Wie aussagekräftig sind Pokerstats nach n Händen

    • Zachanassian
      Zachanassian
      Bronze
      Dabei seit: 28.06.2007 Beiträge: 507
      Mal eine Frage an die Leute die sich mit Statistik auskennen.

      Wegen der Aussage


      find ich total unsinnig hier zu sagen, dass der fold24bet nach 70 händen nix aussagt (was sicher stimmt) und dann auf den 25/19 style zu gehen, ich mein der Typ kann easy 16/13 nitstyle spielen und hat halt nach 70 händen die stats wegen bissl cardrush.


      in diesem Thread 2 Overcards & GS in 4bet pot oop

      Habe ich mal versucht was Mathematisches zum Thema Aussagekraft von Pokerstats zu finden. Erstmal ohne Erfolg.

      Da ich selber Statistik nicht vertieft habe, bleibt mir nur rumgooglen und dumm fragen :-). Bei Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Konfidenzintervall#Beispiel_f.C3.BCr_ein_Konfidenzintervall gibt es unten euin Beispiel. Gemessen wird ein Umsatz an 15 Tagen und am Schluss wird dann ein Intervall angegeben. Klingt soweit gut. Nur ist das auf Pokerstats anwendbar. Wenn ich VPIP nehmen, dann mache ich ja ein binäres Ereignis pro Hand. Entweder er investiert Geld (0) oder eben nicht (1). Auf 70 Hände sieht dann die Reihe so aus:

      VPIP 25 => 25 mal die 1 + 45 mal die Null auf 70 Hände

      Messreihe: 0001100100...

      Wende ich jetzt die Wikipedia Formeln an

      xquer = 0.25
      s^2 = 0.1902
      t(0,975,69) = 1,995

      => Das 95% Konfidenzintervall für VPIP liegt bei [14,6%;35.4%]
      (Einschub: Das 66% Konfidenzintervall liegt bei [19,9;30,1])

      Mir geht es jetzt nicht um die Diskussion der konkreten Zahlen. Mir wäre nur wichtig zu wissen, ob diese Formeln hier überhaupt so anwendbar sind, oder ob es andere, bessere Formeln/Modelle gibt.
  • 2 Antworten
    • MiiWiin
      MiiWiin
      Moderator
      Moderator
      Dabei seit: 01.03.2007 Beiträge: 64.649
      Ich sage dir eins vorweg: Mit den Rechnungen kann ich wenig anfangen. ;)

      Da können und sollen sich bitte andere zu äußern. :D


      Was die Stats angeht, so kann man sich selbst zusammenbasteln ab wann es für einen Aussagekräftig wird. Hauptproblem: Du hast halt nichts anderes zur Verfügung als die Stats nach XX Händen.

      Entscheidend ist welche Fälle zu Grunde liegen. Geht es nur um VPIP/PFR kann man auch nach 1 Hand wo ein Openlimp schon sagen dass der Typ zumindest unorthodox spielt.

      Wer nach 10 Händen Stats von 80/0 hat wird niemals irgendwas reguläres spielen.

      Wer 80/80 spielt kann natürlich 8 mal die Nuts gehtalten haben und sehr tight sein, es wird aber schon unwahrscheinlicher.

      Was die 4-bets angeht so brauchst du da schon deutlich mehr Fälle, da reichen 70 Fälle kaum aus. Kann ja durchaus sein dass es in 70 Händen keinen einzigen Spot gab wo Villain überhaupt hätte 4-betten können! Wie will man das dann beurteilen?

      Werte wie WTS sind auch von der samplesze abhängig, die können auch nach ein paar tausend Händen noch sehr divergieren.


      Das beste Mittel um Erfahrungswerte zu sammeln: Einfach nach der Session seine Stats anschauen und dann vergleichen. Vielleicht mal eine Session mit 400, eine mit 1000 und eine mit 2000 Händen. Da siehst du dann dass VPIP und PFR sowie der 3-bet Wert eigentlich dem Standard entsprechen, viele andere Werte (4-bet-Verhalten, WTS, Blind-Defense etc.) extremen Schwankungen unterliegen.
    • Zachanassian
      Zachanassian
      Bronze
      Dabei seit: 28.06.2007 Beiträge: 507
      OK ich habe es jetzt gefunden. Die Rechnung oben kann man vergessen, da das Model nicht passt. Der wahre Freund ist die Binominalverteilung. Damit bekommt man raus, dass wenn Villain 17 von 70 Händen spielt ( gemessener VPIP von 24,2) der echte VPIP zu 90% im Interval:
      [16,10%;34,17%]
      liegt.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Konfidenzintervall_einer_unbekannten_Wahrscheinlichkeit