Early Phase: PocketPair nach Raise vom Gegner aufgeben?

    • Th0m4sBC
      Th0m4sBC
      Bronze
      Dabei seit: 01.06.2006 Beiträge: 7.550
      Servus

      !Dieser Thread ist keine Handbewertung, sondern soll dazu dienen ein allgemeines Thema zu behandeln!

      Ausgangsfrage:
      - Wie PP (22-TT evtl. JJ) nach Raise vom Gegner weiterspielen?

      Situation:
      - STT
      - Early Phase
      - Preflop
      - +/- identische Stacksizes


      Diese Frage habe ich mir bereits mehrmals gestellt. Grundsätzlich sagt die Einsteigerstrategie ja:

      - Limp / fold auf raise vom Gegner

      In den Coaching-Videos geht das à la "ich muss nicht in der Early Phase sein, brauche ~17-18 BB"

      Meine Frage ist nun: weshalb sollte ich folden wenn der Gegner raised?

      Gehen wir davon aus, dass wir 15/30 Blinds haben, wir out of position sind und ein Gegner nach uns auf 90 raised. Wir könnten hier auf Setvalue callen (denn wir haben >20BB). Die Strategie sagt: du wirfst dein Blatt weg? Weshalb? Ist es nicht so, dass wir mit den Pocketpairs wenn wir unser Set treffen den maximalen Value erzeugen wollen? Erreichen wir den Value nicht eher wenn unser Gegner uns Action gegeben hat und am Flop möglicherweise ein Overpair hat?

      Ist die Strategie (SHC) so ausgelegt, weil man dem Neueeinsteiger schwere Postflop Entscheidungen abnehmen will? Oder bezieht es sich darauf, dass ein Chip welcher man verliert mehr wert ist als einer den man gewinnt?

      Thanks im voraus ;)
  • 4 Antworten
    • flof
      flof
      Bronze
      Dabei seit: 24.09.2007 Beiträge: 351
      Ich glaube die Regel ist, dass du bzw. der raiser 13x das raise als stack left haben müssen, damit du profitabel ein raise callen kannst.
    • 00Visor
      00Visor
      Bronze
      Dabei seit: 26.11.2007 Beiträge: 14.438
      Ich bin auch überrascht, dass in den Anfänger-Artikeln steht, man soll ein Pocketpair (selbst JJ) nach einem Raise immer folden.
      Man sollte eigentlich überhaupt nicht mehr limpen, wenn man ein Standardraise eines Gegners nach uns nicht mehr auf Setvalue callen kann.

      Setvalue wird oft verschieden angegeben, meist als "1:15" oder "1:20" Regel. Dies bedeutet, du hast noch den 15-fachen (bzw. 20-fachen) Stack im Vergleich zu dem, was du zahlen musst.

      Wir treffen unser Set ja in 1 von 7 Fällen. Dann müssen wir lediglich überlegen, wie oft wir ausgezahlt werden (und manchmal werden wir auch aussgesuckt oder sogar behind).

      Gegen gute Gegner und OOP sollte man sich eher Richtung 1:20 orientieren, gegen schlechte Gegner oder IP (oder vor allem gegen mehrere Gegner) in Richtung 1:15.

      Wenn mehrere schlechte Gegner in der Hand sind, kann man auch durch aus mal für 1:12 oder 1:13 callen. Allgemein sollte das aber nicht die Regel sein.
    • Tareb
      Tareb
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2007 Beiträge: 680
      Ich persönlich unterscheide da mehrere Dinge.

      Was für ein Gegner raised da mein Limp (Typ LAG, TAG oder Maniac oder Passive oder oder oder)
      Welches Pocket hab ich denn? 22 ist nicht dasselbe wie TT oder JJ
      Was ist meine Position

      Beispielsweise raise ich auch early aus später Position meine kleine Pockets gerne mal, um neben den schicken Effekt, dass ich den Pot hier schon mitnehmen kann auch die Initiative habe. Ausserdem sitze ich meistens in Position und kann mit der Contibet oft den Pot am Flop für mich klar machen

      Raised mein Limp aus Early ein Maniac, dann bekommt er von mir eine 4Bet bzw. ein Push mit den höheren Pockets, also je nach Read 99+ oder TT+, die restlichen calle ich normalerweise auf Setvalue, wenn es der Stack vom Maniac hergibt.

      Raised ein mir bekannter Reg gegen mein Limp ist seine Range meist sehr eng und vorhersehbar. Diesen Leuten kann man üblicherweise AJ+ und JJ+ andichten. Da laufe ich zu schlecht gegen als dass ich da meine Chips für Setvalue hergebe. Diese Leute zahlen auch nur ungerne und auf entsprechenden Flops mein Set aus, sollte es kommen.

      Von daher ist es hier mal wieder wie immer, it depends :)

      Aber das Thema finde ich interessant, da ich hier vorallem Postflop noch immense Schwächen habe, die ich beseitigen will.

      Bis dann

      Tareb
    • Th0m4sBC
      Th0m4sBC
      Bronze
      Dabei seit: 01.06.2006 Beiträge: 7.550
      Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich kleine Pockets (22-99) nicht gerne aus UTG raise...seh da auch den Sinn nicht ganz...die Chance, dass jemand foldet sind IMO gerade auf den tieferen Limits viel zu tief, ausserdem ist der Steal nicht so interessant in der frühen Phase? Da habe ich ja mehr davon mein Set zu exploiten :) .

      Broke gehe ich in der Early Phase mit TT auch nicht gerne...mit JJ...EVTL. wenn der Gegner wirklich viel raised.

      Das mit den 15-20 BB handhabe ich bisher eigentlich auch so. Ich mache es aber ehrlich gesagt mehr von der Starthand (wie Stark ist mein Pocket?) als von der Position abhängig....vielleicht ein Fehler, aber ich bin halt einfach der Meinung, dass ich mit 99-JJ evtl. am Flop auch ohne Set noch gut gegen einen Gegner spielen kann.