Probleme mit verschiedenen Spielertypen

    • WhiteDog
      WhiteDog
      Bronze
      Dabei seit: 07.12.2007 Beiträge: 689
      Mein Problem ist folgendes:
      Ich habe im Vorjahr auf Everst Tight und semi-agressiv gespielt, mit gutem Erfolg, dann 2 Moante Pause (PC wollte nicht mehr) und jetzt starte ich neu, und Agressiver (lt. Silber SHC, mit Valuebets,...).

      Wenn ich gegner habe mit Vpip < 25 dann passt die agressive strategie, bei den restlichen aber nicht, da habe ich in 1,5 Monaten durch mein agressives Spiel ca. 25% der BR auf dem Anbieter verloren, daher stelle ich mir hier immer wieder die Frage, gegen wem ich wie spiele.

      Wenn ich Hände bewerten lasse, wird mir meistens gesagt, Contibet, cap, Valueraise, wenn ich mir das dann vornehme, und eine Session dementsprechend spiele, steige ich dann fast immer mit einem Fetten minus aus, da ich den Fischen unmengen Geld zuschiebe, weil ich eben nur Top Pair bekomme, oder mit AK (bei bz.b. 952 Board) viel zahle.

      An Aufgabe denken die nicht, selbst wenn ich AK habe, Board ist AK7, spielt der sein 55 weiter. Theoretisch natürlich gut für mich, wenn ich aber nix getroffen hab, und gegen 2-3 solche Fische spiele, stehe ich meist vor einen Problem. Lt. Flop Strategie Contibet, lt. Turn-Strategie check/Fold, und Lt. lehrvideos, weiter geld reinschieben, da es ja theoretisch möglich ist, daß die auch nichts getroffen haben und ein kleines paar natürlich weglegen :s_mad: .

      Aus meiner sicht (ca. 30k Hände gespielt) schaut es so aus, als würde die Strategie greifen, wenn ich Spieler mit max. 30 VPIP am tisch habe, bei dem Rest die Vorgaben aber in die andere Richtung gehen, und die Handbewertungen eigentlich immer auf ein Spielerniveau mit VPIP<25 ausgelegt ist, da die Handbewerter ja nicht das spielen, was sie bewerten, sondern schon ein paar Limits höher und bei anderen Anbietern.

      Hier habe ich z.b. AJ bei AQ8 abgelegt, weil meine Bet geraist wurde und noch 2 mal gecallt:
      AJo
      Ich habe seit ich wieder angefangen hab mit genau solchen AJ,AQ Hände so viel BB gezahlt, daß ich einfach vorsichtiger geworden bin, lt. Handbewertung ein großer Fehler.

      Wie geht ihr mit sowas um ?
  • 8 Antworten
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.740
      Vom technischen her gibt es einige Grundsätze, die dir weiterhelfen können:

      Setze dich in Position zu loosen Spielern. Die tighten Spieler dürfen gerne hinter dir Platz nehmen. Gegen loose Spieler ist der Positionsvorteil unglaublich viel wert. Du kannst sie so isolieren und kommst 1 BB billiger zum Showdown, wenn du nichts getroffen hast.

      Callingstations und Maniacs blufft man nicht. Der Wert eines Bluffs liegt darin, andere Spieler aus dem Pot zu bekommen, um die Gewinnchancen zu erhöhen. Das klappt bei diesen Spielern nicht. Solche Spieler werden für Value gespielt. Das heisst, du bettest nur dann, wenn du eine realistische Chance siehst, vorne zu sein.

      Mach dir Notes. Es ist wichtig herauszufinden, welche Linien die Gegner mit welchen Händen spielen. Die schreibst du auf, damit du sie parat hast, wenn du das nächstemal gegen sie spielst.

      Passe dein Spiel den Gegnern an. Die Standardstrategie ist gut gegen den unbekannten Gegner, aber wenn du Schwächen erkannt hast, dann kannst und solltest du sie gezielt ausnutzen.

      Erkenne, wenn du selbst auf Tilt bist. Wenn du dir aus Frust ein Spiel wie in der angeführten Beispielhand leistest, dann bist du totes Geld für die Gegner. Wenn du dich top Paar guter Kicker nicht mehr zu spielen traust, was geht dann überhaupt noch? Bist du auf Tilt, mache eine Pause.

      Spiele nur, wenn du gut drauf bist. Wenn du keine positive Erwartung vom Spiel hast, dann spiele nicht. Erwartungen tendieren dazu, sich selbst zu erfüllen. Hast du von Anfang an ein schlechtes Gefühl, dann wird es deine Spielweise negativ beeinflussen. Es gibt noch andere Dinge als Poker, und wenn du dich mit Poker beschäftigen willst, dann kannst du das auch sinnvoll tun, wenn du dich mit Lehrmaterial beschäftigst oder mit Hilfe von Bewertungen von Händen anderer Leute übst. Das kostet dich wenigstens kein Geld.
    • WhiteDog
      WhiteDog
      Bronze
      Dabei seit: 07.12.2007 Beiträge: 689
      Original von cjheigl
      Callingstations und Maniacs blufft man nicht.
      Das könnte einer meiner hauptfehler sein, werd ich ich mehr beobachten.

      Ich schreibe mir notes und interessante Lines, nur achte ich dann im Spiel oft zu wenig darauf.
    • TobiasNRW
      TobiasNRW
      Gold
      Dabei seit: 21.09.2006 Beiträge: 22.191
      Original von WhiteDog
      Original von cjheigl
      Callingstations und Maniacs blufft man nicht.
      Das könnte einer meiner hauptfehler sein, werd ich ich mehr beobachten.
      Wobei hier A high dann eher unter Made fällt und gerade IP gegen eine CS gut 2x gebettet werden kann und dann cb River.
    • firsttsunami
      firsttsunami
      Black
      Dabei seit: 23.01.2006 Beiträge: 32.999
      Wenn man noch nicht so spielerfahren ist, spielt man oft die selbe Strategie gegen egal welchen Gegner. Ich beobachte das bei mir auch manchmal. Gerade wenn ich zuviele Tische spiele oder unkonzentriert bin, bluffraise ich in einem vermeintlich gutem Spot, sehe dann aber: Oh, der Typ hat ja 45 WTS. Poker ist ein Spiel mit kleinen Edges. Die Summe solch kleiner Fehler kann die Session schon ins Minus reissen.

      Die Hände die du geschildert hast, klangen jetzt soweit gut gespielt. Die AJ Hand ist jedoch etwas weak. Dein Kicker ist recht gut und du bist noch oft genug vorne. Anfänger machen auch häufig den Fehler, dass sie nicht bedenken, dass sie ja noch Outs haben und folden dann häufig bei Odds, die es eigentlich erlauben, noch auf 2pair oder den Gutshot zu drawen.

      Du darfst dich von kurzfristigen Verlusten nicht in die Richtung beeinflussen lassen, dass du jetzt alles wegfoldest, aus Angst, schon wieder am River zu verlieren. Das ist ein großer Fehler und kostet viel Geld, wenn man seine Hand zu leicht loslässt.

      Die Varianz musst du noch einschätzen lernen. Es ist ganz normal, dass man in einer Session oder sogar in mehreren Sessions, an mehreren Tagen, seine starken Hände nicht durchbringt und man zum xten mal von 2 Outs am River ausgesuckt wird. Zu weak werden und alles wegfolden, bringt dich aber noch mehr ins Tief.

      Ich hoffe es läuft demnächst besser und du kannst wieder mehr Selbstvertrauen fassen. Deine Hände solltest du gerade in Phasen der Unsicherheit, ins Forum stellen und bewerten lassen.
    • WhiteDog
      WhiteDog
      Bronze
      Dabei seit: 07.12.2007 Beiträge: 689
      Ich hab die letzten tage mehr auf die Spielertypen geachtet, besonders aber, daß ich Maniacs nicht geblufft habe, und es geht wieder bergauf.

      Hier bei 0,05/0,10 sind die spieler so gewaltig verschieden, da kann ich irgendwie nicht gleich spielen.

      Ich schaue kaum auf den WTS, sondern habe die Foldrate für Flop,Turn und River, und mache meine Contibet/Bluffbet nach diesen werten, und bei maniacs, die da nur 20 haben, überlege ich mir sogar die Contibet wenn ich weit daneben bin, da diese so gut wie nie folden.

      und morgen werd ich auch meine 25 Dollar für den erspielten Bonus bekommen :f_love:

      Dann scheint wieder die Sonne !
    • firsttsunami
      firsttsunami
      Black
      Dabei seit: 23.01.2006 Beiträge: 32.999
      Glückwunsch! Diese Werte sind auch ein guter Anhaltspunkt, um die Spieler einzuschätzen und zu gucken, ob sie bluffbar sind, ob man eine zweite Bet am Turn machen sollte etc.

      Sei dir aber bewusst, dass du Gegner , auf die du nur 50 Hände hast, eher als Unknown behandelst. Den Flop sieht man ja schon relativ häufig, daher konvergiert der Fold to Flopbet am schnellsten. Die anderen Werte wie Turn und gerade der River, benötigen aber länger, um aussagekräftig zu sein. Wieviel Hände man genau benötigt, fragst du lieber nochmal cjheigl, wenn du es überhaupt wissen möchtest. :)
    • cjheigl
      cjheigl
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 24.740
      Die Zuverlässigkeit von Statistiken hängt von der Grösse der Stichprobe (Anzahl der Messungen) und von der Grösse des gemessenen Werts selbst ab. Da die Messmöglichkeiten für die Fold to Flop/Turn/Riverbet Werte immer seltener werden, je später gemessen wird, steigt auch jeweils die benötigte Stichprobengrösse (= Anzahl Hände).

      Eine Idee gibt dir der Thread Ab wievielen Händen werden Stats aussagekräftig?!.

      Ein paar 100 Hände wirst du brauchen. Für fold to Riverbet ca. doppelt so viel wie für fold to Flopbet.
    • WhiteDog
      WhiteDog
      Bronze
      Dabei seit: 07.12.2007 Beiträge: 689
      Das ist mir klar, dennoch versuche ich diese infos in meine Entscheidungen einzubauen, auch wenn diese infos zu 20% wahrscheinlichkeit falsch sind.

      Deinen Link kann ich noch nicht anschauen, bin erst Silber.