[FL SH 2/4-3/6 / Mindset] schlechtes Gefühl beim Spielen

    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.136
      das ist mein 1. Post in diesem Forum soweit ich weiß, daher hoffe ich, das richtige der 3 Psychologieforen gewählt zu haben, ansonsten verschiebt es bitte ins richtige oder weist mich daraf hin, dies zu tun.


      Erstmal vorneweg: Ich spiele FL 2/4 und 3/6, bin kein Vielspieler, eigentlich spiele ich sehr wenig im Vergleich zu den anderen hier, zumindest denjenigen, von denen ich hier im Forum lese.
      Auf 2/4 hbe ich nach 37 500 Händen eine Winrate von 0,11 BB/100 und auf 3/6 bin ich nach knapp 27 000 Händen Breakeven.


      Ich habe (glaube ich) nicht das "typische" Downswingproblem, dass mir das Spielen keinen Spaß macht, weil ich in einem großen DS stecke, ich hatte erst einmal einen "Downswing" und der war auch ein kleiner, nur zwischen 400 und 500 BB down.


      Ich habe gerade in der Zeit zwischen September und Weihnachten wenig gespielt, da ich für die Schule gelernt habe und das bei mir Priorität hat. Jetzt habe ich seit 2,5 Wochen Weihnachtsferien und bin daher wieder mehr zum Pokern gekommen und mich auch ein bisschen mit Theorie zu beschäftigen, wobei ich vor allem Spielen wollte, weil ich es knapp 4 Monate nicht mehr durchgehend gemacht habe.


      Ich habe mich bishr allgemein viel mit Theorie beschäftigt, bezogen auf meine gesamte Pokerkarriere und habe alle FL-Artikel bis zum Goldbereich mehrmals durchgearbeitet, ich denke im Vergleich zu anderen ist min Verhältnis von Lernen zu Spielen deutlich mehr auf Seiten des Lernens, also nicht, dass ich viel mehr Lernen würde als Spielen, aber wenn jemand anderes zB. 5mal so viel spielt, wie er lernt, spiele ich ungefähr so lange wie ich lerne, wahrscheinlich lernte ich sogar mehr als dass ich spielte, ich weiß es nicht so genau, ic will nur sagen, dass ich kein typischer "Grinder" bin, der sich nur die allerwichtigsten Strategieartikel durchliest und dann 10+-tablet, sondern mit ist die Strategie und Weiterentwicklung des eigenen Könnens schon immer das Wichtigste gewesen, ich habe auch nur selten mehr als 4 Tische gespielt, nur wenn ich es vielleicht gerade ausnahmsweise auf nen Bonus oder sowas abgesehen habe, derzeit spiele ich 3-4 Tische, manchmal auch nur 3.




      Wenn ich eine Session starte, dann geht es mir eigentlich auch immer gut, ich fühle mich frisch, kann klar denken usw usf.
      Allerdings kann es schon nach 15 Minuten sein, dass ich mich nicht mehr richtig wohlfühle bem Spielen, manchmal auch erst nach ner halben Stunde oder 45 Minuten, ich bekomme nicht mehr alles mit, was meine Gegner machen und habe das Gefühl, dauernd ausgesuckt zu werden, bzw. entspricht es meistens auch der Realität, weil ich bei meinen Statistiken während der Session sehe, dass ich schon wieder 50 BB down bin nach ner halben Stunde oder so und das tiltet mich total an.


      Das ist wie gesagt kein schlimmer Downswing, meine maximale BR lag zwar mal 300 BB höher als der jetzigen, aber das ist schon lange her (was daran liegt, dass ich wie gesagt in letzter Zeit wenig zum Spielen kam, abgesehen von den Weihnachtsferien jetzt) und vielleicht ist das auch der Hauptgrund für mein geringes Wohlbefinden, nicht dass ich sehr vie auf einmal verliere, sondern dass ich über einen längeren Zeitraum hinweg immer ein Stückchen mehr von meiner BR eingebüßt habe.


      Außerdem tiltet mich meine Winrate auch an, wenn ich sehe, dass ich auf 3/6 BE spiele und auf 2/4 nur ein geringer Winningplayer, auch wenn es eine kleine Samplesize ist, aber immerhin bin ich nach 65k händen nur ganz leicht im Plus von der Winrate her gesehen (wenn man 2/4 und 3/6 zusammennimmt).



      Ich weiß nicht genau, an was es liegt, dass ich mich psychisch Unwohl fühle, das ist auch etwas, was ich hoffe, mit diesem Thread herauszubekommen oder zumindest mich daran anzunähern.



      Jedenfalls vergesse ich meine Winningsessions wieder ganz schnell, aber die Loosingsessins bleiben in meinem Kopf, ich habe subjektiv das Gefühl, fast nur verloren zu haben bei meinen letzten Sessions und erwarte schon fast bevor ich eine neue beginne, dass ich wieder verlieren werde, ganz schlimm wird es, wenn ich dann auch nur leicht im Minus bin, sagen wir mal 20 BB, dann sage ich zu mir selbst "jetzt hast du schon wieder 100$ verzockt und wolltest doch eigentlich bald auf 5/10 aufsteigen" oder sowas.




      Vor allem passiert das bei schlimmen Suckouts und dem Verlust von großen Pötten, das ist wie so eine Wunde, die erst seit kurzem verheilt ist und dann nach 1, 2 leichten "Berührungen" wieder aufreißt, und dann ist wieder alles beim alten, ich habe wieder dieses Scheißgefühl, dass ich wie jede Session verliere.



      Ich habe den Psychologieartikel gelesen, dass man sich "nur mit einem guten Gefühl" an die Tische setzen solle, dasProblem bei mir ist, dass ich dieses gute Gefühl zu Beginn wirklich habe, ich nehme mir fest vor, mein strategisches Wissen anzuwenden und auf die gegner genau zu adapten, sie möglichst perfekt zu exploiten, manchmal nehme ich mir auch vor, auf bestimmte Situationen zu achten, wie zB. dass ich nicht immer blind den Flop peele mit Overcards ggen den PFA, aber all das ist dann nach 1-2 größeren verlorenen Pötten wieder weg und es schleciht sich wieder eine Automatisierung ein, ich spiele meine Standardlines herunter ohne auf de Gegner zu achten, nicht so extrem dass ich jetzt nicht mehr wüsste, dass man einen Fisch mit 50 WTS nicht blufft, aber eben in geringerer Form, dass ich zB. meine Monster gegen einen bestimmten Gegnertyp overplaye, eil ich nicht einsehe, dass er mich schon wieder ausgesuckt hat, was dann auch sehr oft vorkommt, ist dass ich wenn ich das Gefühl hae, hinten zu liegen, einfach ganz schnell runtercalle, ohne mir über die Profitabilität des calldowns Gedanken zu machen, ich ann es nicht akzeptieren, dass ich schon wiede geschlagen bin und calle dann einfach meine 77 runter gegen den Preflop3-better, obwohl auf dem Board A, Q und T liegen oder sowas, allgemein wenn ich mich behind sehe wie gesagt, dann mache ich ganz schnelle Aktionen, meistens calldowns, um die Situation schnell "hinter mich zu bringen", es kann auch sein, dass ich dabei eine profitable value-3-bet verpasse, weil ich mich nach der Aggression vom Gegner wieder behind sehe, obwohl ich noch oft genug vorne bin für ne 3-bet und am SD dann feststelle, dass ich doch noch ahead war und mir 1 BB value durch die Lappen gegangen ist.


      Manchmal time ich auch aus, zB. wenn ich gerade eine Note tippe ud diese unbedingt fertigbekommen will, bevor ich meine nächste Aktion ausgeführt habe, um nicht wieder neu ansetzen zu müssen und bemerke dann, dass ich mein KK gefoldet habe, nachdem ich schon geopenraist habe und ge3-bettet wurde (ist zwar selten der Fall aber auch schon vorgekommen). Allgemein tiltet mich das Austimen extrem an, auch wenn es eine Hand war, die ich sowieso gefoldet habe und ich sage dann zu mir selbst "du bist ohnehin nur ein BE-Spieler ud jetzt schenkst du auch noch Value her, indem du austimest" oder "das kann ich jetzt nicht mehr gutmachen, das ich hier mit AA ausgetimed bin", aber auch "wenn ich in guter Verfassung gewesen wäre, hätte ich die value3-bet gesehen, ich habe schon wieder trotz meines besseren Wissens einen großen Fehler begangen".



      Das Schlimme sind dabei nicht Hände, bei denen mir danach im Handbwertungsforum gesagt wird "du hast hier eine klare valuebet verpasst", wenn ich zu dem Zeitpunkt meiner Aktion in einer guten Verfassung war und meiner Ansicht nach das richtige getan habe (in diesem Fall nur downgecallt), sondern eben diejenigen, bei denen ich genau weiß, wenn mich hier jemand zu meiner Meinung gefragt hätte und ich unvoreingenommen von Bad Beats gewesen wäre, hätte ich die Hand genauso gespielt, wie es richtig gewesen wäre und ich hätte den maximalen Value extrahiert, jetzt habe ich diese Scheißaktion gemacht und mir sind wieder mal 1 BB durch die Lappen gegangen.



      Ein weiteres Problem ist, dass ich mir alle 10 Hände meine Statistiken anschauen "muss", wie ich gerade stehe, wenn ich gerade BE oder sogar im Plus bin, ist das kein Problem, aber sobald ich da eine hohe 2stellige oder 3stellige negative Zahl sehe, dann tiltet mich das schon an.
      Ich habe mal kurz probiert, nicht dauernd meine Statistien anzuschauen, aber dann ist es noch schlimmer, besonders wenn ich wieder nen großen Pot verloren habe und genau weiß "jetzt sind wieder ungefähr 40$" auf einmal weg, das ist dann noch schlimmer, als wenn ich es enigstens sehe und "die Kontrolle" darüber habe, wie viel ich verloren hab.



      Den Höhepunkt erreichte ich gestern, als ich nen 0,5/1$ HU Tisch jointe, an dem ein Holländer mit 10$ dransaß undich mir dachte, typischer Fisch, den nehme ich mal aus, um mein Selbsbewusstsein etwas zu stärken, natürlich habe ich verloren, wenn auch nicht so viel, am Ende warn es 25$, was jetzt nicht so wichtig ist, aber die Tatsache, dass ich bei manchen Situationen einfach fast blind Knöpfe gedrückt habe, wie ein Fisch jedes Pair downgecallt und den Trash gefoldet, nur noch die besten Hände TP+ aggressiv gespielt habe hat mich nach der Session auf die Palme gebracht und ich habe mir vorgenommen, hier mal um Rat zu fragen, das aber bewusst erst heut getan, nachdem die schlechten Gefühle aus meinem Kopf sind.

      Das ist mir bisher NOCH NIE passiert, immer nur der Tilt in subtilerer Form, dass ich eben nicht mehr mein perfektes A-Game gespielt habe aber zumindest noch das B- oder C-Game, also wie gesagt nicht mehr ganz perfekt mein Spiel an die Gegner angepasst, wie ich es sonst tue.



      Gerade da ich immer bestrebt bin, mein bestes Wissen anzuwenden, wozu ich imo auch in der Lage bin, wenn ich in guter Verfassung bin, ist es katastrophal, wenn ich selbst noch dabei zusehen muss, wie ich "unter Wert" geschlagen werde, obwohl ich sehr viel Wert auf Strategie lege und immer die beste Line finden will.



      Ich merke es schon, wenn ich auf Tilt bin, und bin auch in der Lage, aufzuhören, allerdings probiere ich dann meistens doch noch 2 Runden aus, natürlich verliere ich dabeoi so gut wie immer noch mehr Geld, anstatt wenigstens "etwas zurückzugewinnen".





      Das Positive an der Sache ist, dass es keineswegs auf mein Verhalten außerhalb des Pokerns abstrahlt, auch nicht hier wenn ich jetzt bei voller Konzentration diesen Text schreibe ;) nur wenn ich dann am Tisch wieder nen Suckout erleide, dann gehts wieder los...
  • 3 Antworten
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Hallo HamburgmeinePerle,

      erst einmal: in der Sorgenhotline bist Du sicher im richtigen Forum.

      Dir zu antworten, fällt gar nicht so leicht. Du bist mir in den Handbewertungsforen und in den Kommentaren zu diversen Videos aufgefallen. Du machst dir sehr viele Gedanken, analysierst gründlich und versuchst, die beste Line herauszufinden.

      Da musst du doch eine anständige Winrate erspielen können!

      Moment mal! Musst du wirklich?
      :s_confused:


      Ich habe den Eindruck, dass Du für all Deine Mühen gerne die Früchte ernten möchtest. Das ist sehr verständlich. Leider ist Poker zum Teil ungerecht. Der bessere Spieler wird zwar langfristig belohnt, aber in sehr unregelmäßigen Portionen.

      Es ist auch auf knapp 65 k Händen ohne weiteres möglich, dass Du das negative Ende der Varianz zu fassen hast.

      Nach dem, was Du schreibst, dürfte aber auch ein beachtliches Tiltproblem dazu kommen.

      Jedenfalls vergesse ich meine Winningsessions wieder ganz schnell, aber die Loosingsessins bleiben in meinem Kopf, ich habe subjektiv das Gefühl, fast nur verloren zu haben bei meinen letzten Sessions und erwarte schon fast bevor ich eine neue beginne, dass ich wieder verlieren werde, ganz schlimm wird es, wenn ich dann auch nur leicht im Minus bin, sagen wir mal 20 BB, dann sage ich zu mir selbst "jetzt hast du schon wieder 100$ verzockt und wolltest doch eigentlich bald auf 5/10 aufsteigen" oder sowas.


      Du lässt Deine Gefühle von den Ergebnissen beherrschen. Je länger es dauert, bis sich die Gewinne wieder einstellen, um so ungeduldiger wirst Du. Du befindest Dich scheinbar in einer negativen emotionalen Spirale.
      :s_cry:


      Auf dieser Grundlage gebe ich Dir den Rat: zügele Deinen Ehrgeiz!

      Gedanken der Art: "mit meinen Anstrengungen müsste ich doch längst dies oder jenes erreicht haben" sind negativ.

      Der Pokertisch ist ein schlechter Ort, um sich und anderen etwas beweisen zu wollen. Tatsächlich haben kurzfristige Ergebnisse so gut wie nichts mit Können zu tun. Warum also schielst Du danach?

      Es geht einzig und allein darum, die Entscheidung mit dem höchsten Erwartungswert zu treffen. Konzentriere Dich auf richtige Entscheidungen statt auf gute Ergebnisse! Auch das gelingt aber nicht immer. Selbst Kobeyard gibt in seinen Videos zu, dass er bei nachträglicher Betrachtung mitunter anders gespielt hätte. Dem bricht dabei kein Zacken aus der Krone...

      Anstatt gewinnen zu "müssen", könntest Du auch mit der Erwartung eine Pokersession beginnen, dass Du jetzt wieder etwas dazu lernen möchtest. Du bist beim Poker wie im Leben nie wirklich angekommen. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken, Herausforderungen zu bewältigen, auch Rückschläge zu verkraften.
      :s_cool:


      Wenn du austimst oder schnell in einen ungesunden Automatismus hineinkommst, spielst du noch zu viele Tische gleichzeitig. Nicht alle sind so erfolgreiche kleine Hektiker wie Opabumbi (er möge mir verzeihen!). Ich spiele selbst auch FL SH (bestimmt schlechter als Du), und habe oft nicht mehr als zwei Tische offen.

      Vielleicht kannst Du ja von meinen Gedanken etwas aufgreifen. In diesem Sinne ein fröhliches "Hummel Hummel"

      wespetrev
    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.136
      wow, vielen dank für die ausführliche Antwort!!!


      Ich weiß natürlich, dass es kurzfristig sehr schlecht laufen kann obwohl man richtig spielt, das bekommt man ja auch von allen Seiten eingetrichtert ;) aber so locker ich das hier jetzt sagen kann, so schwierig ist es dann während des Spielens, es gibt ja nicht umsonst die unzähligen Psychologie-Artikel, -Bücher und -Kommentare...


      ich werde auf jeden Fall die Gedanken von dir aufgreifen können und deinen Post noch ein paar Mal durchlesen, wenn es schlecht läuft.

      Tischanzahl runterfahren ist sicherlich ein guter Tipp, das werd ich mal probieren.


      Wäre in meinem Fall eine Pause sinnvoll? Oder soll ich einfach wenn ich mich gut fühle mit den Gedanken/Zielen an die Tische gehen, so selten wie möglich auszutimen, immer die beste Entscheidung zu treffen, nicht nach den Ergebissen zu schauen und wenn ich dann merke, dass ich trotzdem tilte, die Session abbrechen?



      Würdest du mir raten, meine Statistiken während der Session einfach nicht anzuschauen und mich daran zu gewöhnen, in der Ungewissheit zu spielen wie viel ich derzeit im Pus/Minus bin? Oder ist das einfach eine Marotte, die nicht schlimm ist, wenn das Spiel dadurch nicht schlechter wird? Wie gesagt, wenn ich meine Statistiken während des Spielens nicht anschauen würde, würde ich mich noch schlechter fühlen (habe es mal ausprobiert :( ).
      Oder muss ich mich einfach dazu überwinden, nicht die ganze Zeit auf meine BR-Veränderung zu schauen?
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Nimm die Dinge ein bisschen lockerer. Nur wenig muss wirklich sein, vieles kann man machen, muss aber nicht.

      Wäre in meinem Fall eine Pause sinnvoll?


      Von vielen (gerade jungen) Spielern wird unterschätzt, wie stressbeladen und anstrengend Poker ist, wenn man es ernsthaft betreibt. Deshalb sind Pausen sinnvoll und notwendig, damit Seele und Geist sich erholen und Kraft tanken können.

      Wann und wie Du solche Pausen am besten nimmst? Probier's aus!

      ... Wie gesagt, wenn ich meine Statistiken während des Spielens nicht anschauen würde, würde ich mich noch schlechter fühlen (habe es mal ausprobiert :( ).
      Oder muss ich mich einfach dazu überwinden, nicht die ganze Zeit auf meine BR-Veränderung zu schauen?


      Fang nicht an, Dich selbst zu bekriegen! :s_mad:

      Wenn Dir einer sagen würde, dass Deine Stats zu passiv sind, würdest Du auch nicht anfangen, sinnlos Dein Kapital zu verballern. Du würdest Dir überlegen, bei welchen Spots Du profitabel Deine bisherige Linie ein bisschen verändern kannst. Die Anpassung (z. B. auch an den Gameflow auf einem neuen Limit oder einer neuen Seite) setzt eine genaue Beobachtung und bewusste, auf den Erwartungswert bezogene Entscheidungen voraus. Sie ist ein gradueller Prozess. Dabei sind gelegentliche Irrtümer nicht nur möglich sondern eigentlich unvermeidlich.

      Du kannst genauso wenig mit Gewalt Deine Psyche trimmen.

      Ich schau auch gelegentlich nach, wie meine Session läuft, obwohl das bei FL nicht viel bringt. Da ich im Gegensatz zu NL nicht dauernd meinen Stack auffülle, weiß ich sowieso, wie ich an jedem Tisch dastehe. Ist doch gar nicht so wichtig. Was ändert es denn, ob ich meinen Stand bis auf den Cent kenne oder nur ungefähr abschätze?

      Ich kann Dir jetzt keinen Leitfaden zum Umgang mit Emotionen am Pokertisch entwerfen. Der Weg ist nicht, sie zu unterdrücken oder zu bekämpfen. Du kannst sie als Teil des Spiels begreifen wie SHCs, Equityberechnungen und Pot Odds. Auch "positive" Empfindungen können Dein Spiel beeinträchtigen (Leichtsinn). Egal: wenn die Chancen günstig sind, investierst Du in den Pot. Wenn die Chancen ungünstig sind, steigst Du aus.

      Jetzt ist die Antwort doch wieder länger geworden. Vielleicht hilft sie Dir als Ergänzung noch ein bisschen weiter.

      w.