Deceptive Hände SH

    • wuerstchenwilli
      wuerstchenwilli
      Black
      Dabei seit: 07.04.2008 Beiträge: 19.046
      Vorab erst mal mein Verständnis von Deceptive Händen (DH):

      DH sind Hände, die eine sehr gute Playability haben und meine Premium Hände balancen sollen (z.B. JTs).

      Ich 3bette oder cappe bspw. Preflop (PrF), um a) Foldequity aufzubauen und b) ausbezahlt zu werden, wenn ich einen Monster treffe, da mich niemand auf diese Hand setzt.

      Jetzt ein Beispiel:

      UTG raised PrF. Ich sitze in MP und 3bette mit JTs, wenn Villain:

      a) PrF tight, Postflop (PoF) aggro, niedriegen WTSD
      b) PrF tight, PoF passiv, niedrigen WTSD
      c) PrF tight, PoF passiv, hohen WTSD
      d) PrF tight, PoF aggro, hohen WTSD
      e) PrF loose, PoF passiv, hohen WTSD
      f) PrF loose, PoF passiv, niedrig WTSD
      g) PrF loose, PoF aggro, hoher WTSD
      h) PrF loose, PoF aggro, niedriger WTSD

      f>b>h>a>e>c>g>d

      Begründung:

      Da meine DH im Prinzip eine Bluffhand ohne SDvalue ist, will ich den Gegner rausbluffen, daher der niedrige WTSD des Gegners, der positiv ist. Je looser mein Gegner PrF ist, desto seltener werde ich dominiert. Dies ist natürlich nur bedingt richtig, da eine sehr tighte OR-Range aus UTG weniger Jacks und Tens hat, als eine etwas loosere (KJ bspw.). Eine sehr loose hat allerdings mehr kleine PPs und Alows in seiner Range. Dieser Faktor ist also mit Vorsicht zu genießen. Ob der gegner aggro oder passiv ist, spielt imo weniger eine Rolle, denn wenn wir nicht treffen und auf Gegenwehr stoßen, haben wir eh einen easy Fold. Außerdem können wir IP je nach WTSD des Gegners eine Freecard nehmen, oder eben durch eine Cbet (Bluffraise) versuchen ihn rauszudrängen.

      Jetzt noch weitere Fragen:
      1. Beachte ich die Spieler hinter mir?
      2. Spiele ich die DH immer?

      zu 1.: Für mich ein Nein, da eine kaum jemand eine loose Cappingrange hat.
      zu 2.: auch nein, da hier imo das Tableimage entscheidend ist.
  • 1 Antwort
    • firsttsunami
      firsttsunami
      Black
      Dabei seit: 23.01.2006 Beiträge: 32.999
      Je passiver und weniger WTS der Gegner hat, desto profitabler wird es, deceptive 3-bets zu machen. Ich finde es wichtig, um seine Range zu balancen und viele Gegner adapten falsch, indem sie einfach zu loose runtercallt. Man von guten Händen, die man viel häufiger hat als T9s z.B., immer von A-high downgecallt wird. Du hast es ja schon erwähnt. :)

      Deine Definition halte ich für korrekt. Die gute Playability rührt vom guten Drawpotential und dem nicht vorhandenen Showdownvalue.

      Gegen eine tightere Range bist du zwar seltener dominiert, dennoch ist deine EQ allgemein schlechter und Villain hat %ual mehr Hände mit Showdownvalue in seiner Range. Du wirst häufiger downgecallt. Gegen eine loosere Range bist du häufiger dominiert, gewinnst dann aber trotzdem den Pot, sollte der Gegner mit QT QJ selber nicht getroffen haben. Ich denke es ist besser, gegen eine loosere Range zu 3betten, da du zwar häufiger (so häufig auch nicht) dominiert bist, deine EQ aber besser ist und wenn beide nicht hitten, die Initiative oft den Pot sichert.


      Ob der gegner aggro oder passiv ist, spielt imo weniger eine Rolle

      Das stimmt ja so nicht. Natürlich spielt es eine Rolle, ob der Gegner im Duell CO vs BU - wo beide obv. loose Ranges haben - mit Draws oder auch mit pure Air, versucht den Pot zu stehlen. Gegen jemanden der nur fit or fold spielt und der auch mit KJ auf nem QTx Board nur c/c spielt, würde ich natürlich viel häufiger Pre 3betten und häufig auch durchballern.

      1) Die Spieler hinter dir sind natürlich auch nicht zu vernachlässigen. Du möchtest ja eher IP im HU spielen. Wenn jetzt jemand in den Blinds mit viel VPIP sitzt, der dazu aggro ist und Postflop nicht so ein Vollfisch, würde ich eher auf die 3-bet Pre verzichten. Deine EQ rührt ja am meisten von der Foldequity Postflop. Daher würde ich bevorzugt bei normalen/tighten Blinds 3-betten. Sitzt im Blind jedoch ein totaler Vollfisch, der Postflop viele Fehler macht, sollte der kleine Equitynachteil Preflop nicht so schlimm sein. Wir sind IP und der Fisch macht Postflop eklatante Fehler. In diesen Situationen 3-bette ich auch.

      Immer hängt davon ab, wie der Gegner darauf reagiert. Wenn er sich nicht anpasst und eine Nit ist, fit or fold spielt und nicht reblufft, würde ich immer Pre mit T9s JTs etc. 3betten. Ich mache es gegen gute und aggressive Gegner nur ab und an. Einfach damit sie nicht denken, ich habe ausschließlich starke Hände in meiner Range.

      Wie du auch schon bemerkt hast, fahre ich die deceptive 3-bets runter und mache sie eher selten, wenn ich schon ein aggressives und looses Image habe und mir wenig Credit gegeben wird und zwangsläufig die FE Postflop sinkt.

      JTs 3bette ich aber fast gegen jeden Gegner CO vs BU oder BU vs. SB. T9s OOP gegen low WTS auch häufig und IP CO. vs. BU auch häufig. 87s 98s eher selektiv und gegen schlechte Gegner.