Interessantes Interview von Olivier Busquets ( Adonis112/livb112)

    • Matzelinho89
      Matzelinho89
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2007 Beiträge: 1.335
      Kannst du dich bitte kurz vorstellen?

      Mein Name ist Olivier Busquet, 27 Jahre alt aus New York, meim Beruf ist Online Poker Spieler. Ich lese viel, mache Sport, gehe in Restaurants und bin interessiert an Politik, Kunst, Wissenschaft und Philosopie. Ich liebe Tennis und Basketball, außerdem jogge ich und spiele sehr viel Schach.

      Wie bist du zum Poker gekommen?

      Bis vor 3 Jahren habe ich kein Poker gespielt, auch nicht mit Freunden. Dann lud mich ein Freund zu einem Home Game ein. Ich spielte, nicht sonderlich gut, aber ich mochte es. Dann erzählte mir jemand mit dem ich arbeitete, dass man auch online Poker spielen könnte. So eröffnete ich einen Account und cashte einige hundert Dollar ein. Angefangen habe ich mit 1/2 und verlor meine Bankroll mehrmals komplett. Zu dieser Zeit arbeitete ich noch bei einer kleinen Firma an der Wall Street und lebte bei meinen Eltern.

      Schon immer liebte ich Spiele, Konkurrenz und Strategie. Poker passte perfekt zu meiner Persönlichkeit, ich bin kein Gambler. Ich mag keine Casinos und bekomme keinen Kick bei Erhöhung des Risikos. Viele High Stakes Spieler wetten auf alles mögliche, meiner Meinung nach dumpf.

      So begann ich mehr zu lesen über Poker und auch zu spielen und verbesserte mich. Ich erinnere mich an den ersten Tag, als ich auf 2/4 spielte und komplett zerstört wurde. Es war ein komplett anderes Spiel und ich war einfach schlecht und der Geldunterschied war riesig für mich. Als ich zum Ende der Session ein Set floppte und mein Gegner ein höheres Set zeigte, war ich total unglücklich. Ich ging broke und cashte wieder ein.

      Ich begann dann mehr zu lesen, verbesserte mich, aber irgendwann wurden mir die Bücher langweilig. Da es kein 3/6 gab ging ich direkt zu 5/10 über. Immer wenn ich 1000 Dollar als Bankroll errreichte, setzte ich mich an die 5/10er Tische. Mit dieser gedankenlosen Strategie ging ich wieder mehrmals broke. Ich wusste rein gar nichts über Bankroll Management oder Game Selection usw.

      Auf 2/4 war ich kein Gewinner, aber auf 5/10 hatte ich meine Runs und verbesserte mich auch. Trotzdem war ich noch immer ziemlich schlecht.
      Dann traf ich Dustin Dirksen, der auch neu auf Full Tilt Poker spielte und schnell Geld dort machte. Wir wurden Freunde. Zu der Zeit arbeitete ich bei einem Hedge Fond in Connecticut. Auf 5/10 lief es immer besser und ich stieg auf 10/20 und 25/50 auf und baute mir innerhalb von 6 Wochen eine Bankroll von 100K auf. Dann ging ich zu 50/100 über und spielte jeden Gegner, den ich finden konnte. Innerhalb von 4 Tagen war die komplette Bankroll hin.

      Für eine lange Zeit hatte ich dann kein Geld, aber einen Job und lebte noch zu Hause.

      Dann entschied sich ein Spieler, denn ich auf den 25/50 kennengelernt hatte (krisqueen) mich mit 5.000 zu stacken. Ich verlor fast das komplette Staking auf Full Tilt Poker und wechselte dann mit wenig Geld zu PokerStars. Ich begann mit 3/6 und ging schnell zu 5/10 hoch. Auf PokerStars hatte ich einen extrem guten Lauf. Mein Stacking Deal war nicht gut, so dass ich krisqueen eine Menge Geld zurückzahlen musste. Ich ging zu 10/20 hoch und transferierte dann meine komplette Bankroll wieder zu Full Tilt Poker (um die 30.000). Zu dieser Zeit spielte ich nur selten HU SnGs. Es war ok, aber nicht berauschend.

      3. Mit welchen Buy-Ins hast du die HU SnGs angefangen?

      100$. Es hing immer davon ab, wieviel Geld ich gerade zur Verfügung hatte. Als ich zu Full Tilt wechselte spielte ich sehr viel High Stakes, da ich einen guten Lauf hatte. Dann wurde ich meinen Job los, denn ich spielte während der Arbeitszeit. Ich hasste meinen Job und war begeistert vom Poker spielen. Ich sah meine Freunde nicht mehr so oft und hatte auch keine Freundin. In 95% meiner Zeit las ich etwas über Poker oder spielte selbst. Ich saß so lange vor dem Rechner, bis meine Augen zufielen. Manchmal spielte ich die ganze Nacht, schlief nicht und ging dann noch zur Arbeit. Ich war besessen...was nicht gut war.

      Meine Eltern waren besorgt nachdem ich gefeuert wurde. Ich wollte Poker Fulltime spielen, hatte aber nicht die Bankroll dazu. Ich war sicher, dass ich gewinnen würde. So begann ich Turniere zu spielen und es lief sehr gut. Bei HU SnGs war ich immer noch ein Verlierer und spielte sie nur, wenn ich tilt oder gelangeweilt war.

      Mein Vater blockierte in einem Streit dann sogar unseren Poker Channel auf dem ich immer die WPT anschaute. So beschloss ich auszuziehen und nach Manhattan zu ziehen. Meine Ausgaben stiegen und ich spielte immer höher....bis ich wieder alles verlor.

      Ich war zwar gut, aber nicht großartig und tiltete viel. Ein guter Freund stackte mich dann wieder (wuddacooler). Zwar konnte ich ihn wieder auszahlen, doch ging kurze Zeit später wieder broke. Dann traf ich durch Zufall eine Person, die mich staken wollte. Er gab mir Zugang zu einem Account mit 5K. Am ersten Tag gewann ich direkt ein $24 Turnier. Ich zahlte ihm das Geld zurück und hatte wieder 5K auf meiner Bankroll. Mit diesen wollte ich dann ernsthaft nur noch HU SnGs spielen...warum?

      An dem Tag, als ich das Turnier spielte, erzählte mir jemand, dass ich 4K im Minus sei. Ich wusste nicht, woher er die Information haben konnte und er meinte nur sharscope. Ich schaute mir Sharkscope an und wollte unbedingt meine Ergebnisse verbessern.
      So begann ich die 100$ HU SnG zu spielen und spielte ungefähr 20-30 davon pro Tag und folgte ab diesem Zeitpunkt meinen Sharscope Statistiken. Ich wurde stärker, nachdem ich mich voll auf die Turniere konzentrierte. Ich spielte super aggressiv und die Gegner waren recht schwach, besonders bei den Non Turbos. Mein Stil funktionierte gut und so spielte ich dort über einige Monate.

      4. Glaubst du, die mentale Seite ist ein wichtiger Faktor beim Pokern?

      Bei HU SnGs ist es der wichtigste Faktor. Nicht in einem Spiel, aber jeden Tag einen Monat lang ein konstantes Niveau zu halten, mit der Varianz umzugehen, das beste Spiel zu liefern und dabei motiviert zu sein....Ich hatte ein ständiges Auf und Ab und verlor das Vertrauen ich mich mehrere Mal.....aber kam immer wieder zurück.

      Dann spielte ich gegen bmwnick1, der einen komplett anderen Pokerstil verfolgte und sehr viel kontrollierter war als ich. Ich hatte zu dem Zeitpunkt Schwierigkeiten, die 550s zu schlagen, um höher aufzusteigen. Nachdem ich nick spielte begann ich darüber nachzudenken, was er anders machte. Er limpte sehr viel und spielte kleine Pötte in Position. So versuchte ich es dann auch. Ich beschloss jede einzelne Hand zu limpen über 1K Hände. Und ich war recht gut, nicht großartig, aber ok. So begann ich, an meinem Stil zu feilen: es gibt nur einige Spieler,die bspw. QTo raisten, wenn ich bei 15/30 limpte. Wenn du KJo bspw. hälst, der Flop ist A72 und sie bieten, foldest du und sie gewinnen. Aber die meisten Gegner checkten mit, wenn Sie Q10o hielten.
      Nur die Gruppe, die raiste, machte mir Probleme. Also musste ich mehr über meine Gegner lernen und wie sie spielen. Sein Spiel dann permanent an den Gegner anzupassen, das war mein Ziel. Und das ist auch der Unterschied zwischen z.B. sifosis und skilled_sox. Sox ist immer aggressiv, aber sifosis passt sein Spiel ständig an, auch wenn er eher konservativ spielt.

      So spielte ich viele Turniere und es ging bis auf 1.100$ hoch. Dabei gibt es bei den Levels zwei Dinge zu beachten:
      - Die Gegner: werden Sie undbedingt besser auf einem höheren Level? Nicht unbedingt...
      - Swings zu verkraften
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