kleine physikfrage

    • HurzBurz
      HurzBurz
      Bronze
      Dabei seit: 22.11.2007 Beiträge: 358
      Hi allerseits,

      ich habe grade ne Diskussion mit nem Kumpel und keiner von uns beiden will nachgeben, aber es hat auch keiner genug Ahnung davon, um da genauer nachzurechnen.

      Folgender Sachverhalt:
      Ein Mensch wird von einem Auto angefahren und weggeschleudert. Der Winkel in dem der Mensch weggeschleudert wird, beträgt 10°. Der Mensch wird meinetwegen am Hintern getroffen, er ist 175cm groß und 75kg schwer. Das Auto habe eine Geschwindigkeit von 100km/h und es wiegt 1200kg.
      Der Bremsweg + Reaktionszeit (Schrecksekunde) wird mit der Formel aus der Fahrschule berechnet. Die Schrecksekunde setzt im Moment des Aufpralls ein.

      Ich bin davon überzeugt, dass der Mensch weiter weg geschleudert wird, als das Auto zum bremsen benötigt. Sprich, der Mensch wird nicht überfahren. Er sagt, der Mensch wird überfahren.
      Wir nehmen an, dass der Mensch nicht völlig komprimiert wird. Ich bin vom uralten Schulwissen her davon ausgegangen, dass es da drei vorgänge zu berechnen gibt: Den Stoß/Impuls, den daraus entstehenden "Wurf" des Menschen und den Bremsweg. Aber wie?

      Und, gesetzt, er wird bei 100km/h nicht überfahren, gibt es eine geschwindigkeit bei der er überfahren würde? Und ist der Luftwiderstand relevant, bei einer Geschwindigkeit von weniger als 500km/h. Da könnte man doch theoretisch zwei Funktionen "bremsweg" und "wurf" erstellen, und dann einen schnittpunkt berechnen, oder?

      Also, falls jemand die Muße hat, möge der/diejenige mir dazu eine Aussage machen, bitte auch mit Begründung :)

      Vielen Dank
  • 11 Antworten
    • SexValue
      SexValue
      Global
      Dabei seit: 12.03.2010 Beiträge: 242
      Probierts doch einfach aus =)
      Warum?! Weils bestimmt lustig wird!
    • Schmidt91
      Schmidt91
      Bronze
      Dabei seit: 10.04.2009 Beiträge: 687
      .
    • Foxy79
      Foxy79
      Bronze
      Dabei seit: 14.06.2006 Beiträge: 1.773
      Ich hab keine Formel, und kann es auch nicht ausrechnen.
      Aber ich würde auch sagen das er nicht überfahren wird.
      Meine Begründung:
      Wenn der Aufprall erfolgt ist, ist der Mensch gleich schnell wie das Auto, das Auto bremst in vielleicht 40m bei 100km/h, wärend der Mensch ja nur durch den Gegenwind gebremst wird (solange er durch die Luft fliegt). Und wenn er aufkommt ist der Reibwert Mensch/Fahrbahn auch nicht sehr hoch, siehe Motorradunfälle auf grader Straße ohne Gegenstand im Weg, dort rutschen die Faherer auch teilweise 100m und weiter.
    • kappe69
      kappe69
      Bronze
      Dabei seit: 01.08.2006 Beiträge: 7.456
      Was meinst du mit: Der Mensch wird nicht vollständig komprimiert? Und wo ist der 10° Winkel gemessen? 10° Nach oben?

      Es kommt Meiner Meinung nach darauf an, wie stark der Mensch sich verformen kann und wie viel Energie er in sich aufnimmt (Verformungsarbeit) und wie viel Energie übrig bleibt, die ihn wegschleudert.

      Wenn du die ganze Sache stark vereinfachst, könntest du es mit 2 Billiardkugeln vergleichen. Die eine gibt ihre Energie fast vollständig an die andere ab und "überfährt" sie obv. nicht.

      Wenn du aber jetzt eine Billiardkugel gegen ein Stück weiche Knete schießt, kommt die Knete nicht weit, sondern verformt sich nur und wird insta von der Kugel "überfahren".

      Also meine Antwort auf die Frage:

      Es kommt drauf an...
    • Nettlei
      Nettlei
      Bronze
      Dabei seit: 10.12.2008 Beiträge: 55
      also normal prallt der mensch erstmal mit dem oberkörper und dem kopf auf die motorhaube und wird quasi mitgeschliffen und nicht wegggeworfen o.Ä.

      wenn du dann bremst fliegt er dank der trägheit runter und liegt tot aufm asphalt.

      wird also nich extra noch überfahren,

      brauch man eigtl nich ausrechnen
    • Foxy79
      Foxy79
      Bronze
      Dabei seit: 14.06.2006 Beiträge: 1.773
      Ich hab mal live gesehen wie ein Reh bei ca. 100km/h angefahren wurde. PKW Vollbremsung, Reh rutschte vorm PKW her, weil der PKW schneller bremste als das Reh.
      War aber auch ein Audi :D
    • BrEaKdOwNpG
      BrEaKdOwNpG
      Bronze
      Dabei seit: 21.01.2005 Beiträge: 7.292
      Original von Nettlei
      also normal prallt der mensch erstmal mit dem oberkörper und dem kopf auf die motorhaube und wird quasi mitgeschliffen und nicht wegggeworfen o.Ä.

      wenn du dann bremst fliegt er dank der trägheit runter und liegt tot aufm asphalt.

      wird also nich extra noch überfahren,

      brauch man eigtl nich ausrechnen
      wenn ich dich mit nem hummer ankarre liegst du sicher nicht auf meiner motorhaube ;)
    • HamburgmeinePerle
      HamburgmeinePerle
      Bronze
      Dabei seit: 30.01.2009 Beiträge: 6.136
      interessant eigentlich, aber ich denke auch, dass der Mensch nicht überfahren wird, theoretisch müsste der Mensch doch genau die Geschwindigkeit des Autos übernehmen oder nicht?!

      Ich denke gerade an den Formal 1-Unfall letztes WE, als der Vorderreifen, den er verloren hat schneller war als das Auto und das war wesentlich schneller als 100 km/h.
    • nepomukZ
      nepomukZ
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2009 Beiträge: 145
      http://www.youtube.com/watch?v=YdjN7dIXRXo

      3.20 min
    • pils3
      pils3
      Bronze
      Dabei seit: 10.01.2007 Beiträge: 2.010
      berechnen kann man sowas nur, wenn man große vereinfachungen vornimmt.

      wenn man den menschen als punktförmig und vollkommen elastisch annimmt, könnte man die flugbahn berechnen und ohne es auszurechnen glaube ich, dass er wohl weiter fliegen würde als das auto bremst.


      aber dass ein mensch nach einem autounfall nicht 50 meter oder so fliegt, sollte klar sein, da leider hauptsächlich verformung statt findet.

      in der physik kommt das einem inelastischen stoß sehr nahe, bei dem nach dem stoß, bzw. aufprall beide objekte sich mit gleicher geschwindigkeit und richtung bewegen. -> der mensch fliegt pberhauptnicht, sondern rutscht von der motorhaube und liegt/rutscht auf dem asphalt

      um die frage zu beantworten, ob der mensch jetzt nach dem aufprall überrollt wird, muss man die bremswege des autos und des menschen, also die distanz, die der mensch über die straße rutscht, vergleichen.
      hier kommt es dann vor allem auf kleidung, straßenbelag usw an. luftwiederstand spielt keine rolle.


      sehr schön demonstriert hier :D
      der mensch wäre in dem fall das rohe ei

    • HurzBurz
      HurzBurz
      Bronze
      Dabei seit: 22.11.2007 Beiträge: 358
      erstmal vielen dank für die hilfreichen antworten, vor allem auch für den link zu dem crash-test.

      Original von kappe69
      Was meinst du mit: Der Mensch wird nicht vollständig komprimiert? Und wo ist der 10° Winkel gemessen? 10° Nach oben?
      Der Mensch soll nicht vollständig elastisch sein wie die Knete bzw das Ei. Er hat zwar eine gewisse Elastizität, aber wir haben dieses mangels Wissen nicht weiter definiert.
      Der 10° Winkel nach oben ist der Winkel von Horizontale nach oben.

      Original von Mace5678
      aber dass ein mensch nach einem autounfall nicht 50 meter oder so fliegt, sollte klar sein, da leider hauptsächlich verformung statt findet.
      Jep, das hab ich mir auch gedacht. Ich hab halt trotzdem behauptet, dass der Mensch nicht überfahren wird unter der Vorraussetzung, dass er nicht nach unten gestoßen wird.
      Denn entweder wird er hoch genug gestoßen, dass das Auto unter ihm herfährt, während er in der Luft ist oder er wird weiter gestoßen als das Auto zum bremsen benötigt. Ich habe hierbei halt die Elastizität außen vor gelassen.


      Aber wenn der Mensch auf der Motorhaube landet und "mitgenommen" wird, dann hat er ja die gleiche Geschwindigkeit wie das Auto. Wird das Auto jetzt gebremst, dann rutscht der Mensch ja nach vorn weg, weil er nicht mit dem Auto verbunden ist. Trägheitsmoment fällt mir dazu ein. (keine Ahnung wie man das berechnet, aber müsste doch stimmen, oder?)

      --> der mensch wird nicht überfahren

      letztendlich ging es in unserer diskussion darum, ob der mensch überfahren werden kann, wenn wir vorraussetzen, dass er nicht nach unten gestoßen wird bzw am boden hängen bleibt.