Standard Raise Call mit 22

    • MarcSein
      MarcSein
      Bronze
      Dabei seit: 17.08.2006 Beiträge: 185
      Oft wird empfohlen bzw. nicht als Fehler angesehen, wenn man ein Standardraise mit einem niedrigen Pocket Pair callt. Ich möchte dies einmal exemplarisch anhand des niedrigsten Pocket Pairs (22) untersuchen. (Je höher das Pärchen desto besser logischerweise des Call). Folgendes Szenario. Ein vollbesetzter 9er Tisch NL 100, UTG bzw. eine frühe Position raist auf 4 x BB, wir sitzen im BB oder in late Position. Call also? Ich halte dies für kaum spielbar. Gehen wir davon aus, dass wir es fast immer mit 3 oder 2 Overcards am Flop zu tun haben, wenn die dritte 2 nicht erscheint, so muss man die Karten in solchen Fällen wegschmeißen. Wir floppen den Drilling in ca. 11,51 % der Fälle. Anders ausgedrückt: Jedes 8,69. Mal. Ich muss also statistisch gesehen 7,69 Mal folden. 7,69 x 4 = 30,76 Da ich die Wahrscheinlichkeiten, dass bis zum River durchgecheckt wird und man mit 22 gewinnt, der Gegner freiwillig foldet, man mit 22 eine Straße oder einen Stright Flush flopped, 4 of a Kind usw. nicht einberechnet habe, ziehe ich mal die 76 cent ab. Nun bleiben 30 $ Miese stehen, die man pro geflopptes Set heraus spielen muss. Wie soll das bitte funktionieren? Insbesondere muss man beachten, dass man auch gegen etwaige Draws verlieren kann sowie gegen immer mögliche, höhere Sets. Im übrigen können Flops trotz der dritten 2 unbrauchbar bzw. gefährlich sein, z.B. 2h 3h4h. usw. Straight bzw. Flushgefahren.
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    • Dustwalker
      Dustwalker
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      Dabei seit: 29.07.2006 Beiträge: 5.607
      implied odds any1? Du bekommst im normalfall wesentlich mehr als die 30bb vs nen overpair/tptk ausbezahlt. das dus häufig wegwirfst ist logisch, no set -> no bet
    • LeoLouse
      LeoLouse
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      Dabei seit: 09.04.2006 Beiträge: 327
      Kleine Pockets spielst du Preflop eh nur auf SetValue. Es geht nicht darum ob du davon ausgehst dass dein Opponent AA hat, sondern darum, ob du dein Set triffst.
    • MarcSein
      MarcSein
      Bronze
      Dabei seit: 17.08.2006 Beiträge: 185
      Es geht nicht darum ob du davon ausgehst dass dein Opponent AA hat, sondern darum, ob du dein Set triffst.
      Das ist mir schon klar, ich habe es doch gerade vorgerechnet. Diese Strategie kostet ca. 30 x BB. D. H. gegen einen Shortstack kann man dies gleich vergessen. Ich berechne das gerade gegen jemanden, der mit 100 x BB + spielt. Ich stimme zu, sind mehr als zwei Spieler im Pot ist dies eine sehr lukrative Spielweise. Man kann am Flop mit einem Set bereits (fast) all in gehen und das reicht alle mal. Gegen einen Spieler sieht es schlecht aus, weil wenn z. B. sein AK nicht trifft, foldet er und ich schließe mit einem Minus von ca. 20x BB ab. Ich kann aber auch verlieren, obwohl ich mein Set treffe. zB Gegen höhere Sets. Am problematischsten sind hier Flush und Straight Draws. Ich bin gegen die meist nur gering im Vorteil. Gehe ich am Flop mit dem Set All In gegen einen Flushdraw wird dieser folden. Das Set hat mich aber bereits 30 Dollar gekostet. Ich kann kaum wegen einer Straight oder Flushgefahr am River folden, weil dann würde ich -30 machen + das was ich mit der Hand verwettet habe. Also kann es letztendlich nur darum gehen am Flop oder spätestens am Turn sehr aggressiv aufzutreten. Wenn das die meisten Leute nicht verscheucht, okay. Habe eben zweimal mit 88 einen vollen Pott gewonnen, gegen AA und KK. Aber das war Zufall, weil sie nach dem Flop AA und KK all in gepusht haben (mit vollem Stack).
    • qwertzui666
      qwertzui666
      Bronze
      Dabei seit: 07.01.2007 Beiträge: 6.583
      [quote]Original von MarcSein [QUOTE]...D. H. gegen einen Shortstack kann man dies gleich vergessen....[/quote]man callr ja auch nur, wenn dein stack und der des gegners noch min 15 mal so groß is wie der raise.
    • emophiliac
      emophiliac
      SuperModerator
      SuperModerator
      Dabei seit: 08.03.2005 Beiträge: 4.637
      find die 3/8 regel auf grund der dynamik realitätsbezogener als das ps.de-mantra: call, wenn der zu callende einsatz 6,7% des effektiven stacks beträgt. bis 3% call, von 3 bis 8 hängt's vom gegner und reads ab, ab 8% fold. nicht alle welt überspielt tptk. und paare ab 66 oder 77 aufwärts muss man auch fr in kleineren limits nicht mehr rein auf setvalue spielen.
    • MarcSein
      MarcSein
      Bronze
      Dabei seit: 17.08.2006 Beiträge: 185
      find die 3/8 regel auf grund der dynamik realitätsbezogener als das ps.de-mantra: call, wenn der zu callende einsatz 6,7% des effektiven stacks beträgt.
      Das Problem ist, die Rechnung scheint nicht aufzugehen, da hohe Pockets auch ihr Set am Turn oder River treffen können, was zwar nicht so oft vor kommt, aber da man ja immer all-in gehen muss, sind die impliziten Pot Odds gegen einen sehr hoch. Zudem kann AK wie gesagt den Flop verfehlen oder der Gegner seinen Draw komplettieren. So gesehen halte ich für schwierig gegen einen Gegner die ca. 30 x BB rauszuholen. Gerade habe ich mit 44 auf Micro gegen AA verloren, als am Flop As 10 4 kam.