^^