Verarscht mich das Jugendamt? (Thema Unterhalt)

    • Finnsi
      Finnsi
      Bronze
      Dabei seit: 13.07.2006 Beiträge: 882
      Hallo,

      ich stecke gerade in einer kleinen Zwickmühle. Ich habe einen Sohn, aus meiner vorherigen Beziehung für den ich seit einigen Jahren unterhalt zahle. Ich war bis zum ende letzten Jahres Student und hätte in dieser Zeit noch nichts zahlen müssen, habe aber dennoch monat für monat 130€ überwiesen, da ich es für richtig empfand. Jetzt wo ich ins richtige Berufsleben eingestiegen bin, muss ich logischerweise auch mehr zahlen. Um das zu berechnen, hat sich meine Ex-Freundin an das Jugendamt gewendet. Alles ok soweit, ich zahle auch gerne für meinen Sohn. Jetzt aber folgendes:

      Ich finde es eine Frechheit, wie das Jugendamt mit mir umgeht. Die Schreiben, die ich bekommen habe sind aggressiv formuliert und es werden sehr enge Fristen gesetzt (ich hab jetzt eine Woche Zeit um die Urkunde zu unterschreiben, in welcher ich mich verpflichte einen meiner Meinung nach zu hoch angesetzten Betrag zu zahlen) und sofort damit gedroht, dass wenn ich diese Frist nicht einhalte, es zu einem Gerichtsverfahren komme und ich zusätzliche Kosten zu tragen hätte. Also muss ich wohl die Urkunde unterschreiben gehen. Jetzt aber was zu der Höhe. Laut Düsseldorfer Tabelle falle ich in die Rubrik 1501-1900 €. Da mein Nettoeinkommen bei einer vollen Arbeitsstelle bei 1450€ läge und die Tabelle auf 2 unterhaltsberechtigte Personen ausgelegt sei. Ich arbeite allerdings nicht voll, sondern habe nur eine Teilzeitbeschäftigung von 25h / Woche, wodurch mein Netto bei ca. 1100€ liegt.
      Also habe ich da angerufen und nachgefragt, ob das überhaupt nicht ins Gewicht fällt. Nach Auskunft des Jugendamtes bin ich dazu verpflichtet meine volle Arbeitskraft zu leisten und solle mir dann doch einen Zweitjob suchen. Folglich würde mein reales Einkommen null an der Berechnungsgrundlage ändern. Ich habe allerdings weiter nachgeforscht und bin auch einen Abschnitt gestoßen, wonach das Geld, was mir zur Verfügung bleibt nicht unter 900€ sinken darf. Zudem habe ich viele Berichte gelesen, wonach das Jugendamt scheinbar bewußt solche informationen zurück hält, da sie sonst für die Differenz aufkommen müßten. Da ich der Sachbearbeiterin nicht wirklich traue, ich aber auch nicht rechtsschutzversichert bin, um der Sache mal juristisch auf den Grund zu gehen, meine Frage, ob hier jemand in einer ähnlichen Lage war.

      Es gibt ja eigentlich nur 3 Optionen.
      1. Ich muss den vollen Satz zahlen, als wenn ich 1,9k verdienen würde und durch meine Fixkosten in naher Zukunft Pleite gehen (bzw. Ich bin auf Gewinne durchs Pokern angewiesen).
      2. Ich muss den Mindestsatz in Höhe von 225€ zahlen.
      3. Ich muss nur ca. 200€ zahlen, da mir 900€ zum Leben verbleiben müssen.

      So, bitte kein Getrolle hier, ist nicht das BBV und das Thema beschäftigt mich gerade wirklich und ich bin auch ein wenig angepisst, wie die mit mir umgehen und ich als schlecht dargestellt werde, obwohl ich immer meinen Beitrag geleistet habe und auch sonst mich nie quergestellt habe.

      EDIT:
      Es geht mir einzig und allein darum, ob jemand einen ähnlichen Fall hatte wie ich, nämlich dass durch die Teilzeitbeschäftigung und dem hohen Abzug der notwendige Eigenbedarf unterschritten wird. Was zählt hier mehr? Der notwendige Eigenbedarf oder hebelt der Umstand, dass ich nicht voll arbeite, diese Grenze aus?
  • 8 Antworten
    • DeadMensHand
      DeadMensHand
      Bronze
      Dabei seit: 31.10.2006 Beiträge: 1.539
      wend Dich an nen Anwalt wenn Du willst das Dir professionell geholfen wird!
    • Finnsi
      Finnsi
      Bronze
      Dabei seit: 13.07.2006 Beiträge: 882
      Ich dachte ich nutze erstmal die kollektive Intelligenz von ps.de um eventuell von ähnliche Erfahrungen zu lernen. Anwalt ist wie gesagt auch immer gleich mit Kosten verbunden. Und bevor ich jetzt da groß was investiere zahle ich lieber ein wenig mehr für meinen Sohn.
    • MourganRA
      MourganRA
      Bronze
      Dabei seit: 11.04.2007 Beiträge: 5.172
      Original von DeadMensHand
      wend Dich an nen Anwalt wenn Du willst das Dir professionell geholfen wird!
      #1
      seh ich auch so. du wirst hier kaum vernünftige hilfe für so ein thema finden
    • Hurrycain666
      Hurrycain666
      Bronze
      Dabei seit: 13.05.2009 Beiträge: 529
      Verstehst du dich noch mit deiner Ex? Sonst könnt ihr das doch untereinander Aushandeln und vertraglich aufsetzen? Das klingt nämlich eher so als hätte Sie das Jugendamt damit beauftragt dich auf den Unterhalt festzunageln, und nicht nach ner Beratung über den Betrag. Ansonsten schließe ich mich meinem Vorposter an. Anwalt is wohl, wenn die sich quer stellen, die günstigste Alternative.
    • Finnsi
      Finnsi
      Bronze
      Dabei seit: 13.07.2006 Beiträge: 882
      Ich verstehe mich in soweit ok mit ihr, sobald nicht die Wörter Unterhalt oder Sorgerecht fallen.

      Es geht mir einzig und allein darum, ob jemand einen ähnlichen Fall hatte wie ich, nämlich dass durch die Teilzeitbeschäftigung und dem hohen Abzug der notwendige Eigenbedarf unterschritten wird. Was zählt hier mehr? Der notwendige Eigenbedarf oder hebelt der Umstand, dass ich nicht voll arbeite, diese Grenze aus?
    • KittenKaboodle
      KittenKaboodle
      Bronze
      Dabei seit: 29.01.2006 Beiträge: 3.527
      Folgendes ist nicht als Rechtshilfe zu verstehen sondern spiegelt meinen Wissensstand wider:
      Selbstverständlich kann das Jugendamt von Dir verlangen, 40h pro Woche zu arbeiten. Wenn Du das nicht tust, ist es Dein Bier, es ändert nichts an der Berechnung des Jugendamtes. Es gibt natürlich einen Selbstbehallt von xxx Euro (ob das genau bei 900 Euro liegt weiss ich nicht). Das heisst aber nur, dass Du das Geld nicht sofort zahlen musst, es wird Dir aber nicht erlassen. Sobald Du zu Geld kommst, musst Du nachzahlen.
      Mein Tipp: Geh vollzeit arbeiten sobald Du es kannst, sonst baut sich ein Schuldenberg auf.
    • Rubnik
      Rubnik
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2006 Beiträge: 10.303
      Erstmal: Ich kenne mich auch nicht wirklich aus. aber der erste Punkt mit der Frist kann imo so nicht stimmen. Wenn Du das schreiben ignorierst werden sie wahrscheinlich versuchen der Betrag zu vollstrecken, was aber noch nicht bedeutet dass es eine Gerichtsverhandlung geben wird.
      Du hast aber sicherlich die Möglichkeit, Widerspruch gg. den Bescheid einzulegen. Normalerweise zahlt das JA dann erstmal den Unterhalt und wird versuchen das Geld von dir zurückzubekommen.
      Sie können in der Tat von dir verlangen, vollzeit zu arbeiten, du musst aber nicht den hohen Satz bezahlen solange Du noch nicht das entsprechende einkommen hast. Eine Woche scheint mir etwas zu kurz um einen 2. Job zu finden.
      Generell haben die Sachbearbeiter am JA einen relativ grossen Ermessensspielraum, Du scheinst die Arschkarte gezogen zu haben.
      Mir drängt sich der Eindruck auf, dass deine Ex dort vielleicht etwas von Einnahmen aus dem Pokerspiel erwähnt hat und Du deshalb mit dem Tonfall konfrontiert wirst.
      Auch mein tipp ist: geh zum Anwalt, eine Erstberatung ist nicht so teuer (max. 60,- Euro wenn ich mich nicht täusche), bewirb dich auf Nebenjobs und sammle Belege dafür.
    • Zachanassian
      Zachanassian
      Bronze
      Dabei seit: 28.06.2007 Beiträge: 507
      Original von Hurrycain666
      Verstehst du dich noch mit deiner Ex? Sonst könnt ihr das doch untereinander Aushandeln und vertraglich aufsetzen? Das klingt nämlich eher so als hätte Sie das Jugendamt damit beauftragt dich auf den Unterhalt festzunageln, und nicht nach ner Beratung über den Betrag. Ansonsten schließe ich mich meinem Vorposter an. Anwalt is wohl, wenn die sich quer stellen, die günstigste Alternative.
      Seine Ex kann nicht auf einen Unterhaltsanspruch des Kindes verzichten.

      Aber zum Thema: Erstmal hat das Jugendamt Recht: Du brauchst schon eine gute Begründung, warum Du nur 25h/Woche arbeitest. Wenn Du voll arbeiten würdest, dann würdest Du mit dem Unterhalt auch nicht unter die 900 Fallen. Die Frage ist also:warum nur 25h/Woche? Wenn Du die restlichen 15h lieber anders Geld verdienst (z.B. Poker) dann hast Du auch ein höheres Einkommen und der Unterhalt tut Dir nicht weh.
      Ansonsten gilt was die Vorgänger sagen: Anwalt, Anwalt, Anwalt! Hier kommst du mit Kollektivintelligenz nicht weiter. Willst du zum Jugendamt gehen und einen Ausdruck des Threads aus einem Pokerforum mitnehmen um zu begründen, warum Du weniger unterhalt zahlen kannst?!