Nach der Continuation Bet - wo ist mein Denkfehler?

    • Midas
      Midas
      Bronze
      Dabei seit: 05.06.2005 Beiträge: 934
      Einige Fragen zur Aktion auf eine Continuation Bet (CB):

      Standardmäßig entsteht die Lage wie folgt: Wir erhöhen am Button, der BB geht mit. Insgesamt befinden sich also die Blinds (0,75 BigBet), unsere Erhöhung (1BigBet) und der weitere Einsatz des BB (0,5 BigBet), mithin 2,25 Big Bet im Pot.

      Der Flop kommt und wir treffen ihn – wie in zwei Drittel aller Fälle – nicht. Der BB checkt zu uns.

      Hier gilt der Satz, dass wir immer setzen. Schließlich hat auch der Gegner den Flop zumeist verfehlt und wir setzen eine Small Bet in einen Pot von 2,25 BigBets = 4,5 Small Bets, erhalten also Potodds von 1:4,5. Der Pot ist jetzt 2,5 BigBets oder 5 Small Bets groß.

      Nun kennt der Gegner diese Überlegung aber auch, das heisst, er weiss, dass wir in zwei Drittel aller Fälle keine starke Hand halten und trotzdem setzen. Für ihn stellt sich die Lage so dar, dass er für einen Call Pot-Odds von 1:5 erhält. Lohnt sich unter diesen Voraussetzungen nicht in 100% der Fälle weiter zu spielen?

      Der Gegner muss jetzt freilich seine Standard-Line, wenn er etwas getroffen hat (check/raise) mit dem Call, wenn er nichts getroffen hat, balancen, aber sind die Pot-Odds nicht auch dann noch überzeugend, wenn er raist oder seine Standardline variiert und c/c Flop spielt, um auf dem Turn Stärke zu markieren?

      Mir ist schon klar, dass ich das Rad hier niht neu erfinden kann, meine Überlegungen also falsch sein müssen; ich wäre aber dankbar, wenn mir jemand den Denkfehler aufzeigen könnte.
  • 2 Antworten
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.498
      Der Blind-Verteidiger hat zunächst mal zwei Probleme: keine Position und eine eher weniger starke Hand. Eine starke Hand hätte er preflop stärker gespielt. Je nachdem muss er damit rechnen, unverbessert hinten zu liegen. Das heisst, er muss sich oft verbessern und dazu reichen ihm die Odds oft nicht. Die Contibet ist für den Stealraiser nicht unbedingt ein Bluff, wenn er sich nicht verbessert hat, sondern oft genug eine einfache Valuebet. Da der Stealraiser in Position ist, kannst er den Showdown prinzipiell billiger erreichen als der Blindverteidiger, da der Stealer am River checken kann, der Verteidiger dagegen am River immer eine Bet von einer gemachten Hand kassiert. Der Verteidiger zahlt daher für seine schlechten Hände mehr als der Stealer und bekommt für seine besseren Hände weniger.

      Ein check/call hat noch eine andere Schwäche: entweder signalisiert er eine schwache Hand, weil eine starke gecheckraist worden wäre, oder es wird auch mit einer starken Hand check/call gespielt, wodurch sie nicht gut ausgezahlt und nicht geschützt werden. Darauf kann sich der Stealer einstellen oder er profitiert sogar unmittelbar.

      Daher ist es nicht möglich, profitabel jeden Flop zu callen.
    • firsttsunami
      firsttsunami
      Black
      Dabei seit: 23.01.2006 Beiträge: 32.997
      Out of Position sehr loose callen klappt nur gegen Gegner, die sehr wenig bluffen und selber zuviele Hände unimproved am Turn checken. Dann bietet sich dir die Gelegenheit, am River eine Bluffbet zu machen. Floatcall OOP nennt sich dieses Konzept. Um viele Flops zu callen brauchst du Showdownvalue (Q, K, A high) und einen Gegner der eben wenig unimproved weiterbettet. Wenn beide nichts haben, gewinnt der aggressivere und gerade im Blindbattle wird am Turn sehr oft erneut gebettet.