Wie spielst du Overpairs?

    • EvaPoker
      EvaPoker
      Bronze
      Dabei seit: 08.09.2008 Beiträge: 2.518
      Würde gerne den Artikel zu Overpairs diskutieren bzw. einige Fragen stellen.

      Es heisst zwar, dass es nicht verkehrt ist eine blank auf den turn abzuwarten) equity verschiebt sich zu unserem gunsten) Jedoch wird im Beispiel 4 geraten broke zu gehen da uns viele Turn karten nicht gefallen könnten?

      Im Beispiel 1 wird gegen den 22/13 mit 3.5 AF empfohlen ch/call turn und river zu spielen. Turn ist OK, aber auch den river callen? Geben wir ihm nicht die Möglichkeit uns nach Valuetown zu führen? Wird er wirklich 2x bluffen?

      Ferner habe ich eine Frage zum 3. Beispiel. Mit einem Redraw sollten wir ch/call turn spielen, wie geht es am river weiter? Bei einer blank ch/call? ch/fold?

      Was ist wenn ich zum ch/raise turn ansetze, Villain aber behindcheckt und am river der draw ankommt? hero?

      Ferner habe ich eine Frage zum "Wie spielst du in reraised Pot?" Abschnitt.
      "Callst du in Position TT-QQ hast du am Flop mit dem Overpair die Wahl zw einem Raise und einem Fold auf weitere Aktion."
      Sollen wir mit Overpair Raise/fld im 3bet Pot spielen? Verwandeln wir unsere Hand dadurch nicht in einen Bluff?
  • 5 Antworten
    • EvaPoker
      EvaPoker
      Bronze
      Dabei seit: 08.09.2008 Beiträge: 2.518
      kann dieses Thema nach "Feedback zu NL Strategieartikeln und erweiterten Lehrmaterialien" verschoben werden?
      vllt ist es da besser aufgehoben?
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Ich hab mir den Artikel jetzt mal angeschaut und kann dir meine Sicht der Dinge dazu sagen:

      Vorweg, Stats würde ich nicht überinterpretieren (vor allem Sachen wie AF, WTS etc. kannst du viel zu schnell überinterpretieren und durch zu kleine Samplesizes verzerren -> hier würde ich vor allem Vpip und Pfr und das Verhältnis der beiden Werte als Grundlage nehmen)

      Beispiel 4:

      Hier würde ich am Flop broke gehen, wenn ich der Meinung bin das der Gegner genügend schlechtere Hände (sprich Made Hands/Draws bzw. pure Bluffs) raist. Ich würde hier keinen Turn abwarten, da wir an einem Diamondturn mit unserem Nutflushdraw dann auch nur noch schwer wieder folden können.

      Darüberhinaus blocken wir über das Ad die Nutflushdraws und haben daher gegen Flushdraw + Overcards (z.b. KdQd oder QdJd) bessere Equity als wenn wir hier JJ hätten.


      Beispiel 1:

      Ich würde hier ohne spezielle Informationen 3x valuebetten und nicht auf C/C umstellen. Ich glaube allerdings das der Artikel schon ein bisschen älter ist und vor 2 Jahren die grundlegende Ansicht für Microlimitspiele noch nicht ganz so aggressiv war. Mit C/C C/C valuetowned man sich auf den Limits halt oft selber, da viele Spieler nicht dünn valuebetten können.


      Beispiel 3:

      C/C kann man hier natürlich spielen, wenn man nicht B/Shove am Turn spielen möchte. Grade OOP habe ich aber auch keine Idee wie ich nach C/C am River spielen soll. Vor allem besteht die Möglichkeit das ich so ner Hand wie JT oder KT mit nem Diamond die Freecard gebe. Darüberhinaus balanciert es meine Turnbettingrange (und ich habe dort wenn ich setze nicht nur Flushdraws, Sets, Twopairs und Bluffs)


      Wenn ich zu einem C/R am Turn ansetze (ich habe dann meistens am Flop C/C gespielt) und dieser C/R nicht funktioniert, dann verschiebe ich den C/R auf den River.

      Als Preflopaggressor und Flopaggressor gibt es auf den Microlimits aber denke ich gar nicht so wenige gute Spots für C/R Turn, da deine Gegner schlecht genug sind mit irgendwelchen schwachen Toppairs, Midpairs am Turn zu setzen und auf den C/R grundsätzlich abzukotzen. Das funktioniert aber wie gesagt nur gegen schlechte Gegner.

      Manchmal kannst du auch mit starken Draws am Turn C/R All In spielen, wenn es recht klar ist das dein Gegner am Flop keine starke Hand gecalled haben kann.

      Sollte es in diesen Fällen zu einem Checkbehind kommen, dann würde ich die Entscheidung den River zu setzen abhängig von der Karte machen und der Wahrscheinlichkeit wie ich am meisten Value von schlechteren Händen bekommen kann. Pauschalisieren kann man das leider nicht.


      Zu der Frage mit dem 3-Bet Pot: Im 3-bet Pot gilt in der Regel:" Overpair = Nuts " und zwar weil wir Preflop schon recht viel Geld von unserem Stack (über 10%) investiert haben und es in NL halt schwierig ist starke Hände zu machen und noch schwieriger ist 2 starke Hände gleichzeitig zu haben. Wenn du natürlich Preflop callst, weil du die Odds auf Setvalue bekommst und marginalen SD Value hast (z.b. mit TT gegen einen recht tighten Spieler) und dementsprechend Postflop nur eine mittelstarke Hand hast (die dann meist ein Bluffcatcher ist), musst du halt auch entsprechend spielen und dir am Flop überlegen, ob der Gegner mit genug schlechteren Händen weiterspielt, wenn du eine bestimmte Aktion machst.

      Raise/Fold ist übrigens keine sinnvolle Spielweise.
    • EvaPoker
      EvaPoker
      Bronze
      Dabei seit: 08.09.2008 Beiträge: 2.518
      vielen Dank für deine Antwort.
      Wie spielst du im Beispiel 3 gegen einen passiven / agressiven gegner wenn der draw am turn ankommt?
      Oder spielst du gegen beide ch/raise AI ?

      wenn der villain einen drawlastigen flop nur callt, ist eine blank am turn natürlich ein super spot für einen checkraise. was ist aber wenn der draw ankommt?

      Du schreibst: "Sollte es in diesen Fällen zu einem Checkbehind kommen, dann würde ich die Entscheidung den River zu setzen abhängig von der Karte machen und der Wahrscheinlichkeit wie ich am meisten Value von schlechteren Händen bekommen kann. Pauschalisieren kann man das leider nicht."

      Wie spielst du weiter wenn er behindcheckt und der draw am river ankommt? vs fisch? vs tag?
    • EvaPoker
      EvaPoker
      Bronze
      Dabei seit: 08.09.2008 Beiträge: 2.518
      kannst du nochmal deinen gedankengang zu ch/r AI bei ankommenden draw erläutern? haben wir denn keine angst vor dem draw? oder siehst du die gegner hier oft genug bluffen gegen missed cbet?
      Wie spielst du im Beispiel 3 gegen einen passiven / agressiven gegner wenn der draw am turn ankommt?
    • Ghostmaster
      Ghostmaster
      Global
      Dabei seit: 24.05.2006 Beiträge: 39.937
      Die Entscheidung ob ich in Beispiel 3 valuebetten kann hängt primär von der Tendenz des Gegners ab:

      Je schlechter ein Gegner ist, desto wahrscheinlicher ist es das er den Turn mit schlechteren Händen called.

      Gegen gute Gegner kann man das jetzt nicht so sagen, aber wenn du verhindern willst geraist zu werden (und manche sehr starke Gegner werden Scarecards dazu nutzen um Moves zu machen), dann spielst du halt C/C oder wenn du weisst das er zu oft moved dann wiederum B/Shove etc.

      Überleg dir einfach mal wie deine Gegner mit bestimmten Handkategorien spielen (am Tisch beobachten und Showdowns begucken und dann anschauen wie sie die Hand gespielt haben -> wie spielen sie one Pair Hände, wie spielen sie mit Draws etc.). Du wirst dann recht schnell Muster bei bestimmten Gegnertypen erkennen und dann musst du dir mal überlegen wie du diese Muster am sinnvollsten exploiten kannst.


      Um bestimmen zu können wie man am River nach einem Checkbehind am Turn weiterspielt, musst du wissen welche Range der Gegner am Turn behind checkt. Checkt dein Gegner dort Draws, checkt dein Gegner dort Pairs, checkt dein Gegner dort vielleicht sogar noch stärkere Hände etc.?


      Auch ist deine Defintion von Fisch unzureichend. Fisch ist eine generelle Bezeichnung für einen schlechten Spieler. Aus Fisch geht aber nicht hervor wieso er schlecht ist. Ist der Gegner zu passiv, zu aggressiv, spielt er zuviele Hände, spielt er zu wenig Hände etc?