Was ist die Ursache der Varianz beim Pokern?

    • bertms
      bertms
      Bronze
      Dabei seit: 07.08.2007 Beiträge: 68
      Was ist die Ursache der Varianz?

      Wenn hier so oft von Varianz die Rede ist, was ist damit eigentlich gemeint?

      Es gibt ja sogar schöne Varianzrechner und Varianzsimulalatoren im Internet.

      Worauf bauen die eigentlich auf? Auf der empirisch gefundenen
      Varianzverteilung aus einer hinreichend grossen Zahl gespielter
      Hände je Spieler?

      Die zufälige Verteilung von Pocket-Karten?

      Die zufällige Verteilung von Bad Beats und Suckouts?

      Nachdem ich meine Up- und Downswings mal selbstkritisch reviewed hab,
      meine ich fast, dass meine eigene phasenweise bessere oder schlechtere
      Spielweise mindestens genauso an der Varianz beteiligt ist, wie die Karten,
      die ich oder meine Opponenten "zufällig" bekommen.

      Bei Downswings sehe ich mich sogar als primäre Ursache. auch wenn die Karten
      zusätzlich ne Rolle spielen mögen. Aber in Bestform kann ich auch mit ziemlichem
      Mist noch zumindest break even spielen.

      Vergsst mal Tilt - ich bin ziemlich tiltresistent. Nach zwei Jahren auf Intensivstationen
      gearbeitet u. a. nervt mich kaum noch was länger als 30 Sekunden, dann hab ichs
      wieder abgeschüttelt.

      Also: was sind die wesentlichen Faktoren, die Varianz bedingen?

      BertMS.
  • 22 Antworten
    • gerhardb
      gerhardb
      Bronze
      Dabei seit: 14.04.2009 Beiträge: 277
      du warst schon auf der Intensivstation wegen tiltprobleme? what???
    • OlgaRanz
      OlgaRanz
      Bronze
      Dabei seit: 19.07.2009 Beiträge: 1.254
      Zufall =)


      Angenommen du stellst das Geld mit AA gegen KK rein. Du gewinnst (gerundet) in 80% der Fälle.

      Wenn eure Stacks 10 $ groß sind, ist der Pot 20 $ groß. Die "gehören" davon statistisch 16 $.

      Du wirst aber niemals 16 $ gewinnen! Sondern immer genau 0 $ oder genau 20 $.

      Gebe es keine Varianz würdest du genau 4 mal gewinnen und dann 1 mal verlieren.

      Aber da es Varianz gibt verlierst du halt erstmal 5 mal (Downswing) und danach gewinnst du plötzlich 20 mal nacheinander (Upswing). In der Summe hast du dann 20/25 mal gewonnen. Genau in 80 % der Fälle.

      So ein Downswing kann halt auch länger dauern als 5 Hände lang... ;)
    • Schorscheee
      Schorscheee
      Bronze
      Dabei seit: 09.06.2007 Beiträge: 11.386
      Original von gerhardb
      du warst schon auf der Intensivstation wegen tiltprobleme? what???
      [ ] kann lesen :D
    • DjUnk
      DjUnk
      Global
      Dabei seit: 01.09.2006 Beiträge: 1.531
      Original von gerhardb
      du warst schon auf der Intensivstation wegen tiltprobleme? what???
      lol
    • bertms
      bertms
      Bronze
      Dabei seit: 07.08.2007 Beiträge: 68
      Original von OlgaRanz
      Zufall =)


      Angenommen du stellst das Geld mit AA gegen KK rein. Du gewinnst (gerundet) in 80% der Fälle.

      Wenn eure Stacks 10 $ groß sind, ist der Pot 20 $ groß. Die "gehören" davon statistisch 16 $.

      Du wirst aber niemals 16 $ gewinnen! Sondern immer genau 0 $ oder genau 20 $.

      Gebe es keine Varianz würdest du genau 4 mal gewinnen und dann 1 mal verlieren.

      Aber da es Varianz gibt verlierst du halt erstmal 5 mal (Downswing) und danach gewinnst du plötzlich 20 mal nacheinander (Upswing). In der Summe hast du dann 20/25 mal gewonnen. Genau in 80 % der Fälle.

      So ein Downswing kann halt auch länger dauern als 5 Hände lang... ;)

      Ja, wenns nur solche einfachen Falle gäbe, würd ich Dir sofort zustimmen.

      Hier stellen einfach beide ihre Stacks rein und fertig.

      Aber das ist ja nicht die Regel. Die Regel ist, und das macht bei mir Butter-
      und-Brot aus, postflop mit Händen zu jonglieren, die "möglicherweise" bis
      vermutlich" besser sind, als die, die meine Opponent hält. Und diesen
      durch nassforsches Auftreten auch mal aus dem Spiel zu jagen. Oder
      selbst rechtzeitig rauszugehen, weil was "fischig" riecht.

      Beim No Limit ist der ganze Psychokrieg doch genauso wichtig wie meine
      Karten. Und da scheint mir die Varianz meiner *Ergebnisse* doch auch sehr stark auf meine aktuelle psychologische Spielstärke oder -schwäche zurückführbar zu sein.

      Oder sogar primär auf diese. Und nur sekundär auf die Karten.

      (Ich spiele SNG's. Mit Varianz der Ergebnisse meine ich Anzahl und Verteilujng der Geldränge.)
    • josch2001
      josch2001
      Black
      Dabei seit: 25.03.2006 Beiträge: 16.990
      Naja du kannst doch Varianz und Tilt bzw. schlechteres Spiel nicht einfach in einen Pott werfen, sind halt zwei verschiedene Sachen. Und für die Varianz ist ja völlig Wayne ob du nun Preflop alles reinstellst oder nicht.
    • Hergen13
      Hergen13
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2008 Beiträge: 1.271
      Dein schlechtes play hat mit der Varianz im statistischen Sinne nichts zu tun.
      Sicherlich kommt oft eins zum anderen, aber die Varianz beschreibt lediglich die zufällige Verteilung von Hole- und Boardkarten und dadurch mittelbar die Verteilung von Bad Beats, Setups, Carddead-Phasen, aber eben auch wenn du "hot runnst" bzw. auf dem Upswing schwimmst.
      Bei Turnieren potenziert sich die Wirkung dieser zufälligen Ereignisse nochmals, da man im Zweifel durch einen Beat busted und damit keine Chance hat im selben Tourney seine Verluste wieder einzufahren. Mit steigender Spielerzahl und Geschwindigkeit der Turnierstruktur (->looseres Spiel nötig und damit mehr varianzbeeinflusste Ereignisse) verstärkt sich dieser Effekt noch, ebenso wie er durch flachere Auszahlungsstrukturen (DoNs und Sattelites sind hier als Extremform zu nennen) vermindert wird.
      Diese ganzen Simulatoren sagen übrigens garnichts über die tatsächliche Varianz aus sondern simulieren anhand der Standardabweichung (dies ist Wert der grob gesagt die durchschnittliche Abweichung vom erwarteten Ergebnis anhand vergangener Ereignisse beschreibt; hängt stark von Spielstil und durchschnittlicher Gegnerstärke also auch Tableselection ab) mögliche Ergebnisse für Zukünftige Ereignisse.
    • kearney
      kearney
      Global
      Dabei seit: 13.04.2007 Beiträge: 6.694
      Wenn du schon auf der Intensivstation warst wegen deines Tiltproblems solltest du das Pokern lassen.

      :D
    • partylion
      partylion
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 2.906
      Varianz

      Varianz gibt es immer sobald man es mit Wahrscheinlichkeiten zu tun hat. Es wird einfach nicht passieren, dass du eine 80% Situation immer 4 mal gewinnst und einmal verlierst. Auf Dauer gleicht sich das zwar wieder aus aber die Varianz ist einfach die Streuung der Ergebnisse.

      Die Varianzrechner/-simulatoren arbeiten mit der Standardabweichung. Die kann man sich im Holdem Manager anzeigen lassen. Die Standardabweichung ist die Quadratwurzel der Varianz.

      Gruß,

      partylion
    • eslchr1s
      eslchr1s
      Bronze
      Dabei seit: 20.12.2009 Beiträge: 5.162
      wo genau find ich die standartabweichung beim holdem manager und wie hoch is die normal?
    • partylion
      partylion
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 2.906
      Unter Reports links auf das kleine Plus klicken und dann unter Default Stats "Standard Derivation in bb" auswählen. Die SD liegt im Normalfall so bei 70-80bb.

      Gruß,

      partylion
    • eslchr1s
      eslchr1s
      Bronze
      Dabei seit: 20.12.2009 Beiträge: 5.162
      das ist bei mir bei 93... heißt das jetzt das meine Hände gut gehalten haben oder das die anderen mich oft "weggeluckt" haben?
    • Kick4Ass
      Kick4Ass
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 04.05.2007 Beiträge: 17.031
      Bei mir als SSS'ler liegt die bei 28.

      Aber was bedeutet es jetzt ??
    • partylion
      partylion
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 2.906
      Je höher die SD desto größer fallen die Swings aus.

      Gruß,

      partylion
    • maechtigerHarry
      maechtigerHarry
      Bronze
      Dabei seit: 02.07.2007 Beiträge: 5.596
      Ne hohe SD kommt halt einfach von nem Varianzreichen Spielstil.
      Sagt nix über gutes oder schlechtes Spiel oder über Glück/Pech aus.
    • eslchr1s
      eslchr1s
      Bronze
      Dabei seit: 20.12.2009 Beiträge: 5.162
      Also bedeutet das, das ich zB eher Flips eingehe als der SSler der eine wesentlich niedrigere SD hat?
    • partylion
      partylion
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 2.906
      Original von eslchr1s
      Also bedeutet das, das ich zB eher Flips eingehe als der SSler der eine wesentlich niedrigere SD hat?
      Du bist in wesentlich mehr marginale Spots verwickelt als der SSSler. Gerade SH BSSler haben eine recht hohe SD und damit eine große Varianz.

      Gruß,

      partylion
    • Hergen13
      Hergen13
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2008 Beiträge: 1.271
      SSSler haben allein dadurch eine geringere SD dass sie mit kleinem stack spielen - die SD wird immerhin in bb/100 angegeben ;)
      Im Schnitt ist die SSS trotzdem varianzlastiger wegen der vielen flips - ein bb ist halt für den SSSler im Verhältnis zu Stack/BR viel mehr als für BSSler.
    • josch2001
      josch2001
      Black
      Dabei seit: 25.03.2006 Beiträge: 16.990
      Wie hoch ist sie denn bei FL? Ich hab 34 mit FL SH
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