mittlers Paar

    • HansHanni
      HansHanni
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2009 Beiträge: 88
      Folgende Situation:

      Ich bin im BB und kann den Flop gratis sehen, ich halte irgendwas wie 95o.
      Auf dem flop kommt wieder nichts, aber ich treff ein mittleres Paar.
      Flop zb. 3 5 T
      wie soll ich mich nun verhalten? soll ich raisen um so die Gegner zu vertreiben, die einen draw halten, oder sollte ich vorsichtig sein, da es sehr viele Karten sind die mich schlagen, je nachdem was beim Turn und river kommt.
  • 3 Antworten
    • Hoddi
      Hoddi
      Bronze
      Dabei seit: 07.05.2007 Beiträge: 1.374
      Kommt in erster linie auf die Anzahl der Gegner an. Heads up kannste dich hier sehr oft vorne sehen und betten, auf krasse Gegenwehr dann (je nach Gegnertyp) auf Calldown umsteigen oder gar folden.

      Je mehr Gegner du hast desto passiver musst du hier werden.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Betten oder nicht hängt von vielen Faktoren ab:

      • der Wahrscheinlichkeit, vorne zu sein
        Dieser Faktor hängt in der ersten Linie von der Anzahl der Gegner, ihren wahrscheinlichen Händen, dem Board und deinem Kicker ab.Je mehr Gegner es gibt, desto eher hat jemand eine bessere Hand. Je schlechter dein Kicker ist, desto eher hat jemand einen besseren Kicker. Grundsätzlich ist aber ein höheres Paar wahrscheinlicher als ein besserer Kicker, weil Tx häufiger gespielt wird als 5x. Axx Flops sind daher bei vielen Gegnern schlecht für das mittlere Paar. Eigener Kicker Ass ist aber nicht nur deswegen gut, weil das der beste Kicker ist, sondern weil du damit oft Outs der Gegner verseuchst, die ebenfalls Ax halten und denen ein Out wegnimmst. Ax ist die häufigste Hand, die gespielt wird.

      • der Wahrscheinlichkeit, von schlechteren Händen noch überholt zu werden
        Das hängt auch von der Anzahl der Gegner ab, der Verbundenheit des Boards und der Wahrscheinlichkeit, dass die Gegner eine Bet callen

      • der Aussicht, die Hand durch eine Bet schützen zu können
        Je weniger Gegner du vertreiben kannst, desto mehr Outs bleiben gegen dich in der Hand. Das hängt von Boardtextur und der Zahl der Gegner ab. Je verbundener das Board, desto weniger Gegner kannst du vertreiben. Günstig sind Boards mit einer high Card, schlecht sind Boards mit mehreren high Cards oder gar keinen high Cards. Bei mehreren high Cards habe die Gegner oft irgendwie getroffen, und seinen es nur Gutshots. Hohe karten werden häufiger gespielt als kleine. Bei Boards ohne high Cards gibt sich jeder 6 Outs oder mehr und lässt sich auch schwer vertreiben.

      • der Wahrscheinlichkeit, von einer schlechteren Hand aus dem Pot gedrängt zu werden
        Das hängt von der Aggressivität deiner Gegner und der Zahl der möglichen Draws ab. Je mehr Gegner es gibt und je mehr Draws, desto eher wirst du Raises von einem Draw kassieren. Da wird es dann gegen mehr als einen mit mittlerem Paar schnell schwierig.

      • deiner Position
        Je später deine Position ist, desto mehr Informationen hast du über die Stärke deiner Gegner. Das hilft dir, die Stärke deiner eigenen Hand einzuschätzen. Wenn sie zu dir checken, sind sie schwach. Im Kern geht es dabei vor allem um die Zahl der Spieler hinter dir. Im big Blind hat man selten Position, aber es macht schon einen Unterschied, ob nur noch ein oder drei Gegner hinter dir kommen.

      • deinen Outs
        Hast du zu deinem Paar noch viele Outs (z. B. kleines Paar + Flush Draw), dann solltest du immer betten, weil du einen Equityvorteil hast, dir gegnerische Raises von Draws nichts ausmachen, du gegen die gegnerischen Draws oft gewinnst und bessere Hände häufig überholst.



      Die Highlights dieser Woche beschäftigen sich mit diesem Thema. Insbesondere Beispiel 12.
    • churib
      churib
      Bronze
      Dabei seit: 08.09.2006 Beiträge: 465
      [quote]Original von cjheigl
      Betten oder nicht hängt von vielen Faktoren ab:

      • der Wahrscheinlichkeit, von schlechteren Händen noch überholt zu werden
        Das hängt auch von der Anzahl der Gegner ab, der Verbundenheit des Boards und der Wahrscheinlichkeit, dass die Gegner eine Bet callen
        ...


      hier ist auch noch zu beachten, wie hoch das pair ist: bei einer 5 ist die wahrscheinlichkeit hoeher, dass man ueberholt wird, als wenn es eine T ist, da es bei der fuenf einfach mehr moeglichkeiten fuer hoehere karten gibt.
      andererseits: wenn man auf einem QTx-flop die T haelt, sind straightdraws wahrscheinlicher. das board ist "oben" "dichter" (man haelt ein hohes 2nd pair, gibt wenig karten ueber dem pair, deswegen ist das board eher connected).