Hasta la vista tilt!

    • dezi
      dezi
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2006 Beiträge: 2.022
      Oh man, ich habe jetzt einen Monat Pause gemacht und grad wieder angefangen ein wenig zu zocken. Das alte Problem - tilt in bestimmten Facetten – ist schon wieder da.
      Da ich aber irgendwie endlich doch wieder Lust habe Poker zu spielen, will ich es nochmal ernsthaft versuchen.
      Ich habe mich in den letzten Wochen viel mit meinem tiltproblem beschäftigt u in der Theorie auch die ein oder andere mögliche Lösung gefunden – u.a. auch mit Hilfe von McKenna -> danke!

      Da ich aber heute nach drei!!! Spieltagen seit meiner Pokerpause schon wieder eine losses-chasing-session (obv. nicht gechaset) eingelegt hab, muss irgendwie mehr Druck her um härter an mir zu arbeiten.

      Deshalb will ich hier meinen „anti-tilt-Rahmenplan“ vorstellen und ankündigen, dass ich mich daran halten werde:

      Vorab vielleicht ganz kurze Info zu meiner Poker-Karriere:
      2 Jahre FR BSS midstakes gespielt, dann gewechselt auf SH only u mich da mit vielen Startproblemen bis auf nl400 hochgearbeitet. Großer tilt-bäng u igendwie auch einfach überhaupt keine Lust mehr gehabt  >1Monat Pause.

      Ok, mein Plan sieht wie folgt aus:

      --> Niedrigere limits spielen, d.h. nl50-100
      o Erstmal wieder ein wenig Ruhe reinbekommen u Neuerungen
      (Tischanzahl etc.) umsetzen

      --> Lernen zu quitten + mit voller Konzentration pokern:
      o Klare session-länge definieren (max. 90min SH, max. 120min FR u HU ->
      timer ist gekauft)
      o Klare Pausen zwischen den einzelnen Sessions (mind. 30min abseits
      des PCs)
      o Stop-loss (-4stacks über alle Varianten -> das wars für den Tag)

      --> Tischanzahl erhöhen (waren bei SH immer 4-5Tische)
      o Größere samplesize
      o Möglicherweise hilft mir das um mich nicht so sehr an einer Hand
      „aufzuhängen“ u nicht anzufangen mich zu leveln/rumzumoven/-spewen
      o 6-9Tische SH, 12+Tische FR, HU bleiben es eher weniger ;)

      --> Pokerraum wechseln
      o Neue Leute -> keine level-Geschichten

      --> Mehr Abwechslung
      o Ich werde SH, FR u HU (abwechselnd) spielen u 3 separate bankrolls
      anlegen
      o Vielleicht mache ich es so, dass ich in jeder Variante mit je 25 oder 30
      stacks aufsteige -> hätte den zusätzlichen Vorteil, dass meine ges.BR
      wesentlich deeper wäre

      --> Festes Theoriepensum
      o 2 Videos/Woche
      o >10 Hände diskutieren/Woche
      o X regs oder sessions, die mir auffallen, in meiner db auseinander
      nehmen/Woche

      --> Zusätzliche Rahmenbedingungen
      o 2h Sport /Tag, 6x/Woche
      o Regelmäßig Progressive Muskelentspannungsübungen o.ä.
      o Buch über Meditation lesen -> vielleicht ist das was für mich 
      o Wenns doch noch mal über Tage schlecht läuft, werd ich ein Los aus
      einer Losbox ziehen u nen Kurztrip irgendwo hin machen um raus zu
      kommen

      Habt ihr Anregungen oder Kritik oder eigene Erfahrungen mit einzelnen Aspekten? Ich würde mich über eine Diskussion freuen!
  • 8 Antworten
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Hallo dezi,

      das klingt unmittelbar schon einmal sehr gut, ich sehe da nur ein Problem: Du mutest Dir sehr viel auf einmal zu. Geh die Dinge evtl. etwas langsamer an und fokussiere auf die Dinge, die für Dich Priorität haben. Anderenfalls könntest Du Dich evtl. recht schnell überfordert fühlen.

      Gruß,
      michimanni
    • dezi
      dezi
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2006 Beiträge: 2.022
      Danke, michimanni!
      An Deinen Bedenken könnte durchaus etwas dran sein :) .
      Ich hatte gedacht, alles gleichzeitig im Sinne eines Neuanfangs umzusetzen. Das könnte allerdings tatsächlich etwas viel sein, wobei ich einiges wie z.B. Sport oder Theorie schon weitestgehend umsetze.
      Ich denke, einen Fokus werde ich auf jeden Fall aufs Quitting legen, da ich denke, dass hier die krassesten Auslöser für meinen tilt liegen - und vor allem auch für die Art von tilt, dessen Auswirkungen sich bei mir auch abseits der Tische gezeigt haben.

      Habt ihr noch weitere Vorschläge?
      Meine Ideen sind ja eigentlich alles Faktoren, die sicher stellen sollen, dass ich nicht tilte. Gegen das Vorhandensein von tilt-Potential wirken sie nicht bzw. evtl. mittel- und langfristig. Kann man tilt-Probleme noch anders angehen?
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Gern geschehen :)

      Original von dezi
      Kann man tilt-Probleme noch anders angehen?
      Kennst Du den Content von MiiWiin und die PS-Videos zu dem Thema?
    • dezi
      dezi
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2006 Beiträge: 2.022
      Hehe, ja, kenne ich.
      Genau wie "The poker mindset", Tommy Angelo und Dusty Schmidt ;) .

      Bei mir ist eher die Umsetzung das Problem. :rolleyes:

      Erste Tests auf nl100sh mit erhöhter Tischanzahl (auf 8-9) + ständiger tableselection + 90min sessionlänge + Pause haben sich vorerst sehr gut angefühlt --> einfach keine Zeit für tilt-Gedanken und nach 90min brauch ich eh eine Pause, da mich das Ganze doch ganz gut fordert :) .
      Noch bin ich vielleicht etwas tighter mit "so vielen" Tischen, aber ich denke, dass sich das nach kurzer Eingewöhnung wieder ändern wird. Mal schaun..
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Ich würde Dir empfehlen, bewußt mal nur einen Tisch zu spielen - diesen dafür umso konzentrierter. Interessant wird es dann, wenn Du das erste Mal den offensichtlichen Bad Beat erfährst. Mach Dir klar, wie es Dir dann dabei geht und ziehe daraus Deine Schlüsse. Wichtig ist, dass Du eben nicht durch andere Tische abgelenkt bist, sondern Dich voll auf diese eine Sache konzentrieren kannst. Ziel dieser Sache sollte sein, dass Du Dir folgendes bewußt machst:

      Ich habe einen Bad Beat erfahren und mein Ziel erreicht: Mein Gegner hat einen schlechten Move gemacht - auf alles andere habe ich keinen Einfluss.

      Natürlich weiß man obengenanntes. Der Punkt ist, dass es einem oft schwerfällt diese Tatsachen zu akzeptieren, wenn man einen Bad Beat erfahren hat. Hier konfrontierst Du Dich damit unmittelbar, bewußt und sehr direkt. Ich hoffe, dass Dir diese Art der Desensibilisierung hilft, mit solchen Vorfällen besser fertig zu werden, weil Du dann noch besser weißt, wie Du "tickst".


      Gruß,
      michimanni
    • dezi
      dezi
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2006 Beiträge: 2.022
      Auch dafür danke!
      Ich finde es ist eine sehr gute Idee, da sie am anderen Ende meiner "grinding"-Idee ansetzt.
      HU spiel ich ja durchaus auch mal nur einen Tisch. Meinst du es wäre "wertvoller" einen SH-Tisch zu spielen? Dort ist ja wesentlich weniger action u ich hätte länger Zeit mich über beats etc. aufzuregen :rolleyes: .
      Ich werde es einfach mal testen ;) .
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Original von dezi
      Meinst du es wäre "wertvoller" einen SH-Tisch zu spielen?
      Nein, das denke ich nicht. Für die Erfahrung, einen Bad Beat sich bewußt zu machen und den als Teil des Spiel wahrzunehmen, ist es imo nicht wichtig, ob man FR, SH oder HU spielt.

      Magste berichten? :)
    • dezi
      dezi
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2006 Beiträge: 2.022
      Original von michimanni

      Magste berichten? :)
      Tja, ich konnte ehrlich gesagt gar nicht genau beschreiben wie es mir dabei geht, wenn ich einen Tisch spiele und dann beats bekomme/ pötte verliere. Deshalb musste ich es nochmal testen ;) .
      Ergebnis imo:

      - echte beats lassen mich eigtl. relativ "kalt". Also so typische sachen wie AA pre gegen 99ai u ausgesuckt werden. Ich denke mir da kurz: omg, naja kann man nichts machen. weiter! Soweit ich das analysiert habe ist das bei mir wohl nur ein tilt-Auslöser, wenn innerhalb kürzester Zeit sehr viele beats kommen, aber auch dann kann ich eigentlich recht lange ruhig bleiben.

      - wesentlich schlimmer sind folgende zwei Situationen:

      1. ich spiele "richtig gut" und bin sehr aktiv und mache Druck - Tendenz erkennbar, dass ich eine gute edge gegen V habe.
      Wenn ich in solchen Phasen in Situationen komme, wo ich bette, bluffe oder calle und dann vom top end der gegnerischen range geschlagen werde - obwohl mein play eigentlich gegen die gesamt-range gut war - geht mir das schon um einiges mehr auf die Nerven.
      Schwer zu beschreiben, aber irgendwie ist es dieses Gefühl, sich stark bemüht zu haben und dann halt doch in die Fresse zu bekommen :D .

      2. ähnliches gilt für Situationen - gerade 6max oder FR - in denen ich z.B. 3bette oder 4bette oder flops oder turns bluffe. Insgesamt mag das gut sein - auch mittelfristig für mein image - aber wenn ich dann innerhalb kürzester Zeit mehrmals aufgeben muss, merke ich auch, dass ich tilty werde. Denke mir dann "arrrrrrr hätte nicht sein müssen das play....".
      2.1 gilt auch für Situationen, in denen ein play vom mir offensichtlich schlecht oder unangemessen war -> wobei ich da meine festgestellt zu haben, dass ich dass beser hinnehmen und mich relativ schnell wieder konzentrieren kann.


      Hmmm... ja, insgesamt scheine ich in den unter 1. und 2. beschriebenen Situationen Poker einfach immer noch zu sehr auf der persönlichen Ebene zu bewegen. Es könnte mir ja egal sein, da ich gut gespielt habe oder zumindest weiß, dass ich schlecht gespielt habe - insgesamt sind es alles keine Situationen, in denen ich mich hilflos und geownt fühle.


      Konsequenzen?:
      Denke, dass mein Ziel vom op bzgl. "Quitting" schon recht sinnvoll in dieser Beziehung ist. Dies betrifft sowohl die Tische zu quitten wenn einfach gar nichts zusammen läuft als auch praktisch vom Kopf her in o.g. Situationen die Gedanken an die jeweiligen Hände zu quitten und sich der aktuellen Hand zuzuwenden.

      Evtl. könnten da auch Meditationsgeschichten helfen, da es da ja auch darum geht seine Gedanken zu beobachten und Abstand von ihnen zu gewinnen - so weit ich das bislang gelesen habe :D .


      Ich muss jetzt erstmal los, werde aber noch weiter drüber nachdenken.

      Vielleicht hast Du/ihr schon Ideen?