The Atanag-Plan [ Valuetrain ]

    • Martschl
      Martschl
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      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 4.038
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      Anti-Tilt, Anti-Non-A-Game - Plan ____________________ 
       
      Der Psychoblog rund um Motivation, Self-Management,________________ 
      Tilt und das ganz große Geld!________________________________ 
       
      Um Martschl's Karriere und seinen Versuch,________________________ 
      nicht-spieltechnische Theorien umzusetzen.________________________ 
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      .....Ata.. Atanana.. Atawas oO?

      Willkommen Freunde des guten Geschmacks! Der Anti-Tilt, Anti-Non-A-Game - Plan beschäftigt sich mit den spielbeeinflussenden Kriterien, die abseits von Theorie und dem Spiel selbst stehen. Dazu gehören Selbst-Management, Motivation, Tilt, dem Verständnisverlust über den monetären Gegenwert unseres Spiels, Langzeitziele und wie man diese erreichen will, die Frage ob dieses Spiel für jemanden geeignet ist oder ob es (bessere) Alternativen gibt, etc. pp. Er soll (mir) helfen stets das Beste für das Spiel zu tun, für psychologisches Gleichgewicht und Realitätssinn zu sorgen.


      .....Wie kommt man auf sowas?

      Es ist mir in einer zweimonatigen Pokerpause (in der ich mich zu Beginn vermehrt mit den psychologischen Hintergründen für Poker beschäftigt habe) Einiges sehr viel deutlicher geworden. So sehe ich die overall winrate momentan als sehr viel wichtiger und effektiver an, als vielleicht effizientes Grinden for hourly winnings. Hinzukommt, dass ich vermehrt gemerkt habe, dass mich dieses Spiel zu sehr gefangen nehmen kann, dass ich Boni und RB hinterherhechte, dabei Viel meines guten Spiels und meines Reallife geopfert habe - für einen im Grunde verschwindend kleinen Teil an extra Winnings. Dieser Blog soll also stets mein Ziel vorantreiben: Gutes Poker spielen!


      .....Was der geneigte Leser davon hat

      Zunächst einmal kostenlosen Content in Form von Ideen. Hier gibt es keine Psychocoachings, kein fundiertes Wissen. Ich möchte anhand meiner eigenen Ideen und anhand ihrer Umsetzung zeigen, wie man sein Pokerspiel ändern kann. Dabei hoffe ich auf eure Unterstützung in Form von Diskussionen und Kritik.


      .....Das ist also ein reiner Diskussionsthread über Psychozeugs - warum dann im BSS Erlebnisforum?

      Erwischt. Hier soll es natürlich primär um meine Entwicklung als BSS SH-ler gehen. Ich fange neu an, nachdem ich FR gespielt habe und stelle mich einer neuen Herausforderung. Hier wird über meine Karriere berichtet, Hände wird es eher weniger geben (die landen im HBF), dafür jede Menge Graphen, Selbst-Kontrolle und eben den Atanag-Plan, der das ganze Vorhaben fördern und determinieren soll.






      .....Also, wie gehst du das an?

      Spieltechnisch werde ich mit 500-600$ auf NL10 SH beim Kuchen anfangen. Was den Anatang-Plan angeht, werde ich in unregelmäßigen Abständen Kolumnen schreiben und bei jedem Update kontrollieren ob ich meine Ziele für eine Session/Woche/Monat eingehalten habe und enstprechend zuvor meine Ziele für die nächste Zeit posten.



      .....Persönliches in Cliffnotes

      Marcel, 20, Student Wirtschaftsingenieurwesen für Maschinenbau, wohnhaft in der Wiege Europas (Paderborn) und spiele seit ziemlich genau einem Jahr Poker. Habe viel Zeit mit der SSS verschwendet, danach auf BSS FR gewechselt und eben nun zu SH übergewandert weil ich die Dynamik zu mögen scheine. Außerdem musste ich zwecks Klausuren eine Pause einlegen, da kam ein Wechsel perfekt. Vorbereitet bin ich, jetzt muss die Praxis nachziehen.


      Ich hoffe mein Blog bringt nicht nur mir etwas, sondern fördert auch bei anderen Usern die Motivation an ihrem Spiel zu arbeiten und das Spiel Poker generell professioneller anzugehen.




      Insofern gute Karten und schlechte Gegner euch und mir, denn wir spielen ein Glücksspiel.

      Martschl :f_cool:
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    • Martschl
      Martschl
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      Index_____________________________________________ 
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      Teil 1______________________________________________ 
      Wozu eigentlich eine hohe Winrate?____________________________ 
      Oder: To grind or not to grind!________________________________ 
       
      Teil 2______________________________________________ 
      Die richtige Session_______________________________________ 
      Oder: Geputzt, gestriegelt, rasiert und motiviert!_____________________ 
       
      Teil 3______________________________________________ 
      Selbstmanagement - Part I__________________________________ 
      Die richtige Einstellung_____________________________________ 
       
      Teil 3______________________________________________ 
      Selbstmanagement - Part II__________________________________ 
      Kapitalwirtschaft__________________________________________ 
       
       
       
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      Bankrollmanagement
      NL10 mit $350
      NL25 mit $625
      NL50 mit $1500
      NL100 mit $3000


      Mein Overall NL10 Graph



      Stats: 2072 hands, $53.91 pure winnings, 26.2bb Upswing on 100 hands, VPIP 19.9%, PFR 17.0%, 3Bet 10%
      Overall zu aggressive, was nicht unbedingt schlecht sein muss auf dem Limit, weil Aggression dort nicht so bekannt ist.



      Sonstige Erfolge und BR Pushes
      4. von 354 Spielern in einem 2k gtd auf Cake für 160 Dollar
    • Martschl
      Martschl
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      Kolumne__________________________________________ 
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      Teil 1__________________________________________ 
       
      Wozu eigentlich eine hohe Winrate?___________________________ 
      Oder: To grind or not to grind!_______________________________ 
       
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      Im ersten Teil möchte ich mich dem Thema „Longtermwinrates and Grinding“ widmen.
      Interessant wird der wtg-Faktor, die Frage ob wir grinden können genauso wie die Frage ob wir eine hohe winrate erreichen können und wo wir unser bestes Mittel finden.


      .....Zunächst ein Beispiel

      "Obvious" wird sich der eine oder andere jetzt sagen. Größere Winrate = mehr moneyz, also ship it.

      Na klar, so sehe ich das auch. Aber ist unsere derzeitige Winrate unsere maximale? Könnten wir mehr erreichen? Würden wir unsere Winrate halten, auch wenn wir die Tischanzahl und somit die Handzahl/Stunde erhöhen; und umgekehrt?
      Interessanter Aspekt! Ich will mal ein kleines Beispiel geben:



      .....Beispiel

      BSS Limitaufstiegsplan mit 30 stacks für das nächste Limit.
      Basierend auf gemittelten Werten, Varianz anhand von genügend endlichen Beispielen außer Betracht.

      Unsere beiden Spieler Grind Ehr und Konzent Ration haben folgende Spielgewohnheiten und Erwartungswerte:

      Grind Ehr spielt 2 Stunden am Tag 12 Tische und erreicht dabei eine winrate von 2bb/100.
      Konzent Ration spielt 1 Stunde am Tag 4 Tische und erreicht dabei ein winrate von 7bb/100.

      Pro Tisch/Stunde rechnen wir 120 Hände (SH).


      Angenommen beide starten mit 500$ auf NL10 und planen einen Aufstieg auf NL100. Angenommen beide halten konstant ihre winrates und ihr Tagespensum.

      Bis NL100 brauchen beide:
      500$ -> 750$ (NL10 = 25 stacks)
      750$ -> 1500$ (NL25 = 30 stacks)
      1500$ -> 3000$ (NL50 = 30 stacks)

      Also 85 stacks bzw. 8500bb.


      Grind Ehr:
      Er braucht für 8500bb bei 2bb/100 425.000 Hände.
      Er spielt 1440 Hände/Stunde, braucht also ~295 Stunden.
      Bei zwei Stunden am Tag ist er nach 148 Tagen auf NL100.

      Konzent Ration:
      Er braucht für 8500bb bei 7bb/100 121.500 Hände.
      Er spielt 480 Hände/Stunde, braucht also ~253 Stunden.
      Bei einer Stunde am Tag ist er nach 253 Tagen auf NL100.



      .....Was sagt uns das? - der wtg Faktor

      Ich denke an diesem Beispiel wird die Einführung des wtg-Faktors einfacher.
      Der wtg-Faktor (winrate to grind factor) ermittelt sich aus der winrate a / winrate b.

      Hier also 7/2 = 3,5. Es ist schnell ersichtlich, wie der wtg Faktor zu betrachten ist. Ist er nahe null, so sollte eine Überlegung gemacht werden die Tischanzahl zu erhöhen. Differenzieren beide stark, so sollten die Tische eventuell reduziert werden (sofern erwartungsgemäß die winrate gleich bleibt bzw. wieder steigt).



      .....Quo vadis?

      Kommen wir zum Problem: Woher weiß man wie sich die winrates verhalten? Selbst wenn man Selbstexperimente macht (was offensichtlich sinnlos wäre) würde die Varianz die Ergebnisse gnadenlos verfälschen.

      Diese Betrachtung kommt also praktisch nur für Spieler auf, die bereits Limits geschlagen haben und nach einem cashout o. Ä. wieder neu einsteigen wollen. Die Quintessenz könnte aber auch so lauten:

      Ich weiß nicht, wie meine winrate ist, wenn ich grinde. Ich glaube ich kann ein Limit schlagen, aber wäre der wtg hoch genug, sodass es sich lohnt?“ Ab einem wtg Wert von < drei macht es beispielsweise wenig Sinn zu grinden, weil die hourly sinkt (an dieser Stelle sei natürlich auf rakebackdeals und VIP Systeme hingewiesen (, die aber meines Erachtens erst ab einem Limit von NL50/100 interessant werden, um durch effektives Grinden Sonderboni zu ergattern, welche die nahezu break even Spielweise des Grinders deutlich aufbessern)).

      Also warum nicht – für einen neuen Spieler oder unsichere Spieler – auf Nummer Sicher gehen und entsprechend weniger, dafür aber mit höherer winrate spielen?


      .....Konsenz

      Nun, zum einen ist es natürlich ein psychologischer Faktor: Viele Spiele gleichzeitig zu machen kann interessant sein, kann geistig fordern, kann Spaß machen (wenn man overall Gewinn dabei macht). Man ist halt „der King“ in seinem kleinen Kosmos.
      Auf der anderen Seite fühlen sich die Gewinne bei cardruns höher, besser und vor allem schneller an. Man kommt schneller nach oben.
      Dass dieser Eindruck trügt und man sich schnell einer Milchmädchenrechnung hingibt ist an obigem Beispiel deutlich geworden.

      Betrachten wir doch aber nun einen sehr viel interessanteren Aspekt: Wann kommen wir an einen Punkt der uns Halt gebietet? Wann wird der grinder von seinen Kollegen aufgefressen und grindet nur noch for rakeback, nimmt er sogar negative winrates in Kauf um mehr rake zu produzieren? Es sei an dieser Stelle gesagt, dass dies natürlich eine relativ varianzärmere und kontinuierliche Einnahmequelle ist, die nicht zu verachten ist! Supernova auf Stars mit entsprechenden milestones bringt schon ein nettes Geld.
      Was das obige Beispiel aber auch deutlich macht, ist: Angenommen beide hätten 2 Stunden am Tag Zeit für Poker. Grind Ehr investiert alles ins Spielen selbst, er lernt während des Spiels zwar mit, für ihn steht aber klar das Spiel und der Gewinn selbst im Vordergrund.
      Konzent Ration hingegen investiert nur eine Stunde in das Spielen selbst und nutzt die zweite Stunde komplett für jegliche Art von theoretischer Fortbildung.
      Was wird passieren? Grind Ehr kommt auf NL100 an (ist nur ein Beispiel) und stagniert dort. Er spielt dort mehr oder weniger BE, knackt ein paar Boni und kommt auf gutes Geld.
      Konzent Ration ist in etwa zum selben Zeitpunkt auf NL100 angekommen, hat aber genauso viel Zeit in Theorie gesteckt, schlägt NL100, danach 200 und auch 400 profitabel.
      Selbst wenn er jetzt bei 4 Tischen auf NL400 „nur“ 2bb/100 fährt, kommt er dennoch auf eine hourly von ~40$. Es wird schwer für Grind Ehr dort mitzuhalten. Auch auf NL200 mit 20$ dürfte es für Grind Ehr schon problematisch werden.
      Ob Konzent Ration jetzt auf NL400 dazu übergehen sollte die Tischanzahl zu erhöhen, Theorie zu reduzieren und RB von NL400 statt Grind Ehrs RB auf NL100 zu kassieren, muss ich jetzt nicht noch mal.. wtg und so.

      Es muss jetzt jeder für sich persönlich erfahren/entscheiden, wie er spielt.
      Wenn man den wtg konstant halten kann, obwohl man die Tische immer weiter erhöht und irgendwann nicht mehr 3,5 drei (Tischanzahl b / Tischanzahl a) gegenübersteht, wird es effektiver zu grinden.

      Es gilt also ein Mittel zu finden, wie vorher schon erwähnt. Um das Ende dieser Kolumne kurz zu gestalten: Ich fange mit Konzent Rations Variante an, dann „bin ich auf der sicheren Seite“. Erhöhen kann man immer noch.

      Oh Mist, genau so (ohne die ganzen Erläuterungen) schlägt OnkelHotte das auch vor. Wohl für dumme Nüsse geschrieben… oder doch nicht?




      Anmerkung:
      Ich möchte nur nochmal kurz erwähnen, dass Varianz in den meisten Zahlen außen vorgelassen wurde. Einplanen kann man sie weder positiv noch negativ, also bleibt sie raus.
      Außerdem ist der Artikel natürlich sehr pragmatisch. Es geht um den Denkansatz, der hier weitläufig vorgestellt wurde.
    • Martschl
      Martschl
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 4.038
      Hallo!

      Wie ihr seht, habe ich meinen neuen Blog gestartet, dazu ist im ersten Beitrag schon alles gesagt.

      Anfangen möchte ich mit einer Betrachtung von longterm winrates. Auch diesen Beitrag findet ihr oben.

      Ich möchte nochmal kurz darauf hinweisen, dass ich hier zwar meinen Werdegang festhalten werde, jedoch nicht täglich schreiben werde. Eher wöchentlich.

      Auch die Kolumnen kommen in unterschiedlichen Abständen, "nach Lust und Laune".


      Zu meiner Vorbereitung
      Geplant ist, dass ich nächste Woche Montag oder noch dieses Wochenende (je nachdem, wie ich ausgelastet bin) wieder anfanger möchte zu spielen. Fakt ist, dass ich mich zwar psychologisch gut vorbereitet habe und zu Anfang meiner Pause auch spieltechnisch gut voran kam, dann jedoch zwecks Klausuren echt zurückstecken möchte.

      Daher werde ich jetzt alle Teile "Let's play Shorthanded" und "Crushing NL50" nochmal gucken (in meiner kurzen aber schönen Diamond Zeit habe ich mir das wichtigste "notiert" ;) ) um dann den Einstieg zu finden.

      Erwartet früh den zweiten Teil des Atanag-Plans, in dem es darum geht, wie ich eine "richtige" Session plane.


      Bis bald!
    • nacl
      nacl
      Bronze
      Dabei seit: 17.03.2009 Beiträge: 12.329
      Schoenes Posting, gutes Thema. Ich werde es gerne und interessiert mitverfolgen.

      Nur die Leute die auf NL100 schnell aufsteigen werden ja auch nicht stagnieren. Der Lernerfolg stellt sich bei denen vermehrt auf NL100 ein, weil sie dort eben lernen muessen oder untergehen. Zudem spielen sie schneller gegen bessere Spieler und gegen bessere Spieler lernt man mehr.
    • Martschl
      Martschl
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 4.038
      Original von nacl
      Schoenes Posting, gutes Thema. Ich werde es gerne und interessiert mitverfolgen.

      Nur die Leute die auf NL100 schnell aufsteigen werden ja auch nicht stagnieren. Der Lernerfolg stellt sich bei denen vermehrt auf NL100 ein, weil sie dort eben lernen muessen oder untergehen. Zudem spielen sie schneller gegen bessere Spieler und gegen bessere Spieler lernt man mehr.
      Ja, aber warum auf NL100 lernen wenn man das auch für weniger Geld und bei schwächeren Gegner tun kann um, beispielsweise, mal seine 3bet und 4bet Werte probeweise zu erhöhen, nur um mal zu gucken wie die Spieldynamik das aufnimmt.

      Aber ich weiß worauf du hinaus willst, interessanter Gedanke!
    • Martschl
      Martschl
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 4.038
      Moin!

      Ich habe soeben mein Stück vom Kuchen angeleckt, damits mir keiner mehr nehmen kann.

      Meine erste Session verlief sehr gut. Zwar traf ich nicht viele Flops, konnte aber durch gezielte cbets und pot control alles im grünen Bereich halten.

      Waren ein paar knappe Entscheidungen drin, aber im großen und ganzen bin ich zufrieden (habe ja auch einen wichtigen Flip gewonnen :f_cool: ). Doch keine Sorge, solche Einzahlerupswings kenne ich schon und warte nur auf den Normalzustand :D

      Ich habe übrigens nur $470 eingezahlt, weil der Dollar Kurs gestiegen ist und ich für die Transaktionen was blechen musste.
      Nach der Session heute stehe ich aber schon bei ~$493, was doch sehr erfräulich ist.

      Hier der Graph (demnächst kommen nur noch Wochengraphen, aber der erste ist doch immer der schönste ;) )




      Habe noch etwas Geld auf PayPal in der Hinterhand, welches ich vielleicht zwecks Limitaufstiegsgeschichten später einzaheln könnte. Dazu aber (viel) später.

      Jetzt wird erstmal die Session nachgearbeitet und danach schreibe ich Teil Zwei vom Atanag-Plan "Die richtige Session".

      Bis dann!
    • Martschl
      Martschl
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 4.038
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      Teil 2__________________________________________ 
       
      Die richtige Session_____________________________________ 
      Oder: Geputzt, gestriegelt, rasiert und motiviert!____________________ 
       
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      Ich habe mir für meinen neuen Anlauf ins Pokerbiz einen Plan zurechtgelegt, der meinen Hauptgegner "Ich-und-mein-Tilt" töten soll: gezielte, kürzere und strukturierte Sessions. Und zwar so:



      .....Einleitung, Hauptteil, Schluss

      Wie in jeder guten Geschichte vorhanden, habe auch ich mir vorgenommen meine Sessions ab jetzt in Einleitung, Hauptteil und Schluss zu unterteilen.
      Angedacht sind zwei Stunden pro Session, aufgeteilt in halbe Stunde Vorbereitung, eine Stunde Spiel und eine halbe Stunde Nachbereitung.
      Ähnlich wie im ersten Teil der Kolumne verfolge ich also das Ziel durch diese Strukturierung viel Theorie zu machen, welche ich in geregelten Dosen zu mir nehme und so, hoffentlich, kontinuierlich wachse.

      .....Aufwärmen!

      Zunächst einmal wichtige Dinge abseits der Pokertheorie und des Spiels: Ein passendes Umfeld schaffen.
      Dazu gehören für mich:
      • aufgeräumter Schreibtisch (positiver Nebeneffekt: es sieht generell nicht so sauig aus ;) )
      • gemütliche Kleidung (ich als "Nach-dem-Feierabend-Spieler" brauche dann einfach ne Jogginhose, mein Diamondshirt und einen Hoodie)
      • Nahrung (aber keine 3 Gänge Menus, die nur ablenken, sondern vielmehr sowas wie Apfelscheiben oder ne Banane oder was auch immer. Außerdem natürlich Wasser statt Cola oder Kaffee, weil Coffein leider eher aggressiv als aktiv macht, was ich persönlich in der Uni nie nachvollziehen kann ;D)
      • Ruhe.. komplette Ruhe
      • Fernseher, Skype, ICQ, Thunderbird aus, Browserfenster zu, Pokerclient an.
      • Bin ich in der Lage zu spielen? Geht es mir gut? Bin ich drunk, on drugs, hatte ich einen beschissenen Tag? Dann besser nicht.. da hilft auch keine Vorbereitung mehr..

      Ist das erstmal geschafft (dauert ja effektiv nicht länger als 5-7.35 Minuten) geht's daran die geposteten Hände vom Vortag nochmal unter die Lupe zu nehmen und u. U. generell aufgefallene Leaks entweder direkt (durch beispielsweise das Lesen von Artikeln o. Ä.) auszumerzen, oder aber zumindest zu notieren um später in Ruhe daran zu gehen.
      Anschließend noch einemal kurz die Fehler verinnerlichen, Besserung schwören und in der darauf folgenden aktiven Phase besonders beachten.


      .....Geld schäffeln

      Naja.. am besten den Fernseher wieder einschalten, 24 Tische aufmachen, Auto-HUD-Pilot-Modus anstellen und dann lass krachen.
      Alternativ kann man natürlich eine sehr konzentrierte Session fahren. Dadurch, dass sie nur eine Stunde ist, kann man seine komplette Konzentration auf sie legen, ohne am Ende von downs ereilt zu werden.
      Weiterer Vorteil ist, dass man in kurzen Sessions gegen unbekannte Gegner häufig zu Beginn aggressiver gegenübertreten kann, was gerade auf den Micros und Lows ja sehr profitabel ist.
      Außerdem ist das Sessionende durch die zeit terminiert, nicht durch den Gewinn oder Verlust. Ich kann verstehen, dass manche Leute bei zwei oder drei gewonnenen Stacks die Tische schließen und auch glücklich verlassen, allerdings bin ich nicht unbedingt Freund von dieser Methode. Wenn ihr anderer Meinung seid, immer rein hiermit :)
      Was fehlt noch? Achja: Das Ende nicht vergessen! Um halb ist Schluss, also um halb! Nicht um 5 nach halb ausblinden. Dann ists nämlich schon 20 vor und.. ja.


      .....Das große Finale

      Session reviewen, Hände posten, auf vorher schon gepostete Hände und deren Kritik eingehen, ein Resumé ziehen und schlafen gehen.
      Den wichtigsten Part, das Reviewen der Session, lasse ich hier undetailiert, da ich einen einzelnen Teil darüber plane, sobald genug Erfahrung da ist und ich auf genügend Aspekte eingehen kann.
      Wenn jemand schon (gute) Erfahrungen gemacht hat und Leitlinien präsentieren könnte, ich würde mich freuen!


      Damit sind 2 Stunden rum. Wir haben unbemerkt eine Menge Theorie gemacht und uns psychisch auf die Session eingestellt.
      Ritualie fördern Konzentration und Leistung und wirken beruhigend (deshalb Funktionieren Gebete). Insgesamt sorgt der strukturierte Rahmen für eine Komfortzone, die Tilt und Missgunst besser abfedern kann, als eine komplett unvorbereitete und zwischen Tür und Angel gespielte Session.
      Hoffentlich..
    • Martschl
      Martschl
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 4.038
      Ich möchte hier kurz mein Bankrollmanagement festhalten:

      NL10 ab Einzahlung
      NL25 ab $625
      NL50 ab $1500
      NL100 ab $3000

      und danach schauen wir erstmal :D


      Da ich noch Geld auf PayPal liegen habe, dass ich effektiv nicht viel besser einsetzen kann, als es zu meinem Pokergeld hinzuzufügen, werde ich demnächst wahrscheinlich schon NL25 spielen.

      Ich bin davon überzeugt genug Erfahrungen im FR gesammelt zu haben, als dass ich die Basics (wie sieht so ne Karte aus und warum spielt dieser "Dealer" nie mit?!) drauf habe und mich entsprechend an NL25 ranwagen kann.

      Möchte aber noch diese Woche abwarten und dann mal weiterschauen.
    • rofelmat0r
      rofelmat0r
      Bronze
      Dabei seit: 06.09.2008 Beiträge: 4.502
      sieht schön aus!
      jetzt hab ich was zum lesen bei der arbeit :) thx
    • nacl
      nacl
      Bronze
      Dabei seit: 17.03.2009 Beiträge: 12.329
      Ich glaube auch, dass du das eine oder andere an Basics schon verstanden hast. Viel Glueck.

      Bisher hat der Content mir gut gefallen. Hoffentlich verlierst du nicht die Lust am Schreiben.
    • Kiirby
      Kiirby
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 1.184
      Falls du Fragen zu Händen hast oder generell gerne über Pokertheory reden willst adde mal
      kiirbyps. de @ skype (der name zusammengeschrieben also ohne leerzeichen nach dem "ps")

      Wenn du Lust hast kannst du mir auch mal über die Schulter schauen bzw. ich dir. Spiele NL100 SH auf Pokerstars mit ersten Gehversuchen auf NL200 und versuche gerade nochmal mein Pokerwissen zu festigen :)

      Man sieht sich.
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    • Martschl
      Martschl
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 4.038
      Original von Kiirby
      (>',')>
      Awwww :heart:

      the real kirby :> Ja, das Spiel hat mich auch ein wenig gekostet.
      Kommst heute Abend auf meine Liste ;)

      @nacl: Themen habe ich genug gesammelt, wird alles dann und wann abgehandelt :)
    • Martschl
      Martschl
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 4.038
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      Kolumne__________________________________________ 
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      Teil 3__________________________________________ 
       
      Selbstmanagement, Part I:_________________________________ 
      Die richtige Einstellung____________________________________ 
       
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      Dem Selbstmanagement möchte ich eine mehrteilige Serie widmen, da es a) zu facettenreich und b) in seinen Einzelteilen zu umfangreich ist.
      Heute also Part 1:


      .....Die richtige Einstellung

      Die Frage ist, warum wir überhaupt Poker spielen. Weil es ein schönes Spiel ist, mit Sicherheit. Weil es den Spieler fordert, auch das. Weil es unser Köpfchen schön zum Rauchen bringt, ein wichtiger Punkt.
      Hinter dem Ganzen steht für aktive Spieler aber vor allem Eines: Geld!

      In einem Monat 10k Dollar mit einem Spiel machen, wie geil ist das denn bitte?

      Vergleichen wir mal zehntausend Dollar mit einem Gehalt, das aus einer "normalen" Bezugsquelle stammt: Arbeit.
      Sehr gut verdienende Menschen in Deutschland schaffen 10k Dollar auch in einem Monat, doch was tun sie dafür? Abgesehen von Einzelfällen sind es meist studierte Menschen, vielleicht mit Titel, die eine mehr als vollgestopfte Woche haben, überfüllt mit Arbeit. Wir brauchen uns nichts vor zu machen, so ist es.
      Ziehen wir wieder Poker hinzu: Um also zehntausend Dollar in einem Monat zu machen, sollte man ähnlich viel Zeit wie für ein Studium und in aller Regel ebenso viel Zeit mit aktivem Spiel verbringen, wie für einen Elite-Job.
      Wer das möchte, soll doch bitte die Hand heben.

      Natürlich ist es mir bewusst, dass es immer gut ist, sein Hobby zum Beruf zu machen, sodass man dafür auch 70-80 Stunden pro Woche "gerne" investiert, was aber bleibt ist die Tatsache, dass es harte Arbeit ist, solange man nicht irgendwann an einem Punkt angekommen ist wo Rakeback und Zinseszinsen des eigenen Kapitals sich oft und stark genug die Klinke in die Hand geben, um "entspannt" davon zu leben.
      Das dies möglich ist: Keine Frage. Allerdings für vielleicht 1% aller halbwegs professionellen Spieler. Und der Weg dorthin ist sicher steiniger, als man und auch als ich glauben mag.

      Zurück zur eigentlichen These: Wenn wir Poker als richtigen Beruf begreifen, der entweder als Haupt- oder Nebenberuf genauso fordernd ist, wie ein "richtiger", so sollten wir ihn auch so behandeln.
      Der richtige Einsatz von Kapital (Vermögenswirtschaft), korrekte Arbeitszeiten, korrektes Arbeitsverhalten, korrekte Einstellung, usw usf.

      Wenn wir Poker jetzt als richtigen Beruf verstehen (und ich hoffe das tun die meisten Midstakes-Regs mitlerweile), dann stelle ich mir ernsthaft die Frage, warum ich nicht schon früher auf den Trichter gekommen bin, dass zu einem Beruf auch die Ausbildung gehört.
      Das heißt im Konkreten: Fachschule durch Theorie mit Artikeln, Videos, U2U Coaching, aber auch praktisches Arbeiten durch das Spielen selbst und danach die Selbstreflexion, ohne die die eigene Arbeit nie objektiv kontrolliert werden kann.
      Ich denke mitlerweile, es gilt diese einzelnen Komponenten miteinander zu vereinen um später Erfolg in seinem Beruf zu haben.
    • Martschl
      Martschl
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 4.038
      Kurzes aber gutes Update:
      Hab gerade im 2k gtd den 4. belegt, gab 160 Dollar dafür, sodass ich..

      ab jetzt NL25

      spielen kann.


      Probelmatisch ist, dass ich die 100 Dollar, die ich von PayPal rüberschippen wollte nicht einzahlen kann, weil PayPal nicht akzeptiert ist -.-

      Vielleicht finde ich einen Coach, der PayPal akzeptiert.. das wäre sicher eine gute Investition!

      Wir werden sehen, ich halte euch auf dem Laufenden!


      Edit:
      Außerdem verlief die Cashgame Session ebenfalls positiv, sogar über EV! Damit nähern sich die beiden Kurven wieder an :f_cool:


      Edit 2:

      Damit man es mir auf glaubt:

      Congratulations x,

      Out of 324 players in Tournament 8248574 ($2,000 Guaranteed - Turbo 6 max), you came in 4th and have won $160.00.

      You've also been awarded 2.1 FPP for participating in the tournament.

      Best wishes,
      The Cake Poker Team
    • datrumpeta
      datrumpeta
      Bronze
      Dabei seit: 15.03.2008 Beiträge: 2.220
      erstmal gratz zu deinem Cash.

      Wollte nur mal sagen find ich echt super was du hier schreibst sehr infomativ und ich werd das definitiv weiterverfolgen

      [x] add to favourites ;)
    • rofelmat0r
      rofelmat0r
      Bronze
      Dabei seit: 06.09.2008 Beiträge: 4.502
      nice! gz!
      schön 2.1FPP abgestaubt!^^
    • Martschl
      Martschl
      Bronze
      Dabei seit: 16.04.2009 Beiträge: 4.038
      Das sage ich dir!
      Und vor allem das immense RakeBack oO

      :D


      Ich muss leider berichten, dass ich heute eine Session ohne große Vor- und Nachbereitung gespielt habe. War so heiß auf NL20 (NL25 gibt's da nicht -.-), dass ich es nicht lassen konnte. Hab zwar nen halben Stack oder so Plus gemacht, aber so dämliche moves teilweise ausgepackt, dass es mir weh tat.

      Als "Strafe" habe ich mir vorgenommen nochmal ein wenig in "Let's play Shorthanded" reinzuschauen, bevor ich heute Abend (erste freie Freitag seit Langem!) konzentriert zwei oder drei Sessions spiele.

      Vielleicht nehm ich auch wieder ein MTT mit rein ;)
    • TheLegend142
      TheLegend142
      Bronze
      Dabei seit: 21.09.2007 Beiträge: 2.220
      Erstmal herzlichen Glückwunsch zu deiner Entscheidung jetzt richtiges Poker zu spielen!! (Hab ich dir ja gleich gesagt. ;) ) Liest sich ganz gut das ganze, was du belang so geschrieben hast. Bin derzeit auch auf dem Weg die Aspekte, die mein Spiel indirekt beeinflussen zu verbessern und auch als Teil des Spiels zu sehen, die meine Winrate beeinflussen.


      Wie ich in meinem Blog schon geschrieben habe, finde ich das Tommy Angelo ein paar ganz gute Ansätze dazu liefert. Ansonsten fand ich die Videos Jared Tendler auch ganz gut. Weiß ja nicht ob du Zugang zu DC bzw. Stox hast?

      Wünsche dir auf jeden Fall viel Erfolg! Wenn du Lust hast kann ich dir auch mal beim Spielen zuschauen. Bin derzeit noch auf der Suche nach ner WG in PB. Wenn ich was gefunden habe, können wir das auf jeden Fall mal machen.
    • nacl
      nacl
      Bronze
      Dabei seit: 17.03.2009 Beiträge: 12.329
      Gratz zum Cash :f_cool: