Ethik - sind wir bereit für die Zukunft?

    • torytrae
      torytrae
      Bronze
      Dabei seit: 07.01.2008 Beiträge: 15.944
      Am Ende dieses Videos wird ein sehr interessanter Fakt genannt:



      Vor 100 Jahren war es einigen wenigen Menschen nicht möglich, derart folgenschwere Unfälle wie Exxon Valdez oder Tschernobyl zu verursachen.

      Heute, und mit steigender Technik mehr und mehr, können (menschliche) Fehlleistungen leicht globale Katastrophen auslösen.

      Ist das eine Frage der Berufsethik? Ist das überhaupt vertretbar, dass wenige Wissenschafter oder Arbeiter einer Tätigkeit nachgehen, die erhebliche Konsequenzen haben kann?

      Hat sich die Welt zu schnell verändert? Kommen wir Menschen mit unserer Technik überhaupt noch mit?

      Ist es vertretbar, dass wenige geniale Wissenschaflter/Ingenieure Dinge erfinden und bauen, die dann von Millionen Menschen genutzt werden, die eben diese Dinge nicht verstehen und möglicherweise nicht verantwortungsvoll genug bedienen können?

      Überfordern wir uns? Gibt es eigentlich noch Menschen, die das gesamte Wissen in sich vereinen können, die den Überblick haben? Überspezialisieren wir uns? Weiss irgendwann die rechte Hand nicht mehr was die linke tut?
  • 37 Antworten
    • klossi
      klossi
      Bronze
      Dabei seit: 14.06.2008 Beiträge: 3.329
      ja
    • RuthlessRabbit
      RuthlessRabbit
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 9.531
      jaein
    • Tijfg
      Tijfg
      Bronze
      Dabei seit: 09.07.2009 Beiträge: 7.327
      "Ich bin bereit für den Fortschritt, den mit jeden Schritt schreiten wir voran, weg von unser barbarischen Vergangenheit"
    • dudelidude
      dudelidude
      Bronze
      Dabei seit: 30.03.2010 Beiträge: 3.757
      verschiebs lieber ins philosophie unterforum

      bin übrigens auch für ja
    • fiveseven
      fiveseven
      Global
      Dabei seit: 14.07.2006 Beiträge: 10.856
      Ja.


      die menschheit geht eh in den nächsten 100 jahren zugrunde also wayne!
    • Pokersaft
      Pokersaft
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 02.03.2006 Beiträge: 25.201
      waaaaaaaaaaay to hard discussion.

      Wäre sehr interessantes Topic leider übersteigt dieses wohl unser aller Horizont
    • R0r5chach
      R0r5chach
      Bronze
      Dabei seit: 16.11.2007 Beiträge: 7.658
      Nein, die technische/wissenschaftliche Intelligenz entwickelt sich schneller als die soziale/ethische Intelligenz.
    • ThePhantom
      ThePhantom
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 14.615
      cern ist doch das beste bsp. ein fehler und nichtnur der ganze planet ist im arsch, sondern das gesamte sonnensystem, und allen ist es egal nur um mal n bissl da rumzuspielen mit den atomen :/
    • klossi
      klossi
      Bronze
      Dabei seit: 14.06.2008 Beiträge: 3.329
      Original von ThePhantom
      cern ist doch das beste bsp. ein fehler und nichtnur der ganze planet ist im arsch, sondern das gesamte sonnensystem, und allen ist es egal nur um mal n bissl da rumzuspielen mit den atomen :/

      ach komm...

      glaubst du den mist wirklich?
    • Nemanja1977
      Nemanja1977
      Global
      Dabei seit: 11.08.2008 Beiträge: 11.069
      Ich glaube an den Mist, stand zumindest in der Bild...


      Topic:
      Antwort auf die meisten Sachen = Ja, gibt aber auch ein paar Neins
    • torytrae
      torytrae
      Bronze
      Dabei seit: 07.01.2008 Beiträge: 15.944
      Original von klossi
      Original von ThePhantom
      cern ist doch das beste bsp. ein fehler und nichtnur der ganze planet ist im arsch, sondern das gesamte sonnensystem, und allen ist es egal nur um mal n bissl da rumzuspielen mit den atomen :/

      ach komm...

      glaubst du den mist wirklich?
      Die Frage ist hier nicht speziell, ob CERN eine Gefahr ist oder nicht - die Frage ist, ob wenige Wissenschaflter überhaupt die Chane erhalten sollten, sich zu irren mit möglicherweise globalen Konsequenzen. Ich meine Risk/Reward ist hier halt so ne Sache.
    • Nemanja1977
      Nemanja1977
      Global
      Dabei seit: 11.08.2008 Beiträge: 11.069
      Es gibt auf der Welt zehntausende Atombomben (unter anderem in Pakistan, Iran und Nordkorea) und ihr spekuliert über das Gefahrenpotenzial vom LHC, lol.

      Edit: Oh, ich sehe gerade der Thread is von Torytroll...
    • rofelmat0r
      rofelmat0r
      Bronze
      Dabei seit: 06.09.2008 Beiträge: 4.502
      Flash Forward!
    • jerky
      jerky
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2006 Beiträge: 2.957
      Original von torytrae
      Original von klossi
      Original von ThePhantom
      cern ist doch das beste bsp. ein fehler und nichtnur der ganze planet ist im arsch, sondern das gesamte sonnensystem, und allen ist es egal nur um mal n bissl da rumzuspielen mit den atomen :/

      ach komm...

      glaubst du den mist wirklich?
      Die Frage ist hier nicht speziell, ob CERN eine Gefahr ist oder nicht - die Frage ist, ob wenige Wissenschaflter überhaupt die Chane erhalten sollten, sich zu irren mit möglicherweise globalen Konsequenzen. Ich meine Risk/Reward ist hier halt so ne Sache.
      jo dasselbe hat 1420 bestimmt auch jemand über den buchdruck gesagt. und jetzt kuck dir an was alles schlimmes passiert ist.

      ernsthaft: nur weil du angst hast überfahren zu werden wirst du doch nicht nie mehr ne straße überqueren...
    • torytrae
      torytrae
      Bronze
      Dabei seit: 07.01.2008 Beiträge: 15.944
      Hm, 1420 hatte der Buchdruck aber auch nicht das Potential, eine globale Katastrophe auszulösen.

      Es geht hier auch nicht um CERN, es geht nicht darum, ob CERN speziell gefährlich ist oder nicht - das Ergebnis spielt ethisch gar keine Rolle. Das Problem ist, dass CERN und vergleichbare Technologien (Biowaffen, Nanotechnik, Chemische Zusätze in Lebensmitteln, Gentechnik, etc pp.) eben durchaus erhebliche Konsequenzen haben, wenn Menschen Fehler machen - egal, welcher Art der Fehler ist.

      Irgendwie ist das schon was anderes wie Buchdruck.

      Es geht also darum, dass heute der Fehler oder Irrtum weniger Menschen sehr viel weitreichendere Konsequenzen hat wie ein Fehler oder Irrtum damals beim Buchdruck.

      Sind wir ethisch soweit? Wer überwacht das? Welche Maßnahmen werden getroffen? Wer entscheidet eigentlich, wie weit jemand gehen darf? Wer entscheidet, welches Risiko tragbar ist oder nicht?
    • jerky
      jerky
      Bronze
      Dabei seit: 16.07.2006 Beiträge: 2.957
      Original von torytrae
      Hm, 1420 hatte der Buchdruck aber auch nicht das Potential, eine globale Katastrophe auszulösen.
      das ist doch völlig subjektiv, die menschen glaubten dadran. genauso wie du dran glaubst, dass das cern die welt vernichten kann. es war einfach ein anderes denken zu dieser zeit (wenn man bedenkt, dass kopernikus und konsorten für ihre schriften die todesstrafe bekommen haben). leute, die kaum über den eigenen tellerrand rauskucken konnten meinten die weisheit mit löffeln gefressen zu haben und alles schon zu wissen hatten angst vor fortschrittlichen entwicklungen und wie sie die menscheheit in die vernichtung treiben könnten. vom denken her zeigen deine aussagen also erschreckende parallelen zu damals.

      Original von torytrae
      Es geht hier auch nicht um CERN, es geht nicht darum, ob CERN speziell gefährlich ist oder nicht - das Ergebnis spielt ethisch gar keine Rolle. Das Problem ist, dass CERN und vergleichbare Technologien (Biowaffen, Nanotechnik, Chemische Zusätze in Lebensmitteln, Gentechnik, etc pp.) eben durchaus erhebliche Konsequenzen haben, wenn Menschen Fehler machen - egal, welcher Art der Fehler ist.

      Irgendwie ist das schon was anderes wie Buchdruck.
      gerade nanotechnik, chemische zusätze, gentechnik etc. sind ziemlich genau dasselbe wie der buchdruck (oder nimm von mir aus die astrologie im 16. jahrhundert, die langsame demokratisierung im 18. jahrhundert oder sonstwas), die konsequenzen sind nicht erforscht und wir werden nur durch learning-by-doing rausfinden was passiert.

      Original von torytrae
      Es geht also darum, dass heute der Fehler oder Irrtum weniger Menschen sehr viel weitreichendere Konsequenzen hat wie ein Fehler oder Irrtum damals beim Buchdruck.
      jo klar geb ich dir recht, wir haben technologien, die dazu in der lage sind, durch fehler einzelner immer größere auswirkungen für andere zu generieren. trotzdem heisst das ja nicht, dass das schlecht ist, eher im gegenteil. oder würdest du sagen vor 400 jahren, als es die ganzen technologien nicht gab, gings den leuten besser?

      Original von torytrae
      Sind wir ethisch soweit? Wer überwacht das? Welche Maßnahmen werden getroffen? Wer entscheidet eigentlich, wie weit jemand gehen darf? Wer entscheidet, welches Risiko tragbar ist oder nicht?
      die fragen sind wohl praktisch relativ nutzlos, ausser wenn du philosophie studierst evtl. maßnahmen und überwachung werden wohl zur genüge getroffen, es kann ja nich jeder ankommen und sagen: "so ich bin jetzt pilot und flieg nen jumbo". genauso läufts im cern, an den schaltern von atombomben etc.

      es ist einfach ein problem, dass rationale eingeschränkte individuuen für ein größeres "allgemeinwohl" zuständig sind. stell dir ne ameisenkolonie vor, auf der suche nach futter werden schon n paar drohen draufgehen, trotzdem hätte es für das volk weitaus schlimmere konsequenzen wenn einfach keiner mehr auf nahrungssuche gehen würde. und ums jetzt mal stammtisch-style zu sagen: genauso funktioniert unsere welt, nur sind die zusammenhänge halt viel komplexer.


      scheisse wieder 10 minuten verschwendet.
    • torytrae
      torytrae
      Bronze
      Dabei seit: 07.01.2008 Beiträge: 15.944
      Oh nein, deine Vergleiche hinken gewaltig. Das eine ist "Glaube", das andere sind objektive wissenschaftliche Risiken.

      Es ist absolut ein Unterschied, ob man nur "glaubt", etwas könne schlimm sein - und im Falle des Buchdrucks real nur verhältnismässig minimale Auswirkungen nach sich ziehen, oder ob man sich wissenschaftlich irrt, und z.B. die Risiken der Nanotechnologie aufgrund fehlerhafter Tests falsch abschätzt und es reale, wissenschaftliche Konsequenzen hat.

      Das hat wiederum mit "Glaube" gar nichts zu tun, sondern mit der wissenschaftlichen Einschätzung der Risiken, die wiederum auf Annahmen / Methoden basieren, die Menschen sich ausdenken, und die falsch sein können - und zwar nicht falsch im "Glaube", sondern falsch in einem sehr realen Sinne -> Siehe auch das Tschernobyl Unglück, ich sage dazu nur als Beispiel: Regelstäbe mit Graphitspitzen ausstatten. :facepalm:

      trotzdem heisst das ja nicht, dass das schlecht ist, eher im gegenteil. oder würdest du sagen vor 400 jahren, als es die ganzen technologien nicht gab, gings den leuten besser?
      "Besser" ist eine Wertung, die wir nicht treffen können - was macht Lebensglück aus? Medizinische Versorgung? Lange Lebenserwartung? Der Stress im Büro? Zielloses Dasein? Zukunftsängste? Leben mit der Natur? Ackerbau und Schaffen? Das ist alles subjektiv.

      Aber das ist auch egal. Denn es geht darum, dass wir uns fremdbestimmten Risiken aussetzen. Und ob nun Anno1400 ein Bauer faule Kartoffeln erntet und seine Familie drunter leidet, oder wir durch unerforschte Gentechnik / Chemikalieneinsatz gleich Millionen von Menschen beeinflussen - das ist ein ganz anderes Level.
    • Merrell82
      Merrell82
      Bronze
      Dabei seit: 01.11.2006 Beiträge: 383
      Also ich finde das es ganz klar ist, dass es der Menscheit mit zunehmendem Fortschritt unterm Strich immer besser geht. Natürlich vor Allem in den Industrienationen, aber nicht nur.

      Überlegt doch mal selber, wann ihr lieber gelebt hättet: Heute oder vor 100 Jahren?
      Und jetzt bitte nicht mit so GuteAlteZeit-Romantik kommen, früher wars beschissen! Fragt doch einfach mal eure Großeltern, wenn die noch leben, oder noch besser fragt eure Eltern was deren Großeltern so erzählt haben. Schaut euch mal an wie früher die Lebenserwartung war, Säuglingssterblichkeit, Analphabetenquote,...?
      Katastrophen gab es immer und wird es immer geben, aber es bräuchte schon einige Male mehr den Supergau um denselben Schaden anzurichten wie z.B. Polio vor noch nicht allzu langer Zeit.
      Also mein Opa z.B. der ist noch kilometerweit zu Fuss in die Schule gelaufen, nach dem Krieg hies es dann ab ins Bergwerk und unter Tage ackern... Da werd ich mich doch nicht hier im Forum über den Leistungsdruck in meinem Studium oder das "ziellose Dasein" in unserer heutigen Überflussgesellschaft auslassen.

      Ich denke in der Hinsicht sind viele Leute einfach nicht mehr in der Lage über den Tellerrand unserer Wohlstandsgesellschaft zu blicken.

      Und ob nun Anno1400 ein Bauer faule Kartoffeln erntet und seine Familie drunter leidet, oder wir durch unerforschte Gentechnik / Chemikalieneinsatz gleich Millionen von Menschen beeinflussen - das ist ein ganz anderes Level.

      DAS ist halt mal der totale Schwachsinn. Es ist kaum irgendeine Technologie so gut hinsichtlich möglicher gesundheitlicher Risiken untersucht wie die grüne Gentechnik. Witzig dass du übrigends Gentechnik und Chemikalieneinsatz in einem Satz erwähnst, denn einer der Hauptvorteille gentechnisch modifizierter Pflanzen ist in der Tat dass der Landwirt mit weitaus weniger (ganz real umweltschädlichen) Pestiziden auskommt. Lange rede kurzer Sinn ich denke viele Menschen realisieren einfach nicht wie gut es ihnen geht und dass dieser Wohlstand einerseits aus gesellschaftlichem Fortschritt (Menschenrechte, Demokratie, soziale Absicherung,..) aber andererseits auch ganz massiv aus technischem Fortschritt resultiert. Zusammen mit einer zunehmend komplexer werdenden Welt führt das eben zu besagter Fortschrittsfeindlichkeit. Traurig ist nur, dass den meisten Leuten die Begeisterung oder der Wille (einigen sicher auch der Intellekt) fehlt sich über neue Technologien zumindest einen groben Überblick zu verschaffen.
      Aber wozu auch? Schließlich wäre dass ja nur verlorene Zeit, die man nicht vor der Playstation oder im Suff verbringen würde.
    • torytrae
      torytrae
      Bronze
      Dabei seit: 07.01.2008 Beiträge: 15.944
      Original von Merrell82
      DAS ist halt mal der totale Schwachsinn. Es ist kaum irgendeine Technologie so gut hinsichtlich möglicher gesundheitlicher Risiken untersucht wie die grüne Gentechnik. Witzig dass du übrigends Gentechnik und Chemikalieneinsatz in einem Satz erwähnst, denn einer der Hauptvorteille gentechnisch modifizierter Pflanzen ist in der Tat dass der Landwirt mit weitaus weniger (ganz real umweltschädlichen) Pestiziden auskommt.
      Ok, nochmal ganz langsam: Es geht hier nicht um konkrete Beispiele, da diskutieren sich die Fachleute schon schwindelig - es geht darum, dass offensichtlich (auch unter qualifizierten hochintellektuellen) Forschen unterschiedliche Meinungen herrschen. Das weist darauf hin, dass es eben nicht so eindeutig ist, wie du es hier hinstellst - und daraus folgt, dass sich Potential für Fehler ergeben, und eben diese erhebliche Konsequenzen haben können.

      Lange rede kurzer Sinn ich denke viele Menschen realisieren einfach nicht wie gut es ihnen geht und dass dieser Wohlstand einerseits aus gesellschaftlichem Fortschritt (Menschenrechte, Demokratie, soziale Absicherung,..) aber andererseits auch ganz massiv aus technischem Fortschritt resultiert. Zusammen mit einer zunehmend komplexer werdenden Welt führt das eben zu besagter Fortschrittsfeindlichkeit.
      Auch von Fortschrittsfeindlichkeit ist hier keine Rede. Es geht hier gar nicht darum, ob man gewisse Dinge verbieten soll. Sondern darum, ob unser Umgang mit den vorhandenen Risiken verantwortungsvoll ist. Scheinbar gehörst du ja gerade zu der Sorte, die blindlings alles einsetzen würden, ohne sich ernsthafte Gedanken darüber zu machen.

      Traurig ist nur, dass den meisten Leuten die Begeisterung oder der Wille (einigen sicher auch der Intellekt) fehlt sich über neue Technologien zumindest einen groben Überblick zu verschaffen.
      Aber wozu auch? Schließlich wäre dass ja nur verlorene Zeit, die man nicht vor der Playstation oder im Suff verbringen würde.
      Die Intellekt-Tüte würde ich mal lieber zulassen an deiner Stelle ;) Das geht oft nach hinten los.
      Andersrum wird ein Schuh draus: Der Wille und die Begeisterung können so groß sein, dass Risiken bewusst verdrängt werden und gerade eine an sich durchaus sicher einsetzbare Technologie zu einem Pulverfass entwickelt.
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