Intensivbetreuung: B9rd und aru87 starten durch

  • 160 Antworten
    • B9rd
      B9rd
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2008 Beiträge: 2.269
      Hallo zusammen,
      als Hausaufgabe, müssen wir uns mit dem Thema, odds und outs auseinander setzen. Ich werde versuchen, dies logisch in einer geordneten Abfolge darzustellen (2. Thema werde ich später verfassen).

      Outs:
      Die Outs sind alle Karten, welche aus meiner momentanen Hand die beste Hand machen. Die Anzahl meiner Outs wird anschliessend benötigt um feststellen zu können, ob ein Call einer Bet + oder - EV ist.
      Beim Zählen der Outs muss man jedoch wieder einige abzählen. Zum Beispiel auf dem Board 7d 8d As halte ich 9h10p und habe so 8outs für die Strasse. Jedoch sind die beiden Karten 6d und Jd keine sauberen outs, weil es so möglich ist einen Flush (höhere Hand als die meine) zu machen. Da ich aber nicht weiss, ob mein Gegner jetzt den FD hält oder nicht, discounte ich einer meiner outs und nicht beide.

      odds:
      Die Odds beschreiben mir, die Wahrscheinlichkeit in wie vielen Fällen meine Hand entsteht. Das heisst, wenn ich odds von 1:4 habe, dann treffe ich jedes 5. Mal meine gewünschte Hand (wird durch die Outs abgeleitet).

      Pododds:
      Die PodOdds zeigen mir das Verhältnis zwischen dem Pot, den ich gewinne und meinem Einsatz, den ich bringen muss, damit ich um den Pot spielen kann.

      Fazit:
      Odds ist das Verhältnis zwischen unnützen Karten: hilfreichen Karten
      PodOdds ist das Verhältnis zwischen dem zu gewinnenden Pot : dem zu bringendem Einsatz


      Damit ich nun entscheiden kann, ob mein Call Plus oder Minus EV ist, müssen die PodOdds und die Odds gegenübergestellt werden. Das heisst wenn ich PodOdds von 4:1 habe und Odds von 3:1 wird unser call +Ev sein.

      Implied PodOdds:

      Da unser Gegner sehr wahrscheinlich noch Geld in den Pot investiert, nachdem wir unsere Hand getroffen haben muss diese Möglichkeit auch in Betrag gezogen werden. Dafür sind die Implied Odds zu gebrauchen. Die Implied Odds die ich benötige werden aus der Wahrscheinlichkeit wie oft ich meine Outs treffe und der Wahrscheinlichkeit wie viel mein Gegner noch in diese Hand investiert berechnet.

      Als gutes Beispiel kann man das Mitlimpen von PP nehmen. Hier steht im SHC meistens mit der Call 20 Regel weiter zu arbeiten. Das heisst, der Gegner muss noch einen 20-Fachen Reststack des Raises haben, damit unser Call profitabel. Doch wie kommt man auf das 20-Fache? Mit meinem PP treffe ich jedes achte Mal mein Set und möchte anschliessend den Stack meines Gegners in der Mitte sehen. Da ich aber nicht jedes mal seinen gesamten Reststack in die Mitte bekomme, zum Beispiel, weil er selbst keine made Hand hat oder tight – passiv spielt. So muss ich preflop abschätzen können, wie oft ich meinen Gegner in die Mitte kriege. Meistens das jedes zweite bis dritte mal der Fall. Also benötigen wir implieds von 15:1 bis 20:1.

      Ich hoffe es kommt alles einigermassen Verständlich rüber, ansonsten kann man ja nachfragen. Das zweite Thema, warum wir raisen usw. werde ich heute Abend behandeln. Man soll ja im Geschäft arbeiten und nicht über Pokern schreiben :P

      Gruss
      B9rd
    • Kavalor
      Kavalor
      Gold
      Dabei seit: 07.09.2006 Beiträge: 17.648
      Sehr schön, gefällt mir gut. Schreib aber bitte noch mit 1-2 sätzen, was bei der schätzung der implieds Potodds wichtig bzw relevant ist
    • ozzopled
      ozzopled
      Bronze
      Dabei seit: 08.12.2007 Beiträge: 808
      Original von B9rd
      odds:
      Die Odds beschreiben mir, die Wahrscheinlichkeit in wie vielen Fällen meine Hand entsteht. Das heisst, wenn ich odds von 1:4 habe, dann treffe ich jedes 4. Mal meine gewünschte Hand (wird durch die Outs abgeleitet).
      jedes 5. mal oder? 1:4=20%
    • B9rd
      B9rd
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2008 Beiträge: 2.269
      Original von ozzopled
      Original von B9rd
      odds:
      Die Odds beschreiben mir, die Wahrscheinlichkeit in wie vielen Fällen meine Hand entsteht. Das heisst, wenn ich odds von 1:4 habe, dann treffe ich jedes 4. Mal meine gewünschte Hand (wird durch die Outs abgeleitet).
      jedes 5. mal oder? 1:4=20%
      sry vertippt. hast natürlich recht :)
    • Gallagher
      Gallagher
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2006 Beiträge: 3.948
      Original von B9rd
      Implied PodOdds:

      Da unser Gegner sehr wahrscheinlich noch Geld in den Pot investiert, nachdem wir unsere Hand getroffen haben muss diese Möglichkeit auch in Betrag gezogen werden. Dafür sind die Implied Odds zu gebrauchen. Die Implied Odds die ich benötige werden aus der Wahrscheinlichkeit wie oft ich meine Outs treffe und der Wahrscheinlichkeit wie viel mein Gegner noch in diese Hand investiert berechnet.

      Als gutes Beispiel kann man das Mitlimpen von PP nehmen. Hier steht im SHC meistens mit der Call 20 Regel weiter zu arbeiten. Das heisst, der Gegner muss noch einen 20-Fachen Reststack des Raises haben, damit unser Call profitabel. Doch wie kommt man auf das 20-Fache? Mit meinem PP treffe ich jedes achte Mal mein Set und möchte anschliessend den Stack meines Gegners in der Mitte sehen. Da ich aber nicht jedes mal seinen gesamten Reststack in die Mitte bekomme, zum Beispiel, weil er selbst keine made Hand hat oder tight – passiv spielt. So muss ich preflop abschätzen können, wie oft ich meinen Gegner in die Mitte kriege. Meistens das jedes zweite bis dritte mal der Fall. Also benötigen wir implieds von 15:1 bis 20:1.

      Ich hoffe es kommt alles einigermassen Verständlich rüber, ansonsten kann man ja nachfragen. Das zweite Thema, warum wir raisen usw. werde ich heute Abend behandeln. Man soll ja im Geschäft arbeiten und nicht über Pokern schreiben :P

      Gruss
      B9rd
      Ich habe mal die Intensivbetreuung bei Kavalor besucht und da fragte er seinen damaligen Schüler, was denn reverse implied Odds seien?
      Kannste mir das bitte erklären und ein Beispiel konstruieren?

      btw, hallo Kavalor, ich habe im Moment immer montagabends Sport und schaffe es deshalb nicht ins Coaching :(
    • B9rd
      B9rd
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2008 Beiträge: 2.269
      Original von Kavalor
      Sehr schön, gefällt mir gut. Schreib aber bitte noch mit 1-2 sätzen, was bei der schätzung der implieds Potodds wichtig bzw relevant ist
      Damit es bisschen übersichtlich bleibt, mach ich es einfach hier:

      Um bestimmen zu können wie hohe implieds ich habe, muss ich zuerst das Verhalten meines Gegners kenne. Ist er preflop agressiv => nicht sehr gute Hände vor dem flop, welche sich eher selten zu madehands entwickeln und ich so weniger oft seinen Stack in die Mitte kriege oder ist er preflop tight und auf den streets dafür agressiver.

      Zudem muss natürlich zuerst beachtet werden, ob mein Gegner einen genug grossen Stack hat um den es lohnt zu spielen (eben ob die implieds erfüllt sind oder nicht). Doch denke ich, ist eines der wichtigsten Kriterien (wen sogar nicht das wichtigste), ob man IP oder OOP gegen Villain seine Hand weiter spielt.

      Falls man nach implieds auf dem flop spielt (z.B. man hat 3:1 pot odds braucht aber 4:1), dass man die boardstruktur berücksichtigt. das heisst, ob meine outs die action womöglich killt -> 3x Diamond und man hat das Ad.

      Hoffe da ist in etwa das drin was du noch wolltest :)

      EDIT: Mir ist gerade noch ein Punkt in den Sinn gekommen. Der Reststack von Villain (bez. aller Villains bei Multipot) im Verhältnis zum Pot. Das heisst je grösser der Pot zum Verhältnis des Stackes ist, je wahrscheinlicher ist Villain dazu bereit den stack zu investieren.
    • B9rd
      B9rd
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2008 Beiträge: 2.269
      Original von Gallagher
      Original von B9rd
      Implied PodOdds:

      Da unser Gegner sehr wahrscheinlich noch Geld in den Pot investiert, nachdem wir unsere Hand getroffen haben muss diese Möglichkeit auch in Betrag gezogen werden. Dafür sind die Implied Odds zu gebrauchen. Die Implied Odds die ich benötige werden aus der Wahrscheinlichkeit wie oft ich meine Outs treffe und der Wahrscheinlichkeit wie viel mein Gegner noch in diese Hand investiert berechnet.

      Als gutes Beispiel kann man das Mitlimpen von PP nehmen. Hier steht im SHC meistens mit der Call 20 Regel weiter zu arbeiten. Das heisst, der Gegner muss noch einen 20-Fachen Reststack des Raises haben, damit unser Call profitabel. Doch wie kommt man auf das 20-Fache? Mit meinem PP treffe ich jedes achte Mal mein Set und möchte anschliessend den Stack meines Gegners in der Mitte sehen. Da ich aber nicht jedes mal seinen gesamten Reststack in die Mitte bekomme, zum Beispiel, weil er selbst keine made Hand hat oder tight – passiv spielt. So muss ich preflop abschätzen können, wie oft ich meinen Gegner in die Mitte kriege. Meistens das jedes zweite bis dritte mal der Fall. Also benötigen wir implieds von 15:1 bis 20:1.

      Ich hoffe es kommt alles einigermassen Verständlich rüber, ansonsten kann man ja nachfragen. Das zweite Thema, warum wir raisen usw. werde ich heute Abend behandeln. Man soll ja im Geschäft arbeiten und nicht über Pokern schreiben :P

      Gruss
      B9rd
      Ich habe mal die Intensivbetreuung bei Kavalor besucht und da fragte er seinen damaligen Schüler, was denn reverse implied Odds seien?
      Kannste mir das bitte erklären und ein Beispiel konstruieren?

      btw, hallo Kavalor, ich habe im Moment immer montagabends Sport und schaffe es deshalb nicht ins Coaching :(

      natürlich:
      Wenn man icht weiss, ob man nach seiner Verbesserung tatsächlich die beste hand hällt oder nicht, nennt man dies reversed implied odds.

      Das heisst auf dem board J 10 J rainbow halte ich z.b. 89 für den OESD. jetzt habe ich das problem, ob ich überhaupt eine bessere Hand, als mein Gegner sie bereits hält (J 10 obv), bekommen kann. Oder mein Gegner hällt AK und bekommt mit der Q die bessere strasse als ich.

      Zudem gibt es ab und an auch die Situation, dass ich mich durch einen call eines draws mich selbst pot comitte. Zudem ist da noch das problem, welches auch unter reversed implieds odd geht, dass mehrere Personen in einer Hand sind.
      Darunter gehört auch das Problem von wa/wb. z.b. flatcall ich pre AQ und auf dem flop kommt das A und weiss jetzt nicht ob ich schon weit behind bin oder meine hand noch gut ist :)

      hoffe das stimmt so...
    • aru87
      aru87
      Bronze
      Dabei seit: 04.09.2008 Beiträge: 143
      So dann schreib ich jetzt auch erstmal was mir zu den angesprochenen Themen einfällt.

      Outs: Wie bereits im Coaching erwähnt sind das die Karten die unsere Hand im Verlauf des Spiels zur besten Hand machen. Beispielsweise haben Pocketpairs zwei Outs, nämlich die zwei selben Karten in den anderen Farben. Ein Flushdraw hat 9 Outs. Es gibt 13 Karten jeder Farbe im Deck, die zwei die wir in der Hand halten + die zwei die auf dem Board liegen ziehen wir von den 13 ab und somit bleiben noch 9 weitere die unseren Flush komplett machen könnten.
      Da wir nicht wissen welche Karten unsere Gegener halten und ihnen höchstens eine Range geben können, besteht die Möglichkeit dass eines unserer Outs unsere Hand zwar verbessert, die des Gegners aber vielleicht zur besten macht. Deshalb müssen wir gegebenenfalls eins oder mehrere Outs discounten.
      Discounted Outs sind also Outs die wir uns nicht geben können wenn sie dem Gegner eine bessere Hand bringen. Zum Beispiel halten wir TT auf einem Board: 789 und wir wissen dass JQ sehr gut in der Range des Gegners liegt, müssen wir die zwei weiteren Outs discounten, da uns zwar jede T zum Drilling macht, dem Gegner aber zur Straße verhelfen könnte. In dem Beispiel hätten wir aber selbst noch Outs auf eine Straße:)

      Odds: Sie geben uns die Wahrscheinlichkeit mit der wir unsere Draws komplettieren. Einen Flushdraw bauen wir in einem von fünf Fällen zum Flush aus, d.h wir haben hier Odds von 4:1, vom Flop zum Turn, wenn also nur eine Karte kommt. Bei zwei Karten, also vom Flop zum River haben wir die doppelte Anzahl an Karten die noch kommen und somit auch die doppelte Wahrscheinlichkeit dass unser Draw ankommt, also Odds von 2:1.

      PotOdds: Geben uns das Verhältniss von möglichem Gewinn zum zu bringenden Einsatz wieder. Setzt unser Gegner bspsw. am Flop einen Dollar wobei der momentane Pot einen Dollar groß ist, ist der mögliche Gewinn für 2 Dollar und wir müssen einen Dollar Einsatz bezahlen. Also haben wir Pot Odds von 2:1. Vergleichen wir nun die Pot Odds mit den Odds erkennen wir ob unser call profitabel ist. Um profitabel callen zu können müssen die Pot Odds günstiger bzw. größer als die Odds sein.

      Implied PotOdds: Hier kommen zu dem möglichen Gewinn noch Einsätze die der Gegner in folgenden Runden bringen wird. Also das Verhältniss von möglichen Gewinn am Flop + Einsätze in weiteren Setzrunden zum zu bringenden Einsatz am Flop. Die Implied PotOdds sind also günstiger als die PotOdds und können dadurch in manchen Fällen einen profitablen call doch noch rechtfertigen. Das größte Problem hierbei ist diesen Einsatz des Gegners in weiteren Runden abzuschätzen. Wird er überhaupt nocheinmal einen Einsatz bringen und wenn ja wie hoch wird er sein? Weiß man z.B dass ein Gegner sehr aggressiv ist, wird er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mind. noch einen Einsatz bringen. Setzen wir den Gegner auf eine starke Hand ist die Wahrscheinlichkeit ebenfalls groß. Hat der Gegner Position auf uns besteht die Gefahr dass er einfach behindcheckt und wir keinen Einsatz mehr von ihm sehen. Wenn der Gegner sich Gedanken macht und unser Drawcall offensichtlich ist, ist es auch fraglich ob wir uns hohe ImpliedPotOdds geben können.

      So Kavalor hat noch die Frage gestellt welche Hände wir Preflop raisen und wieso? Also wir raisen starke Hände, mit denen wir einen positiven Erwartungswert haben und wir raisen sie weil wir Geld von schlechteren Händen wollen und bei Händen die einen nicht ganz so hohen Erwartungswert haben sind wir auch schon zufrieden wenn wir die Blinds einsammeln.
      Reicht das als Antwort oder hab ich die Frage falsch verstanden?

      Isoraisen: Einen Spieler der vor uns gelimpt hat können wir mit einem Raise isolieren. Die Vorteile hierbei sind dass wir zwei mal Foldequity haben und ohne den Showdown Geld bekommen. Einmal vor dem Flop falls er limpt und auf unser Raise foldet und einmal am Flop falls er unsere Contibet foldet. Falls er nicht foldet und wir eine spielbare Hand haben ist dies auch gut da wir es hierbei meist mit einem Fisch zu tun haben und er hoffentlich ein größerer ist als wir selbst :D

      So jetzt noch kurz zu Fast- vs. Slowplay:
      Der Grundsäzliche Vorteil von Slowplay ist dass wir den Gegner nicht gleich verjagen und er somit im weiteren Verlauf bluffen wird oder ihm eine weitere Karte (turn oder river) eine gute Hand bringt und er sich durch unser Slowplay mit dieser Hand vorne sieht. Unter den Umständen würde sich das Slowplay positiv auf unseren Gewinn auswirken. Der Nachteil ist dass der Gegner unter Umständen sowieso ungern selbst setzt und wir keinen großen Pot aufbauen obwohl wir eine starke Hand halten. Denn eigentlich wollen wir mit starken Händen große Pötte gewinnen. Wenn aber keiner setzt bleibt der Pot klein. Hierbei wäre es gut zu wissen ob der Gegner eine Callingstation mit hohem WTS ist oder ein aggressiver Spieler mit hohem AF ist. Der zweite große Nachteil ist dass wir oft noch protecten müssen wenn die möglichkeit besteht überholt zu werden. Besonders in Multiway Pötten ist diese Gefahr hoch. Ich bevorzuge also in den meisten Fällen Fastplay um Geld in den Pot zu bekommen und um zu protecten.

      Das wars erstmal, falls es an manchen Stellen zu knapp oder unverständlich ist bitte bescheid sagen. Werde dann nochmal was nachtragen
    • Gallagher
      Gallagher
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2006 Beiträge: 3.948
      Es gibt imho noch ein paar mehr Gründe für PF - Raise, die natürlich nicht unabhängig von einander betrachtet werden können:

      - Value (schlechtere Hände callen)
      - Isolation (u.a.Spieler isolieren, gegen die wir uns eine edge geben)
      - Deception (u.a. "balancen" unserer Value Hände)
      - Semibluff (bessere Hände zum Folden bringen + Chance, sie auszudrawen)
      - Dead Money (Blinds attackieren)
      - Manipulation der Potgröße(für den Fall, dass wir sets oder Monsterdraws treffen, wichtig bei stacks >100BB)
      - Postflop-Initiative
      - Verbesserung der relativen Position
    • B9rd
      B9rd
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2008 Beiträge: 2.269
      So nun kommt der zweite Teil meines Textes:

      Die Aufgabe war es, wir Arthur bereits gesagt hat, dass wir auf die Gründe des raisens und dessen Ziel eingehen. Weiter soll auch noch erklährt werden, was wir unter Isolation - Raise verstehen.

      Warum raise ich?

      1. Ich möchte eine starke Hand schützen (Protection).
      2. Ich möchte von einer starken Hand value (Potbuilding).
      3. Ich möchte unberechenbar für meine Gegner wirken (balancing).
      4. Ich möchte alleine gegen den (möglichen) Fish in der Hand sein.
      5. Ich möchte stealen/bluffen.

      Was verstehe ich unter den einzelnen Punkten:

      1. Ich möchte eine starke Hand schützen (Protection).

      Das heisst, ich möchte meine es für meine Gegner so teuer machen, dass es für Sie nicht profitabel ist zu callen, woraus anschliessend eine +EV - Situation für micht entsteht.

      2. Ich möchte von einer starken Hand value (Potbuilding).

      Mein oberstes Ziel von einer starken Hand ist einen weg zu finden, so viel Value des Gegners zu erhalten wie es möglich ist. Durch das erhöhen auf den Streets baue ich den Pot auf, um das am Ende den Stack meines Gegners in der Mitte zu haben.

      3. Ich möchte unberechenbar für meine Gegner wirken (balancing).

      Dieser Punkt gillt natürlich nur für "bessere" Spieler. Ein standart Fisch wird sich das Image eines Spielers nicht merken. Jedoch ist dies für mich eine zentrale Rolle im Pokerspiel. Ein Image aufbauen und dadurch meinen nutzen ziehen (dies benötige ich sehr oft im real-Pokergame). Das heisst aus early Position nicht nur AQ+ und TT+ sondern auch mal 89s o.ä. Aber immer noch Hände welche sich gut zu einer starken made hand entwickeln können (nicht 72o ;) ).

      Natürlich ist dieser Punkt auf NL10 noch eher zu Vernachlässigen, jedoch für mich als Live - Tournamen - Spieler eine zentrale Rolle, welche man auf den höheren Stakes auch antreffen wird.

      4. Ich möchte alleine gegen den (möglichen) Fish in der Hand sein.

      Hier kommen wir zum Isolation Raise. Mit dem Raise nach einer Callingstation die gelimpt hat, möchten wir mit unserer Hand HU gegen den Limper kommen und unsere Edge postflop ausspielen. So versuchen wir also den Fish an uns zu "binden" und ihn zu zwingen sein Geld in user Schoss zu legen ;)

      5. Ich möchte stealen/bluffen.

      Der letze, jedoch sicher kein unwichtiger Punkt das Stealen/Bluffen. Durch steals/bluffs versuchen wir mit Karten, welche einen geringen Erwartungswert haben, möglichst einfach Value zu kriegen. Wir stealen die Blinds oder nach einem missed Flop versuchen wir den Pot trotzdem noch mitzunehmen. Dazu gehört auch das Floaten, wobei das Thema den Rahme hier glaub sprengen würde.
      Naürlich gibt es nicht nur purebluffs sondern auch semi Bluffs. Das heisst mit einer drawing - Hand, welche sich nach der nächsten Street noch zu einem Moster entwickeln kann, ein Bluffraise (oop c/r oder ip raise) versuchen den Pot sofort mit zu nehmen oder durch den Skill zu hitten, sich eine Madehand auf der nächsten Street zu basteln ;)


      Hoffe das ich habe nichts vergessen und die Aufgabe richtig verstanden.

      Gruss
      B9rd
    • zehngruende
      zehngruende
      Bronze
      Dabei seit: 04.01.2010 Beiträge: 76
      Da hast du dir ja zwei Musterschüler geangelt @Kavalor =)
    • B9rd
      B9rd
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2008 Beiträge: 2.269
      Original von zehngruende
      Da hast du dir ja zwei Musterschüler geangelt @Kavalor =)
      heisst das jetzt, es ist gut so :s_cool:
    • B9rd
      B9rd
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2008 Beiträge: 2.269
      Da ich gestern noch Hamster beerdigen musste (insider bei Kavalor), konnte ich da leider keine Session mehr spielen. Werde heute Abend mal was von mir geben.

      @Kavalor: schauen wir unsere Texte nächsten Montag an oder wirst du hier im Thread noch was dazu Posten?
      Sollen wir hier auch Graphen usw von uns reinstellen und Hände disskutieren?

      Danke für die Info

      Gruss
      B9rd
    • aru87
      aru87
      Bronze
      Dabei seit: 04.09.2008 Beiträge: 143
      Original von Gallagher
      Es gibt imho noch ein paar mehr Gründe für PF - Raise, die natürlich nicht unabhängig von einander betrachtet werden können:

      - Value (schlechtere Hände callen)
      - Isolation (u.a.Spieler isolieren, gegen die wir uns eine edge geben)
      - Deception (u.a. "balancen" unserer Value Hände)
      - Semibluff (bessere Hände zum Folden bringen + Chance, sie auszudrawen)
      - Dead Money (Blinds attackieren)
      - Manipulation der Potgröße(für den Fall, dass wir sets oder Monsterdraws treffen, wichtig bei stacks >100BB)
      - Postflop-Initiative
      - Verbesserung der relativen Position
      okay das ist natürlich ausführlicher
      was meinst du denn mit Manipulation der Potgröße? und welche hände raist du um zu semibluffen? (gibt es da spezielle hände? also ich rede jetzt von preflop)
      und was verstehst du unter relativer position?

      hab gestern noch etwas über 1000 hände gespielt, aber ist leider nicht ganz optimal gelaufen, wobei auch nix spektakuläres dabei gewesen ist
      hab mal 2 Hände ins Forum gepostet:

      QQ Vierling
      KK
    • Kavalor
      Kavalor
      Gold
      Dabei seit: 07.09.2006 Beiträge: 17.648
      Original von B9rd
      Da ich gestern noch Hamster beerdigen musste (insider bei Kavalor), konnte ich da leider keine Session mehr spielen. Werde heute Abend mal was von mir geben.

      @Kavalor: schauen wir unsere Texte nächsten Montag an oder wirst du hier im Thread noch was dazu Posten?
      Sollen wir hier auch Graphen usw von uns reinstellen und Hände disskutieren?

      Danke für die Info

      Gruss
      B9rd
      ja, graphen sind immer gut und hände sollten wie oben hier verlinkt werden oder, wenn du was konkretes mich fragen willst, hier posten
    • B9rd
      B9rd
      Bronze
      Dabei seit: 11.05.2008 Beiträge: 2.269
      So ich beginne mal mit einem coolen graphen:


      Stats waren 11.8/9.3/4.5/29.6/49.8/2.89 vpip/pfr/3bet/WTSD/W$SD/Agg

      Hier die session von heute, waren leider nicht so viele hände aber man sieht doch was :) (pls, dass das normal ist und kein upswing:) )



      Stats von heute:

      16.8/11.9/7.6/31.7/60/2.28 vpip/pfr/3bet/WTSD/W$SD/Agg

      Habe noch einige interessante Hände gespielt. Stelle die dann mit dem Edit noch nachträglich hinein.

      76s
    • Scooop
      Scooop
      Bronze
      Dabei seit: 26.03.2009 Beiträge: 22.773
      Original von zehngruende
      Da hast du dir ja zwei Musterschüler geangelt @Kavalor =)
      #2

      hoffe ihr haltet die Motivation und Bereitschaft zur Mitarbeit so hoch. :)

      Die letzten Kandidaten (nacl ausgenommen) waren da leider eher enttäuschend. Insbesondere wenn man bedenkt, dass es sehr viele gibt die das Coaching gerne machen würden und es ein besonderes Privileg ist, zudem ein kostenloses ;)

      good luck euch beiden, werde ab und an mal reinschauen :P
    • aru87
      aru87
      Bronze
      Dabei seit: 04.09.2008 Beiträge: 143
      danke Scoop, hoffe deine Motivation bleibt bei deiner Challange auch weiter so hoch:) viel erfolg dabei

      hab grad auch noch ein paar Hände gespielt...komischerweise fängt beim elephant jetzt der nächste Tag schon um 23Uhr an, obwohl ich nix verstellt hab, außer dass ich letztens die Datenbank aufgeräumt hab

      hier mal der Graph von heute...lief ganz gut


      interessante Hände schau ich noch durch

      edit:
      hier war ich mir unsicher...flop ist zwar sehr drawlastig aber wollte hier nicht wieder alle vertreiben und hab nur gecallt...wurde nämlich auf die letzten 3 sets nicht ausbezahlt
      am turn komm der fd an und jede 4 macht die straigt, hätte aber echt nicht gedacht dass er preflop 44 raist und hätte ihn auf ein overpair oder den FD gesetzt...sah mich halt gegen seine range vorne
      kann man das so spielen?


      Known players:
      Position:
      Stack
      BB:
      $0,55
      MP1:
      $5,00
      MP3:
      $2,76
      Hero:
      $5,00

      0,02/0,05 No-Limit Hold'em (8 handed)
      Hand recorder used for this poker hand: Elephant 0.69 by www.pokerstrategy.com.

      Preflop: Hero is BU with 5:heart: , 5:diamond:
      UTG2 folds, MP1 raises to $0,17, MP2 folds, MP3 calls $0,17, CO folds, Hero calls $0,17, SB folds, BB calls $0,12.

      Flop: ($0,70) 5:club: , 6:heart: , 3:heart: (4 players)
      BB checks, MP1 bets $0,40, MP3 folds, Hero calls $0,40, BB folds.

      Turn: ($1,50) 2:heart: (2 players)
      MP1 bets $0,90, Hero raises to $2,60, MP1 calls $1,70.

      River: ($6,70) 3:club: (2 players)
      MP1 bets $1,83 (All-In), Hero calls $1,83 (All-In).

      Final Pot: $10,36

      Results follow (highlight to see):
      Hero shows a full-house, fives full of threes (5h 5d)
      MP1 shows a straight, six high (4h 4c)

      Hero wins with a full-house, fives full of threes (5h 5d)

      hier noch ein paar hände aus der session:
      JJ Overpair
      22 Set
      99 Overpair
      QQ Overpair
    • Trickshot625
      Trickshot625
      Silber
      Dabei seit: 14.03.2007 Beiträge: 1.010
      Hallo arua,

      Preflop:
      alles okay

      Flop:
      Raise Flop
      der flop ist nicht gut geeignet für ein slowplay deines sets.

      Viele overpairs und draws sind bereit auf diesem flop viel Geld zu investieren, aber es gibt eine Menge Karten, die am turn die Action killen können (A,K,Q,7,2, any :heart: falls villain ein mittleres pocket hält) und/oder bei denen du nicht mehr weißt wo du stehst (2,7,any :heart:) .

      MP1 c-betet auf diesem flop in drei Gegner, das heißt meist, dass er einiges Interesse hat seine Hand nicht sofort aufzugeben (overpairs, flushdraws straightdraws, sets).

      Ein Pot der am Flop bereits groß ist erlaubt es dir außerdem im weiteren Handverlauf deinen Stack (und den des Gegners) leichter in die Mitte zu bekommen.

      Den Gegner mit einer starken Hand nicht vertreiben zu wollen, ist nur selten (und nie für sich genommen) ein gutes Argument für ein Slowplay.
      Mag sein, dass du ab und zu die Erfahrung machst, in solchen Situationen nur einen kleinen Pot am Flop zu gewinnen, aber langfristig maximierst du in ähnlichen Situationen deinen EV nur mit einem Raise.

      Turn:
      Call Turn
      Hier kommen einige draws an, mit deinem Raise repräsentierst du eine stärkere Hand als dein set und turnst deine Hand in einen (Semi-)Bluff. mmn ist das am turn as played ein call, du bist oft ahead und hast gegen straights und flushes 10 outs. Dein Raise macht lediglich Sinn gegen one-card-flushdraws, die villain nur selten hält.

      River:
      as played easy call

      Viel Erfolg weiterhin