Gegnerische Moves werden zu persönlich genommen

    • EcaFaYn
      EcaFaYn
      Bronze
      Dabei seit: 25.05.2009 Beiträge: 483
      Hey,

      Ich hab erst in letzter Zeit - eigentlich krass dass ich das vorher noch nicht bemerkt habe - ein Leak in meiner Spielweise gefunden:
      Ich nehme gegnerische Moves, vor allem Raises, zu persönlich, d.h. ich sehe zum Beispiel ein Reraise als "Angriff" an; natürlich nicht auf meine Person, wie sollte das auch gehn, aber ich denke in dem Moment sozusagen, dass er nur raist, weil da mein Nick steht.

      Dazu kommt noch, dass ich im Moment hauptsächlich Rushpoker spiele, d.h. es sind meist nicht mal Gegner, gegen die ich mich in irgendwelche Reads/History reinleveln könnte, von wegen "jetzt raist der mich schon wieder, der blufft!"

      Das läuft dann z.B. so ab, ich raise in LP mit SC, BB reraise. An diesem Punkt folde ich die meiste Zeit, aber manchmal - vor allem wenn ein Badbeat oder ein Missplay o.ä. voranging oder ich häufig auf raises folden musste - fange ich dann an zu callen, praktisch mit der Begründung "jetzt denken die schon wieder, sie könnten mich bluffen" (wohlgemerkt, obwohl die Gegner jedesmal andere sind).

      Auf der anderen Seite bin ich dann manchmal schadenfroh wie sonstwas, wenn ich einen Gegner, der vorher aggressiv geraised hat, durch fragwürdige moves zum Folden bringe bzw. die Hand am Ende gewinne; klar, über gewonnene Hände freut man sich immer, aber teilweise werden dadurch (höhere Raises) eben auch Hände gefoldet, aus denen man noch mehr Value hätte rausholen können.

      Ja ich weiß, tl;dr und so, vllt. füge ich nachher noch Cliffs dran oder schreibs noch mal um, aber viel mir irgendwie schwer, das Problem auf den Punkt zu bringen :f_biggrin:
      Kennt ihr effiziente Wege, das ganze unpersönlicher anzugehen? Ich hab gemerkt, mehr Tische hilft teilweise, allerdings lässt sich dadurch diese Art von Tilt auch nicht völlig abstellen
  • 2 Antworten
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Den Schalter in deinem Kopf umlegen. Frag dich immer wieso der Gegner tut, was er tut, aber immer im Hinblick auf seine Range und womit er es tun würde. Dann reagiere entsprechend deiner Informationen. Mehr ist dazu eigentlich nicht zu sagen :P
    • wespetrev
      wespetrev
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2008 Beiträge: 2.384
      Hallo EcaFanYn,

      Tilt MUSST Du in den Griff bekommen, daran führt kein Weg vorbei, wenn Du langfristig erfolgreich pokern willst. Schau am besten mal in die Videosektion und fang an über Deinen Tilt nachzudenken. Alternativ habe ich hier und hier noch zwei hervorragende Artikel von MiiWiin zum Thema.


      Du kannst spielerisch hervorragend sein, aber es wird Dir langfristig nichts nützen, wenn Du Dir durch Tilt alles wieder zerstörst. Dein Post hier ist ein wichtiger, aber nur ein erster Schritt, um das Problem anzugehen.

      Sehr wichtig ist die Frage, welche Ziele du mit dem Pokerspiel erreichen möchtest. Mancher möchte einfach nur seinen Spaß haben (was in Ordnung ist, aber die Gewinnchancen verringert). Mancher sucht mehr oder weniger unbewusst an den Pokertischen Selbstbestätigung (sehr fragwürdig).

      Von Taylor/Hilger ("The Poker Mindset") stammt die zentrale Forderung: Halte dein Ego von den Pokertischen fern!

      Gruß

      wespetrev