Pokern, ein Erfahrungsbericht mal anders.

    • Sascha26
      Sascha26
      Black
      Dabei seit: 03.03.2006 Beiträge: 2.177
      Wie einige von euch wissen habe ich vor längerer Zeit 3 Pokerpatenschaften übernommen und jetzt möchte ich euch mal berichten was mir da so für Fehler aufgefallen sind. Aus diesem Grund schreibe ich es auch in dieses Forum. Ich hoffe es bringt euch ein bisschen weiter und schärft den Blick für eure eigenen leaks. Als wir angefangen haben mit den Coachings, habe ich natürlich gleich ein paar leaks aufgedeckt an denen die "Schüler" arbeiten mussten. Das waren dann so Sachen wie - falsch verstandenes SHC - falsches berechnen von Odds und Outs - falsches spielen von Draws bzw Overcards - zu wenig Aggression mit made hands (Ängstlichkeit) - Das nicht erkennen von Gefahren bei bestimmten Boards (Hände wurden overplayed z.B Cap River mit Flush bei paired Board) - Das sture Spielen der eigenen Karten, anstatt Poker das der jeweiligen Situation entspricht. Das sind alles Sachen, die man leicht erkennen kann und dagegen kann man was tun. Aber je länger die Patenschaft dauerte, desto mehr ist aufgefallen, dass die "Schüler" ansich schon relativ profitables Poker spielen, aber ein anderer Aspekt rückte immer mehr in den Vordergrund. Die Psychologie. Immer wieder habe ich festgestellt, das die Leute Probleme haben ihre Verluste als normal hinzunehmen. Da wird einfach wieder und wieder mit dem Schicksal gehadert, auch wenn das gar nichts dafür kann. Besonders deutlich wurde das als einer der 3 nach großem Upswing in ein größeres Loch gefallen ist. Da wurde aus dem sonst so aggressivem Hai eine zahmer Goldfisch. Der DS wirkte sich enorm auf auf die Psyche aus, und es war nicht ganz einfach ihn da bei der Stange zuhalten. Mittlerweile wurde er nun aus der Patenschaft entlassen, er hatte als erster das Limit 2/4 erreicht! Aber nicht nur Downswings behindern das A-Game, es ist oft auch mangelnde Disziplin. Da wird sich schonmal an die Tiche gesetzt wenn man mit der Freundin Stress hatte, oder man müde ist, obwohl man weiß, dass man so kaum sein A-Game bringen kann. Das sind so Sachen die einen mehr beim Pokern behindern als das eigene Spiel das Leaks hat. Das sind dann nämlich auch die Gründe warum Spieler, während einer Session, in den TILT - Modus wechseln. Sie sind oft schon vor der Session in irgendeiner Weise angeschlagen und packen es dann einfach nicht Verluste einzufahren. Nach dem Motto: "Die ganze Welt ist gegen mich, aber denen werde ichs zeigen " Dann gehen da etliche unsinnig verballerte BB über den Jordan, nur um am Ende zu merken wie dumm man eigentlich war. Das Geheimnis besteht jetzt darin es beim nächsten Mal besser zu machen und die Disziplin zu haben sich nicht angeschlagen an die Tische zu setzen, sondern die Finger vom Pokern zu lassen bzw sich evtl. nur theoretisch mit Pokern zu befassen. Besonders in den Micros geht es nicht darum jede Menge Geld zu machen, hier übt man eigentlich nur für den späteren ernstfall, die micros sind also eigentlich dafür da, das man sich in Geduld und Disziplin übt, wer es da nicht schafft, schafft es in den höhren Limits erst Recht nicht. Es muss aber nicht immer ein schlechtes Gefühl sein das einem zum Tilten bringt. Es kann auch sein, dass man sich selbst zu sehr unter Druck setzt und anfängt Niederlagen persönlich zu nehmen. Wenn man zu hohe Erwartungen an sich selbst stellt, dann ist es nur zu leicht an ihnen zu scheitern. Man muss sich darüber einfach im klaren sein, das die Regeln von Poker leicht sind, aber es richtig zu spielen sehr lange dauern kann. Man sollte sich da auch nicht groß an anderen orientieren die sehr schnell aufsteigen. Das setzt einen nur immer mehr unter Druck. Jeder ist wie er ist, und wie bei allem anderen Sachen im Leben braucht man auch für diese Beschäftigung Talent. Das ist eben bei dem einen mehr und beim anderen weniger ausgeprägt. Aber mit harter Arbeit an sich selbst und seinen Skills kann man auch mit wenig Talent beim Pokern ein gewisses Einkommen erwirtschaften. Trotzdem sollte man sich immer vor Augen halten, dass jeder so eine persönliche Grenze hat. Nicht jeder kann irgendwann mal höhere Limits spielen, sei es aus skill- oder psychologischen Gründen. Dann muss man es auch gut sein lassen können und zufrieden sein mit dem was man erreicht hat. Natürlich ist es nicht schlecht sich persönliche Ziele zu stecken. Hier empfehle ich immer ein kurzfristiges und ein langfristiges. Aber steckt sie euch nicht zu hoch, sie müssen realisierbar sein. Wichtig ist auch das ihr euch keine zeitliche Begrenzug für eurer Ziel gebt. Geht das Pokern einfach gelassen an, das Kartenglück lässt sich einfach nicht zwingen, das müsst ihr euch immer vor Augen halten. In diesem Sinne wünsche ich euch allzeit Gut Blatt! Gruß Sascha P.S In dem Text sind wahrscheinlich richtig viele Rechtschreibfehler, entschuldigt sie bitte, dafür hab ich kein Talent ;)
  • 27 Antworten
    • 1
    • 2