Unterschied Short-Handed und Full Ring

    • Nihiliste
      Nihiliste
      Bronze
      Dabei seit: 07.03.2008 Beiträge: 468
      Kurze Info vorab.
      Ich spiele NL100 SH auf Full Tilt, hab nun nach dem Auscashen seit gestern wieder ne solide NL200 Bankroll (50 Stacks) zusammen.
      Da ich beim Aufstieg von den für mich üblichen 4 Tischen auf 2-3 runterfahre um jede Hand genau unter die Lupe zu nehmen, begann ich mit der Tableselection. Auf der Suche nach altbekannten NL100-Spielern fiel mir auf, dass ein paar besonders nette :f_confused: auf Full Ring Tischen zu finden waren. Habe bis jetzt (bis auf SNGs und MTTs) nie FR gespielt.

      Hab nun eine Session mit 2 FR und 2 SH Tischen hinter mir und mag die Samplesize extrem mickrig sein, fiel mir auf, dass auf den Full Ring Tischen übermässig schlechte Spieler unterwegs sind. An jedem Tisch waren mind. 2 Fische der besten Calling-Station Sorte.

      Nun die Fragen:

      1. Ist es tatsächlich so, dass die Fischdichte auf FR höher ist (Frage an Spieler mit großer Erfahrung auf beiden Tischarten)?

      2. Mir fiel auf, dass öfter opengelimpt wird (limp/raises inclusive). Ist es eine typische Tendenz?

      3. Weiter ist mir aufgefallen, dass man bequemer im BU mit spekulativen Händen cold callen kann, wenn aus UTG geraised wurde, da weniger loose gesqueezed wird. Eine positionelle Protection quasi.
      Gibt es weitere Anpassungen aufgrund der zusätzlichen UTG Spieler, die nicht sofort ersichtlich sind? Vor allem für 3-Bet und 4-Bet Bluffs?

      4. Auf SH bin ich ein typischer 22/19 Spieler mit 7% 3Bet, denke also, dass ich mich auf FR vorerst in Richtung 19/16 bewegen werde. Da man anscheinend den UTG Open-Raises viel Kredit gibt, wäre es nicht profitabel gerade diese Range mit Axs, SCs, Suited One Gappers aufzuloosen auch auf die Gefahr hin öfters OOP spielen zu müssen?

      Über Anregungen wäre ich dankbar! =)
  • 4 Antworten
    • just1nsan0r
      just1nsan0r
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2008 Beiträge: 1.428
      1. meiner Erfahrung nach (Stars NL100/200) ist es eher umgekehrt

      2. würde ich nicht sagen. Gibt sehr wenige Regs die limp-raise spielen. openlimps sehe ich eigentlich auch nur von eher schlechten Spielern.

      3. FR utg Ranges sind oft sehr tight deshalb ist z.B. AK nicht immer eine 3bet wert.

      4. hängt sehr von den Gegnern ab. Wenn du ein tightes lineup hinter dir hast kann man diese Hände sicher mal in seine openraises aufnehmen.
    • IclickButtons
      IclickButtons
      Bronze
      Dabei seit: 26.10.2008 Beiträge: 3.516
      1. ma so ma so. Teilwesie find ich auch fishigere FR tisch als SH tische aber durchschnittlich find ich SH auch fischiger. Schadet aber sich nichts beides zu spielen und zu mixen...so machs ich zumindest

      3.jo UTg ranges sind sehr tight da du fast immer oop spielst und viele spieler hinter dir noch mit einer hand aufwachen können.Gegen UTg wird da eig selten lose gesqzt. Natürlich macht es sinn hände mit implieds zu callen. Gegen UTG offsuited hände mit top pair value (KJo QJo KTo) werden dir schon probleme machen, da du fast immer beat bist wenn du 3 barrles kriegst. Gegen utg lohnt sich es sich viel mehr hände mit implieds zu callen, hände die ne utg range (AQ+,AJs+,77+,KQs) cracken können...Im full ring geht es viel mehr darum zu setupen als im SH weshalb suited aces pokets und SC im wert steigen. Ich fold die Kleinen pokets btw auch UTG. Du kannst zwar nen set flopen und equitymäßig stehst du gegen eine callingrange mit 22 wohl fast genauso da wie mit 77 mit 77 kannst du aber halt setupen - set over set usw usf. Wenns mit 22 auf einem 267 baord reingeht musst du gegen einen tag ja schon hoffen dass er 67s hat, da keiner gegen utg FR TT JJ QQauf so einem flop raised

      4. Ist halt so ne Sache wenn du auflosen wilslt dann mMn am ehesten mit suited aces...wie gesagt setupen ftw
    • Nihiliste
      Nihiliste
      Bronze
      Dabei seit: 07.03.2008 Beiträge: 468
      Jo, danke erstmal!

      Also ein paar gute Hände später revidiere ich meine Aussage bezügl. der Fischdichte auf FR. Was aber auffällt ist, dass SH mehr die aggressiven Maniac-Fische anzieht die massig moven und völlig sinnfrei raisen und pushen. Auf FR scheint mir die Tendenz in Richtung passive Calling Stations zu gehen (die mir pers. lieber sind), also mehr 40/5 Spieler mit nem AF<1, als 65/35 Spieler mit nem AF>5.

      Zu 3. KJ, QJ, KT offsuit sind auf jeden Fall easy Fold gegen UTG raise. Interessant ist (für SH-Spieler) tatsächlich die niedrigere Stärke von keinen Sets (22-55) die im SH praktisch immer absolute "broke geh" Hände sind und niedrigen Flushs.
      Werd vorerst 22-55 und niedrige SCs aus meiner UTG Range rausnehmen und dafür Axs und manchmal Kxs als spekulative Domination-Hände reinnehmen.


      Nun noch die Sache mit AK, QQ (und vielleicht JJ) im CO/BU vs. UTG.
      Meine ersten Überlegungen sind.

      3Bet/Fold scheint da der schlechteste Zug zu sein, also viel lieber call IP auch um die Cold-Call Range zu stärken.
      Scheint mir auch nett gegen (verhältnissmässig) loose Squeezer zu sein.

      Folgende Situationen gehen mir durch den Kopf:
      a) 4Bet vom UTG - Hero easy Fold
      b) Fold vom UTG, ich IP (also BU vs. Blinds) - Hero erneuter Call IP
      c) Fold vom UTG, ich OOP (also CO vs. BU) - Hero 4Bet/Call (ordentlich Dead Money um profitabel zu sein)
      d) Call vom UTG, (seine Range tendiert eher Richtung AQ, AK, QQ, JJ, TT) - Hero 4Bet Push (massig Dead Money).

      Alles nat. abhängig von den Gegnern, Stacks, Image und allem was dazugehört, aber so ne grundsätzliche Überlegung. Was haltet ihr davon?
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      1.) Kommt auf den Anbieter an. Unterm Strich sind bei SH mehr Fische unterwegs, vielleicht verteilen die sich aber besser. Auf einigen Limits ist die ANzahl der SH-Tisch halt deutlich höher im Vergleich zu FR-Tischen. Gerade die Fischdichte ist ja u.a. ein Argument für SH.

      2.) Bin nicht so bewandert auf FR, aber wenn die Spieler gerne limp/callen können sie ja auch mal limp/raisen. Da aber die meisten Regs nicht openlimpen brauchen sie sowas auch nicht zu balancen, somit machen das Spieler die schwer berechenbar sind und womit die das nun machen ist wohl deren Geheimnis. Das Verhältnis wird abr wohl so aussehen => [Value >>>>>>> Bluff]

      3.) Klar kannst du mehr spekulative Hände callen anstatt zu 3-betten.

      => Häufiger MW-Pötte mit vielen Spielern
      => Etwas seltener Squeezes
      => Weniger Grund zum Balancen (gegen UTG-Openraiser musst du am BU nicht 45s 3-betten oder squeezen um irgendwas zu balancen bzw. dich zur Wehr zu setzen. UTg raist halt meistens for Value)

      Heißt aber selbstredend nicht, dass ein agressives Spiel nicht dennoch profitabler sein kann. Aber der Call hat unterm Strich wohl einen höheren EV als an einem SH-Tisch.


      4.) Schau dir das Spiel einfach an, samlle ein paar Infos, mache dir Notes, sammle Stats und dann spiele einfach das was du für richtig hältst. Danach kann man analysieren. Ob da jetzt ein 19/16 Style von Anfang anvisiert werden soll kann man nun wahrlich nicht sagen.

      Ich könnte dir auch nicht sagen was du an einem SH-Tisch für Stats haben solltest. ;)

      Es ist aber schon so, dass 19/16 nun nicht völlig am Thema vorbeigeht...