Mahnung per email rechtskräftig?

    • RuthlessRabbit
      RuthlessRabbit
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 9.531
      Habe mir vor paar Monaten Kondome bei eis.at bestellt und total vergessen diese zu bezahlen. Hab heute die 3. Mahnung bekommen. Es wird mit einer Anzeige gedroht lol.
      Die ersten zwei Mahnungen hab ich gar nicht gelesen bzw. beachtet, da ich circa 6000 ungelesene emails im Postfach habe und vieles einfach übersehe.
      Wenn die mir mal eine ganz normale Mahnung per Post geschickt hätten, hätte ich das schon längst überwiesen. Muss ich denn die Mahngebühren zahlen? Sind Mahnungen per email rechtskräftig?

      In den AGBs steht auch nix von Mahnungen per email
      http://shop.eis.at/shop/agb/agb_online.pdf
  • 7 Antworten
    • elbarto132
      elbarto132
      Bronze
      Dabei seit: 24.03.2008 Beiträge: 4.622
      mahnungen sind ne kulanz sache, also die müssen garkeine schicken
      theoretisch können sie dich, wenn du nach 30 tagen noch nicht gezahlt hast, direkt vor gericht ziehen

      wie hoch mahngebühren sein dürfen musste mal googlen, aber am besten überweist du einfach den betrag ohne mahngebühren, dann sind sie meistens schon zufrieden
    • Tezet
      Tezet
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2006 Beiträge: 2.428
      Original von elbarto132
      mahnungen sind ne kulanz sache, also die müssen garkeine schicken
      theoretisch können sie dich, wenn du nach 30 tagen noch nicht gezahlt hast, direkt vor gericht ziehen

      wie hoch mahngebühren sein dürfen musste mal googlen, aber am besten überweist du einfach den betrag ohne mahngebühren, dann sind sie meistens schon zufrieden
      das ist keine Kulanzssache....
      Durch die Mahnung wird der Schulder in Verzug gesetzt, sofern sich der Verzug nicht schon anders ergibt. Das kann sich durchaus aus die Rechtsfolgen auswirken.

      @Rabbit: Was die E-Mail betrifft: Mahnungen sind einseitig empfangsbedürftige Erklärungen. Für Mahnungen ist keine besondere Form vorgesehen. Sie sind also auch als E-Mail gültig. Voraussetzung für den Zugang ist, dass sie derart in deinen Herrschaftsbereich gelangen, dass nach der allgemeinen Verkehrsauffassung mit der Kenntnisnahme gerechnet werden darf.
      Da sie dir die E-Mail geschickt haben, gehe ich davon aus, dass du der Firma deine E-Mailadresse auch gegeben hast. Wenn dem so ist, dann hast du damit zu verstehen gegeben, dass es sich dabei um eine funktionstüchtige Kontaktadresse handelt.
      Wenn ich den BGH richtig im Kopf habe, dann ist es anerkannt, dass es dem Empfänger von E-Mails zumutbar ist (wenn er die Adresse entsprechend angegeben hat), seine E-Mails 1x am Tag zu überprüfen. Die Mail mit der Mahnung ist dir danach dann spätestens nach 24 Stunden zugegangen. Dass du von der Mail keine tatsächliche Kenntnis erlangt hast, ist dabei irrelevant.
      Und dass du eine Flut von ungelesenen Mails in deinem Postfach hast, das ist nach allgemeiner Ansicht schlicht und einfach dein Pech, egal ob du da 6, 6000 oder 600.000 E-Mails im Fach hast. Denn dafür kann ja dein Vertragspartner nichts, sondern ausschließlich du.

      Insoweit dürften die Mahngebühren rechtskräftig sein, ja.
    • RuthlessRabbit
      RuthlessRabbit
      Bronze
      Dabei seit: 13.03.2007 Beiträge: 9.531
      Ah ok vielen Dank. Dürfen die Mahngebühren denn willkürlich sein? Bestellwert war knapp unter €20. 1. Mahnung €5, 2. €9 und 3. €9. Dafür dass die nichtmal einen Brief schicken und eine email ja quasi kostenlos ist finde ich das steht nicht unbedingt in Relation.
    • mykena
      mykena
      Bronze
      Dabei seit: 21.10.2008 Beiträge: 664
      20€ bestellung..... gehe mal schwer davon aus, dass die deswegen keine rechtlichen schritte unternehmen werden. die spamen dich mit mahnungen zu, und vermerken dich intern als "uhrensohn". dann geben sies irgednwann auf.... (ohne gewähr)
    • bibersuperstar
      bibersuperstar
      Bronze
      Dabei seit: 14.01.2007 Beiträge: 15.241
      Mahnungen sind gerade keine willenerklärungen, sondern geschäftsähnliche handlungen!
      Auch nochmal hier nachzulesen
    • BackdoorBandit
      BackdoorBandit
      Global
      Dabei seit: 21.09.2007 Beiträge: 9.072
      naja emailmahnungen sind wayne, du hats die adresse ja nur für newsletter etc angegeben ;)
      überweis einfach den betrag ohne mahngebühren und gut.


      aber mal eine andere frage:

      http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__286.html
      steht etwas von einer 30 tage frist, ab der man in verzug gerät. dh man muss mahnungen, die unter der 30 tage frist kommen nicht zahlen?
      und wie es mit meinem wissen, dass 2 mahnungen vorher kommen müssen, bevor es eingeklagt werden kann?
      mit welchem abstand darf die 2te kommen?
    • Tezet
      Tezet
      Bronze
      Dabei seit: 18.07.2006 Beiträge: 2.428
      Original von bibersuperstar
      Mahnungen sind gerade keine willenerklärungen, sondern geschäftsähnliche handlungen!
      Auch nochmal hier nachzulesen
      hast Recht. Danke. Wollte "Erklärung" schreiben. Da habe ich den Willen aus Gewohnheit gleich mitgeschrieben. Das ist natürlich falsch. ^^

      Original von mykena
      20€ bestellung..... gehe mal schwer davon aus, dass die deswegen keine rechtlichen schritte unternehmen werden. die spamen dich mit mahnungen zu, und vermerken dich intern als "uhrensohn". dann geben sies irgednwann auf.... (ohne gewähr)
      "ohne Gewähr" war an deinem Beitrag auch das sinnvollste...

      Original von BackdoorBandit
      naja emailmahnungen sind wayne, du hats die adresse ja nur für newsletter etc angegeben ;)
      überweis einfach den betrag ohne mahngebühren und gut.
      hier geht´s nicht im irgendeine rumänische Pornoseite, die nun unrechterweise irgendwelche Gebühren bezahlt haben will, die sie kleingedruckt in ihren AGBs versteckt hat...
      Op hat einen Kaufvertrag abgeschlossen, den er auch abschließen wollte. Er hat bloß vergessen, den Kaufpreis zu zahlen. Abgesehen davon, das es schon moralisch total daneben ist, solche Tricks zu versuchen wie "Zahl die Mahngebühren nicht, die gehen bei dem Betrag eh nicht vor Gericht", ist es auch grundlegend falsch. Oft genug klagen Firmen bloß ein paar Euro oder gar ein paar Cent ein. Schon allein, dass diese Masche bei Käufern nicht Schule macht. Die Firma hat in diesen Fällen auch sehr gute Chancen zu gewinnen. Und wenn wenn Op diesen Prozess verliert, dann trägt er die Prozesskosten. Dann hätte er lieber mal die paar Euro mehr bezahlt.
      Also gebt doch bitte nicht solch haarsträubende Tipps wie die, einen Teil einfach nicht zu bezahlen. Das ist einfach daneben...

      Original von BackdoorBandit
      aber mal eine andere frage:

      http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__286.html
      steht etwas von einer 30 tage frist, ab der man in verzug gerät. dh man muss mahnungen, die unter der 30 tage frist kommen nicht zahlen?
      und wie es mit meinem wissen, dass 2 mahnungen vorher kommen müssen, bevor es eingeklagt werden kann?
      mit welchem abstand darf die 2te kommen?
      Das bedeutet nur, dass man 30 Tage nach Rechnungserhalt und Fälligkeit auf jeden Fall in Verzug gerät. Einer der Fälle, in denen man auch ohne Mahnung in Verzug gerät. Das hat aber grundsätzlich nichts mit den Mahnkosten zu tun. Für eine Mahnung muss der Anspruch des Mahnenden erstmal fällig sein. Dann kommt es auf den individuellen Fall an, ob und inwieweit die Parteien etwas Spezielles vereinbart haben.
      Wenn eine frühere Fälligkeit als die von 30 Tagen vereinbart ist, kann eine Mahnung auch früher als 30 Tage erfolgen. Wie gesagt. Grundsätzlich immer ab Fälligkeit.

      Eine Mahnung reicht vollkommen, um den Schuldner in Verzug zu setzen. In den im gesetz angegebenen Fällen ist dafür auch gar keine Mahnung erforderlich. Mehrere Mahnungen sind aber insofern ratsam, weil sich solche Fälle oft klären. Wie im Fall von op, dass der Schulder vergisst zu zahlen, die Mahnungen übersieht etc. Daher sind 3-4 Mahnungen üblich, aber keineswegs Pflicht.

      Die Frist zwischen zwei Mahnungen ist glaube ich (!) nicht explizit gesetzlich bestimmt. Es wird aber darauf hinauslaufen, dass man dem Schuldner zwischen den Mahnungen einen angemessenen Zeitraum zur Zahlung lässt. Üblich werden da ca. 2 Wochen sein. Auf einen "angemessenen Zeitraum" würden sicher auch Gerichte abstellen.