BB defend im 3-handed pot

    • Witman
      Witman
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 3.234
      Wenn ich im BB sitze, hab oft Probleme, meine equity einzuschätzen wenn vor mir einmal geraised und gecalled wurde. Deswegen prüfe ich solche Hände immer nachträglich im equilator um langsam ein Gefühl zu bekommen, wann ich mit welchen Händen im BB callen kann.

      Jetzt möchte ich einfach nur mal sicher gehen, ob ich da überhaupt korrekt vorgehe, und wie man die Analyse vielleicht noch verbessern könnte.

      Folgende Beispielhand:

      $2/$4 Fixed-Limit Hold'em (5 handed)

      Preflop: Hero is BB with 9, J.
      2 folds, BU raises, SB calls, Hero ???

      BU: raise aus dem BU 40%
      SB: foldet SB to steal: 40%, 3-bet aus dem SB: 10%

      Ich gebe BU also eine 40%-range, da SB nur 40% foldet, gebe ich ihm eine 60%-range und ziehe davon die besten 10% ab, die er ja 3-betten würde. Das ergibt folgendes Ergebnis:

      Equity Gewonnen UnentschiedenVerloren Hand
      Spieler 1: 40.551 % 38.857 % 3.588 % 57.556 % 44+, A2s+, K2s+, Q4s+, J7s+, T7s+, 97s+, 87s, A3o+, K7o+, Q8o+, J8o+, T9o
      Spieler 2: 30.499 % 28.946 % 3.303 % 67.750 % 77-22, A8s-A2s, K9s-K2s, Q9s-Q2s, J2s+, T3s+, 95s+, 85s+, 75s+, 64s+, 54s, ATo-A2o, KJo-K3o, Q5o+, J7o+, T7o+, 97o+, 87o
      Spieler 3: 28.950 % 27.597 % 2.903 % 69.499 % Js9h

      Ich hab hier also locker die benötigten 23% für nen call. Ist das soweit richtig nachvollzogen? Ich meine kann man SB auf die Art und Weise eine range geben?

      Und was mich auch noch interessiert: Spielen noch andere Faktoren eine Rolle außer die gegnerische range? Sollte man bei aggressiven Spielern eher ein wenig tighter defenden, weil man im Schnitt mehr in die Hand investieren muss? Welche Rolle spielt der wts?
  • 10 Antworten
    • hasufly
      hasufly
      Black
      Dabei seit: 01.12.2006 Beiträge: 7.371
      J9o ist jawohl instamegasupersnapcall ;D
    • Witman
      Witman
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 3.234
      Das steht wohl außer Frage... meine Frage war ja aber auch eine andere... ;)
    • storge
      storge
      Bronze
      Dabei seit: 09.08.2005 Beiträge: 22.519
      SB wird gegen einen BU-Openraise im Normalfall mehr Hände 3-betten, als gegen einen UTG-Openraise, sodass seine Range nochmal schwächer wird. Ich würde ihm aber nicht nur eine %-Range geben, sondern die Hände lieber selbst auswählen.

      Und wie immer gilt: Je schlechter die Gegner Postflop sind, desto looser kannst du callen.
    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.136
      man sollte es aber auch nicht übertreiben mit dem looseren callen je schlechter die Gegner, klar kann man looser werden aber eine Trashhand bleibt eine Trashhand und mit sowas wie K2o würde ich hier nicht defenden.

      Es geht nicht nur um die Equity sondern auch um die Playability, auch wenn du mit K2o die 23% erreichst würde ich es folden weil es einfach die schlechtestmögliche Playability hat, dann würde ich lieber mit einer Hand die nur 22% Equity hat dafür aber bessere Playability defenden.
    • wuerstchenwilli
      wuerstchenwilli
      Black
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 18.681
      Original von storge
      SB wird gegen einen BU-Openraise im Normalfall mehr Hände 3-betten, als gegen einen UTG-Openraise, sodass seine Range nochmal schwächer wird. Ich würde ihm aber nicht nur eine %-Range geben, sondern die Hände lieber selbst auswählen.

      Gab's da mal nicht so ne Faktorentabelle, mit der man die Range multiplizieren sollte, je nachdem von wo sie geraised haben? ich glaube das bezog sich zwar mehr auf den Raiser, aber das steht ja im direkten Zusammenhang mit dem SB CCler.

      Playability halte ich auch für sehr wichtig, aber der Rake sollte auch nicht vergessen werden, daher spiele ich lieber die Hände, die über der eigentlich benötigten Equity steht. Ist aber auch gegnerabhängig. gegen starke Gegner halt ein bisschen tighter, gegen Fische etwas looser.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Das grundsätzliche Problem ist, dass die Hand preflop nicht aufhört. Die Equilator-Equity ist eine all-in Equity, die voraussetzt, dass du deine Hand immer zum Showdown bringen kannst. Das ist nicht der Fall, weil du auf dem Flop oft nicht mehr weiterspielen kannst, so dass du deine Outs nicht mehr treffen kannst bzw. Showdownvalue nicht ausnutzen kannst. Du gibst zwangsläufig Equity auf dem Flop auf. Eine Equilatoranalyse bringt deshalb nur bedingt etwas. Das ist der Hintergrund des Playabilityarguments von HamburgmeinePerle.

      Das wird z. B. bei J9 gegen K2 deutlich: triffst du den Kicker, ist die 9 viel mehr wert als die 2 und kann häufiger zum Showdown gebracht werden. Triffst du nichts, weisst du mit J9 ziemlich gut, woran du bist (hinten), bei K2 weisst du es nicht. Das heisst, mit J9 musst du auf dem Flop weniger Equity aufgeben als mit K2.

      Gerechnet hast du gut.
    • Witman
      Witman
      Bronze
      Dabei seit: 08.08.2006 Beiträge: 3.234
      Danke für die informativen Antworten!
      Ich werd das in Zukunft intensiver betrachten und mit Sicherheit die ein oder andere Hand posten... vielleicht sogar hier rein und nicht ins HB-Forum?
      Bzw. können hier ja auch gerne andere Leute Hände zu solchen spots posten, die man dann diskutieren kann! Würde mich freuen!

      Gruß witman
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Hände bitte ins Handbewertungsforum posten. Die Strategieforen sind für allgemeine (also generalisierte) Fragen da.
    • wuerstchenwilli
      wuerstchenwilli
      Black
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 18.681
      Original von Witman


      Und was mich auch noch interessiert: Spielen noch andere Faktoren eine Rolle außer die gegnerische range? Sollte man bei aggressiven Spielern eher ein wenig tighter defenden, weil man im Schnitt mehr in die Hand investieren muss? Welche Rolle spielt der wts?
      Die Frage nach dem WTSD würde mich auch interessieren. Ich habe da auch bereits Überlegungen angestellt:

      höherer WTSD, etwas tighter, da ich mehr SD-Value brauche, oder ist das falsch gedacht? Ich mein hoher WTSD beruht doch häufig auf Calldown mit Ahigh oder kleinen PPs. D.h. K2-K9 bringt mir da erstmal nicht so viel. Womit wir natürlich wieder bei der Playability wären. Aber: gute Playability bedeutet ja eigentlich auch immer Semibluffs (OESD, GS, FD), welche ich gegen einen SD-bound Player ja auch nicht machen soll, ergo tighter callen, aber mutiger betten/raisen?

      Andersrum: Niedriger WTSD: gute Bluffs+Semibluffs, mehr bluffinduce ( c/r ) weniger bet, denn mit einer bet dränge ich ihn aus der Hand, was ich mit einer madehand ja nicht will. PF bedeutet das für mich ganz klar wieder die guten playability Hände, mit denen ich auch gute bluffs/semibluffs machen kann. generell würde ich hier etwas loser werden.
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Hoher WtS bedeutet, der Gegner zahlt dich aus, wenn du etwas triffst, lässt sich aber schlechter bluffen. D. h. du musst mit Reraises und postflop Bluffs vorsichtiger werden. Hände mit guter Playability spielen sich immer noch gut, aber von deceptive Reraises (97s usw.) sieht man vielleicht besser ab.