Spielvolumen im DS

    • IronPumper
      IronPumper
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 03.01.2008 Beiträge: 14.838
      Hi!

      Jeder kennt den sicherlich sinnvollen Rat im DS kürzere Sessions zu spielen und Sessions auch öfter beenden, wenn man paar Stacks down geht (badBeats, Coolers, Unzufriedenheit mit Entscheidungen...) und destruktive Gedanken ins Gehirn schießen:

      zb.:

      "Wie lang soll das noch so gehn?"
      "Danke FTP^^"
      "Geil, schon wieder..."
      Gedanken an die BR/Resultate

      Gerade während einem lämgerem DS macht es eben dann Sinn seine Psyche zu schützen, Sessions zu beenden/verkürzen und was anderes zu machen (Theorie oder pokerfremde Ablenkung/Aktivitäten).

      Ein Zwiespalt seh ich jedoch in den eigenen Zielsetzungen bzgl. dem Spielvolumen.
      Wenn man Poker nur als Hobby betreibt, dann ist es egal.
      Wenn man jedoch ernsthafte Absichten hat, dann nicht.

      Wie lösen solch Problematiken hier erfahrene leute, für die Pokern eben auch en Job ist?
      Die einzige Technik, die ich hier kenne ist, dass man im Upswing mehr Volumen reinhaut -> Ausgleich...

      Würde mich über einen Austausch freuen.

      Lg,
      IronPumper =)
  • 8 Antworten
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Hallo IronPumper,

      anscheinend sind unsere Diamanten alle im Weihnachtsurlaub... :D

      Ich bin vielleicht nicht kompetent genug, weil ich nicht hauptberuflich pokere und das in absehbarer Zeit auch nicht anstrebe. Dennoch versuche ich eine Antwort.

      Wie eigentlich alle Entscheidungen beim Poker ist es eine Frage der realistischen Einschätzung des Erwartungswerts.

      • Wie hoch schätzt du unter normalen Verhältnissen deine Edge gegenüber der Konkurrenz auf den von dir gespielten Limits ein?

      • Wie hoch schätzt du die Gefahr ein, in den von dir beschriebenen Situationen auf Tilt zu gehen und damit (so vermute ich mal) deine Edge einzubüßen?


      Der Rat, in einer Verlustphase weniger und kürzer zu spielen, beruht ja auch auf der Überlegung, dass das Spiel unter Tilt einen negativen Erwartungswert hat. Die Entscheidung für eine Pause ist demgegenüber besser (EV=0).

      Wenn du in Phasen, in denen du dich gut fühlst, dein Spielvolumen vergrößerst, ist das natürlich ein Ausgleich. Das funktioniert aber nur so lange, wie du dich nicht überanstrengst, weil sonst deine Edge tendenziell wieder sinkt.

      Ansonsten sehe ich zwei Möglichkeiten, die zusammen gehören:

      • Du weißt als erfahrener Spieler um die Varianz und ihre Auswirkungen. Du weißt aber auch um dein eigenes Können. Mit diesem Wissen muss es dein Ziel sein, dass kurzfristige Ergebnisse dein Spiel weniger beeinflussen. Emotionen kannst und sollst du nicht abschalten (ich glaube, dass ein emotionsloser Pokerspieler nicht gut spielen würde). Du kannst aber die Emotionen akzeptieren (du weißt ja, wodurch sie ausgelöst werden), ohne dass sie dich überwältigen müssen. Evtl. reicht es ja auch, einmal zwei Orbits auszusetzen.

      • Du nimmst es ein Stück weit hin, dass du zum Zweck der mentalen Prävention in gewissen Phasen weniger spielst. Das ist ja, wie oben gezeigt, im Grunde eine souveräne +EV-Entscheidung.


      Vielleicht erhältst du ja hier noch Rat von Mitgliedern, die persönlich näher an deiner Situation dran sind. In jedem Fall wünsche ich dir viel Erfolg!
    • IronPumper
      IronPumper
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 03.01.2008 Beiträge: 14.838
      Auf jeden fall vielen dank schon mal für deinen imo sehr hilfreichen Post.

      Waren auf jeden fall paar wichtige Punkte enthalten - danke! =)
    • gigamasterhammer
      gigamasterhammer
      Bronze
      Dabei seit: 21.05.2009 Beiträge: 1.208
      Hi.

      Also ich verfolge durch das Pokern auch große Ziele und sehe Pokern als meinen Job an.

      Ich persönlich spiele erst einmal jeden Tag für mehrere Stunden zu festen Uhrzeiten. Mir ist es nämlich wichtig, dass ich eine gewisse Routine in meinen Tagesablauf bekomme. Aus Erfahrung und Testen weiß ich, dass meine Konzentration zu den Zeiten, in denen ich spiele, am höchsten ist.

      Ich bin / war in einem heftigen Downswing (über 160 BI Down bei SNGs) und war am Rande des Aufhörens. Nun zu den Sachen, die mir geholfen haben, da durchzukommen:

      1. Ich habe ein großzügiges BRM, so dass ich nie davor Angst hatte, broke zu gehen.
      2. Ich habe meine gesamte restliche Kraft darauf konzentriert, mein Spiel immer weiter zu verbessern, so dass es irgendwann einfach wieder nach oben gehen muss (viele Private Coachings, Hände posten, Sorgenhotline, Arbeiten am Mindset, ständig nach Leaks suchen, etc...)
      3. Während einer Session schaue ich nie auf den Kontostand. Am Ende einer Session schaue ich dann kurz, wo ich stehe und nehme das so hin. Anschließend werte ich dann meine Session aus und schaue, ob ich gut gespielt habe. Wenn ja, dann bin ich zufrieden. Da der Gewinn nur durch gutes Spiel kommt, versuche ich mich im Moment so weit wie möglich vom ergebnisorientierten Denken zu lösen.
      4. In der Zeit des Downswings habe ich größtenteils mein Spielvolumen gehalten. An Tagen, an denen ich absolut keine Lust hatte, hab ich einfach nicht gespielt. An einigen Tagen habe ich auch bewssut weniger Tische gespielt, um zu überprüfen, dass mein Spiel nicht schlechter geworden ist.

      Sobald ich gemerkt habe, dass ich kein A-Game mehr spiele, habe ich weniger gespielt, was mir aber sehr schwer gefallen ist, da ich ja große Ziele mit dem Pokern erreiche will. Um diesen Teufelskreis dann zu durchbrechen gibt es nur eine Lösung: Am eigenen Spiel arbeiten, bin man so gut ist, wie man nur werden kann. Und danach macht man weiter, um noch besser zu werden. Nur so wird man aus meiner Sicht richtig erfolgreich.

      Je mehr du an deinem Spiel arbeitest, desto mehr wirst du realisieren, dass du besser spielst (du weißt, dass du winning player bist) und desto besser kannst du den Downswing als Teil der Varianz akzeptieren.

      Ich würde dir also empfehlen, an deiner Psyche und deinem Spiel zu arbeiten, so dass du so oft wie möglich A-Game spielt. Dann hast du keinen Grund dein Spielvolumen zu senken.

      Ich bin auch noch am Anfang dieses Weges, glaube aber, dass es sich definitiv lohnt, diesen zu gehen...

      Hau rein ;)
    • IronPumper
      IronPumper
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 03.01.2008 Beiträge: 14.838
      Auch dir vielen dank für deinen hilfreichen Comment.

      Ab und an die Tischzahl im DS zu verringern hoert sich gut an (einfach um die Entscheidungen besser überprüfen zu koennen),
    • apple37
      apple37
      Black
      Dabei seit: 05.03.2008 Beiträge: 1.493
      ich gehe nicht davon aus dass dir folgendes hilft, werds hier trotzdem posten.

      bei mir ist es im DS genau umgekehrt, ich erhöhe mein spielvolumen um für den monat noch BE oder was auch immer zu kommen.
      da ich mit der größeren samplesize die varianz wegfällt, hat es bisher auch relativ gut geklappt. wichtig ist das du bei größerem volumen weiter solides spiel spielst und dein spiel nicht schlechter wird.
      das kann ich von meinem leider nicht immer sagen, zu beginn dieser langen spielphasen ist mein spiel immer schelcht, geprägt vom down. erst über die erfolge gewinne ich confidence zurück und dann klappt es auch für die restlichen 40k hände oder so mit dem agame.

      im up spiele ich aber paradoxer weise sehr wenig, da habe ich angst meine winnings für den moant einzubüßen. vll sollte ich mal mehr an meinem mindset arbeiten.
    • IronPumper
      IronPumper
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 03.01.2008 Beiträge: 14.838
      Original von apple37
      ich gehe nicht davon aus dass dir folgendes hilft, werds hier trotzdem posten.

      bei mir ist es im DS genau umgekehrt, ich erhöhe mein spielvolumen um für den monat noch BE oder was auch immer zu kommen.
      da ich mit der größeren samplesize die varianz wegfällt, hat es bisher auch relativ gut geklappt. wichtig ist das du bei größerem volumen weiter solides spiel spielst und dein spiel nicht schlechter wird.
      das kann ich von meinem leider nicht immer sagen, zu beginn dieser langen spielphasen ist mein spiel immer schelcht, geprägt vom down. erst über die erfolge gewinne ich confidence zurück und dann klappt es auch für die restlichen 40k hände oder so mit dem agame.

      im up spiele ich aber paradoxer weise sehr wenig, da habe ich angst meine winnings für den moant einzubüßen. vll sollte ich mal mehr an meinem mindset arbeiten.
      Um ganz ehrlich zu sein, dein Bericht hört sich für mich persönlich nach genau dem an, was ich für mich nicht will und in dem Business bzgl. Professionalität als sehr schlecht erachte - no offense!



      @all:
      Letztendlich denk ich, dass die aller meisten Spieler im Up (idealerweise nur marginal und somit unbemerkt) besser spielen.
      So wird doch hier mehr Dopamin augeschüttet, was einfach Denkprozesse (Schnelligkeit und Intensität) verbessert.


      Demnach sind ev. folgende Techniken während einem längerem DS gut:

      - Spielvolumen leicht verringern (dafür im Up mehr)
      - Tischanzahl leicht reduzieren - zb. von 6 auf 4/5.
    • Thiemo1981
      Thiemo1981
      Bronze
      Dabei seit: 16.09.2006 Beiträge: 3.789
      Ich möchte zu diesem Thema auch ein paar Dinge sagen.
      Erstmal kann ich dir, Ironpumper, pauschal mal "The Poker Mindset" von M. Hilger epfehlen, falls du es noch nicht gelesen hast.
      Genau deine Themen werden auch dort ausführlich diskutiert und wurden für meinem Geschmack auch sehr befriedigend beantwortet / Lösungen bereitgestellt.
      Ich selber spiele seit über einem Jahr professionell Poker und kämpfe seit dem auch mit einer Volumen-Problematik. Meine schwerste Herausforderung ist schlicht und einfach ein amtliches Volumen (atm 9man turbo SNG) im Monat zu schaffen. Obwohl ich weiss, dass ich besser bin als der Schnitt meiner Gegner und auch die Zeit habe, schaffe ich selten ein mich zufriedenstellendes Volumen zu erreichen.
      Lösungen dafür habe ich noch nicht gefunden, denke jedoch, dass der hier von gigamasterhammer gepostete Ansatz sich feste Spielzeiten einzurichten ein sehr guter ist. Man weiss ja mittlerweile, wann die Tische gut und wann weniger gut sind. Bei mir würde das bspw heissen, dass ich 5x pro Woche von 13 bis 16/17Uhr drei bis vier Sets spiele und später in der Nacht nochmal von 23/24 bis 3 oder 4 Uhr nachts drei bis vier Sets spiele. So käme ich dann auch auf 200 bis 350 SNG pro Woche, womit ich gut leben könnte.
    • IronPumper
      IronPumper
      Coach
      Coach
      Dabei seit: 03.01.2008 Beiträge: 14.838
      Original von Thiemo1981
      Ich möchte zu diesem Thema auch ein paar Dinge sagen.
      Erstmal kann ich dir, Ironpumper, pauschal mal "The Poker Mindset" von M. Hilger epfehlen, falls du es noch nicht gelesen hast.
      Genau deine Themen werden auch dort ausführlich diskutiert und wurden für meinem Geschmack auch sehr befriedigend beantwortet / Lösungen bereitgestellt.
      Ich selber spiele seit über einem Jahr professionell Poker und kämpfe seit dem auch mit einer Volumen-Problematik. Meine schwerste Herausforderung ist schlicht und einfach ein amtliches Volumen (atm 9man turbo SNG) im Monat zu schaffen. Obwohl ich weiss, dass ich besser bin als der Schnitt meiner Gegner und auch die Zeit habe, schaffe ich selten ein mich zufriedenstellendes Volumen zu erreichen.
      Lösungen dafür habe ich noch nicht gefunden, denke jedoch, dass der hier von gigamasterhammer gepostete Ansatz sich feste Spielzeiten einzurichten ein sehr guter ist. Man weiss ja mittlerweile, wann die Tische gut und wann weniger gut sind. Bei mir würde das bspw heissen, dass ich 5x pro Woche von 13 bis 16/17Uhr drei bis vier Sets spiele und später in der Nacht nochmal von 23/24 bis 3 oder 4 Uhr nachts drei bis vier Sets spiele. So käme ich dann auch auf 200 bis 350 SNG pro Woche, womit ich gut leben könnte.
      Thx für die Buchempfehlung! =)