[RL] Wie soll es weitergehen?

    • Senderson
      Senderson
      Silber
      Dabei seit: 22.07.2008 Beiträge: 4.365
      Ich habe zwar schon mit anderen darüber geredet, aber ich möchte hier mir weitere Gedankenanstöße holen

      Folgende Ausgangssituation:

      - 23 Jahre
      - Ausbildung zum Fachinformatiker letztes Jahr abgeschlossen
      - Aktuell: Abendgymnasium - 1 jahr to go für Fachabi

      Nun ja, wie fange ich an Bin seit Sommer letzten Jahres auf einem Abendgymnasium und mache dort mein Fachabitur. Seit 6 Monaten bin ich arbeitslos (beziehe aber keine Leistungen) und gehe halt nur von 18-22 Uhr zur Schule und den restlichen Tag grinde ich ein wenig und mach sport etc. Ich möchte aber gerne wieder arbeiten gehen, da sich einiges in meinem privaten Umfeld getan hat und ich im Sommer ausziehen möchte. Nur Pokern ist mir da zu riskant, vorallem weil ich immer noch auf den lowstakes zu finden bin und ich kaum finanzielle Polster habe um auch mal im Down die Wohnung monatelang im voraus zu zahlen oder so.

      Jetzt habe ich 2 Jobangebote bekommen:

      - Festanstellung in meinem Ausbildungsbetrieb, Einstiegsverdienst 2k brutto

      - "Festanstellung" in einer Pizzeria die einem guten Freund gehört und dort arbeiten auch 2 Kollegen von mir, Verdienst ca 1,2k netto

      Der Verdienst wäre in etwa der selbe. Auf den ersten Blick sieht natürlich der Job im Büro besser aus, man sitzt halt von 8-17 uhr im büro und am Wochenende ist frei. Die Arbeit in der Pizzeria ist von 16-22 Uhr, was schon mal ein Unterschied ist, zusätzlich müsste ich in der Schule in den morgenkurs wechseln, was aber an sich kein Problem sein sollte.

      Jetzt zum schwierigen Teil :D

      Würde ich wissen, was ich nach dem Abi mache, würde ich insta den Job in der Pizzeria nehmen, weil er einfach viel mehr Spaß macht, man sich keine Gedanken machen muss wann Projekt xy fertig sein muss und man einfach mit Freunden bzw Kollegen arbeitet, Spaß während der Arbeit hat und wenn mal nichts zu tun ist, einfach rumsitzt und sich über irgendwelche Sachen unterhält. Um 22 Uhr wird der Laden abgeschlossen und gut ist.

      Die Arbeit im Büro ist halt genau das Gegenteil: Man steht früh morgens auf, geht schlecht gelaunt ins Büro und sieht jeden Tag die gleichen langweiligen Leute, zu denen man fast 0 Bezug hat (1-2 Ausnahmen). Irgendwann ist dann Feierabend, meistens natürlich nicht pünktlich weil noch irgendwas fertig werden muss. Auf dem nachhause weg denkt man noch weiter über die Arbeit nach, weil man einfach unter Zeitdruck steht weil Projekte fertig werden müssen.

      Kurz gesagt: Die Arbeit gefällt mir nicht besonders gut.

      Die Frage die sich mir stellt ist: Was ist in einem Jahr? Ans Studieren habe ich auch schon gedacht, jedoch bin ich mir total unschlüssig in welchem Bereich ich mich später sehe. Der IT-Bereich ist wohl nicht das richtige für mich, ich bin weder ein guter Programmierer noch ein guter Techniker. Was ich kann ist es, mit Kunden umzugehen, Projekte zu verkaufen, Leute einzuteilen und zwischen Chef, Programmierer und Kunde zu vermitteln.

      Für andere Bereiche kann ich mich auch nicht so großartig begeistern - ich war immer der Durchschnittstyp in der Schule, keine Fächer haben mich wirklich begeistert, konnte aber trotzdem solide Noten schreiben - auf dem Abendgymnasium habe ich auch einen 2er Schnitt, wobei ich noch kein mal für irgendwas gelernt habe weil es so stupide einfach ist.

      Und mich für irgendein Fach einschreiben um dann nach 2 Semestern zu merken, dass mich das eigentlich gar nicht wirklich interessiert, finde ich auch weird. Die ganzen "Standard"-Studiengänge jucken mich auch nicht so. Wahrscheinlich brauche ich irgendwas verrücktes.

      Wer bis zu dieser Stelle gekommen ist, kann auch noch den Rest lesen :D

      Falls ich nicht studieren sollte, kann ich ganz normal weiterarbeiten. Entscheide ich mich für den Job im Büro, wird sich das Gehalt wohl langsam steigern und in 30 Jahren hocke ich da immer noch mit der gleichen Laune. Wähle ich den zweiten Weg wird sich das Gehalt nicht wirklich steigern. Würde ich alleine leben wollen, wäre das eigentlich kein Problem. Ich bin ein bescheidener Mensch und brauche weder ein teures Auto noch sonst irgendwelche Luxusgüter. Aber ich möchte später gerne eine Familie gründen. Kinder, größere Wohnung, evtl. Eigenheim kostet alles Geld und mit so einem Gehalt kann man das auch nicht zahlen oder den Kindern irgendwas bieten.

      Jedenfalls bin ich jetzt an einem Punkt, wo ich einfach nicht weiß, wie es weitergehen soll bzw was ich vom Leben erwarte. Das alles zieht mich irgendwie runter, ich bin kaum noch motiviert und lenke mich eigentlich damit ab, dass ich wie ein Irrer grinde anstatt meine "Probleme" beim Schopf zu packen. Das hier soll ein erster Schritt sein :P

      Wenn mir noch etwas einfällt, werde ich den Post hier editieren.
  • 9 Antworten
    • FinalTableTillus
      FinalTableTillus
      Gold
      Dabei seit: 16.10.2006 Beiträge: 1.366
      obv leider der bürojob! lebenslauftechnisch usw. kommt sowas halt immer besser, wenn man später sich für irgendn job bewirbt der inne ähnliche richtung geht, wird halt erkannt dass du schonmal bürohengst warst.
      mein freund ist halbitaliener(genannt pizzaficker :D ) und arbeitet auch in der pizzeria von seinem dad, aber wirklich gerne macht der das auch nich mehr.
      wär ja auch für dich eher ne übergangslösung wenn ich dich richtig verstanden hab. da du sagtest die pizzeria gehörte freunden von dir kannste ja vllt den job da später immernoch nehmen, wenn dich der bürojob richtig hart antiltet, warum auch immer (chef=huso, kollegen=husos, du=mädchen für alles etc.)
      Andersum wirds wohl eher nich gehn.

      Anscheinend hast du zwar eher bock auf den pizzajob bei deinen freunden, aber erfahrungsgemäß sind die sachen die weniger spaß machen im endeffekt doch mehr +EV sind...ach fuck scheiß pokerslang ich meine BESSER!
    • Senderson
      Senderson
      Silber
      Dabei seit: 22.07.2008 Beiträge: 4.365
      Eben genau das sind auch meine Gedanken (bzgl. Lebenslauf), hatte das gerade nur nicht mehr in den Text gepackt.

      Irgendwo sind es schon "Luxusprobleme", andere Leute schreiben hunderte Bewerbungen und bekommen nichts, ich habe in meinem Leben genau 2 Bewerbungen geschrieben wovon 1 halt insta genommen wurde.

      Ich hoffe trotzdem auf weitere Meinungen ;)
    • couchcoach
      couchcoach
      Bronze
      Dabei seit: 11.04.2009 Beiträge: 1.072
      Als Tipp von mir: Informiere dich über berufenet was es für Berufe gibt, die für dich in Frage kommen. Ich denke, wenn du erstmal wieder ein Ziel hast, dann fällt dir alles andere auch leichter. Und wenn du weißt, wie es nach dem Abi weitergehen soll, dann kannst du ja bis dahin in der Pizzeria arbeiten. Einen Job anzunehmen, von dem ich schon vorher weiß, dass er mir keinen Spaß macht, klingt nicht sehr verlockend. Und dann auch noch ein Leben lang??

      Als Beispiel habe ich mal geguckt, was zu dir passen könnte:
      IT-Vertriebsbeauftragter
      Da könntest du deinen Ausbildungsbereich mit deinen Talenten (Beratung, Verkaufen, Vermitteln) gut kombinieren.

      Mach auf jeden Fall etwas in der Zukunft, was dir auch Spaß macht. Klar, bei jedem Job gibt es immer Dinge, die auch mal keinen Spaß machen, aber trotzdem sollte es etwas sein, wo du morgens gerne hingehst. Immerhin wird dein Job ja einen sehr großen Teil deines zukünftigen Lebens ausmachen. Und wie willst du glücklich werden, wenn du mit deinem Job nicht zufrieden bist?
    • FlocketHocket
      FlocketHocket
      Global
      Dabei seit: 18.06.2009 Beiträge: 332
      Mach das was dir mehr Spaß macht obv.
      Pizzaria > Office

      Auch oder gerade in der Pizzaria wirst du ne Menge fürs Leben lernen.

      Im Büro wirste auch noch in 5 Jahren ne Stelle kriegen, aber die Zeit mit deinen Freunden kann in 5 Jahren schon vorbei sein.
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Hallo Senderson,

      der Thread passt eigentlich hervorragend in das Unterforum "Selbstmanagement". Ich erlaube mir mal eine kleine Schiebung...

      Die Entscheidung für die nächste und die weitere Zukunft musst du selbst treffen. Dass es nicht so einfach ist, weiß ich. Meine Söhne machen auf ihre Weise dasselbe durch.

      Dass du das Abendgymnasium besuchst, finde ich toll. Du kannst dir also Ziele setzen und diese auch mit Energie und Durchhaltevermögen erreichen. Das kann nicht jeder.

      Du hast auch gewisse Vorstellungen davon, wie dein Beruf einmal aussehen soll. Der Umgang mit Menschen liegt dir. Du kannst Projekte planen und durchziehen. Solche Fähigkeiten werden gebraucht.

      Du solltest bedenken, dass du einen großen Teil deiner Lebenszeit an deinem Arbeitsplatz zubringst. Es gibt nichts schlimmeres, als sich jeden Tag dorthin quälen zu müssen im Bewusstsein, dass man eigentlich am ganz falschen Ort ist.

      Nur was man gern macht, macht man gut. Nur wo man etwas gut macht, erreicht man Erfolge. Worin man erfolgreich ist, macht man in der Regel auch gern weiter.

      Insofern kann auch eine Arbeit in der Gaststätte auf einen Beruf vorbereiten. Vielleicht liegt dir ja etwas im Bereich Tourismus, Hotelgewerbe? Auch für so etwas gibt es Studiengänge.

      Lass mal alle Zwänge beiseite. Wovon träumst du? Wo möchtest du in fünf Jahren sein?

      Dann überlege und lass dich beraten, ob sich nicht davon etwas realisieren lässt.

      Viel Glück!

      wespetrev
    • av3cbo0m
      av3cbo0m
      Bronze
      Dabei seit: 27.10.2007 Beiträge: 1.770
      ein nicht zu unterschätzender vorteil von jobs wie z.b in der pizzeria ist die potentielle networking komponente. zumal du ja anscheinend über gute socialskills verfügst.

      schule + job und möglichkeit zu studieren klingt eigentlich ganz cool.

      ich sehe es ähnlich wie wespetrev. mach dich nicht verrückt schliesslich hast du ja ne reihe guter optionen. was richtig und was falsch ist und vor allem wie es überhaupt in 10 jahren auf der welt aussieht kann dir keiner sagen. hör auf deine intuition und hab ruhig den arsch in der hose zu machen worauf du lust hast. du wirst dich dafür lieben und daraus kannst du wiederum kraft schöpfen für andere projekte/pläne. wenn du irgendwann in der kiste liegst wirst du dir kaum einen auf deinen lebenslauf kloppen, und son bürojob ist mit sicherheit auch nicht das wahnsinns karriere sprungbrett ;)
    • SpongeBork
      SpongeBork
      Bronze
      Dabei seit: 23.08.2009 Beiträge: 243
      Original von Senderson
      Was ich kann ist es, mit Kunden umzugehen, Projekte zu verkaufen, Leute einzuteilen und zwischen Chef, Programmierer und Kunde zu vermitteln.
      Bezüglich der Jobwahl will ich dir keinen Tip geben, dass musst du leider wirklich selber entscheiden. Bezüglich des eventuellen Studiums kann ich dir aber vielleicht einen Tip geben:

      Schau dir mal die "Wirtschaftsinformatik" etwas genauer an, einer meiner Freunde studiert das gerade. Ist soviel ich weiß BWL und Informatik kombiniert in einem Studium, man hat die Selben Prüfungen wie die BWLer und die Informatiker (also auch dementsprechend schwer), das Entprodukt würde aber in etwa den Stärken entsprechen, welche du hier genannt hast.
    • Senderson
      Senderson
      Silber
      Dabei seit: 22.07.2008 Beiträge: 4.365
      ich möchte euch für eure antworten danken!

      ich habe mich jetzt gegen den Bürojob entschieden. Es war eine schwere Entscheidung aber ich hoffe das richtige getan zu haben.

      Habe jetzt noch 1 Jahr schule vor mir, ich hoffe es wird eine schöne Zeit und ich kann neben dem Job in der Pizzeria auch in den Limits beim Pokern wieder aufsteigen da ich jetzt nicht mehr auscashen muss was schon eine Entlastung für mich ist. D.h. ich kann bald wieder NL50 bzw 6.50$ Sngs spielen worauf ich mich sehr freue. Mit dem Geld von der Pizzeria komme ich auch sehr gut über die Runden und vom Pokergeld kann ich mir dann ab und zu was gönnen. Und ich kann das Jahr nutzen um mich für ein Studium zu entscheiden.

      @wespetrev: Auf deine Fragen gehe ich später noch ein, muss jetzt leider weg ;)
    • SonMokuh
      SonMokuh
      Bronze
      Dabei seit: 21.04.2010 Beiträge: 2.861
      Hey! Bin neu hier, aber als Fachinformatiker und Student der Allgemeinen Informatik im gleichen Alter wie du muss ich doch meinen Senf dazugeben :D

      Ich finde du hast schonmal die richtige Entscheidung getroffen. Du hast gesagt, dass du ein bescheidener Mensch bist, d.h. du brauchst keine rießen Karriere und deswegen auch nicht den allerbesten Lebenslauf. Zumal ich ein Jahr in einer Pizzeria und gleichzeitig Abi-Nachholen nicht schlecht finde. Mir war Arbeiten und Abendschule gleichzeitig zu stressig.
      Außerdem solltest du grundsätzlich tun was du gern machst (sofern es sich um längere Zeiten wie 2-3 Monate handelt). Ein Jahr zu arbeiten obwohl es dich total langweilt UND obwohl es Alternativen gibt halte ich für den falschen Weg. Schließlich lebst du immer im hier und jetzt. Immer nur auf morgen zu schauen ist der falsche Weg um glücklich zu werden. Und nur darum sollte es dir gehen.

      Jetzt noch zur Studienwahl:
      Die Programmiertätigkeit als Informatiker (im Gegensatz zum Fachinformatiker - Anwendungsentwicklung) wird meiner Meinung nach überschätzt. Im Studium geht es um viel mehr als nur das reine Programmieren.
      Du sagtest du kannst gut mit Kunden umgehen, Projekte verkaufen, Leute einteilen und zwischen Programmierer/Chef/Kunde vermitteln. Das passt alles gut zur Informatik. Ich denke da passt auch Wirtschaftsinformatik ganz gut.

      Wenn du aber die Informatik im Detail genauer ergründen willst, d.h. wenn du wirklich ganz genau wissen willst wie's geht, dann würde ich eher Allgemeine Informatik empfehlen. Wirtschaftsinformatik muss zwangsläufig weniger Informatik enthalten als allgemein Informatik, irgendwie muss ja Platz für mehr Wirtschaft geschaffen werden ;)
      Technische und Medizinische Informatik gäbe es auch noch, aber da sprichst du am besten mit einem Studienberater.

      Ich kann dir nur empfehlen dich mit einer Hochschule in Kontakt zu setzen, mit den Studienberatungen usw.
      Im Endeffekt wirst du dich aber trotz aller Beratung auf einen Studiengang einlassen müssen, wo du mit relativ großer Wahrscheinlichkeit nicht sicher sagen kannst ob es das Richtige ist. Das stellt sich meist erst während dem Studium raus.