Krankenkassen in Deutschland

    • annobln
      annobln
      Bronze
      Dabei seit: 29.07.2007 Beiträge: 5.973
      Was haltet ihr eigentlich vom Prinzip der verpflichtenden Krankenversicherung in Deutschland ? Im Moment ist das Gesundheitssystem ja ziemlich am Wanken und eine Kasse droht sogar pleite zu gehen, was evtl. einen Dominoeffekt auf andere Kassen haben kann, denn die city bkk hat immerhin fast 200.000 Mitglieder. Meint ihr der Weg geht hin zu immer mehr Privatversicherung ?

      Meine Meinung:

      Es gibt viel zu viele Krankenkassen in Deutschland mit unterschiedlichen Mitgliederstammbaum. Z.b. die TK hat immer schon davon profitiert, dass die meisten Mitglieder gut verdienen, also eher zur oberen Mittelschicht zu zählen sind. Sie bieten aber keine besseren Leistungen als anderen Kassen, sondern profitieren allein von der "historischen" Mitgliederzusammensetzung. Ein gebildeter 45-jähriger Naturwissenschaftler lebt nun mal in der Regel gesünder und bringt wesentlich mehr Beitrag als ein 45-jähriger Frührentner oder Langzeitabeitsloser, sowie Rentner (obv. älter als 45 :D ). Genauso dieser Leute sind wohl vorrangig bei der city bkk versichert, weshalb diese Kasse nicht aus der Schuldenspirale herauskommt. Privat versichern kann man sich erst ab ca. 48k brutto im Jahr und mit 50 sind die Privaten teilweise unbezahlbar geworden.
      Man muss die Kassen auf 30-40 dezimieren, die Beitragsbemessunggrenze anheben, sonst kolabiert unser in der ganzen Welt so geschätztes Gesundheitssystem in nächster Zeit. Ich meine wie selbstverständlich für uns ist zum Arzt zu gehen oder Krankenhausbehandlung etc. , wenn man sich mal die Kosten dafür angucken würde, ist man schon beeindruckt wieviel Geld da doch "fließt".
  • 1 Antwort
    • NiceToMeetYou
      NiceToMeetYou
      Bronze
      Dabei seit: 01.07.2007 Beiträge: 5.833
      Ja, es gibt zu viele Kassen. Das wirds sich aber wohl von allein regulieren, wenn die unwirtschaftlichen (auch wenn sie nix dafür können) pleite gehen bzw. von anderen geschluckt werden.

      Ich finde eher, dass das Prinzip der privaten Krankenversicherung an der Situation Schuld hat. Viele, die den höchsten Beitrag zahlen würden (also ab BEitragsbemessungsgrenze), zahlen ihn nicht in die GKV ein. Klar sie bekommen ja auch keine Leistungen aus der GKV, aber diese Beitragszahler fehlen einfach. Sie würden kaum höhere Kosten verursachen, aber wesentlich mehr einzahlen als der Durchschnitts-Beitragszahler. An der Stelle ist halt das Solidaritätsprinzip durchbrochen und deshalb geht es nicht auf. Die "Besserverdiener" ziehen sich aus der Verantwortung.

      Ich wäre dafür, dass ALLE Pflichtversichert in der GKV sind. Private Zusatzversicherungen kann es ja weiterhin geben, für alle die Extrawünsche haben.

      Zum Glück erkennt die Gesellschaft gerade, dass Private Krankenversicherungen nicht so toll sind, wie sie oft dargestellt wurden. Die Leistungen sind nicht unbedingt besser (viele LEistungen die in der GKV selbstverständlich sind, müssen in der PKV extra abgeschlossen werden. Und wer weiß denn schon vorher, welche teure Leistung er mal irgendwann braucht?) und im Alter wirds richtig teuer. Denen ist egal, was man verdient.