Woher bekommt man seinen Musikgeschmack/Lieblingsfarbe?

    • nikorw
      nikorw
      Bronze
      Dabei seit: 03.08.2006 Beiträge: 6.974
      Hey,

      ich hab mich vorhin gefragt, nach was es sich bestimmt, welche Musikrichtung ich in meinem Leben bevorzuge? Hat das damit zu tun, was die Eltern hören? Entwickelt sich das schon im Babyalter? Oder kommt das erst später, wenn man sich bewusst damit beschäftigt? "Oh, alle meine Bekannten stehen auf Britney Spears, dann hör ich das auch mal", und man so "seine" Musik zu lieben beginnt. Manchmal wechselt der Musikgeschmack ja auch bei manchen Personen. Woher kommt das?

      Gleiches für die Lieblingsfarbe. Nach was bestimmt sich meine Lieblingsfarbe?


      Gibts da Theorien oder sogar fundierte wissenschaftliche Erfahrungen?
  • 8 Antworten
    • schmaggetack
      schmaggetack
      Bronze
      Dabei seit: 13.10.2006 Beiträge: 1.379
      Denke das hängt stark mit dem jeweiligen Lebensgefühl zusammen, bzw. welche Emotionen gut hervorgerufen werden durch das Hören bestimmter Musik.
    • cherubium
      cherubium
      Bronze
      Dabei seit: 09.06.2009 Beiträge: 3.936
      Allgemein, ohne jetzt nach irgendwelchen Arbeiten darüber gesucht zu haben, wird es ganz grob auf den Charakter des einzellnen ankommen.

      Wodurch wird der Charakter geprägt?
      - Eben, durch alles das, was du geschrieben hast. Freunde, Familie, Bekannte, Mitschüler usw...
      Von daher wird auch ein bestimmter Prozentsatz dieser Prägung dafür verantwortlich sein, welche Musik man bevorzugt.

      Auf der anderen Seite...

      1. Es gibt unzählige Menschen, die keinen Musikgeschmack haben.
      ---> "Ich hör alles" ist z.B. kein Musikgeschmack mmn. Typischerweise ist dieser Opportunismus bei Frauen jeglichen alters anzutreffen

      Jetzt kann man von der psychologisch Seite warscheinlich wieder ankommen, dass dies wiederum dem Charakter geschuldet ist (Mitläufer u.ä. warscheinlich).
      Wobei die, die sagen, Sie hören alles, hören definitiv nicht alles. Die haben blos keinen Plan. Der Standard 0815 "ich hör alles- Typ" wird irgendwas von Lena, über Mark Medlock bis bestenfalls Oasis und Robbie Williams hören. Dieser Typus Mensch wird nur selten gefallen an Bands wie Eisregen finden.

      2. Die "Fans".
      Es gibt ja leute, die sich abgrenzen. Die Emos, die Gothicszene, Black Metal usw... Die werden schon aufgrund Ihrer Gruppenzugehörigkeit niemals aus diesem Musikgeschmack ausbrechen. Ich denke, das sind die Leute, die am ehesten durch Freunde geprägt wurden.

      3. Die "Differenzierer" (spontane selbsterfundene Wortschöpfung)
      Hören von vielen Musikrichtungen nur ganz bestimmtes (zähle ich mich dazu). Man hört Metal, aber nur 2-5 Bands. Der Rest ist schrott. Man hört Pop, aber nur 2-5 Interpreten, der rest ist schrott. Man hört Jazz, aber nur 2-5 Interpreten. der Rest ist schrott. Man hört Minimal zum Partymachen, verabscheut aber jegliche Disco standard House-Musik. Man hört Klassik, aber nur, wenn man in einer bestimmten Stimmung ist. usw...

      Außerdem wird es wohl kaum jemanden geben, der sein leben lang immer nur das gleiche hört.
      Wenn ich mich als beispiel nehme, gibt es zwar einen kleinen roten Faden, der schlängelt sich aber. Grundtendenz war immer rockig, zwischendurch mal weniger rockig (Blumentopf/Samy Deluxe/ 70er Hippie Mucke) mit ein paar ausflügen in andere Musikrichtungen, später dafür um so rockiger (Metallica). Dabei bleibts auch nun, da bin ich mir sicher.


      Was die Lieblingsfarbe angeht. Das ist doch wieder son Frauending, oder?
      Welcher Kerl hat bitte eine Lieblingsfarbe?
      Ich kann dir sagen, ich hasse Rosa und Pink. Schwul. Ich würde mein Schlafzimmer niemals in diesen Farben streichen.
      Ansonsten... Is mir Wurscht. Wenn meine Lieblingsfarben die Farben sind, die hauptsächlich meine Kleidung beinhaltet, so sind dies zumeist deckte Farben. Tendenziell eher Dunkel, als Hell. Und wenn Hell, dann definitiv nicht schreiend Bund. Ich laufe durchaus mit gelb durch die Gegend, aber nicht mit Neon.
      Lieblingsfarbe haben denke ich die wenigsten männlichen Erdenbürger.
      Ist eher die Frage, wie Bunt jemand durch die gegend rennt.
      Und das ist dann wohl wieder auf den Charakter=Prägung zurück zu führen.
      Bin ich extrovertiert und/oder aufdringlich, ist denk ich die Warscheinlichkeit hoch, wie ein Metrosexueller möchtegern Backham/Ronaldo durch die gegend zu schlawenzeln.
      Bin ich ein stückweit introvertiert/zurückhaltender/bedachter werden wohl eher gedeckte Farben gewählt.

      Insgesamt hat beides mit Charakter zu tun. Tendenziell bin ich mir sicher, wird ein Rosa-Hemdtragender Backhamverschnitt, der im Caprio durch die Gegend fährt und dabei laut Makarena hört definitiv niemals mein Kumpel werden. Ich will den nichtmal kennen lernen.

      Da hab ich mich selbst zu einem neuen Grund erklärt:

      4 Soziale Abstammung
      Die hat sicherlich auch etwas mit dem Musik Geschmack zu tun.
      Ich stelle mal die These auf:
      Je besser die soziale Stellung, desto unwarscheinlicher, dass man Gangsta Rap hört.
      Bist du Hartz IV Kind, hörst du tendenziell sehr warscheinlich Sido und Bushido.
      Im endeffekt sind wir wieder irgendwo bei der Prägung.

      no offence! ;) Ist etwas überspitz, aber nicht unwahr denk ich.


      Das sind meine Erfahrung, mag sein, dass man damit nicht konform geht. Muss man ja auch nicht. Deswegen, alles nur tendenzen.

      Es gibt sicherlich auch den Black Metal hörenden Schönling aus reichem Hause, wie es auch den Mozart und Bach hörenden Harz IV Haushalt gibt.

      Alles relativ.
    • alterego
      alterego
      Bronze
      Dabei seit: 03.07.2006 Beiträge: 4.149
      ich denke die in der heutigen soziologie populärste erklärung zu geschmack findet man bei bordieu. wird hier ganz ok zusammengefasst.
      http://blog.snafu.de/dr_who/2009/02/09/bordieus-theorie-uber-den-geschmack/

      durchschnittlich sagt die gesellschaftliche lage sicherlich sehr viel über den geschmack aus, wobei mit gesellschaftlicher lage hier eben nicht nur die verfügbare masse an ökonomischen ressourcen gemeint ist, sondern auch soziales und besonders kulturelles kapital.
      wenn jemand arbeitslos wird, wird er ja nicht anfangen andere musik zu konsumieren. seine ökonomische lage hat sich zwar geändert, aber sein kulturelles kapital bleibt .

      bordieu selber hat aber die subkulturen ein wenig vernachlässigt.
      man darf zB nicht solche phänomene vergesse, wie die kinder aus gutem haus, welche in ihrer jugend (vorrübergehend) den slang der unterschicht adaptieren, und sich mehr oder weniger extremen subkulturen zuwenden. kommt halt immer darauf an, wie die jugendlichen zur elterlichen kultur stehen, und in wieweit sie dagegen rebellieren wollen.
      wenn man mit seinen eltern gar nicht klar kommt, wird man dazu tendieren, auch ganz andere musik zu hören.
      ein weiterer wichtiger faktor ist dann sicherlich auch die sozialisation im rahmen der peer-group, also mit welchen leuten man in der frühen jugend abhängt. die lage im sozialen raum definiert aber eben, wie wahrscheinlich es ist, mit welchen leuten zusammenzukommen


      mein post ist ziemlich wirr geworden, die frage ist aber auch ein wenig allgemein gestellt, und das thema kompliziert.
    • murschi
      murschi
      Bronze
      Dabei seit: 28.02.2008 Beiträge: 2.120
      was habt ihr eigentlich immer mit Harz IV? :D meinst de, weil du 200euro mehr verdienst, bist du vom charakter anders.
    • dudidudi
      dudidudi
      Bronze
      Dabei seit: 22.01.2007 Beiträge: 815
      boa ey.....

      Original von cherubium
      3. Die "Differenzierer" (spontane selbsterfundene Wortschöpfung)
      Gibt es schon länger in der Elektronik.

      Außerdem wird es wohl kaum jemanden geben, der sein leben lang immer nur das gleiche hört.
      ICH

      Was die Lieblingsfarbe angeht. Das ist doch wieder son Frauending, oder?
      Welcher Kerl hat bitte eine Lieblingsfarbe?
      ICH

      Ich kann dir sagen, ich hasse Rosa und Pink. Schwul. Ich würde mein Schlafzimmer niemals in diesen Farben streichen.
      Bin nicht schwul, Freunde von mir sind schwul, würden ihr Schlafzimmer aber auch nicht in Rosa oder Pink streichen.

      Insgesamt hat beides mit Charakter zu tun. Tendenziell bin ich mir sicher, wird ein Rosa-Hemdtragender Backhamverschnitt, der im Caprio durch die Gegend fährt und dabei laut Makarena hört definitiv niemals mein Kumpel werden. Ich will den nichtmal kennen lernen.
      Fahre gerne im bunten Hemt mit meinem Auti Caprio und Makaroni in der Gegend rum.

      .... hab ich mich selbst zu einem neuen Grund erklärt:

      4 Soziale Abstammung
      Die hat sicherlich auch etwas mit dem Musik Geschmack zu tun.
      Ich stelle mal die These auf:
      Je besser die soziale Stellung, desto unwarscheinlicher, dass man Gangsta Rap hört.
      Bist du Hartz IV Kind, hörst du tendenziell sehr warscheinlich Sido und Bushido.
      Alle soziale Schichten hören alles. Gegen über von uns ist ein Gymnasium für Kunst und Musik. Dort müssen auch die größten, vorsichhinrotzenden, biertrinkenden Penner Mozart und Bach spielen und lieben lernen.

      Es gibt sicherlich auch den Black Metal hörenden Schönling aus reichem Hause, wie es auch den Mozart und Bach hörenden Harz IV Haushalt gibt.
      Der nächste reiche Schönling! ist ein 19 jähriger, pickelgesichtiger kleiner Fettwanst, der gerne Grönemeyer hört.
      Und das Harz IV einfluss auf den Musikgeschmack hat, halte ich mal für ganz daneben.


      Alles relativ.
      genau
    • cherubium
      cherubium
      Bronze
      Dabei seit: 09.06.2009 Beiträge: 3.936
      Original von dudidudi
      boa ey.....

      Original von cherubium

      genau
      Ich sag nur:
      Ist etwas überspitzt

      tendenziell


      Ich spreche immer immer von Tendenzen, nie von Absolutheiten. Die gibt es nämlich nicht.
      aber das hast du ja extra wegeditiert, gell.

      -edit

      gerade den link angeschaut
      http://blog.snafu.de/dr_who/2009/02/09/b...-den-geschmack/


      1. Interessant
      2. Steht dort nichts anderes, als ich es geschrieben habe

      3. Zusammenfassend sage ich und Bordieu:
      Die Auswertung ergibt eine gewisse Korrespondenz zwischen subjektiven Werten im Lebensstil und objektiver sozialer Position, wenn auch keine zwingend kausalen Beziehungen. Generell wird jedoch deutlich, daß es so etwas wie klassenspezifischen Geschmack zu geben scheint.


      Und an die, die gerne wichtige Wörter überlesen, habe ich die mal schwarz hervorgehoben.
    • Psychobilly1988
      Psychobilly1988
      Bronze
      Dabei seit: 10.03.2009 Beiträge: 5.317
      [quote]Original von cherubium


      2. Die "Fans".
      Es gibt ja leute, die sich abgrenzen. Die Emos, die Gothicszene, Black Metal usw... Die werden schon aufgrund Ihrer Gruppenzugehörigkeit niemals aus diesem Musikgeschmack ausbrechen. Ich denke, das sind die Leute, die am ehesten durch Freunde geprägt wurden.
      Völliger Schwachsinn imo.
      Ich war früher auch mal Punk, hab trotzdem sehr vieles gehört...Jazz, Klassik, obwohl meine Freunde damit garnichts am Hut hatten/haben.
      Heute treib ich mich in der Rockabillyszene rum und obwohl die allermeisten dort mit Elektronischer Musik nichts anfangen können, produziere ich trotzdem DnB, neben meiner RockabillyBand und hör mir auch extrem viel davon an. Ebenso wie Jazz und Klassik und allgemein, die ganze Bandbreite der Musikgeschichte durch und das auch wesentlich intensiver und tiefgründiger (damit meine ich, dass ich einfach alles! was ich finde und in die Finger bekomme höre, aber bewusst)

      Außerdem wird es wohl kaum jemanden geben, der sein leben lang immer nur das gleiche hört.
      Mein Vater hört sein ganzes Leben lang schon Iron Maiden, Black Sabbath und Metallica...

      Imo wird Musikgeschmack dadurch geprägt, wie viel man bereit ist, seine anfänglich vom Umfeld aufgenommenen Hörgewohnheiten umzustellen, oder wie weit man dazu überhaupt in der Lage ist.
      Jemand der sein ganzes Leben lang nur 20 sec. -Werbejingles gehört hat und Grenzdebil ist, wird niemals gefallen an einer Symphonie von Sibelius, Beethoven etc. finden, wenn er diese als ganzes auffassen soll.
      Jemand der sich wenig für Musik interessiert, wird auch nur selten anderes hören wollen, als das was er schon kennt.

      Es gibt leute die hören Musik nicht der Musik wegen, oder den Harmonien...die achten eher auf den "Sound", oder auf dinge die drumherum passieren, wie ist die Musik aufgebaut etc., diese haben auch andere Gründe Musik als gut oder schlecht zu bezeichnen.
      Es gibt Mischformen davon, hin zu Leuten denen alles andere garnicht auffällt bis auf die bloße Gesangsmelodie z.b. (meine Exfreundin war so ein Fall).

      Musikgeschmack ist einfach eine Sache von Hörgewohnheiten und mit Sicherheit hat es auch viel mit der Neuronalen Ebene zu tun.
      Es werden bestimmt nicht bei jedem Menschen die selben Impulse im Gehirn ausgelöst, bei bestimmter Musik.
      Wenn du eingesperrt wirst und dir ein Jahr lang Kasachischen Kehlkopfgesang anhören musst oder Tonleitern die aus Drittel-Tönen bestehen, wirst du dich mit der Zeit daran gewöhnen und dann ist es auch nicht mehr weit, bis es dir anfängt zu gefallen. Irgendeinem Random Eingeborenen aus Afrika, wird es mit der Europäischen Musik genauso gehen.
    • nikorw
      nikorw
      Bronze
      Dabei seit: 03.08.2006 Beiträge: 6.974
      Sind ganz interessante Thesen bisher. wenn gleich sich vieles nach Spekulation anhört ;)

      Ich hab auch noch was gefunden. Demnach hängt der Musikgeschmack wohl tatsächlich mit dem IQ zusammen.

      Wer hätte das gedacht: Fans von Soul-Diva Beyonce Knowles sind dumm. Das ergab die Studie "Music That Makes You Dumb" (Musik, die dich dumm macht; Anm. d. Red.). Dabei fand man nämlich heraus, dass Schüler bei dem amerikanischen SAT-Test (ein standardisierter Test, den alle Universitätsanwärter bestehen müssen; Anm. d. Red.) im Vergleich am zweitschlechtesten abgeschnitten haben, wenn sie die 27-Jährige als ihre Lieblingskünstlerin angaben. Noch übler sieht es nur für die Fans von US-Rapper Lil' Wayne aus: Sie schnitten bei dem Test am schlechtesten ab.

      Wer Beethoven hört, schneidet am besten ab Virgil Griffith, ein Student aus Kalifornien, erfand den Test, um herauszufinden, ob der Musikgeschmack etwas über die Intelligenz aussagen kann. Die Ergebnisse veröffentlichte er anhand eines Schaubildes auf seiner Website. Es gibt aber auch positives zu berichten: Wer Beethoven hört, schnitt bei dem Test sehr gut ab. Da sag' doch noch einmal jemand, dass klassische Musik nicht fördernd ist.


      Zum Schaubild