Orientierung - Verzweiflung - Wille zum Erfolg

    • xHexerx
      xHexerx
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2008 Beiträge: 294
      Hallo Leute,

      ich spiele jetzt seit knapp 2 1/2 Jahren Poker (= ca. 900 Tage = knapp 4.500 Stunden,
      4-Tabeling).

      Ich habe viele Bücher gelesen, fast alle Artikel und sehr viele Videos von P.S.com
      angesehen, besuche die Handbewertungsforen, schaue mir Coachings an und denke
      viel über mein Spiel nach.

      Ich habe alle Hold´em-Varianten ausgiebig getestet (siehe meine Community-Seite),
      um die für mich geeignetste (= profitabelste) Spielvariante zu finden.

      Ebenso habe ich alle relevanten Plattformen ausprobiert, um die zu finden, auf der
      ich mich am wohlsten fühle (Thema: Software, Spielerpool, Riggedness).

      Irgendwann habe ich mich dann auf SnG´s eingeschossen, weil mir der sportliche
      Gedanke des Turnierspiels sehr zugesagt hatte.

      Ich bin dann aber wieder von den SnG´s mit dem Argument abgekommen, dass ich
      meine Chips nicht in Hände investieren will, die es, isoliert betrachtet, eigentlich
      nicht wert sind.

      Also habe ich mich wieder dem Cash-Game zugewendet, weil ich es mir hier aussuchen
      kann, auf welche Hände und in welcher Situation ich mein Geld setzen will. Aber
      leider lief es nicht so gut im Cash-Game und ich bin über 200K Hände nur auf der
      Stelle getreten bzw. etwas -EV gerunnt.

      Da mich die vielen Bad-Beats und Suck-outs sehr belastet haben und mich energetisch
      (ich bin keine 20 mehr) ziemlich runtergezogen haben, musste ich eine Entscheidung treffen:
      Höre ich mit Poker auf oder mache ich weiter und wenn wo und welche Variante.

      Da ich aber Poker spielen will, weil ich von haus aus gerne spiele - vor allem Karten
      und ich es gut finde für das Geld zu bekommen, was ich gerne mache, habe ich mich
      dazu entschlossen weiter zu spielen.

      Also bin ich wieder zu den SnG´s auf Stars zurückgekehrt und spiele nun 1-Table und MT-SnG´s.

      Die Frage, die ich mir gestellt habe und vielleicht auch einige von euch sich stellen ist:
      Kann es sein, dass es sehr von der eigenen Persönlichkeit abhängt, welche Variante
      man profitable spielen kann?

      Welcher Persönlichkeitstyp ist eurer Meinung nach für welche Variante am geeignetsten?

      Wirkt sich eine spielerische Überlegenheit (bezogen auf das jeweilige Limit) eher bei
      den SnG´s aus oder eher beim Cash-Game? (Einzelne Bad-Beats wirken sich meiner
      Erfahrung nach bei SnG´s nicht so negativ aus, da man bei "normalem" Spielverlauf
      ein vielfaches seines Einsatzes bekommt.)

      Ist es euch ähnlich ergangen wie mir und habt ihr euch ähnliche Fragen gestellt und
      vor allem, zu welchen Ergebnissen seid ihr so gekommen?
  • 2 Antworten
    • michimanni
      michimanni
      Bronze
      Dabei seit: 02.08.2006 Beiträge: 65.192
      Hallo xHexerx,

      ich denke, dass Du mit Deinen Fragestellungen ein wenig von hinten durch die Brust ins Auge schießt. Wenn ich Dich richtig verstehe, bist Du unzufrieden mit der Tatsache, dass Du über einen so langen Zeitraum keinen Erfolg im Poker gehabt hast. Das ist imo nur all zu verständlich. Ich denke aber eben auch, dass Du von der falschen Seite an das Spiel herangehst.

      Original von xHexerx
      Kann es sein, dass es sehr von der eigenen Persönlichkeit abhängt, welche Variante
      man profitable spielen kann?

      Welcher Persönlichkeitstyp ist eurer Meinung nach für welche Variante am geeignetsten?
      Ich halte es durchaus für denkbar, dass es Persönlichkeitstypen gibt, die eher für CG als für Turniere (und umgekehrt) geeignet sind. Ein prominentes Beispiel dafür ist imo Phil Hellmuth, der zwar enorme Turniererfolge gefeiert hat, aber allgemein nicht als der CG-Spezialist gilt. Umgekehrt gibt es CG-Spieler wie z.B. Ilari Sahamies, die online die meines Wissens höchsten Limits weltweit erfolgreich spielen, aber im Verhältnis zu den CG-Erfolgen kaum etwas nennenswertes im Turnierpoker vorweisen können. Ich denke allerdings auch, dass der Persönlichkeitstyp erst zu einem recht späten Zeitpunkt in der Entwicklung eines Pokerspielers eine gesteigerte Rolle spielt. Um es auf den Punkt zu bringen: Wenn Du nach 2 1/2 Jahren Poker keine brauchbare Winrate oder ROI vorweisen kannst, dann solltest Du imo Dich vielmehr mit den spielerischen Elementen beschäftigen, denn es scheint doch eher an einigen Basics zu mangeln.


      Wirkt sich eine spielerische Überlegenheit (bezogen auf das jeweilige Limit) eher bei
      den SnG´s aus oder eher beim Cash-Game? (Einzelne Bad-Beats wirken sich meiner
      Erfahrung nach bei SnG´s nicht so negativ aus, da man bei "normalem" Spielverlauf
      ein vielfaches seines Einsatzes bekommt.)

      Ist es euch ähnlich ergangen wie mir und habt ihr euch ähnliche Fragen gestellt und
      vor allem, zu welchen Ergebnissen seid ihr so gekommen?
      Ich persönlich bin kein Freund davon, viele verschiedene Spiele zu spielen. Ausprobieren ja, aber dann sollte man sich imo spezialisieren. Mein Weg ging von FL FR > FL SH > NL FR > NL SH und zwar aus folgenden Gründen: Von FR > SH bin ich jeweils aufgrund des höheren Traffics gewechselt. Von FL > NL dagegen bin ich gewechselt, weil ich bei FL an einem Punkt angekommen war, wo ich den Überlegungen eines Coaches nicht mehr folgen konnte. Es fiel mehr schwer, aber ich machte einen Schnitt und bin dann zu NL gewechselt. Seitdem habe ich nie wieder eine Hand FL gespielt.

      Man muss es vielleicht nicht so rigoros durchziehen, wie ich es gemacht habe. Ich halte es aber bis zu einem bestimmten Punkt für wichtig, dass man sich als Laie, als Hobbyspieler auf eine Variante spezialisiert. Ein wichtiger Aspekt beim pokern ist nun einmal die Erfahrung und die ist nicht in 10k Hände zu erreichen.

      Fazit: Die Selektion für Dich hast Du vorgenommen. Nun nimm Dir die Zeit "Spezialist" in Deiner Variante zu werden. Dann wird es langfristig auch mit einem vernünftigen ROI klappen.

      Viel Erfolg wünsche ich Dir!


      Gruß,
      michimanni
    • xHexerx
      xHexerx
      Bronze
      Dabei seit: 22.02.2008 Beiträge: 294
      Hallo Michimanni,

      erst mal danke für Deine Antwort / Analyse.

      Allerdings habe ich mich da wohl etwas missverständlich ausgedrückt, was ich
      Deiner Antwort entnommen habe:

      Original von michimanni
      Um es auf den Punkt zu bringen: Wenn Du nach 2 1/2 Jahren Poker keine brauchbare
      Winrate oder ROI vorweisen kannst, dann solltest Du imo Dich vielmehr mit den
      spielerischen Elementen beschäftigen, denn es scheint doch eher an einigen Basics zu mangeln.
      Es ist nicht so, dass ich seit 2 1/2 Jahren breakeven oder etwas unter EV
      runne, sondern ich hatte beim Cash-Game über 200k Hände insgesamt etwa
      1.500 $ minus gemacht (NL 25 bis NL 100 SH); wobei hier bereits Boni und
      Rakeback mit eingerechnet sind.

      Insgesamt habe ich bisher rund 5k DoN´s gespielt wobei ich bei den 10-$-DoN´s
      einen ROI von +12, bei den 20-$-DoN´s einen ROI von +7 und bei den 50-$-DoN´s
      einen ROI von + 6 erreicht hatte. Normale SnG´s hatte ich bis vor kurzem nur wenige
      gespielt, weshalb es hier keine brauchbare Sampelsize gibt.

      Was Deinen abschließenden Rat betrifft:

      Original von michimanni

      Fazit: Die Selektion für Dich hast Du vorgenommen. Nun nimm Dir die Zeit "Spezialist"
      in Deiner Variante zu werden. Dann wird es langfristig auch mit einem vernünftigen
      ROI klappen.

      Viel Erfolg wünsche ich Dir!
      ... so habe ich genau das vor. Ich wollte in meinem Post einerseits meine Erfahrungen
      schildern und andererseits herausfinden, ob andere Spieler ähnliche oder vielleicht
      ganz gegensätzliche Erfahrungen gemacht haben.