Versch. Psychologische Aspekte beim Pokern...

    • nagafen
      nagafen
      Bronze
      Dabei seit: 05.08.2009 Beiträge: 1.761
      ...und wie weit sie mein Spiel beeinflussen.

      Ich würde hier gerne versuchen über verschiedene Psychologische Aspekte zu sprechen und wie sie mein Spiel, präziser meine Winrate beeinflussen.

      Als erstes fiel mir folgendes auf, bzw. wurde mir bewusst.

      Oft gleitet man/ich beim Poker in die Autopilot Spur.
      Damit meine ich, man reagiert fast unterbewusst auf Action am Tisch.

      Ich selber Spiele Sng's, aber hier ein Beispiel was ich genau meine:

      Hero hält T4o, er nimmt die Karten wahr und foldet, da T4o eine schlechte Hand ist.
      Dabei hat Hero garnicht bemerkt, das er sich aufgrund der Situation am Tisch in einem any2 Spot befindet.

      Hero hat hier also vorschnell und falsch gehandelt.
      Schaut er sich die Hand im Nachhinein noch einmal in Ruhe an, fasst er sich an den Kopf: "Das hab ich garnicht gesehen".

      Dies war jetzt schon ein sehr "offensichtliches" Beispiel für das Phänomen das ich meine.

      Hero klickt auf push/fold/raise bevor er überhaupt richtig darüber nachgedacht hat.

      Ich versuche dem entgegen zu wirken, indem ich mich zwinge (mir immer wieder innerlich sage) über jede einzelne Situation genau nachzudenken, ob das was ich gerade tue wirklich richtig ist.
      Also mich "zwinge" über jede einzelne Hand genau nach zu denken.

      Ich sage mir auch öfters, das jede einzelne Hand die ich spiele wichtig ist, das jede einzelne Hand (auch 23o) darüber entscheidet wie ich abschneide, besonders longterm.


      Kennt ihr das genannte Problem?
      Wie geht ihr damit um?
      Gehe ich recht der Annahme ,dass das verbessern des oben genannten Problems ausschlaggebend für meinen Erfolg beim Poker ist?
  • 1 Antwort
    • Romeryo
      Romeryo
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 12.600
      Ich denke zumindest jeder Masstabler sollte es kennen. Natürlich ist es eine logische Folge der vielen Informationen, die das Gehirn in kurzer Abfolge zu verwerten hat. Darum ist Erfahrung auch von unschätzbarem Wert, sodass wirkliche Standardsituationen in blitzeseile umgesetzt werden ohne groß Kapazitäten in Anspruch zu nehmen.
      Das eigentliche Problem sehe ich im formelhaften Tilt, wenn man wirklich wie ein Roboter spielt. Ich denke manch einer kennt das vielleicht, wenn man irgendwie Leerlauf im Nischl hat und nur noch apathisch den Autopilot am Laufen hat. Mir ging das bei einer ziemlich aufreibenden Session so, wo es mächtig abwärts ging. Und ich hab mich zwingen wollen eine bestimmte Anzahl Spiele zu absolvieren. Das ging recht derbe in die Hose, wie man sich denken kann. Dabei gab's natürlich auch fein auf den Sack von Frau Varianz, aber höchstwahrscheinlich war sie nicht alleine daran schuld.

      Anzumerken ist vielleicht, dass ich mit Tableninja und Hotkeys gearbeitet hab, wo man die Entscheidung wirklich in einem Bruchteil einer Sekunde umsetzt. Meiner Meinung ein schwerer Fehler! Wenn man per Maus nämlich einen gewissen Laufweg hat und sich nicht verklicken will hat man relativ gesehen wesentlich mehr Zeit die Entscheidung nochmal zu überdenken. "Ist das jetzt wirklich ein Standardfold oder bietet sich der Spot doch zum pushen an?" kann ich mir denken bevor mein Mauszeiger zum Fold-Knopf wandert. Generell hab ich viele Mauswege, weil ich die Angewohnheit habe ständig Stats zu aktualisieren, ohne Tableninja dies automatisch tun zu lassen (Ich spiel mit Black Theme, da funzen die Shortcuts, aber er trägt nicht automatisch Betgrößen ein oder clickt Timebank oder Stats-Aktualisieren an).
      Da schleicht sich der Autopilot nur noch ein wenn ich wirklich viele Hände zum folden in einer Reihe hab und man aufpassen muss nicht ausversehen Aces wegzufolden weil man einer Art Stakkato-Strom ausgesetzt ist, der im Finger sitzt und loslegt eh der entsprechende Impuls vom Auge über's Hirn in der Hand angekommen ist ^^

      Ich denke das ganze ist weniger Psychologisch als viel mehr neuronal-mechanisch. Wenn das Hirn überlastet ist erwischt man sich vielleicht dabei stumpf herum zu klicken und sich einzureden, dass es zumindest nur halb so wild sein wird und der Großteil ja automatisch korrekt sein sollte... Gnääh.