Turnierpokerregeln

    • 1993Niklas
      1993Niklas
      Bronze
      Dabei seit: 07.08.2007 Beiträge: 1
      Hallo,

      in unserem Pokerverein sind 2 Spielsituation aufgetreten, bei denen Klärungsbedarf besteht. Könnt Ihr hier helfen?

      Situation 1 :

      Spieler1 callt.
      ich bin im Small-Blind, habe nicht mitbekommen, dass der Spieler 1 gecallt hat und gehe ALL-IN
      Der Big-Blind foldet.
      In der Annahme, den Pott gewonnen zu haben lege ich die Karten offen auf den Tisch.
      Die Turnierleitung wertet das Offenlegen der Karten als FOLD. Da ich ALL-IN gespielt habe, heißt das, dass ich jetzt aus dem Turnier geflogen bin.

      Ist die Entscheidung richtig ? irgendwie habe ich mal folgendes gelesen :
      Ein Spieler, der seine Hand während dem Spiel öffnet, kann mit einem Penalty belegt werden, aber die Hand wird nicht für „tot“ erklärt.

      Was ist denn nun richtig ?

      Situation 2 :

      2 Spieler sind im Spiel.
      Spieler 1 macht folgende Ansage : ich gehe ALL-In mit 4000 Chips.
      Spieler 2 callt.
      Jetzt zeigt sich auf einmal, dass Spieler 1 aber 8000 Chips hat, weil ein geglaubter 1000-Chip ein 5000-Chip war .

      die Turnierleitung entscheidet, dass Spieler 2 das ALL-IN gecallt hat,
      Spieler 2 moniert, nur den Betrag von 4000 callen zu wollen, und erwartet von der Turnierleitung, dass das ALL-IN als Raise in Höhe von 4000 gewertet wird.

      Was ist richtig?
  • 17 Antworten
    • hAni87
      hAni87
      Bronze
      Dabei seit: 15.08.2006 Beiträge: 2.378
      und weiter :s_ugly: :s_ugly:
    • paraB
      paraB
      Bronze
      Dabei seit: 14.04.2008 Beiträge: 981
      Und? weiter?
    • Toerke79
      Toerke79
      Bronze
      Dabei seit: 09.06.2009 Beiträge: 6.133
      zu1) Aufpassen! Und warum deckst du deine Karten auf?
      Ansonsten entscheidet das halt die Turnierleitung.

      zu2) 4k waren angesagt also bezahlt er auch nur 4k. Zumindest würde ich nur die 4k bezahlen, es sei denn ich habe Aces, dann hätte ich auch gerne den Rest :s_cool:
    • Bliss86
      Bliss86
      Bronze
      Dabei seit: 03.08.2006 Beiträge: 5.562
      1.: Ob du deine Karten aufdeckst oder nicht, bleibt dir überlassen. Du machsts deinem Gegner dann zwar einfacher, deine Hand gilt aber weiterhin.

      2.: Immer wichtig, nix auf das gesagte des Gegners zu geben und vorher den Dealer die 4k bestätigen lassen.

      Meiner Meinung nach hat die Turnierleitung in beiden Fällen eine falsche Entscheidung getroffen und ich würde es an deiner Stelle 2x überlegen, bei denen noch mehr Turniere zu spielen.
    • Moky2006
      Moky2006
      Bronze
      Dabei seit: 04.12.2007 Beiträge: 1.141
      1. Du hast es ja schon selber richtig gesehen: Die Turnierleitung kann, wie du ja auch schreibst, den Spieler mit einem penalty belegen, muss es aber nicht, und kann die hand auch für tot erklären. ist also okay dich für tot zu erklären, auch wenn es kein muss ist.

      2. wenn die 8000 chips in der mitte lagen, gelten auch die 8000. hätte spieler 2 halt den dealer auffordern müssen, die chips nachzuzählen, so ist es eher sein versehen darauf nicht geachtet zu haben und er called halt die 8000.

      in solchen fällen solltest du dir übrigens mal das hausregelwerk geben lassen uns selber nachlesen, dann hat man das schwarz auf weiß, halt auch weil sich die dealer und/oder turnierleitung auch mal irren können, aber im regelwerk steht es denn ja drinne.
    • Fantomas741
      Fantomas741
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 8.538
      1. Wenn du ALL-In bist kann deine Hand nich gefoldet werden, Obs Zeitstrafen gibt ist variabel...

      2. Er sagt ALL-In mit 4000 wenn Spieler 2 Snap callt und nicht wartet bis der Dealer zählt selber schuld ... Die Situation vergleiche ich hier eigentlich mit falschen Ansagen beim Showdown wenn ich sage Straight, Spieler 2 Mucked und ich decke dann nurn Paar auf gewinne ich trotzdem den Pot.
    • Bliss86
      Bliss86
      Bronze
      Dabei seit: 03.08.2006 Beiträge: 5.562
      10. Because the amount of a wager at big-bet poker has such a wide range, a player who has taken action based on a gross misunderstanding of the amount wagered needs some protection. A "call" may be ruled not binding if it is obvious that the player grossly misunderstood the amount wagered. A bettor should not show down a hand until the amount put into the pot for a call seems reasonably correct, or it is obvious that the caller understands the amount wagered. The decision-maker is allowed considerable discretion in ruling on this type of situation. A possible rule-of-thumb is to disallow any claim of not understanding the amount wagered if the caller has put eighty percent or more of that amount into the pot.
      Example: On the end, a player puts a $500 chip into the pot and says softly, "Four hundred." The opponent puts a $100 chip into the pot and says, "Call." The bettor immediately shows the hand. The dealer says, "He bet four hundred." The caller says, "Oh, I thought he bet a hundred." In this case, the recommended ruling normally is that the bettor had an obligation to not show the hand when the amount put into the pot was obviously short, and the "call" can be retracted. Note that the character of each player can be a factor. (Unfortunately, situations can arise at big-bet poker that are not so clear-cut as this.)


      22. Showing cards from a live hand during the action injures the rights of other players still competing in an event, who wish to see contestants eliminated. A player in a multi- handed pot may not 22. Showing cards from a live hand during the action injures the rights of other players still competing in an event, who wish to see contestants eliminated. A player in a multi- handed pot may not show any cards during a deal. Heads-up, a player may not show any cards unless the event has only two remaining players, or is winner-take-all. If a player deliberately shows a card, the player may be penalized (but his hands will not be ruled dead). Verbally stating one's hand during the play may be penalized.
    • Fantomas741
      Fantomas741
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 8.538
      Original von Bliss86
      10.

      22.
      Beide Regeln sind hier aus meiner sicht nicht Anwendbar, da es hier um All In Situationen geht...
    • gorbatsh0ve
      gorbatsh0ve
      Black
      Dabei seit: 15.08.2007 Beiträge: 17.610
      1) erscheint mir schon sehr merkwürdig, wenn er AI ist, dann kann seine Hand doch nicht für tot erklärt werden?! Außerdem verstehe ich nicht wieso er komplett aus dem Turnier fliegt, wenn keiner sein AI callt?!

      2) Wenn Chips von Spieler 1 deutlich sichtbar waren, dann muss er auch den kompletten Betrag callen.
    • Bliss86
      Bliss86
      Bronze
      Dabei seit: 03.08.2006 Beiträge: 5.562
      Findest du?

      Ich meine Regel 10 besagt doch einfach nur, dass der Call nicht zwangsläufig zählen muss, wenn der Spieler von nem ganz anderen Betrag ausgegangen ist. Hier wollte er nur 4000 callen und eben nicht die 8000.

      Bei Regel 22 gehts mir nur um den kleinen Satz: If a player deliberately shows a card, the player may be penalized (but his hands will not be ruled dead) Die Hand ist also nicht tot.
    • fame
      fame
      Bronze
      Dabei seit: 24.01.2006 Beiträge: 1.553
      Original von aaaRt
      2) Wenn Chips von Spieler 1 deutlich sichtbar waren, dann muss er auch den kompletten Betrag callen.
      Also ich sehe das anders.

      Angenommen ein Spieler sagt "Raise 5000" und schiebt 10000 in die Mitte dann muss er die 5000 zuviel doch auch wieder zuruecknehmen und hat nur um 5000 geraised. Genauso wuerde ich die Situation beim All-In werten: Er sagt einen raise auf 4000 an (auch wenn es ein All-In ist) und schiebt mehr Geld als die 4000 in die Mitte.

      In meinen Augen ist die 2. Situation eigentlich ziemlich klar und der All-In Spieler muss die 4000 zuviel wieder zuruecknehmen.
    • PowerGamer
      PowerGamer
      Bronze
      Dabei seit: 11.12.2007 Beiträge: 5.739
      zu 2.) nächstes mal einfach 4k in die mitte schieben und so callen ... dann spielste mit 4k um 12k ... sick gut :f_biggrin:

      zu 1.) selbst schuld
    • Temmi
      Temmi
      Bronze
      Dabei seit: 15.09.2005 Beiträge: 1.054
      zu 1:
      Grundregel bei Entscheidungen: Ein Spieler kann nur bestraft werden, wenn er sich durch eine ungültige Aktion einen persönlichen Vorteil verschafft!

      Beispiel: Spieler 1 geht All-In und Spieler 2 deckt seine Karten auf, bevor er eine Aktion ansagt: In den meisten Casinos direktes fold, teilweise auch nur Penalty und er kann trotzdem noch entscheiden. Der Vorteil liegt darin, weil er anhand der Reaktion von Spieler 1 erkennen kann, ob er gut ist oder nicht. Je nach Hausregel halt.
      Das wird oft verwechselt!

      Bei Deinem Beispiel besorgt er sich überhaupt keinen Vorteil, sondern ganz im Gegenteil. Der Gegner weiß genau wo er steht und ob sich ein call lohnt oder nicht. Wofür soll ich ihn bestrafen? Er wird sich selber genug Vorwürfe machen.

      zu 2:
      Da Spieler 1 eine falsche Voraussetzung provoziert (ob gewollt oder nicht ist egal), wird erstmal alles zurückgenommen. Hierbei gilt: erstes gesagte Wort zählt! Hat er z.B. All-In 4000 gesagt, muß er komplette 8.000 reinstellen und Spieler 2 darf neu überlegen.
      Hat er 4.000 All-In annonciert, dann muß er 4.000 wieder zurücknehmen und Spieler 2 kann auch hier die veränderte Situation neu berechnen.

      Ob Penalty oder nicht obliegt der Turnierleitung.
    • Bliss86
      Bliss86
      Bronze
      Dabei seit: 03.08.2006 Beiträge: 5.562
      Original von Temmi
      zu 1:
      Grundregel bei Entscheidungen: Ein Spieler kann nur bestraft werden, wenn er sich durch eine ungültige Aktion einen persönlichen Vorteil verschafft!

      Beispiel: Spieler 1 geht All-In und Spieler 2 deckt seine Karten auf, bevor er eine Aktion ansagt: In den meisten Casinos direktes fold, teilweise auch nur Penalty und er kann trotzdem noch entscheiden. Der Vorteil liegt darin, weil er anhand der Reaktion von Spieler 1 erkennen kann, ob er gut ist oder nicht. Je nach Hausregel halt.
      Das wird oft verwechselt!

      Bei Deinem Beispiel besorgt er sich überhaupt keinen Vorteil, sondern ganz im Gegenteil. Der Gegner weiß genau wo er steht und ob sich ein call lohnt oder nicht. Wofür soll ich ihn bestrafen? Er wird sich selber genug Vorwürfe machen.

      zu 2:
      Da Spieler 1 eine falsche Voraussetzung provoziert (ob gewollt oder nicht ist egal), wird erstmal alles zurückgenommen. Hierbei gilt: erstes gesagte Wort zählt! Hat er z.B. All-In 4000 gesagt, muß er komplette 8.000 reinstellen und Spieler 2 darf neu überlegen.
      Hat er 4.000 All-In annonciert, dann muß er 4.000 wieder zurücknehmen und Spieler 2 kann auch hier die veränderte Situation neu berechnen.

      Ob Penalty oder nicht obliegt der Turnierleitung.
      Eine weitaus bessere Begründung als meine Posts, genauo würde ich auch entscheiden.
    • Vorlop
      Vorlop
      Bronze
      Dabei seit: 05.10.2007 Beiträge: 566
      Da es keine offiziellen Regeln zu No Limit Texas Hold'em gibt, hat die Turnierleitung recht, sofern sie vorher nicht irgendwelche anderen Regeln festgelegt hat. Ob man die Entscheidung jetzt schlecht, unlogisch oder sonst was findet tut doch gar nichts zur Sache. Auch wenn das in allen anderen Casinos auf der ganze Welt anders entschieden wird, zählen auf meinem Turnier, auch meine Regeln!
    • Fantomas741
      Fantomas741
      Bronze
      Dabei seit: 13.08.2006 Beiträge: 8.538
      Original von Vorlop
      Da es keine offiziellen Regeln zu No Limit Texas Hold'em gibt, hat die Turnierleitung recht, sofern sie vorher nicht irgendwelche anderen Regeln festgelegt hat. Ob man die Entscheidung jetzt schlecht, unlogisch oder sonst was findet tut doch gar nichts zur Sache. Auch wenn das in allen anderen Casinos auf der ganze Welt anders entschieden wird, zählen auf meinem Turnier, auch meine Regeln!
      Genau so mach ichs auch immer wenns irgendwelche diskussionen gibt sag ich immer Hausregel ^^
    • Temmi
      Temmi
      Bronze
      Dabei seit: 15.09.2005 Beiträge: 1.054
      Original von Bliss86
      Eine weitaus bessere Begründung als meine Posts, genauo würde ich auch entscheiden.
      Danke! 14 Jahre Erfahrung als Turnierleiter und auch Spieler gehen nun mal nicht spurlos an einem vorbei. ;)

      Traurig, aber wahr:
      Es gibt nun mal kein allgemein gültiges Regelwerk für alle Situationen, die vorkommen können. Selbst unter den einzelnen Floormen im selben Hause gibt es immer wieder unterschiedliche Ansichten und daher auch Auslegungen.

      Also vergesst die Frage: Wie ist die Regel? Die wenigsten Situationen sind in Hausregeln niedergeschrieben. Eigentlich betrifft es sogar nur die allgemein üblichen, immer wieder vorkommenden Situationen, bei denen eh keine Diskussionen entstehen.

      Fragt: Wie würden Sie entscheiden? Und lasst euch eine Begründung für die Entscheidung geben. Regeln werden nach einem logischen Prinzip gemacht, also sollten Entscheidungen auch logisch nachvollziehbar sein!

      Und ja, ich mußte auch schon des öfteren eingestehen, falsch entschieden zu haben.

      Original von Fantomas741
      Genau so mach ichs auch immer wenns irgendwelche diskussionen gibt sag ich immer Hausregel ^^ .
      Und wenn Du im Nachhineien einsiehst, dass Du falsch gelegen hast? Änderst Du dann auch die "Hausregel" oder ist die dann für immer und ewig in Stein gemeisselt?