Das Spiel gegen die verschiedenen Spielertypen...

    • BubbleBoy19
      BubbleBoy19
      Bronze
      Dabei seit: 31.10.2008 Beiträge: 989
      hi...

      bin im moment ein bisschen konfus, was das spiel gegen die verschiedenen spielertypen angeht...

      so steht z.b. in verschiedensten strategie-artikeln zum thema callingstation "Deswegen werden wir selbst nur starke Starthände spielen und große Continuation Bets bei verfehltem Flop unterlassen."

      jetzt lese ich aber gerade "the poker blueprint" und da steht im prinzip das gegenteil, nämlich "In a passive game where players don’t 3-bet often, you can add more small suited connectors (76s, 65s, 54s) and Axs into your UTG range."...

      ein passives spiel kommt ja im prinzip loose/passive spieler zustande, also callingstations und da wird dann im einem strategie-artikel gesagt, nur starke starthände spielen und in dem anderen, dass man seine range dann ruhig was auflockern kann oder deren limps auch mit 98s raisen sollte und mit schwächeren händen bis zum river gehen sollte, da die fische einen oft auch mit einer "noch" schlechteren hand ausbezahlen...

      bin da jetzt gerade etwas verwirrt ?(


      vielleicht kann mir ja jemand auf die sprünge helfen...
  • 13 Antworten
    • schoxx
      schoxx
      Bronze
      Dabei seit: 22.09.2007 Beiträge: 3.577
      Wenn du wirklich callingstations hast, ist es halt wichtig sie NICHT zu bluffen.
      Raises mit 77 oder ähnl. PP bringen eben nicht so viel, da sie
      eine conti zb immer callen werden, die range aber SO gewaltig ist,
      das du nicht weisst wo du stehst.

      Raise gute Hände, eventuell sogar höher und häufiger um einen pot
      auf zubauen. Triffst du nix, bluffe stations nicht.

      Und geh halt jede mögliche drawing hand mit, treffe eine guten flop
      und dann baller 3 streets durch und geh broke.
    • rawman81
      rawman81
      Bronze
      Dabei seit: 27.10.2008 Beiträge: 7.787
      ich denke mal mit passive game ist gemeint, dass wenn die villains hinter dir preflop passiv sind (d.h. nicht 3betten) und auch postflop sonst recht passiv sind, kannst du auch mehr spekulative hände openen, da du oft billig drawen und dich im falle eines hits gut ausbezahlen lassen kannst.

      d.h. ja nicht dass du gegen stations bluffen sollst...


      Original von schoxx
      Raises mit 77 oder ähnl. PP bringen eben nicht so viel, da sie
      eine conti zb immer callen werden, die range aber SO gewaltig ist,
      das du nicht weisst wo du stehst.
      mit 77 würd ich ne station jederzeit isolieren, vor allem IP. gibt genug boards, wo man auch ohne set zumindest 2 streets for value durchbarreln kann.
    • BubbleBoy19
      BubbleBoy19
      Bronze
      Dabei seit: 31.10.2008 Beiträge: 989
      Original von rawman81
      ich denke mal mit passive game ist gemeint, dass wenn die villains hinter dir preflop passiv sind (d.h. nicht 3betten) und auch postflop sonst recht passiv sind, kannst du auch mehr spekulative hände openen, da du oft billig drawen und dich im falle eines hits gut ausbezahlen lassen kannst.

      d.h. ja nicht dass du gegen stations bluffen sollst...
      jo, langsam komme ich auch dahinter... hab da glaub ich was durcheinander gebracht...
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Poker Blueprint ist kein Buch für Leute die grade mit dem Pokerspiel anfangen (im Gegensatz zu unserer Bronzesektion).

      Dort werden keine 3-barrel Bluffs gezeigt, keine equitybasierten Cbets, doublebarrels, floats etc gezeigt. Der Pokerblueprint ist schon ein ziemlich komplexes Buch das auf viele Hintergrunderklärungen verzichtet und den Anwender dazu zwingt sich selber Gedanken zu machen. (ansonsten würde das Buch 600$ kosten und let there be range heissen ;) )
    • schoxx
      schoxx
      Bronze
      Dabei seit: 22.09.2007 Beiträge: 3.577
      :heart:
    • TheCelt
      TheCelt
      Bronze
      Dabei seit: 24.03.2007 Beiträge: 3.932
      In PokerTracker3 sind ja per default Spielertypen vorhanden. Wie sinnvoll ist es mit dieser Voreinstellung zu spielen?

      Habt ihr Vorschläge für eine andere Einteilung?

      Und noch zu guter Letzt wie geht ich mit den unterschiedlichen Spielrtypen um? In den Strategieartikeln werden glaub ich 4 Typen unterschieden, aber hier sind es ja sehr viel mehr. Wäre super, wenn mir da jemand einen Überblick geben könnte, wie man mit den jeweiligen Typen umgeht.

      Also zb, wie unterscheide ich Loose-Aggressive/Aggressive von Semi-Loose-Aggressive/Aggressive, Loose-Passiv/Aggressive, usw usf. Welcher Typ wird mir gefährlich, welchen will ich haben, wie passe ich mein Spiel Postflop an usw?

      Wenn ich den Artikel übersehen hab, tut es mir leid und vielleicht kann mich ja jemand drauf stoßen.

      PS: Sorry, jetzt hab ich doch noch den Artikel in Bronze gefunden. Aber vielleicht kann mir doch der eine oder andere noch einen Tipp gehen, der die Artikel schon kennt und auch die Einteilungen von PT3.
    • TheCelt
      TheCelt
      Bronze
      Dabei seit: 24.03.2007 Beiträge: 3.932
      Echt keiner nen Rat? Im Artikel werden zwar 8 Spielertypen genannt, aber wie spiele ich denn nun gegen TAG/Passive, TAG/Aggressive, LAG/Passive, LAG/Aggressive, Loose-Passive/Aggressive usw usf? Hat da jemand vielleicht ne Aufstellung?
    • rawman81
      rawman81
      Bronze
      Dabei seit: 27.10.2008 Beiträge: 7.787
      1. Es gibt weiterführende Artikel gg. verschiedene Spielertypen. Kann aber sein dass die erst ab Gold sind.

      2. Deine Aufteilung geht wohl nach folgendem Prinzip vor:
      Vor dem "/" steht für Prefloptendenzen, dahinter die Postfloptendenzen.
      Imo sollte man das auch unabhängig voneinenader betrachten.

      Allgemeingültige Aussagen kann man da wohl nur schwer machen.


      Prinzipiell kann man postflop tighte Gegner mehr bluffen, im umgekehrten Fall sollte man mehr valuebetten.

      Einer der preflop fast nix raised, sollte man z.b. mit JJ eher nicht (for Value) 3betten, sondern in der Regel auf setvalue callen. Einer der hingegen extrem viel Preflop raised, kann man mit JJ easy for Value 3betten.

      Loose-Passive/Tight z.b. könnte man sehr oft isolieren und oft contibetten.

      ... um nur mal ein paar Beispiele zu nennen.
    • TheCelt
      TheCelt
      Bronze
      Dabei seit: 24.03.2007 Beiträge: 3.932
      Klasse, das hilft mir doch schon mal weiter. Also bei ständigen Raises kann ich dann auch mal 3betten mit JJ oder QQ. Wie siehts da mit AQs und AJs aus? Die würde ich ja bei einem tighten Spieler eher weglegen.

      Also alles was / Passive ist, ist tendenziell eher Callingstation, / Aggressive läßt sich eher durch contibetten aus der Hand bringen, wenn er nicht gerade Nuts hält. Stark vereinfacht ausgedrückt. Wobei mich die / Aggressive ja ihrerseits auch contibetten werden bzw eher mal mit mittelstarken Händen reraisen. Ich tu mich im Moment mit dem Postflopspiel etwas schwer. Oft genug bekomm ich nen reraise auf die contibet und lass mich dann aus der Hand verteiben, bekomm dann aber gerne den Bluff gezeigt oder seh ihn dann, wenn der Pot Multiway war mit 2 Gegnern. Oder seh dann zb 2Pair nach Showdown mit Middlepair und sein schwacher Kicker hat dann eben auch das Paar getroffen. Mal sehen, ob ich da mal fähiger werde.
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Original von TheCelt
      Echt keiner nen Rat? Im Artikel werden zwar 8 Spielertypen genannt, aber wie spiele ich denn nun gegen TAG/Passive, TAG/Aggressive, LAG/Passive, LAG/Aggressive, Loose-Passive/Aggressive usw usf? Hat da jemand vielleicht ne Aufstellung?
      Du orientierst dich hier viel zu stark an Stats. 2 Dinge sind beim Handreading am Anfang wichtig:

      1. ist der Spieler aggressiv oder passiv -> ist er aggressiv, dann musst du beim ersten Anzeichen von Action Postflop nicht direkt supervorsichtig werden. (nicht zu verwechseln mit dem AF der nur das Verhältnis zwischen Raise:Call angibt)

      2. Spielt der Gegner viele oder wenige Hände Preflop? -> spielt ein Spieler viele Hände Preflop und diese eher passiv (d.h. er limped, overcalled etc.) und hat dementsprechend ein großes Gap zwischen PFR und Vpip, wird dieser Spieler mit großer Sicherheit auch Postflop recht passiv zu werke gehen. (und umgekehrt)

      Natürlich gibt es zwischen diesen beidem extremen (aggressiver Spieler und passiver Spieler) zig Abstufungen. Was genau diese Spieler allerdings machen, kannst du nicht anhand von Stats erkennen, sondern daran was sie grade am Tisch betreiben. Stats sagen dir nicht, ob ein Spieler semibluffed, light valuebets macht oder nur die Nuts raist.


      Aggressive läßt sich eher durch contibetten aus der Hand bringen, wenn er nicht gerade Nuts hält


      Diese Aussage ist verkehrt. Aggressive Gegner setzen dich mit bestimmten Handtypen gezielt unter Druck. Es gibt da schlechte und gute aggressive Gegner. Die schlechten aggressiven Gegner polarisieren wo sie nur können ihre Handrange und sind super einfach zu readen. (einfach mal beobachten wie ein 30/60 Spieler mit bestimmten Handkategorien umgeht)


      Passiv heisst hier im übrigen folgendes: Spieler die passiv sind können folgendes in der Regel nicht

      a) semibluffen
      b) dünne Valuebets machen

      Passiv bedeutet nicht das diese Spieler ihre Hände nur runtercallen. Viele "Tags" auf den Microlimits kannst du auch unter die Kategorie passiver Spieler packen, da diese Spieler zu wenig semibluffen und zu wenig Valuebets machen.

      Ob und wieviel ein Gegner Postflop passiv runtercalled ist sehr speziell und lässt sich über den WTS (den man in Verbindung setzen muss mit dem Vpip) ablesen oder einfach darüber indem man den Tisch beobachtet und sieht das ein Spieler mit seinem 2nd Pair oder 3rd Pair 3x gecalled hat oder mit seinem 4 - 9 Outer eine Potsizebet am Turn peeled etc.


      Spieler die am Flop viel folden (da gibt es sowohl aggressive als auch passive Spieler die dies tun) sind gut für Cbets geeignet. Spieler die ständig an Flops weiterspielen (sei es aggressiv durch raises oder passiv über calls) sind nicht so optimal nur zu cbetten, da sie sich offensichtlich auf die eine oder andere Art und Weise wehren. (auch hier wird Handreading und Rangepolarisation beim Gegner wieder wichtig und die Kenntnis über seine Grundmentalität bezüglich Poker -> wenn du weisst wie ein Spieler über Poker denkt, dann kannst du sein Spiel verstehen und exploiten)

      Wie denkt er über deine Cbets?

      Wie denkt er mit mittelstarken 1-Pairs über Valuebets am Flop/Turn/River?

      Wie denkt er über Boardtexturen?

      etc. Wenn du erkennst aus seinem Spiel wie der Gegner über bestimmte Dinge denkt, dann kannst du richtig stark exploiten, aber dafür braucht es viel Beobachtung die Fähigkeit aus diesen Beobachtungen die richtigen Rückschlüsse zu ziehen (Übungssache).

      Für die Micros reicht es aber locker aus, wenn du deine Gegner in loose/passiv oder tight/passiv einordnest und in aggressive (mit der Unterordnung tight und loose, wobei die wenigsten loosen Spieler auf den Micros aggressiv sind).

      loose/passive Gegner exploitest du primär durch: dünne Valuebets (z.b. das 2nd Pair Topkicker was du sonst immer am Turn und River behindcheckst kannst du dann auch mal 3x valuebetten, weil der Gegner mit 2nd Pair No Kicker called oder seinen Gutshot an Flop und Turn called). Diese Gegner werden in der Regel dann aktiv, wenn sie starke Made Hands haben.

      Achtung: Diese Gegner sind möglicherweise durchaus in der Lage auf Passivität deinerseits zu bluffen. (z.b. auf einen Check) Nur die Handrange die sie dazu nutzen ist meistens eine Range die mittelstarke Made Hands (das ist meist jedes Pair ohne Kicker) und mittelstarke Draws NICHT beinhaltet und dementsprechend in Monster und Air polarisiert ist. (dadurch sind diese Gegner extrem einfach zu spielen, wenn man weiss ob sie bluffen können)


      tight/passive Gegner exploitest du primär dadurch das du sie genügend bluffst und mittelstarken Händen ein bisschen mehr auf potcontrolle achtest, weil diese Gegner sehr scheu sind, wenn es an große Pötte geht. D.h. weniger dünne Valuebets mit mittelstarken Händen wie 2nd Pair oder Toppair No Kicker und mehr equitybasierte (das bedeutet wenn du z.b. mit KQ den Flop cbettet hast und gecalled wirst und am Turn eine Scarekarte die in deiner Range sein kann ist und die Turnkarten die Range des Gegners schwächt -> doublebarreln und wenn du am Turn draws aufgabelst z.b. einen Flushdraw)

      tight/aggressive Gegner exploitest du erstmal am besten gar nicht, sondern gehst ihnen soweit es geht aus dem Weg.

      loose/aggressive Gegner musst du aufteilen in gut und schlecht. Guten lags gehst du am besten auch aus dem Weg, schlechte lags haben genauso wie loose/passive Spieler polarisierte Bettingranges (in dem Fall bluffen sie meist und werden auch oft als Maniac bezeichnet)
    • TheCelt
      TheCelt
      Bronze
      Dabei seit: 24.03.2007 Beiträge: 3.932
      Ok, besten Dank. Werde darauf achten und mich verstärkt damit beschäftigen.
    • Morii
      Morii
      Bronze
      Dabei seit: 01.08.2006 Beiträge: 197
      Hi Ghostmaster.

      Das wollte ich schon immer mal loswerden:

      Vielen Dank für Deine Beiträge.
    • rawman81
      rawman81
      Bronze
      Dabei seit: 27.10.2008 Beiträge: 7.787
      Kann mich da nur anschliessen.

      Wirklich sehr schön geschrieben :)