Vielleicht ein Tipp für viele?!

    • Hypno87
      Hypno87
      Bronze
      Dabei seit: 09.03.2009 Beiträge: 241
      Hi zusammen,

      jetzt habe ich auch die Sorgenhotline gefunden :)
      Ich bin vielleicht kein großes Pokerass, oder irgendein Profi, der hier jetzt seine Weisheiten runterleiert, sondern ich schreibe, als doch gutes Opfer.

      Ich führe ein Bankrollmanagement-TAGEBUCH und schaue stets auf meine Hände, die ich spiele. In letzter Zeit habe ich festgestellt, dass die Theorie, die hier hoch gepriesen wird, schon was wahres einfach hat. Die Techniken, die man hier lernt, zeigen wirkung. Ich spiele seit 3 Jahren jetzt schon und ich gebe zu, insgesamt gesehen, habe ich wahrscheinlich -700 Dollar gemacht über die Zeit verteilt eben.
      Am Anfang waren es die normalen Fisch-Fehler, mit K6o rein in den Pot und durchcallen, was geht.

      Seit nem Jahr versuche ich nach Strategie zu spielen und merke immer wieder, wie ich anfange zu tilten und anfange scheiß Hände zu spielen, weil ein Typ neben mir die ganze Zeit callt. Ich bin mit 6-9o rein, sogar geraist, nur um den Typ vom Tisch zu nehmen.

      Aber letzendlich kein Spieler, kein Profi-Pokerspieler der Welt ist besser als meine Oma beispielsweise (und wir alle spielen vielleicht 20% der Hände, 5% zum showdown, wenn die in diesen Situationen floppen), das ist so eine Tatsache, die klingt eigentlich logisch, aber wenn ihr am Tisch sitzt, dann wissen wir alle, dann kommen die Emotionen.

      In den vergangenen Tagen bin ich in ein "Downswing" geraten (der für mich eigentlich garnicht exisitiert), der nichtmehr feierlich war.
      QQ preflop-allin, geschlagen von A9o.
      AK hinterher, geschlagen von 9Jo, und solche Hände. Das gute 10 mal hintereinander (übertrieben wahrscheinlich, vieles auch einfach dumme calls meinerseits).
      Jetzt hatte ich aber auch son Punkt erreicht, wo ich mir nur gesagt habe, so jetzt gehts die limits rauf und ich wollte etwas erzwingen und bin wieder ran an den Tisch sogar noch nen limit höher, so im nachhinein lächerlich). Ich habe alles und jeden verflucht auf dieser ganzen beschissenen Drecks-Welt, ich habe hier durchgelesen und durchgelesen in der Psychologie-Sektion, das lustige ist ja, die Poker-Pause, die hoch gepriesen wird, wollte ich nicht machen.

      Ich arbeite nebenher und Poker ist so mit mein Haupt-Hobby, ich habe Poker wichtiger als alles andere gesehen, ich war nicht süchtig dadurch im Gegenteil...bin ein Junge, immer unterwegs und nach der Arbeit pokern. Meißtens aber am Wochenende, ging meine doch so gut aufgebaute BR wieder den Bach runter.

      Gestern habe ich dann so den verzweifelten Punkt erreicht habe...ich wollte einfach nichtmehr, im Leben gehts geldtechnisch eh nur schleppend vorran und Poker-BR habe ich schon WIEDER verspielt (teilweise sieht man selbst, dass man scheiße gebaut hat, aber auch nur weil son "dummer" Penner durchgecallt hat)

      Bestes Beispiel:
      Ich am BU (A-K): Flop: A-8-6 Raise auf 0.60 Cent (bin noch ein kleines Tier)
      Einer, den ich als Loose-loose einstufen würde callt.
      Turn: Q
      Er callt mein ALL-IN mit Q-J wird am River mit J ausgecasht (ich wusste, dass ich gegen den einfach die beste Hand halte)

      Das sind übrigens Hände, wenn die ein paar mal passieren, dann ist das für mich kein Downswing mehr...(hab sie alle aufgezeichnet), wo teilweise Profis mir Recht geben würden und sagen, du hast die richtige Entscheidung getroffen, die Hand pusht man einfach am Turn!!!!!!!!!!!!

      Lustigerweise habe ich den Rat von meinem Dad heute morgen bekommen, bei nem gemütlichen Telefonat, dabei ging es um meine Ausbildung im Moment (ich habe Poker schon wichtiger, als meine Arbeit gesehen)!
      Er meinte zu mir, dass egal was man tut, dass man gerade wenn es um was geht einfach die Zähne zusammenbeißen muss und das man sich selbst mal fragen sollte, was wichtig ist.
      Der noch nebenher erwähnt, wie ein Poker-Profi 1,5 Millionen Dollar verzockt hat und sich Geld leihen musste, um an einem Tunier mitzuspielen.

      Dann schaut man so im Nachhinein auf die letzten Tage (wo Poker einfach trotz Arbeit so schön lief und dann dieser schmerzhafte endlose Sturz in den Keller) und man stellt fest:
      Ich bin nicht besser wie die anderen Spieler, ich habe Poker durch die Strategie hier, als einfach hingenommen, schon vor den Raise gemeint, dass alles was der Andere tut falsch ist, aber die Wahrheit ist, auch in der Hand oben, gerade Fische oder Callingstations sind einfach auch die, die die Hände für diese Calls halten, mache ich ja auch: Ich calle auch preflop gegen nen Raise UTG (im niedrigen limit manchmal schon egal, ob loose oder tight) in Position am BU mit 8-10s. Wenn Flop 5-7-10 kommt, hat man das bekommen, was man wollte und allin...

      Jetzt sitz ich im Moment wieder dran am Tisch mit meinen aufbauenden Fragen, wie ich mich fühle, oder mich selbst als Coach sehe, der erklärt, wieso er die Hand wie spielt, eingesehen, dass ich nur in der SITUATION (Preflop und FLOP), einfach mehr kann gegen den Standard-Fisch, weil ich diese Situationen einfach besser beurteilen kann, aufgrund meiner 3 Jahre Spielzeit, nicht weil pokerstrategy mir A-K auf ein Blatt papiert gemalt hat, sondern weil ich mit diesen Händen einfach die besseren Erfahrungen gemacht habe, es ist aber letzendlich immer ein Glücksspiel!

      Das wollte ich mal so loswerden, thx fürs lesen :)

      Ich sag ja, hab mir das Championship NL Hold'em von Tom McEvoy und M.J. Cloutier geholt bei Pokerstars:

      Observation & Timing & Good Feeling that's all

      Und jetzt gehts wieder aufwärts ^^
  • 5 Antworten
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Hallo Hypno87,

      ich denke, Dein Post ist im Subforum "Selbstmanagement und Gegnerpsychologie" besser aufgehoben, daher verschiebe ich den Thread mal hierhin :)


      Gruß,
      michimanni
    • fischief
      fischief
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 4.801
      Sag mal OP gehts noch?
    • noeuldream
      noeuldream
      Silber
      Dabei seit: 08.04.2010 Beiträge: 674
      Habe grad den Aufstieg auf NL5 geschafft und ca. 10k Hände gespielt - finde es wesentlich besser als NL2, da ich das Gefühl habe, dass die Gegner eben nicht mehr jeden Scheiß raisen/runtercallen/hitten...
      Klingt so als würdest Du auch NL5 spielen, aber diese Erfahrung nicht machen.

      Gruß
    • Rubnik
      Rubnik
      Bronze
      Dabei seit: 12.02.2006 Beiträge: 10.656
      der post is twohl mit heisser feder geschrieben, nicht alles ist mir verständlich, aber soviel möchte ich dir sagen:

      grundlegend für ein gutes spiel ist die kenntnis der theorie (wie du ja selbst erkannt hast)

      genauso wichtig ist aber die "mentale stärke"

      wenn eins von beiden fehlt nützt dir das andere herzlich wenig und du wirst immer wieder fehler machen die dich geld kosten.
      Überleg doch mal was dich ein schlechter move kostet:
      10 sinnlos verballerte BB bedeuten, dass du erstmal wieder ca. 200 hände gut spielen musst um den verlust auch nur auszugleichen, von gewinn ganz zu schweigen.

      also, bleib locker damit dir poker als hobby wenigstens noch spass macht, sonst hast du nämlich gar nix mehr davon.
    • chrsbckr75
      chrsbckr75
      Bronze
      Dabei seit: 15.02.2007 Beiträge: 3.693
      Wenn man genug Hände gespielt hat, lernt man die Realitäten von Poker kennen.

      Ich bin bei weitem auch nicht Tiltresistent, aber mittlerweile kann ich über den ein oder anderen Pot lächeln.


      Man sollte sich einfach die Varianz betrachten, die Poker mit sich bringt, dann wird doch Vieles klar.

      In handelsüblichen Industrien weichen Produkte zB sehr gering vom Mittelwert (EV) ab.

      Nimm jedoch PRE AI AA für je 100 BB: EV = 60 BB

      Abweichung bei Verlust=-160 BB
      Abweichung bei Gewinn=+40 BB

      StandardAbw.= 82 BB !!!


      Im Poker ist die Standardabweichung noch größer als der EV.....und das ist es was einen fertig macht.

      Strategie schön und gut, aber PsychoStabilität ist wichtiger!

      1) Geduld (nicht nur wg Startkarten, sondern auch wg langfristigem Erfolg)
      2) no Tilt!
      3) Wichtig sind richtige Entscheidungen, den Rest kannst nicht beeinflussen