Der richtige Weg zum ständigen A-Game?

    • Murphy08
      Murphy08
      Bronze
      Dabei seit: 18.11.2008 Beiträge: 397
      Halle Community,

      ich spiele mittlerweile seit ca. 1,5 Jahren Poker und mir ist in der Vergangenheit, seitdem ich mich intensiver mit der Materie befasse, vermehrt aufgefallen, dass meine "höchsten" Verlustsessions größer sind mal meine "besten" Gewinnsessions! Bsw. im Mai war mein größter Tagesgewinn 2,5 Stacks up und mein größter Verlust 5 Stacks down. In anderen Monaten war es ähnlich.

      Ich glaube das diese durch meine Einstellung zum Spiel zustande kommt.

      Ich habe mir ein Stop-Loss- Limit von 3 Stacks gesetzt. An einigen Tage gleiten einem ja bekanntlich die Stacks so schnell durch die Finger, dass man mit dem zählen kaum noch nach kommt. (Was laut Ian Tylors & Matthew Hilgers Pokermindset ja nicht unbedingt das schlechteste ist)

      Daher stell ich mir die Frage, ob ich mir an "guten Tage" nicht selbst einen Teil meiner Gewinne nehme, wenn ich vorzeitig aufhöre, aus Angst die Gewinne wieder zu verlieren?

      Im Upswing sind zwei, drei Stacks schnell erspielt und ein gutes Gefühl macht sich im Körper breit. Wenn man von diesen, ich nenn sie mal, schnellen Gewinnen, in kurzer Zeit, aus welchen Gründen auch immer, einen großen Teil wieder einbüßt kommt das einer Niederlage gleich.
      Natürlich macht es keinen Unterschied, wann man eine Session beendet, so lange man sein A- Game spielt. Getreu nach dem Motto:" It's all one big Session"
      Trotz dieser Tatsache und dem Wissen darüber tue ich mich schwer mein A- Game fortzusetzten, wenn ich zuvor in kurzer Zeit einige Stacks gewonne habe.

      Ich habe in den letzten Monaten angefangen, meine Pokersessions etwas professioneller zu gestalten. Ich vor- und nachbereite Sessions und spiele höchstens 1,5h. Dannach mache ich mindestens 20min Pause abseits des PC, am Besten an der frischen Luft.

      Mir ist schon klar, das verlieren nicht gleichzusetzten ist mit schlechtem Spiel. Ein verlorenes Preflopallin mit AA gegen eine fishy random Hand nehme ich mit einem Lächeln entgegen. So lange ich weiterhin +EV Spots suche und finde und ich mit meinem Spiel zu frieden bin, läuft alles nach Plan.

      Ich glaub sagen zu können, dass die Schwierigkeit nicht unbedingt daraus besteht sich dieses Wissen anzueignen, viel schwieriger ist es meiner Meinung nach, dieses Wissen zu akzeptieren. Es also wirklich zu verstehen.

      Und ich glaub in diesem Punkt liegt mein Problem.

      Wenn ich es schaffe, das Wissen bezüglich der Hintergründe dieser Haltung zu verinnerlichen, habe ich glaube ich einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht.

      Mein Ziel ist es, aus organisatorisch- psychologischer Sicht, mein A- Game in jeder Session zu spielen, also alle Register zu ziehen und mich dadurch unabhängig von irgendwelchen "schnellen" Gewinnen zu machen. Dann sollte es mir auch gelingen diesen "1,5h spielen- 20min Pause" Rhytmus umsetzen zu können. :f_cool:


      Ich habe versucht meine Gedanken und Ideen zu meinem Problem im Zusammenhang mit der oben gestellten Frage deutlich zu machen.



      Ich bin über Anmerkungen und konstruktive Kritik sehr dankbar. :f_p:


      "Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Anwendung"
      Irgendwo aus den Weiten der Pokerstrategystrategisektion


      Euch allen weiterhin viel Erfolg


      Mit freundlichen Grüßen

      M.




      PS: Passt zwar hier nicht wirklich rein, aber ich bin am überlegen einen Blog zu starten in dem ich meinen weiteren Verlauf dokumentieren möchte. Viele werden jetzt natürlich denken: "Toll, noch ein Fish mehr, der die NL BSS Erlebnisberichterubrik vollmüllt :s_evil: ." Aber jeder hat doch wohl mal klein angefangen. :f_grin:
  • 6 Antworten
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Original von Murphy08
      Mein Ziel ist es, aus organisatorisch- psychologischer Sicht, mein A- Game in jeder Session zu spielen, also alle Register zu ziehen und mich dadurch unabhängig von irgendwelchen "schnellen" Gewinnen zu machen. Dann sollte es mir auch gelingen diesen "1,5h spielen- 20min Pause" Rhytmus umsetzen zu können. :f_cool:
      Hallo Murphy08,

      ich finde Deinen Ansatz sehr lobenswert. Was mir allerdings entgangen ist: Inwiefern soll Dir dieser Thread dabei helfen Dein Vorhaben umzusetzen?


      Gruß,
      michimanni
    • dezi
      dezi
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2006 Beiträge: 2.022
      Ja, ich habe mir einen ähnlichen Ansatz (90/30min) vorgenommen und denke, dass er sich auch sehr gut bewährt.

      Was ich allerdings nicht verstehe: Du denkst, dass du an "guten Tagen" zu wenig spielst u an "schlechten Tage" zu lange?
      Die These lässt sich wohl kaum untermauern, da Karten genau wie Würfel etc. ja bekanntlich kein Gedächtnis besitzen und es demnach auch rein vom Kartentechnischen keine guten und schlechten Tage gibt. Vielleicht habe ich den part aber auch falsch verstanden :) .
      Sinnvoll ist die 90min Spielzeit imo deswegen, weil sie in gewisser Weise eine Unabhängigkeit gegenüber Gewinnen und Verlusten institutionalisiert - egal ob up oder down, quit nach 90min. So wirkt man sowohl dem "chasing losses" als auch dem vorzeitigen Aufhören entgegen.
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Original von dezi
      Ja, ich habe mir einen ähnlichen Ansatz (90/30min) vorgenommen und denke, dass er sich auch sehr gut bewährt.

      Was ich allerdings nicht verstehe: Du denkst, dass du an "guten Tagen" zu wenig spielst u an "schlechten Tage" zu lange?
      Die These lässt sich wohl kaum untermauern, da Karten genau wie Würfel etc. ja bekanntlich kein Gedächtnis besitzen und es demnach auch rein vom Kartentechnischen keine guten und schlechten Tage gibt. Vielleicht habe ich den part aber auch falsch verstanden :) .
      Sinnvoll ist die 90min Spielzeit imo deswegen, weil sie in gewisser Weise eine Unabhängigkeit gegenüber Gewinnen und Verlusten institutionalisiert - egal ob up oder down, quit nach 90min. So wirkt man sowohl dem "chasing losses" als auch dem vorzeitigen Aufhören entgegen.
      Kann ich so nicht bestätigen. Sicher, an "normalen" Tagen bzw wenns normal läuft macht es keinen Unterschied.
      Aber wenn wir davon ausgehen, dass immer mal jemand besonders viel Glück und immer jemand besonders viel Pech hat in einem Turnier/am Tisch, aber es nicht ausgeschlossen ist das zu verschiedenen Zeiten immer mal jemand nen besseren Lauf hat als man selbst und man auf diesen trifft, dass man dann nicht mehr so gut runnt.

      Verstehst du was ich meine? Wenn ich ständig gute Karten bekomm aber damit ständig verliere, oder wenn ich ständig Second Nuts floppe und zum River hin beat bin. Man wird praktisch outlucked.

      Jedenfalls finde ich, dass man in einem besonders sicken Lauf lieber weiterspielen sollte, da einfach alle Faktoren stimmen. Das Glück ist einem hold und den anderen nicht. Würde man aufhören und irgendwann anders weiterspielen wären die Faktoren auch anders, andere Gegner, welche selber hot runnen können. Außerdem, ist man erstmal richtig in Fahrt passt einfach alles, Mindset, Konzentration, allgemein schnellere "Datenverarbeitung".

      Aber ist nur eine Beobachtung von mir und bezieht sich wie gesagt nur auf sicke Runs, nicht wenn's "normal" läuft.

      Umgekehrt gilt das selbe, wenn man grad mit haufenweise Luckern am Tisch sitzt würd ich ehrlich gesagt nicht weiterspielen, egal wie schlecht sie sind. Sofern es kein Limit ist wo diese schlechten Lucker der Fluss in der Wüste sind.
    • dezi
      dezi
      Bronze
      Dabei seit: 13.11.2006 Beiträge: 2.022
      Verstehe vielleicht worauf Du hinaus willst :) .
      Aber imo ist doch genau das Quatsch. Klar gibt es immer wieder Zeiten, wo es einfach "läuft" - upswing...
      Aber rein mathematisch haben "Läufe" nunmal keinen Einfuss auf die Hand die du gerade spielst und alle folgenden Hände.
      Du kannst halt immer nur sagen, dass es gut gelaufen ist, also im Nachhinein. Heftigster up u heftigster down können sich mit jeder Hand abwechseln. Daher ist es eben Unsinn länger zu spielen wenn es läuft und kürzer, wenn es nicht läuft.

      Mit deinen soft-facts wie Tischkonstellation, Konzentration, mind etc. hast du imo allerdings recht. Das könnte schon ein Grund sein die session auszudehnen oder eben zu verkürzen. :)
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Varianz hin oder her, das Phänomen "Lauf" existiert (in beide Richtungen) und ich finde man kann sich diesen selber "verderben" wenn man zu früh aufhört zu spielen. Hatte letztens den heftigsten Upswing meiner Karriere und direkt ein Leaderboard zerstört, was aber vermutlich nicht geklappt hätte wenn ich nach der geplanten Spielanzahl aufgehört hätte und sagen wir den folgenden nachmittag weitergespielt hätte. Da dort einfach völlig andere Gegner spielen, mehr Regs anwesend sind etc. Ich denke nicht, dass ich da so gut abgeschnitten hätte, wie dadurch das ich den Lauf ausgenutzt hab.

      Wissen tu ich's freilich nicht, aber ich spiel auch nich erst seit heute :P
    • Murphy08
      Murphy08
      Bronze
      Dabei seit: 18.11.2008 Beiträge: 397
      N'abend Leute,

      super, hat ja doch noch wer seine Meinung dazu gepostet.

      Danke schön.

      Hab in zwischen einen Blog gestartet in dem ich auch in Zukunft mehr zu dem obigen Thema schreiben werde.

      Schaut doch mal vorbei. :f_grin:

      Fische auf Abwegen

      MfG M. :f_p: