Angestellter & Privatversicherung

    • berseker
      berseker
      Bronze
      Dabei seit: 12.08.2007 Beiträge: 344
      Hallo

      möchte mal eure Meinung zu folgendem Problem hören. Bin knapp 40 Jahre alt 2 Kinder verheiratet, meine Frau geht Halbtags arbeiten, und die Kinder sind dort gesetzlich mit versichert. (Hat auch nicht vor aufzuhören mit dem Arbeiten)

      Jetzt habe ich folgende Fragen mit der Hoffnung ihr könnt ein wenig Licht ins Dunkele bringen.

      1) In diesem Jahr 2010 würde das mein Jahreneinkommen so hoch sein, das ich überhaupt berechtigt bin dort einzutreten. Dieses ist aber 2011 aufgrund der Anpassungen der PKV nicht mehr der Fall, also gernzwertig. Muss man nur im Jahr des Eintritts dieses Erfüllen ?
      2) Welche Leistungen sind bei dem PKV auf jeden Fall im Vertrag mit aufzunehmen, welche sind nice to have.
      3) Welche PKV ist aus euerer Sicht die beste, und wo kann ich ohne direkt 10 Vertreter auf der Matte stehen zu haben, mal einen Preisvergleich machen?

      Vielen Dank im Voraus
  • 13 Antworten
    • elbarto132
      elbarto132
      Bronze
      Dabei seit: 24.03.2008 Beiträge: 4.622
      Das Überschreiten des Grenzwertes reicht für einen Wechsel aber noch nicht aus. Das Gehalt muss über einen Zeitraum von drei Jahren darüber liegen. Erst dann darf die Krankenkasse frei gewählt werden.

      1 min google :facepalm:
    • Beelze089
      Beelze089
      Bronze
      Dabei seit: 30.09.2007 Beiträge: 1.617
      Hi, ich versuche dir zumindest versicherungstechnische zu erklären:

      Du gehörst zu dem Personenkreis der versicherungsfreien Angestellten im Jahr 2011, wenn du die Jahresarbeitsentgeltgrenzen von 2008, 2009 und 2010 überschreitest UND dies voraussichtlich auch 2011 wirst.
      Aus deinen Zeilen lese ich, es ist noch gar nicht sicher, dass du die Grenze 2011 überschreiten wirst, da diese ja wieder angepasst wird, aber dies ist erstmal zwingend notwendig um versicherungsfrei zu werden.

      Solltest du versicherungsfrei werden und irgendwann, sagen wir gleich im nächsten Jahr 2012, die Grenze wieder unterschreiten würde wieder Versicherungspflicht eintreten, von der du dich aber dann befreien lassen könntest.

      Langfristig solltest du wissen, dass du bei diesen Konstellationen ab deinem 55. Lebensjahr vorrausichtlich nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung kannst und du quasi gezwungenermaßen in der Privaten bleiben musst. Die wissen das dann natürlich auch und nicht selten wird es dann richtig teuer.

      Damit will ich sagen, der Schritt muss schon gut überlegt sein, da es weitreichende Folgen haben kann.
    • berseker
      berseker
      Bronze
      Dabei seit: 12.08.2007 Beiträge: 344
      @Beelze

      Also 2009 und 2010 hatte ich diesen Wert überschritten. 2011 ist wie du schon sagst nicht sicher. Das heisst diesen Nachweis müsste ich ja erst mal abwarten bevor ich den Versuch überhaupt starte.
    • Beelze089
      Beelze089
      Bronze
      Dabei seit: 30.09.2007 Beiträge: 1.617
      Dann ist ein Wechsel frühestens 2012 möglich.

      Ob du 2010 überschreitest weißt du ja noch gar nicht, das Jahr läuft ja noch :)

      Voraussetzung ist: 3 Jahre in Folge tatsächlich überschreiten + voraussichtlich auch im Folgejahr
    • berseker
      berseker
      Bronze
      Dabei seit: 12.08.2007 Beiträge: 344
      Alles klar. Doch 2010 ist save. Dann muss ich mal zu meinem Chef laufen :D
    • ShaZu
      ShaZu
      Bronze
      Dabei seit: 28.01.2006 Beiträge: 66
      hi,

      soweit ich weiss müsstest Du Deine Kinder dann auch privat versichern, weil sie nicht mehr über Deine Frau in der GKV mitversichert sein können, wenn Du privat versichert bist und mehr verdienst als 41xx und mehr als Deine Frau (bei Halbtagesjob ist das vermutlich so ;) )

      http://www.1a-krankenversicherung.org/private-krankenversicherungen/kinder.html

      ciao,

      ShaZu
    • JimPanse
      JimPanse
      Bronze
      Dabei seit: 19.02.2006 Beiträge: 117
      Ich glaube bei www.dewion.de wird dir geholfen... Dort gibt es auch einen Vergleichsrechner für die private KV.
      Auf jeden Fall solltest du den Baustein zur Beitragsminderung im Rentenalter mit aufnehmen! Sonst wird´s nix mit der hohen Rente :P
    • Petathebest
      Petathebest
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2006 Beiträge: 2.634
      Das war der größte Fehler meines Lebens, in die PKV zu wechseln. War damals auch nicht einfach wieder zurück zu kommen. Echt super niedriger Beitrag gewesen, aber jedes Jahr ne fette Erhöhung, im Rentenalter kannst das nicht mehr bezahlen. Bin aber wieder raus und sehr froh drüber.
    • klys
      klys
      Bronze
      Dabei seit: 20.05.2007 Beiträge: 2.922
      Original von Petathebest
      Das war der größte Fehler meines Lebens, in die PKV zu wechseln. War damals auch nicht einfach wieder zurück zu kommen. Echt super niedriger Beitrag gewesen, aber jedes Jahr ne fette Erhöhung, im Rentenalter kannst das nicht mehr bezahlen. Bin aber wieder raus und sehr froh drüber.
      Wenn ich sehe, wie mein Vater, der ein durchschnittlich gesunder Mensch ist, pro Monat knapp 1k für seine PKV abdrückt, muss ich grübeln, was das soll. Wenn es hart auf hart kommt, bekommt er sowieso die selbe Behandlung wie ein GKVer (so passiert bei einem komplizierten Bruch eines Wirbels). Er zahlt für Sonderleistungen, die von jedem Krankenhaus per Klausel ausgehebelt werden können (Chefarztbehandlung bspw.) und ist für die meisten Fachärzte nur Geldspender. Er würde gern wieder zur GKV, aber das ist sauschwer. Er klemmt sich aber auch nicht so sehr dahinter, weil es ihm relativ egal ist.
      Jobtechnisch stecke ich ganz gut in der Materie der Gesundheitsökonomie und die PKV wird immer mehr zur Preis/Leistungs-Lachnummer, denn im Grunde geht es nur noch um kürzere Wartezeiten bei Bagatelluntersuchungen und das "aut idem" auf dem Kassenrezept.
    • HerrRausrag
      HerrRausrag
      Bronze
      Dabei seit: 23.05.2010 Beiträge: 1.396
      Original von berseker
      Hallo

      möchte mal eure Meinung zu folgendem Problem hören. Bin knapp 40 Jahre alt 2 Kinder verheiratet, meine Frau geht Halbtags arbeiten, und die Kinder sind dort gesetzlich mit versichert. (Hat auch nicht vor aufzuhören mit dem Arbeiten)
      Exakt das sind deine Probleme.

      Ich will dir nicht zu nahe treten, aber für den Wechsel zur PKV bist du schon ganz schön alt, jetzt gehts langsam los mit den Vorsorgeuntersuchungen die man hin und wieder machen sollte und da langste schön in die Tasche. Die besten Jahre sind die jungen Jahre, selbstständige Jung-Unternehmer kommen da wirklich weitaus besser und dann lohnt sich das auch. Ich wünsch dr nur das Beste und sicherlich sollte man sich das mal überlegen wenn man soviel verdient - aber deser Wechsel will wirklich reiflich überlegt sein und vor allem längerfristig durchgerechnet. Selbst wenn dir nichts passiert kanns gut sein, dass du drauflegen wirst.

      Den ganzen Streß kannst du dir auch sparen, wenn du einfach glaubst dass du mit der PKV längerfristig draufzahlen musst. Mag jetzt ganz verlockend aussehen - ist aber auch ne fiese Falle und der Weg zurück alles andere als einfach in den meisten Fällen. Außerdem ist es ganz was anderes, wenn du einfach zum Arzt gehst und dafür mal deine Praxisgebühr i.H.v. 10 Euro hinlegst, als zwar bevorzugt behandelt zu werden aber dafür mit ner Rechnung i.H.v. mehreren hunderten Euro nachhause kommst.

      Ansonsten informier dich mal über folgendes:

      - Mitversicherungspflicht der Kinder (wie alt?) - teuer, sieht schonmal weniger attraktiv aus
      - Beitragsbemessung im Alter- gut möglich das der Rententräger sagt, dass du genug Kohle verdient hast und du dann deine PKV schön selber bezahlen darfst
      - Rückwechselmöglichkeiten in die GKV - imo sehr sehr schwierig, weil du ein paar Jährchen als Beitragszahler ausgefallen bist und dann auch nicht mehr der jüngste sein wirst (eher Kostenpunkt)
      - Feinheiten bei Vertragsabschlüssen - nur weil manche Krankheiten im Vertrag irgendwie mit aufgelistet sind unter irgendnem Punkt, heißt das noch lange nicht dass im "Schadensfall" auch Kohle fließt - die sind da wirklich sehr erfinderisch und du alles andere als in der Lage und Laune dich mit denen zu streiten wenns drauf ankommt.


      PKV ist n heißes Eisen und wird gerne auch mal überschätzt, da zieht vor allem der Hype in der Praxis am Wartezimmer vorbeizurauschen und das Gefühl was besseres zu sein. Nicht falsch verstehen, ich gönn dir deinen Verdienst und alles - aber von der PKV halte ich wenig. Es gibt Leute die müssen da durch, es gibt welche für die ist es ganz gut - aber wer vor der Wahl steht sollte sich das wirklich gut überlegen.

      Und ich kenn mehr als genug Leute, die es bereuen. Die GKV mag zwar langweilig sein und hin und wieder bissl nervig - aber grundsolide ist sie allemal, da weißt du was du hast und was du dafür bezahlst. Und eben das kann man beileibe nicht bei jeder PKV behaupten.
    • callo
      callo
      Global
      Dabei seit: 01.05.2005 Beiträge: 1.676
      PKV ist nicht gleich PKV.

      Ansonsten tut es schon weh, was man hier alles für Halbwissen und Märchen lesen muß :facepalm:

      Mein Tipp:
      Selber informieren und sich auch gewisse Test ansehen, wo es z.B. um die Finanzstärke des Unternehmens oder auch den Service geht. Ein guter Indikator ist auch die Beschwerdestatistk der BaFin für die PKVs. Weiterhin hilft auch immer ein Blick auf die Beitragsentwicklung des jeweiligen Tarifes und die AGBs zum jeweiligen Tarif.
    • martin123
      martin123
      Bronze
      Dabei seit: 20.08.2006 Beiträge: 464
      Man sollte nicht in die PKV wechseln, wenn man an seiner KV sparen will.
      Man wechselt, weil man seine Leistungen selbst bestimmen möchte. Nicht unbedingt die Kernleistungen, die die GKV auch bietet, sondern "Extras" wie umfangreichere Leistungen bei Reha-MAßnahmen etc.

      Der Vorteil einer PKV ist es imo nicht bei einer Erkältung 10 min weniger im Wartezimmer zu sitzen, oder mit dem Blinddarm im einbett/zweibettzimmer zu liegen (dass kann man auch so zuzahlen). Auch braucht man sich nicht einzubilden dass der Chefarzt persönlich aus dem Feierabend kommt, nur weil man nachts mit nem Blinddarm eingeliefert wird.

      Der Mehrwert einer PKV liegt imo darin, dass man mit seiner Krebserkrankung zum Spezialisten gehen kann, der den 5-fachen Satz nimmt, mit der hausärztlichen Diagnose "Krebsverdächtig, lassen Sie das mal prüfen" nur eine Woche und nicht 3 Monate auf den Termin beim Facharzt warten muss und bei bestimmten Medikamentenunverträglichkeiten ein teureres Produkt wählen kann. Oder im Falle eines Schalganfalls mehr Reha-Termine bekommt (Oder mehr Sitzungen bei psychischen Erkrankungen).
      Oder man sich Heilpraktiker etc erstatten lassen kann, wenn man das möchte.

      Der Nachteil liegt darin, dass einem Ärzte was aufschwatzen, das man nicht braucht ("Ihre Füllung könnte evtl. rausfallen, die bohren wir mal weg und machen Sie neu"), sowie in den zT höheren Beiträgen (kann man nicht verallgemeinern, weil es auch keine verallgemeinerte Leistungen gibt).

      Wenn man in die PKV wechselt, dann sollte man das tun weil man mehr Geld für seine Gesundheit ausgeben möchte, nicht weil man daran Sparen muss.

      Möchtest du wechseln, dann suche dir einen Tarif, der schon einige Jahre am Markt besteht und deren Preisentwicklung du ca. Abschätzen kannst.

      Da der Weg zurück nur schwer und nur bis 55(?) möglich ist, solltest du dir evtl eine Zusatzversicherung bzw. GKV mit Beitragsrückerstattung und privater Aufbaupolice als Alternative durchrechnen.
    • berseker
      berseker
      Bronze
      Dabei seit: 12.08.2007 Beiträge: 344
      @all

      Danke für die ausführliche Beschreibung und das für und wieder von PKV zur GKV.

      Was ich aber nicht unterstreichen kann ist das man mit PKV keine Vorteile geniesst. Meine halbe Familie arbeitet in Pflegeberufen bzw. bei Ärzten, und wie auch schon hier dargestellt gehen bei den Ärzten dann die Dollarzeichen an, und dann kommt auch mal der Chefarzt vorbei ( kann ja abgerechnet werden).


      Dann gibt es aktuell 2 Fäller die im Bekanntenkreis thematisiert werden.
      Die Sterilisation mus bei der GKV mittlerweise aus eigener Tasche bezahlt werden.
      Krampfadern (Frauen :-)) wird bei der GKV die Uraltmethode angewandt, bei PKV das neueste vom neuesten.

      Das könnte man unendlich weiter führen.

      Werde diese Infos mal alle versuchen zu recherchieren und zu verarbeiten, und dann mal schauen zu was ich mich entscheide.