Odds zu callen

    • daegga
      daegga
      Bronze
      Dabei seit: 11.02.2007 Beiträge: 2.255
      in den videos kommt immer mal wieder vor: "die odds sind zu gut, hier kann ich nicht mehr folden".

      also wann muss ich preflop any2 all-in callen (va. in den blinds), wann muss ich den river callen, egal was ich habe?

      gibts hier einen artikel dazu?
  • 9 Antworten
    • Tareb
      Tareb
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2007 Beiträge: 680
      Nach Odds kannst! du ein All In callen wenn beispielsweise die folgende Situation zutrifft.

      100/200 Blinds

      Pot ist demzufolge 300 Chips.

      Nun kommt ein All In von einem Smallstack mit 900 Chips left.

      Nun ist der Pot 1200 und du musst für den Call 700 zahlen.

      das sind Odds von 700:1200 oder 7:12

      Somit brauchst du nur noch eine Equity von ungefähr 37% um profitabel auf lange Sicht callen zu können.

      Bei einem häufigen Setup von 1:2 als BB reichen schon nur noch 33% usw. usf.

      Jetzt kannst du mal im Equilator nachschauen, welche Hände gegen AKs mit der notwendigen Equity runnen um zu sehen, wann du bei der Hand einen Oddscall hättest.

      Beachte aber meinen Eingangssatz. Das Ausrufezeichen ist absicht, man kann callen, muss aber nicht. ICM kommt hier ins Spiel und der Faktor das häufig das Verlieren von Chips teurer ist als das gewinnen.

      Bis dann

      Tareb
    • daegga
      daegga
      Bronze
      Dabei seit: 11.02.2007 Beiträge: 2.255
      ich mein nicht, dass ein anderer all-in geht, sondern dass ich durch meinen call all-in bin.
      vor mir halt ein raise und eventuell caller
      ich formuliere mal meine frage anders: welche equity hab ich mit einer random hand (man kann ja mal die schlechteste dafür hernehmen) gegen typische calling oder raising-ranges im multiway-pot? was dann ja zu der lösung der frage führt, bei welchen potodds ich callen kann ungeachtet meiner starthand.

      bzw. auch umgekehrt ... wann hat der BB die odds zu callen, wenn ich ihn steale. darauf muss ich ja auch aufpassen und meine stealing-range anpassen.

      preflop ist die entscheidung meist noch einfach, wenn der stack zu klein ist einfach all-in gehen anstatt auf den BB zu warten.
      mehr interessieren würde mich der river-call.
    • Tareb
      Tareb
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2007 Beiträge: 680
      Original von daegga
      in den videos kommt immer mal wieder vor: "die odds sind zu gut, hier kann ich nicht mehr folden".

      also wann muss ich preflop any2 all-in callen (va. in den blinds), wann muss ich den river callen, egal was ich habe?

      gibts hier einen artikel dazu?
      für mich las sich das wie preflop :)
    • Tareb
      Tareb
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2007 Beiträge: 680
      Aber nochmal zu deiner anderen Frage.

      Einen Call am River kann ich nur selten von den Odds abhängig machen. Wenn da 4 Karten in einer Farbe liegen und ich keine davon habe, warum sollte ich eine Bet callen. Da bräuchte ich neben den Odds auch noch ein Monsterread.

      Klar lässt sich hier sowas konstruieren wie ein Multiwaypot, 4000 Chips drin und ich bin last to act mit einer Minbet von 100 vor der Nase.

      Aber das ist so selten, darüber lohnt das Nachdenken meiner Meinung nach nicht.

      Bis dann

      Tareb
    • hazzelde
      hazzelde
      Bronze
      Dabei seit: 27.04.2008 Beiträge: 1.733
      Wenn tournament odds > equity musst du callen, ob du jetzt 32 oder AA hälst ist irrelevant bzw. bestimmt nur deine Equity, die für die tournament odds relevant sind. Es gibt also immer mehr Faktoren als nur pott odds oder deine Hand und es macht deswegen wenig Sinn das trennen zu wollen. Postflop ist das übrigens exakt die gleiche Rechnung.
    • Tareb
      Tareb
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2007 Beiträge: 680
      Hallo Hazzel,

      stimmt natürlich, wobei es postflop einfach manchmal dazu kommt, dass meine Equity gegen 0 geht, was preflop unmöglich ist, da ich immer mindestenst ca. 20% Equity habe.

      Ist meine Equity 0 brauche ich Pot Odds von Unendlich, um einen Call gut zu machen ;)

      Daher hat man diese Entscheidungen viel häufiger preflop. Am Flop kennt man die typischen Situationen mit einem Flushdraw oder dem beliebten Open Ender, aber am River, ohne weitere Karte zum Verbessern seiner Hand kommen andere Faktoren als die Odds immer stärker zum tragen.

      Bis dann

      Tareb
    • hazzelde
      hazzelde
      Bronze
      Dabei seit: 27.04.2008 Beiträge: 1.733
      Original von Tareb
      Daher hat man diese Entscheidungen viel häufiger preflop. Am Flop kennt man die typischen Situationen mit einem Flushdraw oder dem beliebten Open Ender, aber am River, ohne weitere Karte zum Verbessern seiner Hand kommen andere Faktoren als die Odds immer stärker zum tragen.
      Hey Tareb,
      ...die da wären? Gerade beim call am river kommt es doch in erster Linie auf die odds (und obv deine equity) an, da du keine weiteren streets hinter dir hast, um die du dir Sorgen machen musst. Übrigens hab grad gesehen, dass pot odds > tournament odds etwas missverständlich ist, macht eigentlich mehr Sinn den Bubblefaktor in den pot odds zu verwursten, deswegen nenn ich's mal tournament odds (= pot odds / bubblefaktor) > equity.
    • Tareb
      Tareb
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2007 Beiträge: 680
      Vielleicht formuliere ich falsch?

      Für mich ist Equity mein Anteil am Gesamtpot.

      Spielen wir mal kurz mit offenen Karten.

      Ich halte A K

      Mein Gegner hält Q Q

      Preflop habe ich eine Equity von ca. 46% und kann nun je nach Odds und Bubblefaktoren callen oder folden wenn Villain gepusht hat.

      Am River ist die Hand definiert, ich habe nun keine Equity mehr, sprich keinen Anteil am Pot sondern nur noch 2 Zustände, entweder meiner oder seiner :)

      Wenn wir nun wieder richtig spielen, also mit verdeckten Karten, dann haben wir unserem Gegner hoffentlich vor und während dem Verlauf der Hand auf eine Range gesetzt, die sich immer weiter eingrenzt, je mehr Streets gekommen sind. Am River nun kann ich mir sehr gut vorstellen, dass ich eine Hand weglege, die nach meiner Meinung definitiv geschlagen ist, auch wenn ich gute Odds bekomme.

      Warum sollte ich eine Valuebet meines Gegners am River callen, wenn ich im Verlauf der Hand zu dem Schluss gekommen bin, dass er ein Overpair hält und ich mit Ahigh hinten liege? Oder anders gefragt, welche Odds brauche ich für einen Herocall?

      Oder geht es hier um den Umstand, dass ich meinen Gegner selten bis nie auf eine so polarisiert Range lesen kann? Und es immer Hände in der Range gibt, die wir noch schlagen und wir einfach die Chance auf diese Hände austarieren müssen und dann doch callen sollten, wenn der Preis niedrig genug ist?

      Oder reden wir Zwei einfach aneinander vorbei?

      Bis dann und hoffentlich bald mal wieder im Skype

      Tareb
    • hazzelde
      hazzelde
      Bronze
      Dabei seit: 27.04.2008 Beiträge: 1.733
      Du spielst ja immer gegen eine Range von Händen und hast deswegen auch eine bestimme Equity zwischen 0% und 100% (zB blufft er zu 5% und sonst bist du immer beat, dann ist deine Equity halt 5%). Aber am flop kommt es noch auf andere Ding an, die dich hindern trotz der passenden odds zu callen, wie zB dass er dich am turn/river zu oft rausbluffen wird oder dass du reverse implieds hast und oft zur zweitbesten Hand improvst, ...